Nachdem wir uns etwas vom eigentlichen Thema entfernt haben.
@TE: Ich würde versuchen, bei der Altersvorsorge auf 3 oder 4 verschiedene Säulen zu setzen. Wichtig ist, das Verhältnis zwischen den Ausgaben für die Altersvorsorge und dem aktuell zum Leben benötigten Finanzmitteln zu wahren. Da man nicht weiß, wie alt man wirklich wird, macht es keinen Sinn, jetzt nur zu sparen, in der Hoffnung später mal im Luxus zu leben. Andererseits macht es auch keinen Sinn, jetzt alles auszugeben, was man hat.
Meine Meinung:
1. Rente = Grundsicherung
2. Riesterrente = Ergänzung der Rente
3. Vermögensbildene Lebensversicherung (Das sollte man so jung wie möglich mit kleinen Beiträgen abschließen. Ist auch gut für Deine Kinder.)
4. Sichere Sparmodelle, z.B. Festgeld, Tagegeld usw. (Darin sollte man mindestens die Hälfte des vorhandenen Sparvermögens anlegen. Das schützt zwar nicht vor Inflation aber vor Aktienverlusten.)
5. Aktienfonds (Das aber nur, wenn wirklich viel Geld übrig ist und man langfristig plant. Der Wert eines Aktienfonds kann auch kurzzeitig fallen. Totalverluste sind selten aber auch nicht unmöglich.)
6. Bausparvertrag beim Wunsch zu bauen oder wenn man schon Wohneigentum hat. Viele Arbeitgeber helfen beim Sparen mit "Vermögenswirksamen Leistungen".
7. Über Häuser und Land sollte man nur nachdenken, wenn man entweder schon Vermögen hat, monatlich über ein sehr hohes und langfristig sicheres Einkommen verfügt oder in der Lage ist, ein Haus selber zu bauen. Man sollte aber bedenken, daß auch Häuser laufende Kosten verursachen. Wenn man kein Grundvermögen hat, ist man mit Miete besser bedient. Dazu eine einfache Rechnung. Haus = 300000 Euro, Grundvermögen = 0 Euro, Monatliche Rate = 1000 Euro, Alter bei Hausbau = 30 Jahre, Dauer der Ratenzahlung = 25 Jahre. Bei diesem Model bist Du 55, wenn Du das Haus abgezahlt hast. Kannst Du aber wirklich 25 Jahre in die Zukunft schauen? Die Kosten für Notar und Verwaltung sowie die laufenden Kosten für das Haus sind in die Rechnung noch gar nicht einbezogen.
8. Hochwertige Alltagsgegenstände kaufen. Im Alter braucht man nicht ständig alles neu. Wenn man wertige Möbel und Haushaltsgeräte und eventuell Kleidung hat, reduziert das effektiv die Ausgaben, da man nicht ständig etwas neues kauft. Ein gutes Beispiel ist ein Kühlschrank. Wenn der wenig Energie verbraucht, spart man langfristig bei den Stromkosten und wenn der Kühlschrank dann auch noch 20 Jahre hält, kauft man mit 55 vielleicht seinen letzten Kühlschrank im Leben.
9. Firmenpensionfond (Viele große Arbeitgeber haben gute Konditionen mit Versicherern ausgehandelt. Das kann man ruhig machen, wenn das kein Modell wie in Punkt 10 beschrieben ist.)
10. Es gibt seit einigen Jahren auch Modelle, die in die Richtung Betriebsrente / Firmenpension gehen. Ich komme gerade nicht auf den richtigen Begriff. Bei mir heißt das "Endgeldumwandlung" und bedeutet, daß ich einen Teil meines Nettolohns an den Versicherer abführe und die Steuer das rechnet, als wenn ich das vom Brutto abziehen würde. Das Problem ist, daß man sich bei einem Wechsel des Arbeitgebers selber darum kümmern darf, daß der Vertrag zum neuen Arbeitgeber übertragen wird. Die alte Versicherung hat aber wenig Interesse, Dir als Privatperson dabei zu helfen. ... und dann merkt man, was für "Verbrecher" in der Versicherungsbranche wirklich arbeiten. Im Nachhinein würde ich von dieser Art der Versicherung abraten.
Das letzte Beispiel zeigt aber auch, daß man seine Strategie der Altersvorsorge auf verschiedene Säulen stellen muß. Außerdem ist es extrem wichtig, alles zu lesen und sauber abzuheften. Ansonsten kann man zu 100 Prozent davon ausgehen, daß man betrogen wird, wenn man ins Rentenalter eintritt. Wenn man keine Ordnung in den Unterlagen hat, weiß man in 30 oder 40 Jahren ja selber nicht mehr, was einem eigentlich zustehen würde. Wie sollen das dann die Versicherer wissen?