Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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Sorry, wenn ich mich jetzt mal einklinke, aber mir geht es ähnlich.

Ich war 13 Jahre auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig, habe mich aber nach der letzten Kündigung arbeitgeberseitig dazu entschieden, in eine WfbM zu wechseln.

Ich glaube, das Problem am Staat ist einfach, dass er zu viele Anreize schafft, nicht arbeiten zu gehen*

* wollte nicht zu sehr ins Detail gehen, da einigen meine Meinung viellecht nicht passen könnte.
 
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Kassenwart schrieb:
Warum lebst du eigentlich noch in Deutschland ?
Es überrascht mich, dass die Frage erst jetzt kommt... Ganz einfach: Weil ich hier geboren wurde und zuhause bin. Sollen doch die Leute gehen, die es kaputt machen.

Kassenwart schrieb:
Also das du arbeiten willst kauf ich dir nicht ab.
Dann ist das halt so.
 
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Das ist einer der widersprüchlichsten Einstellungen, die ich bisher gelesen habe. Danke dafür. :)

Nicht arbeiten gehen (können), aber Leistungen beziehen und nicht dankbar sein, dass fremde Menschen dafür arbeiten, dass man Leistungen beziehen kann. Auch wenn man krank ist (wofür man anderen die Schuld gibt), wäre ich jederzeit dankbar, dass das überhaupt möglich ist. Für alles sind die Anderen Schuld.

Und dann heißt es auch noch, dass einem die Eigenverantwortung fehlt.

Aber letzten Endes musst du ja mit den Sozialleistungen leben und wenn du mit dem Betrag zufrieden bist, hey, jeder hat seine eigenen Ansprüche.
 
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Moritz Velten schrieb:
Ich glaube, das Problem am Staat ist einfach, dass er zu viele Anreize schafft, nicht arbeiten zu gehen*
Das liegt dann aber daran, dass man im Zweifel zu wenig verdient. Man sollte sich dafür engagieren, dass man mehr verdient. Sei es durch Humankapital (Bildung), sei es durch politische Forderungen (Mindestlohn) oder sonst etwas. Oder eben für weniger Abgaben. Die Lösung ist halt nicht, jo, jetzt bin ich arbeitslos, dadurch hat der Staat weniger Einnahmen und dadurch gibt es garantiert keine geringeren Abgaben. Würde ich jetzt mal tippen.

Bei einer Behindertenwerkstatt ist das noch einmal etwas ganz anderes, da die Menschen dort teilweise ausgenommen werden bzw. lächerlich wenig verdienen.
 
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Hallo

Uncreative schrieb:
Ich würde lieber bei einer Abgabenquote von 0 bis 10 % arbeiten gehen.
Das würden wir alle gerne und nicht nur du, unser viel zu üppiges Sozialsystem muss aber auch finanziert werden.
Bei einer Abgabenquote von 0-10% könntest du froh sein wenn du täglich einen warmen Teller Suppe bekommst.

Grüße Tomi
 
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Tomislav2007 schrieb:
Hallo

Das würden wir alle gerne und nicht nur du, unser viel zu üppiges Sozialsystem muss aber auch finanziert werden.

Was ist denn mit denen, die aus gesundheitlichen Günden nicht mehr arbeiten können?

Also ich wäre dafür, dass sich Arbeit auch lohnen muss und die, die nicht arbeiten können, sollten dafür nicht bestraft werden.
 
Hallo

Moritz Velten schrieb:
Was ist denn mit denen, die aus gesundheitlichen Günden nicht mehr arbeiten können?
Die erzählen nicht das sie arbeiten würden wenn die Abgabenlast geringer wäre.

Grüße Tomi
 
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Hallo Tomi,

wenn Du das so siehst.

Es ist aber nun mal so, dass sich Arbeit lohnen muss.

Nichts anderes habe ich geschrieben.
 
Moritz Velten schrieb:
Es ist aber nun mal so, dass sich Arbeit lohnen muss
Was höchst subjektiv ist. Bei anderen fängt das ab 4000 netto an, bei anderen ab 1€ mehr als ALG2.
 
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Uncreative schrieb:
[...] Ich würde gerne arbeiten gehen, mir gerne etwas aufbauen. Aber weil ich seit mehreren Jahren aufgrund von Krankheit erwerbsunfähig bin und die politische/gesellschaftliche Entwicklung zumindest eine Teilschuld daran hat, wird sich daran wohl nichts so schnell ändern.
Ich habe jetzt den Teil, welcher mich (und eventuell auch andere hier) irritiert, Fett hervorgehoben. Wie ich es verstehe, könntest du nicht einmal Arbeiten, selbst wenn die Motivation durch niedrige Steuerabgaben gegeben wären (Falls nicht so gemein, bitte nochmals konkretisieren). Aber danach wärst du nach deinem bevorzugten Modell der "Eigenverantwortung" Obdachlos, und hättest eventuell auch nichts zu essen, da es ja dann auch keinen Sozialstaat gäbe.

Ich schließe mal aus, dass du Obdachlos bist (was trotz allem auch in Deutschland möglich ist), da es ja nicht zu anderen Post von dir passen würde.
 
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Uncreative schrieb:
warum sollten sie dann noch arbeiten?
Wie war das vorhin noch? Aus Eigenverantwortung? Wäre doch mal ein Ansatz, oder den Respekt selbst für sich zu sorgen? Einen geregelten Tag? Tägliche Ziele zu haben? Sich weiterbilden um den Niedriglohnsektor verlassen zu können?

Nicht jammern sondern für sich selbst einstehen und die eigenen Ziele verfolgen. Niemand nimmt dir das ab oder dich an die Hand.
 
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Skaiy schrieb:
Das System möchte ich grundsätzlich behalten. Gerne weniger Abgaben, aber du trollst hier rein mit 0 bis 10 %.

Die Abgaben zahle ich gerne, dafür hätte ich allerdings auch gerne das System wieder, das Schröder abgeschafft hat. Sprich: bessere Sozialleistungen für langjährige Beitragszahler, und nicht schlechtere (Vermögensplünderung und Billiglohndegradierung).

Und natürlich eine Rente mindestens auf Grundsicherungsniveau, und zwar ohne Vermögensanrechnung.
 
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Skjöll schrieb:
Wenn jemand, auch aus psychischen Problemen heraus, krank ist habe ich Verständnis dafür. Ob es Depressionen sind oder Burnout. Oder anderes.
Dafür hätte ich bei jedem Verständnis, der nicht gleichzeitig das System, an dem er hängt, so komplett ablehnt, und obendrein noch zu den wenigen gehört, die den Jobcenterzirkus nicht mitmachen müssen, weil sie ja aufgrund von Krankheit arbeitslos sind.

Ich arbeite im Niedriglohnbereich. Teilzeit zu Mindestlohn+ ... ich komme im Grunde mit weniger Geld raus, als ich vom Jobcenter bekommen könnte. Lohnend finde ich es trotzdem, denn da ich eben nicht aufgrund von Krankheit Sozialleistungen beziehen musste, haben mich die Wichser einfach genervt.
Durch den TZ-Job bin ich diese Wichser (und eines der schlechtesten IT-Systeme ever) los ... und dieser Umstand ist mMn unbezahlbar.

Meine Meinung heute: ALLES ist besser, als am Jobcenter zu hängen.
Aber das wird wohl jemand nicht verstehen, bei dem das Jobcenter nicht versucht, ihn in irgendeinen Drecksjob zu pressen. Sogar vor Hubertus Heils Sanktionen ist @Uncreative sicher, da ihm als Kranken ja keine Vermittlungsvorschläge unterbnreitet werden, die er dann ablehnen könnte.

Ist aber auch egal ... wer will, der findet Arbeit, durch die er das Jobcenter nicht mehr braucht.
Wer nicht will, der findet eben Gründe. Ob das nun die Höhe der Einstiegsgehälter oder der Abgaben darauf ist, ist eigentlich ziemlich peng.
 
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DerOlf schrieb:
wer will, der findet Arbeit
Man muss schon völlig blind und taub sein, um freie Jobs zu übersehen. 50 m durch irgendeine beliebige Fußgängerzone genügen heute schon, um über 3 "Wir suchen...." Schilder zu stürzen...
 
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Uncreative schrieb:
Die Abgaben sind viel zu hoch.

Die Steuern sind nicht zu hoch - das sind die offiziellen Zahlen die du beim Bundesanzeiger finden kannst. Warum die Steuerlast im Vergleich zum Gewinn so hoch ist, kannst du dort ja nachlesen. Ggf ist es aber auch nur ein anderer Bewertungsansatz, dass lt. HGB der Gewinn niedriger ist als in der Steuerbilanz und im Vergleich somit die Steuerlast so hoch erscheint.

Am Ende mag ich einfach immer nur Transparenz haben und mag die Kommentare mit "Firma XY" zahlt überhaupt keine Steuern einfach belegt bekommen. Zum Glück kann man ja alles nachlesen!
 
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knoxxi schrieb:
Man muss schon völlig blind und taub sein, um freie Jobs zu übersehen. 50 m durch irgendeine beliebige Fußgängerzone genügen heute schon, um über 3 "Wir suchen...." Schilder zu stürzen...
Das sind aber meistens ja nicht die "guten" Jobs, sondern eher Angebote für Ungelernte bzw. Hilfstätigkeiten, die im Bereich des Mindestlohns liegen – Gastronomie, Verkauf, einfache Montagetätigkeiten etc.

Da wir unser Sozialsystem mittlerweile so ausgestaltet haben, dass man mit etwas "Vorwissen" um solche Jobs als kerngesunder, potenzieller Arbeitnehmer herumkommen kann, gibt es ja nicht wirklich einen Anreiz, und man arrangiert sich eben mit den Jobcentern. Das trifft natürlich nicht auf alle zu, aber mal so über den Daumen gepeilt, dürfte locker eine sechsstellige Zahl der ALG-II-Empfänger morgen dazu in der Lage sein, als beispielsweise Küchenhilfe in einer beliebigen Gastronomie anzufangen.

Und da wir uns ja auch als Gesellschaft darauf geeinigt haben, dass jede Form von Zwang in diese Richtung "asozial" ist, wird an diesem Status wohl auch nicht viel geändert werden. Der Selbstschaden, der durch jahrelanges oder sogar lebenslanges Verweilen im Sozialsystem entsteht, wird ja selbst nicht gesehen, da dieser sich erst über die Jahre entwickelt und irgendwann irreversibel potenziert.
 
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The_waron schrieb:
Das sind aber meistens ja nicht die "guten" Jobs, sondern eher Angebote für Ungelernte bzw. Hilfstätigkeiten, die im Bereich des Mindestlohns liegen – Gastronomie, Verkauf, einfache Montagetätigkeiten etc.
Das ist durchaus richtig. Aber das ewige Mär "ich finde einfach keinen Job" ist mehr als überholt.
 
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