Für meinen Teil kann ich sagen, dass ich das Thema Rente für außerordentlich wichtig halte. Und einige gute Tipps wurden auch schon gegeben:
Es wurden schon die Prognosen angesprochen, die zukünftig von einem durchschnittlichen Rentenniveau von 47 Prozent ausgehen, bezogen auf das letzte Arbeitseinkommen. Richtig ist, dass wir in der Rentenformel einen demografischen Faktor haben. Der Anteil der Rentner an der Gesamtbevölkerung steigt und die Renten steigen deshalb weniger stark als die Teuerungsrate. In der Praxis können sich die Rentner wie schon in den vergangenen Jahren auf sehr viele Nullrunden einstellen.
Weiterhin ist die nachgelagerte Rentenbesteuerung beschlossene Sache und bereits angelaufen. Eure spätere staatliche Rente wird in vollem Umfang steuerpflichtig sein. Hinzu kommen Kosten für die Krankenversicherung und die Pflegeversicherung. Das muss man im Hinterkopf behalten, wenn man seine Rentenprognosen liest.
Da es in der Rentendiskussion um lange Zeiträume geht, darf man nie die Inflation vergessen. Ein Preisanstieg von 2 % im Jahr macht nach 20 Jahren bereits eine knapp 50-prozentige Steigerung aus. Eine Inflationsrate von 2,5 % über 30 Jahre führt sogar zu einer Verdoppelung der Preise. Das ist wichtig! Denn wenn man mit 67 Jahren in Rente geht und 87 Jahre als werden will, dann steht man am Ende ziemlich blöd dar, sofern die Rentenanpassungen hinter den Preisentwicklungen zurückbleiben.
Wir kennen alle die Eckrente, dieses Modell, wonach jemand 45 Jahre lang stets das bundesdeutsche Durchschnittseinkommen (von ca. 30.000 Euro brutto) verdient und mit 65 Jahren (demnächst 67 Jahren) eine Rente von knapp 1.200 Euro erhält. Für jedes Jahr, in dem nach genau ein Durchschnittsgehalt verdient, gibt es einen Rentenpunkt. Der müsste derzeit bei ca. 26,31 Euro liegen. – Nun arbeiten die meisten Arbeitnehmer längst keine 45 Jahre mehr (Abitur, Studium, Arbeitslosigkeit, Kindererziehung, Frühverrentung usw.) oder verdienen nicht genug (Ausbildungsvergütungen, Teilzeitarbeit usw.), um auf eine Durchschnittsrente zu kommen. Sie erreichen deshalb auch die Eckrente nicht.
Jetzt kann man natürlich argumentieren: Ich habe momentan kein Geld, deshalb kann ich nichts sparen. Für manche Menschen (insbes. Geringverdiener) trifft das tatsächlich zu. Aber viele sind einfach nur zu bequem, um auf Konsum zu verzichten und zu sparen. Die Ratschläge gehen derzeit in die Richtung, tatsächlich 10 Prozent (des Bruttoeinkommens!) für die Altersvorsorge aufzuwenden. Für einen Durchschnittsverdiener mit 2.500 Euro monatlich brutto (bei 12 Gehältern) wären das ca. 250 Euro als Richtschnur. Je später man mit dem Sparen anfängt, desto mehr muss man monatlich zurücklegen.
Es ist daher von allergrößter Bedeutung, so früh wie möglich einzusteigen. Dann bleiben auch die Beträge im Rahmen. Die Alternative dazu sind die bereits angesprochenen 47 % Einkommen im Alter, was vielleicht noch so gerade für ein Leben unter der Brücke reichen wird.
Positiv anzumerken ist, dass die Beiträge zur privaten oder betrieblichen Altersvorsorge heute steuerlich absetzbar sind. Man zahlt also heute die Beträge vom Bruttoeinkommen und versteuert sie später bei der Auszahlung. Wenn jemand z. B. 200 Euro für Riester oder für eine Pensionskasse zurücklegt, dann reduziert sich sein Bruttoeinkommen um diesen Betrag. Dadurch zahlt er wiederum weniger Steuern (und derzeit auch noch weniger Sozialabgaben), weshalb die Nettobelastung geringer als 200 Euro ausfällt.
Der eine stellt im Alter von 50 Jahren vielleicht fest, dass er schon über ordentliche Rücklagen verfügt (Ersparnisse, Erbschaften) und von nun an mit geringeren monatlichen Sparleistungen auskommen kann. Ein anderer 50-Jähriger muss sich dagegen möglicherweise eingestehen, dass seine Versorgungslücke im Alter mittlerweile so groß ist, dass er sie während seiner Berufstätigkeit gar nicht mehr schließen kann. Aber dann ist es zu spät.