Warum haben hier eigentlich so viele eine negative Sicht auf Gott? Ob existent oder nicht, seht ihn doch mal als eine
nützliche Erfindung des Menschen an (ich spreche nicht von der römisch katholischen Kirche o.Ä.). Religion stiftet Gemeinschaft, Zusammenhalt. Die "Neuerfindung" von Gott durch Jesus gibt jedem Menschen zig Ratschläge für friedliches, tolerantes, erfülltes Leben. Ein Gott ist etwas, an dem sich jeder festhalten kann, was jeder zu seinem Lebensinhalt machen kann, aus dem jeder Trost, Zuversicht, Mut schöpfen kann.
Wenn er will. Wenn nicht, dann eben nicht. Dann ignoriert man ihn einfach, ohne ihn deshalb zu "verteufeln".
Um das ganze mal extrem zu verbildlichen: wenn jemand seine Bierflasche lieber mit dem Feuerzeug (oder seinem Fingernagel freak2 ) aufmacht, statt mit nem Flaschenöffner, kann er das machen. Deshalb prangert er doch die Existenz des Flaschenöffners nicht an! Und wenn ich will, kann ich natürlich auch meinen Nachbarn mit einem Flaschenöffner umbringen, wird schon irgendwie gehen, aber dafür war er nicht gedacht (der Flaschenöffner). Womit ich Gott natürlich NICHT mit einem Flaschenöffner oder irgendeinem Gegenstand vergleichen will!
Mit einer anständigen Ethik, bräuchten wir das alles nicht mehr.
Für unsere Ethik ist Gott (bzw. die Bibel, die es ohne den Glauben an Gott nicht gäbe) meiner Meinung nach auch verantwortlich. Schließlich stellen die 10 Gebote die Grundfesten jedes menschlichen Zusammenlebens dar, die hier zum ersten mal niedergeschrieben wurden. Da fängt doch Ethik/Moral an. Für mich ist meine (christliche) Religion meine Ethik, und für jeden anderen könnte sie es auch sein. Ich würde sogar sagen, ohne Religionen gäbe es keine Ethik, denn aus jeder Ethik, die entwickelt würde, würde irgendwann eine Religion entstehen.
Aber um auf's Thema zurückzukommen ('tschuldigung peacer):
Gott stelle ich mir nicht vor, weil es mir nichts bringt. Gott ist da oder nicht, ich weiß nicht, was stimmt, denn ich bin auch so ein ungläubiger Thomas. Ich würde gern an Gott glauben, aber werde ständig eines (scheinbar) Besseren belehrt. Ich kann sozusagen nur Gott "wissen" (wenn Glaube = nicht wissen), denn zu glauben weil es schön wäre, ohne eine Bestätigung, widerstrebt mir. Gott existiert als dunkler Punkt hinter meiner Stirn, als Gedanke, ich kann meine Gedanken aber nicht mit einem Stift aufmalen. Woran ich glauben kann, das ist Jesus, denn der hat gelebt. Und ich glaube daran, dass das, was im Neuen Testament steht, von ihm gesagt wurde. Also lebe ich danach (versuche es), bin also kein Atheist (s.o.) Von Jesus wiederum habe ich eine klare (stereotype) Vorstellung: junger Mann um die 30, schulterlange braune Haare, Bart, weißes Gewand

. Das ist natürlich albern, aber so steht das Bild seit frühester Kindheit in meinem Kopf und wird wohl immer dort stehen bleiben. Wenn man so will, ist Jesus mein Gott, aber das ist er für jeden anderen Christen eigentlich auch (zumindest zu 1/3

). Ich habe auch Angst vor Gott, denn: ich kann nicht an ihn glauben, aber ich weiß ja nicht, dass er nicht Existiert, ich sehe es nur nicht. Existiert er also doch (was ich irgendwie
hoffe, aber eben nicht
glaube), habe ich ihm Unrecht getan, und sollte mich vor ihm verantworten. Und wer möchte sich schon vor Gott für etwas Unrechtes verantworten? Zugegeben, die beiden letzten Sätze spiegeln eine sehr menschliche Betrachtung von Gott wider (der ja gar nicht menschlich ist/sein kann) und klingen wahrscheinlich frömmer, als ich bin

. Aber so ist das eben, wie ich finde
Zum Thema "warum hat Gott uns geschaffen?" ('tschuldigung nochmal, peacer):
Weil er uns was Gutes tun wollte!

Er gab uns allen immerhin das Leben, und alles, was wir damit anfangen können. Das ihr in diesem Forum schreibt und diskutiert, hättet ihr dann auch Gott zu verdanken. Schonmal ein Grund, warum es sich lohnt, zu leben
Gruß BlackBox
Wer das bis zum Schluss gelesen hat, bekommt ein Lob von mir! *lob*