Wieso selbst zusammengestellte PCs?

blechkasten schrieb:
Sie haben uns erklärt, dass ein guter Komplett PC einem selbst zusammengestellten immer Vorzuziehen ist, da dort alles aufeinander abgestimmt ist, und sie viele viele Stunden laufen und Verbessern.

Und genau da fängt es an, was ist ein guter Komplett PC? i7 2600K CPU mit einer nVidia GT 520? NoName NT?

Und mal ehrlich, ne Rakete von CPU wie im Beispiel oben und dann eine GT 520 nenne ich alles andere als aufeinander abgestimmt.

Freude beim zocken kommt da ganz bestimmt nicht auf, eher Frust über die miese Leistung.

Meine Tante hat sich einen Fertig PC gekauft für meinen Enkel:

AMD Athlon X3
Radeon 4550
4GB RAM

Als er dann z.B. NFS Shift nicht zocken konnte, weil es ne Diashow war und ich ihr erklärte das die GraKa Müll ist, meinte sie nur, das ich ihr mal einen Zusammenstellen soll, wenn sie wieder Geld hat bzw. sehen ob man den vorhandenen Aufrüsten kann.

Nächstes Problem bei Stangen-PC's: Windows ist gleich von Anfang an vermüllt mit Demos, Anwendungen und was weiß ich nicht alles, was keine Sau braucht.

Weiterer Vorteil der selbst zusammengestellten PC's: ist ein Teil Defekt, kann man sich sehr schnell Ersatz besorgen, während der Komplett PC im Schlimmsten Fall direkt zum Hersteller muss und somit mal eben mehrere Wochen oder Monate weg ist.
 
MoinMoin,

Euromania01 schrieb:
Genau das Gegenteil ist der Fall! Komplett-PC's sind immer ein Kompromiss, außer man gibt 4000 EUR aus. Die Hersteller von Komplett-PC's wollen in erster Linie Geld verdienen. Oft wird mit tollen Slogans, MHz, Gigabyte Rams, ... geworben, aber in der Realität ist das oft unwichtig. Meistens gibt es bei Komplett-PC's einen Flaschenhals der die Leistung mindert.

Es gibt mehr als nur Deine Mediamarkt-Welt!
Es gibt Dinge, die Du auch in Deinem Standard-08/15-Selbstbau-PC nicht hast, weil Dich diese Features nie interessiert haben. Trotzdem können diese Features in Firmen Pflicht sein, wenn größere Mengen PCs bestellt werden.

Die reine Leistungsfähigkeit ist da eher nebensächlich.

Allerdings will ich den hier oft vernommenen Meinungen widersprechen, dass ein selber zusammengestellter PC billiger ist. Mit Versandkosten, etc. ist man preislich meist gleich, außer man kauft den Komplett-PC beim überteuerten Händler ums Eck.

Da ich selbst mal bei einem "überteuerten Händler ums Eck" gearbeitet habe: Preislich konnten wir mit Mediamarkt und Co recht gut mithalten, sondern die nicht wieder Hardware verschenkt haben. Teilweise waren wir bei nicht beworbenen Produkten sogar unter dem "Discounter"-Preis.

Ein Komplett-PC ist vor allem für Leute sinnvoll, die von Computer-Hardware nicht viel Ahnung haben und/oder sich das Zusammenbauen eines Computers nicht zutrauen.

Es gibt eine (relevante) Personengruppe, die keine Lust hast, sich in die aktuelle Technik einzulesen und zu Hause die Komponenten zu schrotten, weil sie das Handling nicht beherrschen. Diese Leute tauschen ihre (zu verplempernde Zeit) gegen einen Aufpreis.

Ansonsten empfehle ich einen Blick hier ins Forum, wenn mal wieder Leute ihre Zusammenstellung absegnen lassen müssen (sich gratis Beratung holen, weil sie selbst keine Ahnung haben) oder weil sie es selbst nicht gebacken kriegen (weil sie nicht wissen, wie sie die Sachen korrekt zusammenbauen müssen).

Will man selber einen ordentlichen PC zusammenstellen muß man schon einige Stunden in die Vorbereitung investieren. Dann ist der PC auch super aufeinander abgestimmt. Die meisten Teile sind ja ohnehin Plug&Play und man braucht sie nur zusammenstecken. Einzig beim BIOS muß man sich VOR der Installation des Betriebssystem genau anschauen wie es optimal konfiguriert wird.

Was hilft es mir, wenn die super abgestimmten Sachen defekt bei mir ankommen und ich erst mal tagelang darauf warten darf, bis Ersatz da ist?
Einen fertigen PC bestelle ich und der wird beim Händler/Lieferanten getestet. (bei einem guten Händler/Lieferanten)

Leider ist aber auch gerade der Punkt BIOS oft die Schwachstelle von Komplett-PC's. Total abgespeckt, nicht viel einzustellen und das was eingestellt ist, ist zu 90% suboptimal (Treiber auf legacy gestellt, AHCI nicht aktiviert, ...)

Woher soll der Hersteller wissen, welche Einstellungen optimal sind?
Konservative Einstellungen laufen zwar (deutlich) langsamer, aber der Rechner läuft. AHCI & Co können je nach Installation/Software Probleme machen bzw. in den fertigen Installationsimages nicht vorgesehen sein.

Ähnlich verhält es sich mit Schnittstellen: Natürlich kann ich USB für meine gesamte Peripherie nehmen. Aber ein Kunde brauchte für seine Umgebung halt PS/2.
Das er viele TFTs über VGA angeschlossen hat, nunja, reden wir nicht darüber...


Wer Selbstbau-PCs oder Fertig-PCs braucht oder nicht und was wen evtl. günstiger kommt, hängt sehr vom jeweiligen Fall ab. Pauschal kann ich nur sagen, dass jeder nach seiner Façon beschaffen soll. Nur für dumm würde ich die Fertig-PC-Käufer grundsätzlich erst Mal nicht halten.

Cu,
Chris
 
Seit ich jetzt mal endlich selber einen PC zusammengebaut habe, werde ich das nur noch so machen.
Wir hatten so um die 3, 4, 5 Fertig-PC's im Haus. Und wieviele andere hier auch schreiben, sind Fertig-PC's einfach überteuert.
Es wird meist mit Festplattenspeicher und CPU Leistung, Werbung gemacht. Oder, dass eine Grafikkarte Megaviel VRam hat.

Und am Ende hat man eine lahme Gurke bei der man nichtmal weiß was für Hardware überhaupt genau verbaut ist.
Ich merks ja auch am Laptop. Wenn ich jetzt mal testweise Windows 8 drauf gemacht hätte, dann hätte ich nicht gewusst, was für Treiber ich überhaupt brauch^^.

Bei meinem Selbstbau-PC weiß ich auch einfach ganz genau was für Hardware ich hab. DAS + der Bastelfaktor sind für MICH der Grund, warum ich zukünftig nur noch Selbstbau-PC's "kaufen" werde.
 
blechkasten schrieb:
Es geht aber meistens auch um Privatkunden, sowohl Office als auch Gamer-PCs, wobei die letzteren selten sind.

Dann war die Aussage einfach unter aller Kanone von dem Schulungsleiter, und ja ich stelle sie in Frage. Es ist hinlänglich bekannt dass gerade Komplettpcs praktisch NIE gut abgestimmt sind (irgendwo wird immer gespart) und gute Kühllösungen usw. sucht man vergebens, meistens sind die Dinger laut noch dazu obwohl man 10€ mehr für nen guten Lüfter hätte ausgeben können.
Zudem wird dafür gesorgt dass man FertigPCs praktisch nie selbst erweitern/aufrüsten kann, damit man wieder zum Händler muss.

Der Vorteil von FertigPCs liegt nicht beim Endkunden, sondern beim Händler selbst. Dieser kann Komponenten in Masse bestellen, er kann auf Garantie/Gewährleistung schnell reagieren da er die Komponenten eh lagernd hat (sind ja die selben), und er kann die Dinger im Voraus bauen = Direktverkauf anstatt Bestellung.

Mit dem Auto ist diese Branche nicht zu vergleichen.
 
Es wurde zwar schon viel dazu gesagt, aber ich möchte auch mal kurz meinen Senf dazugeben. IMO liegt der Einzige und zwar sher Mächtige Vorteil in der Wahl der Komponenten, allerdings nur, wenn man wirklich weiß, was man tut. Wenn man keine Lust hat sich ewig zu informieren und zu suchen, dann ist vom Selbstbau definitiv abzuraten.

Meistens sind Fertig PCs vom für ihren Preis mit der selben Hardware nicht nachzubauen. Wenn man allerdings dann noch eine Grafikkarte wechelen möchte und eine eigene einbaut, liegt der Selbstbau PC wieder vorne. Das Problem ist, dass die Komponenten nicht variabel sind.

Wenn man allerdings nicht so viel Ahnung hat, möchte ich zum Fertig PC raten. Selbst Halbwissen kann hier schädlich sein für den Geldbeutel, da man dann Nachkaufen muss. Das habe ich an einigen Kollegen schön erkennen können, wie das läuft mit dem Selbstbau PC.

Ist also ein hin und her, ob man sich das zutraut und sicher ist, passende Komponenten auswählen zu können. Mit Rat aus dem Forum hier kommst du aber meist mit Selbstbau PCs sehr gut, man sollte halt nur nicht drauf los kaufen, ohne erfahrende Leute zu fragen. ;)
 
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