Sein Projekt Openleaks soll letztendlich ein "freiwillig kostenpflichtiges" Angebot für Journalisten sein.
Wo hast du das her?
Openleaks wird seine Dienste kostenlos anbieten, Infrastrukturen werden durch Spenden und und freiwillige Angebote etabliert.
Exar_Kun schrieb:
Hat Wikileaks eigentlich jemals Geld für die Informationen verlangt?
Jopp, Wikileaks verkauft Informationen oder
plant zumindest den Verkauf über Auktionen.
"Its only revenue stream is donations, but WikiLeaks has planned to add an auction model to sell early access to documents."
Allerdings habe ich auch gelesen, dass die Depeschen bzw. der frühzeitige Zugriff auf diese verkauft wurden, u.a. an die New York Times, allerdings kann ich den diesbezüglichen Artikel nicht finden. Wie dem auch sei, ich frage mich an der Stelle, ob etwa die New York Times an einer solchen Auktion teilnehmen dürfte, nachdem Assange nicht begeistert darüber gewesen ist, was die New York Times über ihn geschrieben hat. Und so einem Mann wollen
Warum der eine nun der böse Selbstdarsteller sein soll und der andere der gute, selbstlose Aufklärer, das muss mir mal einer erklären...
Domscheidt-Berg wird nun mal von den Medien auf das neue Projekt angesprochen erklärt dieses Projekt, dass übrigens viel älter als der Hype um Wikileaks ist. Er bringt sich im Gegensatz zu Assange nicht immer wieder selbst in die Presse, indem er etwa seine nächsten Maßnahmen im persönlichen Kampf gegen irgendwen ankündigt.
Was spricht denn dagegen das Wikileaks wächst?
Sicherlich mag Wikileaks wachsen können, aber Wikileaks wird wohl niemals in der Lage sein, alle Informationen, die irgendwo an das Licht der Öffentlichkeit geraten können (sollten) zeitnah abzuarbeiten und zu einer schnellen Veröffentlichung zu bringen. Ein dezentrales Netzwerk, dass den Informanten ermöglicht, sich umgehend an geeignete Journalisten und Behörden zu wenden, hat an der Stelle offensichtliche und vor allem gewaltige Vorteile. Und ist es nicht unser Wunsch, dass für die Öffentlichkeit relevante Informationen zu möglichst allen Vorgängen zeitnah veröffentlicht werden, und zwar unabhängig davon, ob sie nun die USA, China oder einen kleinen Skandal daheim betreffen?
Und sind die UFO-Files interessanter als die Depeschen?
Die UFO-Files habe ich als Beispiel angeführt, weil die Existenz Dokumente bereits in den Medien bekannt ist. Im Übrigen ist so ziemlich alles interessanter und relevanter als 90% der Inhalte der Depeschen.
Was zur Zeit eindeutig schief läuft, ist die Arbeit der Medienpartner die sich eben mehr auf Klatsch und Tratsch konzentrieren als auf das wesentliche.
Was gewissermaßen ein Problem der Arbeitsweise von Wikileaks ist. Wikileaks hat die Depeschen ausgewählten Medienpartner in aller Welt angeboten, und zwar einfach den gesamten Datenwust. Was die Medienpartner aus diesen Depeschen machen entzog sich ab diesem Zeitpunkt der Kontrolle von Wikileaks. In einem Netzwerk wie Openleaks könnte ein Informant nur die relevanten Informationen und auch seine Intentionen an die Medien weiter leiten und den Medien und uns etwa den Klatsch und Tratsch der Diplomaten ersparen.
Die haben die Zuständigkeit die Gefährdung von Personen zu prüfen insofern sind die auch verantwortlich wenn Fehler wie bei den Afghanistan Protokollen passieren.
Natürlich ist Wikileaks verantwortlich, wenn sie durch die Enthüllungen unmittelbar Menschenleben in Gefahr bringen. Wenn Wikileaks nicht sicher stellen kann, dass Menschenleben durch die Veröffentlichungen nicht bedroht werden, sollte Wikileaks die entsprechenden Informationen besser gar nicht veröffentlichen.
Das Problem der großen Datenmassen ist a: aber ein generelles b: ist das eines was man nur schwerlich beheben kann - wenn xxxleaks das besser macht gerne - aber das muss erstmal gezeigt werden.
Durch ein Netzwerk wie Openleaks würden aber die Datenmassen auf viel mehr Schultern verteilt werden, als Wikileaks jemals zur Verfügung stellen könnte. Außerdem kann man vielleicht davon ausgehen, dass die meisten Informanten die Informationen im Sinne der Sache, die sie aufdecken möchten, sortieren und von unnötigem Ballast befreien.
Naja was heißt Kontrolle. Wenn die Medienpartner als erste das Material bekommen und die Aufgabe haben, die Gefährdung zu prüfen, dann muss sich wikileaks darauf verlassen - kontrollieren kann man es bekanntermaßen nur wenn es nicht öffentlich ist.
Wie jetzt, weiß Wikileaks also selber gar nicht, was man da teilweise in den Händen hält? Klar, teilweise ist dies wohl tatsächlich der Fall, da man nun mal auf externe Hilfe angewiesen ist. Aber womit drohen dann Assange und Wikileaks ihren Gegnern? Mit einem Haufen Papier, dessen Inhalt sie gar nicht konkret kennen? Natürlich kennt Wikileaks den Inhalt der Dokumente. Aber selbst wenn dies nicht der Fall ist, ist Wikileaks als "Publisher" der Informationen dafür verantwortlich zu machen, wenn sie Dokumente veröffentlichen, die unmittelbar Menschenleben in Gefahr bringen können, ganz egal war da nun hinter den Kulissen die Dokumente gelesen und bewertet hat.
Müssen wir wirklich wissen ob UFOs existieren? Genau das ist was du oben kritisierst.
Es gibt eine Wertung des Materials welches veröffentlicht wird. Aber genau das machst du genauso.
Ich bin der Meinung Ja das sollte man erfahren.
Nochmal: Die UFO-Files waren nur ein Beispiel. Und das Problem ist nun mal, dass Wikileaks aus vielerlei Gründen gezwungen ist, wertend in den Prozess einzugreifen. An Assange sehen wir nun, wohin das führen kann. Wikileaks ist unter Assange selber so etwas wie eine politische Größe, und zwar eine unberechenbare.
Und ich würde lieber ein wenig dümmer sterben, ehe sich der Iran vielleicht plötzlich von noch feindlicheren Absichten umzingelt sieht und vielleicht etwas ganz Dummes macht.
Wenn man nämlich liest, dass die arabischen Staaten bereit waren einen Erstschlag der USA auf ihre Kappe zu nehmen, dann rückt das auch vergangene kriegerische Handlungen der USA in ein anderes Licht. Ob das die eigene Meinung verändert sei mal dahingestellt, aber wenn man Weltpolitik bewerten will oder auch nur einschätzen kann/will/muss sind das Details die vieles schnell anders aussehen lassen.
Die Bitte einiger arabischen Länder, den Iran anzugreifen, hat wohl wenig mit dem Irak und Afghanistan zu tun. Aber ja, einige Depeschen legen auch dar, dass nicht alles so böse ist, wie die Menschen glauben.
P.S.: Mir ist es übrigens egal, ob das im Hintergrund wirkende Netzwerk Wikileaks oder Openleaks heißt. Wie ich schon gesagt habe war Openleaks ursprünglich gewissermaßen als eine Weiterentwicklung von Wikileaks geplant mit den Zielen, die Openleaks nun anstrebt. Wenn sich Wikileaks weiter entwickeln kann, und zwar dahingehend, dass Informationen schnell, effizient und ohne Einflussnahme des Netzwerkes geeignete Abnehmer finden, und wenn Wikileaks Julian Assange los werden kann (ganz egal, was ich von Assange halte, so ist seine Anwesenheit und sein Wirken nun einmal eine enorme Gefahr für Wikileaks, die ich gerne getilgt sehen würde), dann wäre mir Wikileaks genauso recht wie Openleaks und jedes andere Netzwerk.