Wenn Eva nicht wie Adam arbeiten kann oder will...

H

Heison

Gast
In der Familienpolitik beschäftigt ein Streit die Unionsparteien. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hatte vor Kurzem einen Plan vorgestellt: Bis 2013 möchte sie die Zahl der Kitaplätze für unter 3jährige auf 750000 verdreifachen. Kostenpunkt: Ca. drei Milliarden Euro. [1]

Ihr Vorhaben schlägt eine Flanke zwischen diejenigen, die fürchten, mit dem massiven Ausbau der Kinderbetreuung würden traditionellen Formen des Familienlebens und damit konservative Grundüberzeugungen vernachlässigt und in Frage gestellt, und diejenigen, die der CDU ein modernes Profil in der Familienpolitik wünschen und eine Anpassung der familienpolitischen Agenda an die gesellschaftlichen Realitäten herbeisehnen. Erstere fürchten dabei um ihr klassisches Wählerklientel, letzere um Stimmenverluste in Großstädten und bei jungen Familien.

Zwei Ziele lassen sich bei den neuen Vorschlägen ausmachen: Zum einen hofft man, die demographische Entwicklung in Deutschland zu verbessern (und spekuliert auf den Frankreich-Effekt), zum anderen steht die Förderung beruflicher Karriere-Chancen von Frauen im Vordergrund. Denn nach wie vor entscheiden sich weitausmehr Frauen für die Babypause, während die Männer weiterarbeiten. Der Karriereknick ist somit vorprogrammiert.

Doch liegt dies letztendlich nur an den immer noch unterschiedlich hohen Durchschnittsgehältern? Oder streben Frauen, wie Eva Hermann postuliert hat, quasi "von Natur aus" weg vom anstrengenden Karriereweg hin zum Kinder- und Familienglück?

In einem aktuellen Interview [2] diskutiert die BWL-Professorin und Forscherin Sonja Bischoff mit der Familienanwältin und Scheidungsspezialistin Sabine Neidhardt über die Karrierechancen von Frauen und Männern sowie über die gesellschaftlichen Entwicklungen in Beruf und Familie. Dabei fallen einige interessante Aussagen.

So wird in beruflicher Hinsicht angemerkt, dass Frauen nicht ausreichend "fordern". Und sie drängen zu selten in die karriereorientierten Studiengänge wie Ingenieur- und Naturwissenschaften oder Betriebswirtschaft.

Im Gegenzu seien viele, "gerade junge Männer" sehr stolz darauf, wenn ihre Frauen nicht arbeiten müssen. Bischoffs Fazit: Bei den Männern habe sich seit den 60er Jahren nicht besonders viel geändert.

Auf die Frage, ob Frauen "genetisch bedingt" an den Herd und zu den Kindern gehören, führt Neidhardt aus: "Auch dazu gibt es Untersuchungen, die diese These stützen. Die Frau kümmert sich um den Haushalt, dazu ist sie einerseits erzogen, andererseits ist es Veranlagung. Haushalt ist nicht witzig, aber es der Familie schön zu machen, ist Frauen in die Wiege gelegt."

Bischoff ergänzt: "Fragt man, was sie mit der gewonnenen Teilzeit anfangen würden, antworten 62 Prozent der Frauen mit Familie und Haushalt. Bei den Männern antworten ebenfalls 42 Prozent mit Familie, aber Haushalt kommt natürlich nicht vor. Null Prozent. Guckt man noch genauer hin, kommt heraus, dass dreiviertel der Männer gewonnene Freizeit nutzen wollen für Reisen, Sport, Fitness und Weiterbildung. Das heißt, die bereiten den nächsten Karriereschritt vor."

Die Fragen, die sich damit stellen: Sollte sich der Staat immer weiter in die Erziehung von Kindern einmischen? Sollte man die Entwicklung, dass immer mehr Kinder frühzeitig in Kinderkrippen abgegeben werden, noch zusätzlich fördern? Ist für Kinder eine "Vollerziehung" immer noch das Beste? Oder nimmt ein Festhalten der bisherigen Praxis den Frauen ihre beruflichen Chancen? Sind Frauen an ihrem Verhalten letztendlich selbst "Schuld", da sie Familie, Kindern und Haushalt eine höhere Bedeutung zumessen, als Männer die sich tendenziell mehr für "Reisen, Sport, Fitness und Weiterbildung" interessieren? Inwieweit ist Karriereglück mit Familienglück vergleichbar? Lässt sich beides überhaupt zufriedenstellend kombinieren?

Ich bin der Meinung, dass eine stärkere, auch finanzielle Förderung der Kinderbetreuung durch den Staat im gemäßigten Rahmen berechtigt ist. Weniger, um eine Geschlechterbalance im Führungsbereich von Unternehmen oder den typischen "Karrierebranchen" künstlich zu fördern, sondern um Familiengründungen allgemein attraktiver zu machen, und insbesondere Frauen die Angst vor dem beruflichen Abseits zu nehmen. Eine echte Wahlfreiheit sollte aber erhalten bleiben - eine ebenfalls in der Diskussion befindliche Kindergartenpflicht halte ich für problematisch. Es sollte daher kein Modell, weder die klassische Familie, noch die Wahrnehmung von umfangreichen Betreuungsangeboten, so dass beide Elternteile weiterarbeiten können, einen erheblichen Vorzug bekommen.

[1] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,466849,00.html
[2] http://www.welt.de/data/2007/02/18/1216366.html
 
Zuletzt bearbeitet:
Eine kurze und knappe Frage: Wer gebärt denn Kinder, Mann oder Frau?
Den Homo Sapiens gibt es seit über 100000 Jahren und nun möchten die emanzipierte Frau alles durcheinander bringen......
 
Ich verstehe den Vorstoß der Bundesfamilienministerin als eine dringend notwendige politische Reaktion auf das beschämende Abschneiden Deutschlands im UNICEF-Jahresbericht 2006. Daß daraus nun wieder eine Grundsatzdiskussion über die Formen des Familienlebens und den Karrierechancen von Frauen und Männern entsteht, ist typisch und müßte jetzt auch dem letzten noch Gutgläubigen klarmachen: Den Ansprüchen der Kinder an ihre Gesellschaft wird in Deutschland nur nachrangige Bedeutung beigemessen und der Sinn von Kindern wird allenfalls auf ihre Nützlichkeit für die Sicherung der sozialen Sicherungssysteme oder die ökonomische Entwicklung der Gesellschaft reduziert.

Dabei zeigt das Beispiel Frankreichs, daß den Kindern und Jugendlichen sehr wohl eine von UNICEF geforderte verläßliche Lebensumwelt geboten werden kann, ohne daß maßregelnd auf das Familienleben Einfluß genommen würde oder erwachsene Egoisten um ihre Selbstverwirklichung bangen müßten.
 
Klar, das Angebot für die Betreuung von kleinen Kindern ist in der Tat in Deutschland mehr als Mangelhaft im Vergleich zu Frankreich z.B. Da kann man seine Kinder ja schon weit vor dem hiesigen Kindergartenalter tagsüber abgeben. Dann sind nicht mehr 5 Jahr oder sogar noch mehr zu überbrücken, sondern deutlich weniger.
Die Frage ist, ob das reicht? Die Betreuung muss schon ganztags sein, um Sinn zu machen und auch die Schule muss eine gänztägige Betreuung anbieten. Nur so kriegen sicherlich Gerade Akademiker wieder Kinder.
Ich sag das ganz ehrlich - ich will nicht zu Gunsten von Kindern auf meine Karriere verzichten! Dazu racker ich mir hier grade im Studium zu hart den Buckel rund! Das muss sich dann später einfach auch auszahlen und ich kann die Frauen verstehen, denen es ähnlich gehen wird!
Der Staat muss hier tatsächlich ein Lösung anbieten - auf die Dauer.
Einfach die Frauen ihre Karriere durchziehen zu lassen und den Männern die Kinderbetreuung zu überlassen ist sicherlich nicht die Lösung des Frauen-Karriere-Problems.

lg
 
Solange wie in Deutschland die Bildungspolitik im Argen liegt, ist die Diskussion um die Betreuung der Kinder recht merkwürdig.
 
Ich weiß nicht was es da zu diskutieren gibt, dass die Bayern die noch im 19.Jheh. zuleben scheinen gegen die Lösungsvorschläge der Familienministerin sind ist zwar nicht verwunderlich, doch wenn es mit der Geburtenrate in Deutschland bergauf gehen soll muß eine Lösung für das Problem Kindererziehung her.

Das die Bildungspolitik im Aeergen liegt ist die eine Sache, dass Lösungsvorschläge die zur Abhilfe dieser beitragen sollen aber gleich wieder torpediert werden eine andere.

Eine frühzeitige umfassende Kinderbetreuung erlaubt es auch den Frauen weiter arbeiten zugehen und zum Lebensunterhalt beizutragen. Nicht wenige sind auf ein zweites Einkommen angewiesen, ich denke da nur an den Niedriglohnsektor.

Wer die kinder auf die Welt bringt ist bei dem Thema egal, die Verantwortung tragen beide Elternteile.

OMaOle
 
Die Gehirnwäsche der 68er trägt weiterhin früchte, wie man unschwer erkennen kann und die jenigen, zumeist kinderlosen, stehen am Rand und schreien Hip Hip Hurra, während die Grundfeste und das Keimzentrum der Gesellschaft, nämlich die Familie successiv zu zerstören.

Unsere elitäre Vorzeigefamilienministerinmutti Frau von der Leyen, die die Freiheit besass 10 Jahre Lang zu studieren und danach als Ärztin zu arbeiten, besitzt nun die Frechheit uns ihr Lebensmodell von Aupair & Co. Fremderzogenen Kindern vorzusetzen und zu sagen das Ihr Lebensmodell für Deutschalnd das allein glücklichmachende ist.

Wie so oft kommen die Rufe nach einer kinderfeindlichen sektengleichen DDR Fremderziehungsgesellschaft gerade zumeist Gebärunwilligen Amazonen mit Aktenköfferchen und Hochschuldiplom, die sich wenn überhaupt nur gegen Gebühr (siehe aktuelles Erziehungsgeld) oder als Krone Ihres Selbstverwirklichungsmodelles mal eben noch mit 43 nach Hormonbehandlung, Künstlicher Befruchtung und 3 Fötoziden nach Amniozentese der ungewollten Reprodukten mit trisomalen Veränderungen für eines der 1,3 Statistischen Kinder entscheiden oder eben von Ihren nicht minder Erziehungsunwilligen hedonistischen Männern, die sich auch am liebsten nach dem Feierabend nicht mehr mit den Blagen auseinandersetzen möchten.

Seit 1968 bekommen wir ein so Weltfremdes Leben vorgegaukelt, das von Frau Schwarzer & Co. geprägtes alleinglücklichmachendes Bild einer voll Arbeitenden Gesellschaft von unabhängigen Frauen, die nun Ihren Mann stehen müssen ob Sie es wollen oder nicht, welches in Beziehungsunfähigen Frauen resultieren, die wider Ihrer natur Familien nun zerstören anstatt Sie als Kitt zusammenhalten und eine Großteil der "beschwanzten" Bevölkerung als Zahlvätern und Zyniker zurücklassen.

Die Resultate davon erleben wir gerade als eine Gesellschaft, die sich von Ihren Kindern abwendet und versucht diese Stör- und Kostenfaktoren größtmöglich zu entledigen. Einer seit den 70ern kontinuierlichen Verschärfung der Arbeitslosigkeit, weil nun auch die Frauen im Arbeitsmarkt integriert werden mussten und einer schauderlichen Scheidungsrate und Beziehungsunfähigkeit der Menschen.

Der andere teil der blökenden Herde, die sich eine größtmögliche entledigung des Nachwuchses wünscht ist natürlich auch die alleinerziehende (oder mit neuem Partner lebende) Frau , die den ungeliebten Nachwuchs nur aufgenommen hat um den gesicherten Unterhalt seinereiners zu erhalten und um den Zeitgewinn für Fusspflege und shopping zu maximieren.

Der letzte Teil und wohl auch größte Teil, der den letzten Ausweg in einem Ausbau der Fremderziehung sieht, sind die Familien, in den einfach das Gehalt der Frau notwendig ist um die Existenz der Familie zu sichern und den Kindern ein noch einigermaßen annehmbares Leben zu Gewährleisten, die es aber mit sicherheit vorziehen würde lieber für die Familie ganz da zu sein, anstatt Fischdosen zu etikettieren oder am telefon für Tele2 Kunden zu werben, aber eben arbeiten müssen, weil durch Lohndumping und Überangebot am Arbeitsmarkt das Gehalt des Familienvaters nicht mehr ausreicht alle existenzen abzusichern.

Niemand, aber auch wirklich niemand fragt, was das Beste für die Kinder ist, ausser eben dass es eben wichtig ist unsere Kinder in den Kindergarten zu stecken, damit noch genügend deutschsprachige einigermassen gut erzogene Kinder da sind um die nicht-nativen als alternativer Punchingball zu sozialisieren.

Was eine Vaterlose Gesellschaft bedeutet wird schon länger ohne Ergebnis diskutiert, weil die Resultate derzeit für eine hohe Arbeitslosen- und Kriminalitätstatistik sorgt.

Was aber eine Elternlose Gesellschaft bewirken wird wird die Zeit noch zeigen da die ersten Ergebnisse aus dem Grossversuchsbiotops DDR derzeitig noch statistisch von der ehemaligen BRD bereinigt werden und weil man noch nicht den intellektuellen Sprung wagt solche Probleme Medizinisch - Psychologisch - Soziologisch aufzuarbeiten...

Wenn ich nicht selbst in Deutschland leben müsste und selbst bald zweifacher famillienvater wäre könnte ich ja vielleicht noch ein wenig schmunzeln, aber so kann ich nur schaudernd zusehen und mitansehen, wie deutschland und deren Nachkommen zu deren Lasten um Ihre Zukunft betrogen.

Man darf sich nicht wundern, dass mehr und mehr die letzten intakten familien Deuschland den Rücken kehren, ich werde dies auch machen, sobald sich mir beruflich die Gelegenheit dazu bietet..
 
@stoneface

Naja, ich glaube Du wirfst da ein bisschen was durcheinander. Das Kinderbetreuungs- und Bildungsmodell der ehemaligen DDR war dem heutigen haushoch überlegen (ich meine nicht die ideologische Gleichschaltung). Schau mal nach Finnland oder Schweden.;)
Eine Elternlose Gesellschaft war die DDR mit Sicherheit auch nicht. Im übrigen haben alle unter 30-Jährigen nicht mehr das alte Ostbildungssystem genossen. Darf ich Fragen wie alt Du bist?

Von der Leyen spricht lediglich von einem, längst überfälligen, Angebot, welches wahrgenommen werden kann aber nicht muss.
Die elterliche Erziehung soll ja auch nicht ersetzt werden. Fremderziehung ist also kein Thema. Die Sozialisation eines Menschen findet aber nicht nur zu Hause statt. Es geht hier vielmehr um eine Erleichterung für ein sehr häufig auftretendes Familienmodell. Das die Bayern da eine etwas antiquierte Sichtweise an den Tag legen...nun ja.

Ich bin mir nicht sicher welches Familienmodell eher egozentrierte Verhaltensweisen hervorruft? Das Einzelkind, welches bei Mama bis zum 7. Lebensjahr verhätschelt wird oder das Kind, welches schon früh den Umgang mit anderen Kinder lernt. Ich empfehle hierzu Verhaltenspsychologie von Oerter oder das Stufenmodell von Kohlberg.

MFG
 
e-ding schrieb:
Die elterliche Erziehung soll ja auch nicht ersetzt werden.
Ganztages Kindergärten, Ganztages Schulen
Der Schrei danach wird immer lauter. Wieso?
Warum nicht gleich das neugeborene Baby von der Nabelschnur trennen und in ein Internat stecken? Mit 18 wieder abholen wenn es das Abitur bestanden hat und natürlich alles finanziert vom Staat. Doch was hilft es? NIX.
Die Geburtenraten gehen in "fast" allen Nationen in den Keller parallel mit dem Wohlstand. Steigt der Wohlstand, sinkt die Geburtenrate. Da gibt es nur sehr sehr wenige Ausnahmen.
Ob nun die Geburtenrate hier in D bei 1,3 oder bei 1,4 liegt, das macht den Bock auch nicht mehr fett. 2,1 müsste es sein, doch davon können wir uns sicher verabschieden.
Alle 5 Jahre ein neues Auto macht glücklicher als 2 Kinder, jedes Jahr 2x in den Urlaub bringt der eigenen Individualität mehr als ein Kind zu finanzieren.
Kinder verkommen zum Kostenfaktor, zum Störfaktor der Individualität, zum Problemfaktor.
Doch wer fast sich da an die eigene Nase? Da wird der Schrei nach mehr Geld und mehr Kindertagesstätten lauter, seit Jahren wird mehr Kindergeld gezahlt, mehr Kitas eingerichtet, Elterngeld, Erziehungsgeld, Steuererleichterungen-/Vorteile etc. Und? Man könnte das nochmal und nochmal und nochmal erweitern / erhöhen, passieren würde trotzdem nichts.
 
Ich seh ehrlich gesagt in dem Modell der quasi 'lebenslangen Ganztagsbetreuung' nur noch mehr Probleme. Denn im Endeffekt ist es ein Modell, das faulen, egozentischen Eltern erlaubt, sich ihrer (lästigen) Kinder zu entledigen und jede Verantwortung für selbige an dritte zu übertragen. Damit werden Kinder ein ganzes Stück mehr zu Objekten, die man sich zulegt, wenn man mal Bock drauf hat und quasi im Tierheim abgibt, wenn man mal grad einfach keinen Bock drauf hat.

Natürlich gibt es auf der anderen Seite auch jene Familien, wo beide Elternteile arbeiten müssen, um die Familie zu finanzieren oder halt die, wo es gar kein zweites Elternteil mehr gibt. Aber ist nicht grade letztere im Grunde wieder das gleiche Problem?

Der Staat schafft soziale Sicherungssysteme an allen Ecken und Enden um all jene aufzufangen, denen ohne eigenes Verschulden etwas schlimmes passiert ist. Und nun kommen plötzlich alle Leute auf die Idee, dass man diese zusätzliche Sicherung ja mal beanspruchen könnte, um das ein oder andere akrobatische Kunststück zu versuchen.
Dabei würden dann wiederrum ziemlich viele auf den harten Boden der Tatsachen knallen, wenn da eben nicht die staatliche Sicherung wäre, die sie auffängt und durch diesen neuen Volkssport stärker strapaziert wird, als ursprünglich kalkuliert wurde.
Und damit das ganze System nicht zusammenbricht, muss hier und da und eigentlich überall permanent repariert und verstärkt werden. Aber als würde das nich reichen, kommen jetzt die eben weich aufgefangenen an und beschweren sich über die unsanfte Landung und den blauen Fleck und verlangen - dreist wie sie sind - verbesserte Sicherheit, damit ihnen auch diese in Zukunft erspart bleiben.
Und im Endeffekt sitzt der Staat da und darf zuschauen wie sein für notfälle gedachtes System von experimentierfreudigen Dauerbesuchern misbraucht wird.

Auch wenn das jetzt ein eher theoretischer Exkurs war, seh ich genau das gleiche Problem wieder auf uns zukommen. Wenn Eltern ihre Kinder zukünftig den ganzen Tag übe rabgeben dürfen, werden viele das System nutzen, um einfach mal wieder kinderfreie Zeit zu haben. Dabei werden aber die wenigsten diese gewonnene Freizeit in einen Job oder ähnliches investieren. Vielmehr sehe ich es kommen, dass junge, alleinstehende Mütter ihre Kinder abgeben, um ungestört mit den besten Freundinnen bei H&M oder im Cafe Hartz IV auf den Kopf zu hauen.
Natürlich muss man das Kind dann abends irgendwann wieder zu sich holen, was nächtliche Diskobesuche unmöglich macht. Deswegen wird schon ziemlich bald nach Ganz-Tags-und-Nachts-Betreuung verlangt. Und spätestens wenn wir hier angekommen sind, können wir auch gleich alle Kinder in Heime stecken, wo sich nurnoch kompetentes, pädagogisch ausgebildetes Fachpersonal um den Nachwuchs kümmert und schon von kleinauf ein enger Kontakt zu anderen Kindern jeder Altersgruppe geboten ist.

Ehrlich gesagt halte ich gar nichts davon, Leute von ihren Elterlichen Pflichten zu entbinden. Natürlich muss man einen Weg finden, alleinerziehenden Personen (es soll ja auch alleinerziehende Väter geben) die Möglichkeit eröffnen, zu arbeiten. Aber dafür quasi die ganze Kindeserziehung zu übernehmen, halte ich für falsch. Denn genau das ist es, was passiert, wenn Kinder von der Säuglingsstation in eine Ganztagskita kommen.

Die Eltern 'arbeiten' den ganzen Tag und holen den Nachwuchs irgendwann zwischen 18 und 20 Uhr ab, um dann zu Hause völlig fertig auf die Couch zu sinken und die Kleinen anzumaulen, dass sie gefälligst die Klappe halten und schlafen sollen, weil Mami und Daddy ihre Ruhe brauchen.
Das führt dazu, dass Kinder kaum Bindung zu ihren Eltern haben und Eltern nur negative Erfahrungen mit ihren Kindern. Und glaubt einer von euch, dass die Geburtenraten zunehmen, wenn die erwachsene Gesellschaft Kinder aus eigener Erfahrung nurnoch als negativ und lästig wahrnimmt?

Meines Erachtens ist so eine ganztägige Betreuung also etwas durchaus sinnvolles für Familien, wo es anders einfach nicht machbar ist, sollte aber unbedingt auch genau auf diese Fälle beschränkt werden, da es sonst höchstwahrscheinlich ausnahmslos negative Folgen nach sich zieht, wenn man mal von der Bequemlichkeit der Eltern absieht.
 
Ich kann meinen Vorrednern durchaus folgen.
Klar, wenn die HartzIV - Mami, die den ganzen Tag Vera am Mittag schaut und die Kinder in die Arche schickt, weil sie zu faul ist, etwa zu kochen und dann auch noch ihre Sprösslinge in den Kindergarten abschiebt, ist das eine Seite.

Wenn jedoch die alleinerziehende Frau/Mann, weil auf Arbeit angewiesen, solch ein Angebot nutzt, ist das zu begrüssen.
Ich denke auch, dass es billiger ist einen Ganztagskindergartenplatz zu finanzieren als einmal das komplette HartzIV - Programm.

So etwas könnte man relativ einfach regeln, durch eine entsprechende Bedürfnisprüfung.

Erziehung hat im übrigen nicht immer etwas mit Quantität zu tun. Ich denke aber auch, dass man gerade bei diesem Thema, stark differenzieren muss und eigentlich schwer pauschal Urteilen kann.
Aus verhaltenspsychologischer Sicht spielen ab einem Alter von ca. 3-4 Jahren, in der Entwicklung von Moralverständnis, Fairness, Gerechtigkeitsempfinden etc. nicht nur die Eltern eine grosse Rolle.

Daher denke ich, dass hier Kindergärten durchaus positive Entwicklungseinflüsse haben können.

Ersetzen, das ist richtig, können sie elterliche Erziehung mit Sicherheit nicht.

MFG
 
Meine 2 cents:

Gerade in den ersten Jahren gehört ein Kind von seinen Eltern erzogen. Mit dem Alter von 3 oder 4 Jahren kann man dann drüber nachdenken ob es in eine KiTa gehen sollte.

Doch unsere Werte Familienministerin steht ja gerade auf Kriegsfuß mit dem klassischen Modell der Familie.
Meine Mutti hat ihren Job aufgegeben um die Kinder zu erziehen und den Haushalt zu Managen. Das klassische, konservative Familienmodell halt. Und es hat mir keinesfalls geschadet.

Was soll dieser zwanghafte Versuch Männer und Frauen auf biegen und brechen gleich zu stellen?! Frauen sind, zum Glück, anders als Männer.

Aber durch diese komischen Regelungen beim Elterngeld (wenn beide Partner eine Zeit die Erziehung übernehmen, gibt es mehr Geld) und die anderen Vorstöße unserer Power Emanze im Ministergewandt richten im Grunde mehr Schaden an als das sie Vorteile für die Kindererziehung unseres Landes bringen.
Warum sollten Familien in denen sich eines der beiden Elternteile für Karriere entschieden hat benachteiligt werden gegenüber den Familien in denen die Aufgaben gleich verteilt werden?!
Wenn ich jetzt anfange an meiner Karriere zu basteln und dann irgendwann ein Kind unterwegs ist, dann kann ich es mir nicht leisten "mal eben" 3 Monate in Erziehungsurlaub zu gehen. Denn diese 3 Monate würden das berufliche Vorankommen um Jahre zurück werfen.

Hab anfangs große Stücke auf unsere Familienministerin gehalten. Leider hat sie diese Erwartungen aber in keiner Weise erfüllt.
 
Der Daedalus schrieb:
Hab anfangs große Stücke auf unsere Familienministerin gehalten. Leider hat sie diese Erwartungen aber in keiner Weise erfüllt.

Bei mir wars genau anders herum. ;)

Die Familiengeldregelung ist allerdings nicht wirklich ausgereift, da hier den Familien ein Stück die Entscheidungsfreiheit genommen wird,das ist richtig.

Ich denke aber nicht, dass sie auf Kriegsfuss mit dem klassischen Familienmodell, dessen Wurzeln in der Aufklärung liegen, steht.

Vielmehr erleichtert sie alternative Möglichkeiten, die vorher nur schwer möglich waren.
Und das war, meines Erachtens, ein guter Schritt. Es bedeutet in der Realität einfach mehr Wahlfreiheit. Die "bayerische Version" beeinflusst diese Regelung nicht.

(Ich halte nicht das klassische Familienmodell für antiquiert, nur die Selbstverständlichkeit, mit der von diesem ausgegangen wird.)


So, und nun muss ich mich endlich auf meine Klausurvorbereitung stürzen.

MFG
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Daedalus schrieb:
Was soll dieser zwanghafte Versuch Männer und Frauen auf biegen und brechen gleich zu stellen?!
Wahre Worte!
Wobei, ein großer Teil der Emanzen die positiven Aspekte der Männerwelt haben möchte, sich aber gleichzeitig von den negativen distanziert und weiter auf dem Sonderstatus Frau beharrt. ;)
 
Es sollte immer die Grundlage eines Systems bleiben, dass in erster Linie die Eltern die Verantwortung für die Erziehung der Kinder übernehmen. Doch gerade diese Verantwortung wird den Eltern immer mehr genommen. Dies führt dann dazu, dass der wichtigste Faktor bei der Erziehung der Kinder sich auf einmal garnicht mehr wirklich für die Kinder interessiert.

Ein Szenario:

Das Kind kommt mit 2 Jahren in eine KiTa und mit 10 Jahren bekommt es dann einen Schlüssel in die Hand, darf nach der Schule zu Hause selbst eine Pizza aufwärmen und sich vom Fernseher erziehen lassen.
Am Wochenende genießen die Eltern ihre Freiheit, die ihnen unsere Familienministerin ja bringen will, und die Kinder sitzen derweil vor dem PC und zocken mit ihren 10 Jahren freudig CS und Co. Denn durch die Entziehung der Verantwortung für die Erziehung der Kinder hat die Familienministerin gleichzeitig auch dafür gesorgt, dass der Bezug der Eltern zu ihren Kindern immer weniger wird und dadurch auch die Eltern verlernen Zeit mit ihren Kindern zu verbringen.

Super!

Wer Kinder will, der soll sich auch Zeit für sie nehmen

Wer sich diese Zeit nicht nehmen will oder kann, der soll keine Kinder bekommen.

Was will unsere Familienministerin?!
Die Eltern als Brutstätte und nach der Geburt wird das Kind dann in die Obhut des Staates gegeben?!

Naja Hauptsache die Geburtenrate stimmt... :freak:
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (ein ! pro Satzende langt)
Der Daedalus schrieb:
Wer Kinder will, der soll sich auch Zeit für sie nehmen

Wer sich diese Zeit nicht nehmen will oder kann, der soll keine Kinder bekommen.

Und wieviel Zeit benötigen Kinder?

Wer also aufgrund finanzieller oder beruflicher Rahmenbedingungen nicht den ganzen Tag für sein Kind da ist, soll lieber keines bekommen. Aja! Ok!:rolleyes:

Vielleicht solltes Du Dich wirklich erstmal mit ein paar Grundlagen über Bedürfnisse von Kindern befassen. ;)

MFG
 
Ich habe nichts gegen Kindergärten und Co.

Doch die Vorstöße unserer Familienministerin gehen viel weiter. Sie will die staatliche Rundumversorgung und am besten auch noch am Wochenende (hier überspitze ich bewusst).

Ich spreche jetzt nicht von Sonderfällen wie Alleinerziehenden und Co. sondern von der Durchschnittsfamilie. Und dort ist doch meist vom finanziellen her Ausreichend, wenn einer Arbeitet und der andere Partner zu Hause bleibt bei den Kindern.

Das sollte die Grundlage der Familienplanung sein und nicht der Gedanke wie man sein Kind möglichst schnell in staatliche Obhut geben kann damit beide Elternteile wieder voll arbeiten können.
 
Da hast Du natürlich Recht! Der Beweggrund für einen Kinderwunsch sollte nicht der Kindergartenplatz sein. Auch eine staatliche Rundumversorgung sehe ich kritisch, aus den von Dir genannten Gründen.

Als Unterstützung, auch für zwei arbeitende Elternteile, ist die Regelung aber nicht schlecht.
Ich glaube nicht, dass ein Kind darunter leidet, wenn es ab dem 3. oder 4. Lebensjahr nicht mehr den ganzen Tag am Rockzipfel hängt. Natürlich sind die ersten 3 Entwicklungsjahre sehr wichtig. Hier müssen die Eltern natürlich in der Erziehung dominieren.

Ich glaube, bis auf ein paar Nuancen, sehen wir die Sache nicht so unterschiedlich. ;)


MFG

So, nun wieder etwas lernen.
 
Frag mal Psychologen und Psychiater nach den folgen konsequenter Fremdbetreung...

Ein Kindergarten ist für Kinder wenn ünberhaupt nur empfehlenswert, wenn das Kind Geschwisterfrei aufwachsen muss, ansonsten schadet es mehr...

Im übrigen sind deutsche Kindergärten nur reine Kinderverwahrungsstätten. Bei aller Diskussion übersieht man einfach auch, welche "qualitativen Standards" hier in Deuschland herrschen. Komischerweise interessiert es niemanden, dass hier in Deutschland eine Arbeistkraft für ca 10 Kinder zuständig sein muss und es in Deutschland keine verbindliche Vorschrift, noch Empfehlung gibt wie viele Bertreuer für wie viele Kinder zuständig sind...

Wer keine Kinder hat, dem mag das natürlich egal sein, aber ich möchte diesen arroganten Politikern mal einen spaziergang mit 4 Kindern im Alter von 3-4 Jahren empfehlen und zwar einen Tag lang vom Frühstück, dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt, bei McDreck ein Mittagessen mit anschliessendem Bummel durch die Innenstadt mit anschliessendem Austoben im Park... :evillol:

Wer Kinder hat weiss, was das für einen Stress (und auch einen spass) bedeutet, aber dafür braucht man Nerven wie Überlandstromleitungen..

nun wenn ich mir hier die Kitas anschaue, wo eine Betreuerin 20 Kindern auf dem Hof beim Spielen zuschaut, während ihre Kollegin gerade im Hinterzimmer ne Fluppe durchzieht, ist es wohl nur dem Lieben Gott und seinen Helfern zu verdanken, dass wir nicht wöchentlich Nachrichten über an Rutschen strangulierte Kinder Lesen.....

Mit Erzeihung hat das Ganze wirklich nichts zu tun...

Natürlich brauchen Kinder andere Kinder zum Spielen und streiten, aber es braucht auch die Eltern im Rücken als Deckung und Rückzugsort, wenn es nach ner halben Stunde keinen Bock mehr hat. Anleitung um neues auszuprobieren und Hilfe und Schutz, wenn ein älteres Kind eine lange Holzschaufel als Basebalschläger mißbraucht.

Das es immer schwerer wird in der Nachbarschaft Kinder zum Spielen zu finden, weil diese alle in halbstaatlichen Kinderverwahrungstetten eigesammelt und eingesperrt werden, macht es dennoch nicht richtiger seine Kinder in solche Anstalten zu geben..

Zum Glück haben meine bald zwei Kinder 3 Cousinen und Cousangs 1 Uroma, 2 Omas und 2 Opas und 8 Tanten und Onkels...

Im übrigen freue ich mich schon auf die Zeit, an denen alle sozialen Sicherungssysteme zusammenbrechen, denn dann wird nur ein Lebensmodell wirklich existenzsichernd sein, nämlich die angeblich antiquitierte traditionelle Großfamilie, denn Blut ist nun mal dicker als Wasser...

so far... :D
 
Stimmt: Ohne Sozialsysteme hätten wir ganz schnell wieder die klassischen Familien-Strukturen. Ob das den Preis rechtfertigt, bezweifel ich aber.

Ich kann die Kritk an von der Leyen an bestimmten Punkten nachvollziehen. Was mir allerdings mehr Sorgen macht, sind fragwürdige Projekte wie etwa das ideologisch unterwanderte "gender mainstreamung". Wenn der Ausbau der Kinderbetreuung in der Praxis vornehmlich Vehikel für diese Gesellschaftsumbauten sein sollte, würde ich ihn auch ablehnen.

Ein interessante Frage ist übrigens noch, ob man in Anspruch genommene Kinderbetreuung teilweise auf das Kindergeld anrechnen lassen sollte.

Der Daedalus: Wenn man dein Beispiel aufgreift, wäre doch der Verwahrlosung dieser Kinder am ehesten noch durch eine (Teil-)Betreuung entgegengewirkt, oder? Richtig ist, dass wir aufpassen müssen, dass weiterhin nur die Eltern Kinder bekommen, die sie auch wirklich wollen. Dann stimmt auch das Verantwortungsgefühl und die Zuwendung. Daher bin ich z.B. gegen eine übermäßige Aufstockung des Kindergelds. Finanzielle Unterstützung gegen echte, z.B. berufliche Hürden halte ich für legitim, diese sollte aber niemals einen wesentlicher Anreiz für das Kinderkriegen an sich darstellen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben