Winamp vs. Foobar2000 - Kompression?

HardRockDude

Captain
✍️Leserartikel-Schreiber
Registriert
Juli 2009
Beiträge
3.150
Hallo Festgemeinde,

gerade habe ich einmal versucht, Winamp durch Foobar2000 zwecks Ressourcensparen zu ersetzen. Klappt auch wunderbar, rein bedientechnisch find ich Foobar toll. Würde es nun auch gerne hauptsächlich einsetzen und Winamp endgültig in die Tonne treten.

Was mir aber gerade irgendwie auffällt ist, dass bei der MP3-Wiedergabe es so scheint, als wäre die ganze Zeit ein Kompressor aktiv, der bei lauten Pegeln automatisch die Lautstärke dämpft. Ich werde das Gefühl nicht los, dass Foobar da irgendwas macht. Und solange ich das glaube, ist das total schrecklich, da bekomm ich beinahe epileptische Anfälle :freak:

Unten ist mal mein Equalizer drangehängt. Die Einstellung habe ich auch so in Winamp benutzt (für druckvollen Rock, Metal) und da wird jedes Tonband einfach hoch- oder runtergezogen, aber nicht versucht einen gemeinsamen Pegel zu halten.

Wisst ihr vielleicht, was da los ist? Oder ist das vielleicht ein mir unbekanntes und plötzlich aufgetretens Windows-Problem? Habe eine Creative Audigy (1) auf Windows 7 x64 laufen... Treiber und Software wegen Neuaufsetzung des Systems gerade frisch installiert... hab aber schon alles gecheckt (soviel gibt's da nicht einzustellen).

Grüße
 

Anhänge

  • fuckincompressorsound.png
    fuckincompressorsound.png
    83,6 KB · Aufrufe: 505
Zuletzt bearbeitet:
ah nevermind, hier stand mist

edit: wie wäre es damit, den EQ von programmen abzuschalten und das Global über den Soundkartentreiber / UI zu regeln?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hätte ich nichts dagegen, allerdings finde ich keine gute EQ-Software für die Audigy passend zu Windows 7 :S Der Support von Creative ist da eher bescheiden...
 
feb2k schrieb:
Du verfälscht alles komplett mit dem Equalizer und störst dich dann daran das foobar "irgendwas macht"?

Naja ok ... haben die Tracks vllt ReplayGain Infos, und du hast das bei foobar aktiviert?

Ein Equalizer ist kein Kompressor. Was ein Kompressor macht, weißt Du aber, richtig?
ReplayGain ist aus, das ist es also nicht.
 
Das einzige aktive Plugin bei mir ist der Equalizer, kein Limiter drin :( da hab ich schon alles überprüft.

Der kX-Treiber sieht verheißungsvoll aus, allerdings findet der bei mir keine Hardware, obwohl laut den FAQs meine Karte (SB0090) unterstützt wird... probiere mal weiter.

Ja, ich höre einen direkten Unterschied zwischen Winamp und Foobar2000. Der EQ soll ja nur die Tonbänder anpassen und nicht den gesamten Pegel. Was Foobar aber macht, klingt wie ein Kompressor, der gleichzeitig mit dem EQ arbeitet (wenn der EQ aus ist, ist das nicht festzustellen).
 
Kannst du nicht mal fix ein 10 Sekunden Stück mit Audacity oder dem Windows Recorder aufnehmen und hochladen? Glaub damit ließe sich mehr anfangen.
 
@ HardRockDude , kann deine Karte ASIO ?

Habe gerade mal den Equalizer ausprobiert mit annähernd deinen Einstellungen .

Das ganze wird leiser und hört sich im übrigen grauenhaft an .
 
Ok, wenn es nur bei aktiviertem EQ ist, wäre das sinnvollste natürlich den von der Soundkarte zu verwenden. Ist da echt keiner bei?
Hab kurz gegooglet und ein (etwas älteres) Treiberpaket von daniel_k gefunden, da ist wohl auch ein GrafikEQ dabei. Vllt schaust du dich danach mal genauer um.


@conXer49: das meinte ich mit "Klang", aber Geschmack ist ja relativ ;)

//hab mal probeweise eine Kleinigkeit im EQ verstellt (sprich ihn aktiviert), höre aber bei mir keinen Unterschied im Sinne von dumpf/Kompressor/etc.
 
Zuletzt bearbeitet:
btw. daniel k treiber unbedingt installieren! .. laufen bei mir auch super mit meiner audigy. und der hardware eq funzt dann auch sahne!

edit: den letzten für audigy/audigy2 gibbet hier: klick mich

btw. was mir gerade auffällt, dein eq preset ist ein typisches techno preset ;) und keines für rock :D
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Treiber von daniel_k rettet mir das Soundleben :D Endlich ein vernünftiger Audigy-Treiber für Windows 7. Danke für den glorreichen Tip!

Der Foobar-EQ macht damit zwar immer noch Mist, aber der kann jetzt ausbleiben und stattdessen verwende ich den Hardware-EQ --> top Ergebnis, auch wenn er mit 7 Bändern eher schwach ist...

Was meine EQ-Einstellung angeht...
Ist doch allgemein bekannt, dass der Sound druckvoller rüberkommt, wenn die Mitten etwas unten sind. Das macht man je nach dem auch am Gitarrenverstärker... Desweiteren, schaut doch einfach mal beim Hardware-EQ, wenn ihr da Heavy Metal auswählt --> Bässe und Höhen sind höher als normal, die Kurve ist im Grunde dieselbe (bei Techno übrigens auch, die nehmen sich nicht viel im Preset). :)

Ich mag's halt druckvoll!
 
Zuletzt bearbeitet:
Meine Theorie:

Du hast da echt eine verdammt extreme EQ Einstellung, Badewanne deluxe sozusagen, Höhen und Tiefen sehr stark angehoben. Die allermeisten Opeth Alben (bis auf die von Steven Wilson produzierten, soweit ich informiert bin) gehören klar zur Generation Loudness War. Die Tracks sind also bis ans Limit ausgesteuert. Schlimm, aber heutzutage eher die Regel. Wenn du dann noch mit dem EQ bestimmte Frequenbereiche stark anhebst, führt das ziemlich sicher zu Clipping. Ich vermute, dass es bei dir clippt wie die Hölle, das nimmst du fälschlicherweise als "Kompression" wahr. Dafür gibt es im foobar EQ eine ganz einfache Lösung. Den "Auto Level" Button. Der stellt die eingestellten Maxima der erhöhten Frequenzbänder auf 0 dB und erniedrigt die nicht erhöhten bzw. abgesenkten auf unter 0 dB. Es wird also erstmal leiser, dafür vermeidet man das Auftreten von Clipping.

Also probiere einfach mal den genannten Button, zusätzlich kannst du den Advanced Limiter in die DSP Chain hängen, der hat ebenfalls den Sinn Clipping zu vermeiden. Wenn du ReplayGain benutzt (generell empfehlenswert) setze den Processing Mode auf "apply gain and prevent clipping according to peak", dann kannst du auf den Advanced Limiter verichten.

Kleiner Zusatz: Bei derart ans Maximum ausgepegelten Alben steigt die "Clipping-Gefahr" bei verlustbehaftet komprimierenden Formaten wie MP3 stark an. Wenn es einem also auf Qualität sehr ankommt, sollte man seine CDs gleich in ein verlustfrei komprimierendes Format rippen, z.B. FLAC.

/edit: Jetzt lese ich auch noch, das ausgerechnet Deliverance aus deinem Screenshot von S.W. mitproduziert wurde, verdammt. :D Naja, vielleicht hat er es ja auch vermurkst.
Ergänzung ()

HardRockDude schrieb:
Was meine EQ-Einstellung angeht...
Ist doch allgemein bekannt, dass der Sound druckvoller rüberkommt, wenn die Mitten etwas unten sind. Das macht man je nach dem auch am Gitarrenverstärker... Desweiteren, schaut doch einfach mal beim Hardware-EQ, wenn ihr da Heavy Metal auswählt --> Bässe und Höhen sind höher als normal, die Kurve ist im Grunde dieselbe (bei Techno übrigens auch, die nehmen sich nicht viel im Preset). :)

Ich mag's halt druckvoll!

Ich spreche da aus Erfahrung: Früher hab ich selbst insbesondere den Bass aufgedreht. Eben schön "druckvoll". Aber an einer gescheiten Anlage oder mit ordentlichen Kopfhörern, deren Sound einem Gefallen, ist es SO viel entspannter komplett ohne EQ auszukommen. Eine Gewöhnungssache sicherlich. Aber mittlerweile verteufle ich EQs und bete den "Neutral-Sound". Ich mag den allermeisten Sound der Masterings von Platten und fummel da nicht gerne selbst noch am Sound rum. Das ist aber eine ganz persönliche Sache, jedem das Seine. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Einstellungen im Screenshot da oben sind deswegen so hoch, weil ich den beschriebenen Problemeffekt "studiert" habe. Der fiel mir schon bei dezenteren Einstellungen auf. Um die Probe auf's Exempel zu machen, hab ich das eben aufgedreht und anschließend so hier rein gestellt, damit andere dies im Falle des Falles leichter rekonstruieren und nachvollziehen können.

Kompression und Clipping kann ich gerade noch auseinander halten, aber danke für die Lehrstunde. Mir ist der Loudness War in der Musikindustrie durchaus bewusst. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich einen direkten Unterschied zwischen Winamp und Foobar gehört habe. Das hörbare Problem ist ja erst durch Foobar entstanden. Winamp geht das anders an, aber wie genau, weiß ich auch nicht. Rein "hörbar" hat es einfach das jeweilige Tonband angehoben, völlig unabhängig vom potentiellen Clipping.

Über die Vorteile von FLAC bin ich mir auch im Klaren, nur kann ich nicht meine ganze Sammlung auf einen Schlag neu digitalisieren. Meine Opeth-CDs sind eben noch mit VBR 1,75 entstanden und abends im Bett (also in wirklich ruhigen Umgebungen und Umständen) über "ordentliche" Kopfhörer ist da auch kein Clipping auszumachen, um nicht zu sagen, es klingt kristallisch klar ;)

Rein prinzipiell hast Du natürlich Recht; als Musiker und Produzent zerbreche ich mir oft den Kopf über den "perfekten" Klang, aber es ist schwer, denn jeder hat eine andere Soundausgabe und evtl noch seinen eigenen EQ drauf bei einer Playlist, die von Klassik über Pop und Hiphop zu Rockmusik reicht. Inzwischen tendiere ich auch dazu, die Songs im Originalmastering zu hören, dafür wurde ja (gemessen an mir) die meiste Arbeit hineingesteckt. Trotzdem gibt es gerade Metalsongs, wo ich den druckvollen Sound liebe und extra die Mitten ein bißchen heraushole. Wie gesagt, am Gitarrenverstärker ist das nicht anders. Ich nenn da jetzt als Beispiel mal Soilwork, The Chainheart Machine. Das klingt mir persönlich im Standard-Originalmastering einfach zu schwammig. Mit einer Badewannenkurve im EQ ist das Album nicht nur ein Meisterwerk, sondern ein Meisterwerk+ ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
HardRockDude schrieb:
Kompression und Clipping kann ich gerade noch auseinander halten, aber danke für die Lehrstunde.

Ich wollte nicht belehrend wirken, ich dachte nur wiklich, dass ich da eine Fährte habe. ;)

HardRockDude schrieb:
Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich einen direkten Unterschied zwischen Winamp und Foobar gehört habe.

Ich habe Winamp vor gefühlten 10 Jahren das letzte mal benutzt. Seitdem bin ich "Foobar Jünger". Wenn du das konsequent konfiguriert hast, Kernelstreaming bei XP, WASAPI bei Vista+7 als Output verwendest und sonst absulut nichts in der DSP Chain hast, kannst du dir sicher sein, dass die Files so wiedergegeben werden, wie sie sind. Wenn Foobar in der Stock-Konfig anders klingt als Winamp, dann liegt es definitiv an letzterem.

Wenn du EQs einsetzt, musst du verstehen, wie sie funktionieren und welche Auswirkungen das hat. Stichwort Auto Level und so. Klingt schon wieder wie eine Lehrstunde, sorry. :D

HardRockDude schrieb:
Das hörbare Problem ist ja erst durch Foobar entstanden. Winamp geht das anders an, aber wie genau, weiß ich auch nicht. Rein "hörbar" hat es einfach das jeweilige Tonband angehoben, völlig unabhängig vom potentiellen Clipping.

Das ist so ein Punkt. Foobar bringt keine "hörbaren Probleme" mit sich. Nur, wenn du Einstellungen manipulierst und dabei Fehler machst, die dir vielleicht gar nicht bewusst sind (wie EQ Werte stark anheben ohne danach auto level oder Einsatz von RG womit du dir einen Headroom schaffst), dann kannst du Foobar dazu bringen mies zu klingen.

HardRockDude schrieb:
Über die Vorteile von FLAC bin ich mir auch im Klaren, nur kann ich nicht meine ganze Sammlung auf einen Schlag neu digitalisieren.

Sowas geht. Ich bin der lebende Beweis dafür. :P

HardRockDude schrieb:
Meine Opeth-CDs sind eben noch mit VBR 1,75 entstanden und abends im Bett (also in wirklich ruhigen Umgebungen und Umständen) über "ordentliche" Kopfhörer ist da auch kein Clipping auszumachen, um nicht zu sagen, es klingt kristallisch klar ;)

Klingt so, als ob deine Files selbst definitiv in Ordnung sind. Das Problem kann also nur an der Konfiguration liegen. Fernwartung ist immer schwierig, aber hast du denn man gemacht, was ich vorgeschlagen habe? Also Auto Level und Advanced Limiter in die Chain und/oder Replaygain mit oben genannter Einstellung?
 
Hm, der Auto-Level-Button vollbringt ja wahre Wunder bei Foobar. Wieso hab ich den vorher nicht betätigt? Nun brauch ich den Hardware-EQ von Creative doch nicht mehr :D

Funktionen wie "ReplayGain" stehe ich grundsätzlich erstmal suspekt gegenüber, werde sie ein bißchen austesten und dann entscheiden, ob sie eingesetzt werden. In der DSP Chain ist erstmal nur der Equalizer aktiv, und eigentlich klingt das schon ganz so, wie ich es aus Winamp gewöhnt war.

Und vielleicht ist das auch das Problem, denn bis heute war ich nämlich froher Winampjünger. Möglicherweise dreht der auch den Pegel aufgrund von Clipping runter, passt aber gleichzeitig die Gesamtlautstärke so an, dass man es nicht mitbekommt. Das würde auch erklären, warum in Extremfällen (wenn man z.B. ein 60Hz-Band bis zum Anschlag hoch drehte) der Sound total laut und komplett verzerrt wurde. Rein instinktiv wäre das für mich aber auch das erwartete Verhalten: Regler hoch = es wird laut. Bei Foobar ist das erstmal umgekehrt. Aber letztenendes ist das vielleicht doch dasselbe, denn selbst wenn Foobar den Pegel senkt um Clipping zu vermeiden, kann ich hier Auto-Leveln und gleichzeitig ja trotzdem die Anlage aufdrehen, um mir einzuheizen.

Ein bißchen untransparent bleibt es trotzdem, weil sich meine Intuition damit beißt. Das Auto-Leveln ist jedoch eine tolle Sache und Foobar bekommt meine neue Musikplayerkrone, obwohl es mit dem Clipping standardmäßig so umgeht, wie ich das sonst eben nur von Kompressoren kenne. Ich hätte halt erwartet, dass es sofort verzerrt, wenn man den EQ zu hoch reißt.

Vielen Dank für die Hilfe :) wieder ein glücklicher User.
 
Zuletzt bearbeitet:
HardRockDude schrieb:
Funktionen wie "ReplayGain" stehe ich grundsätzlich erstmal suspekt gegenüber
Mit ReplayGain bekommst du Musik auf ein Lautstärke Level von 89 dB. Hast dann also keine leisen und lauten Tracks mehr und musst nicht dauernd an der Lautstärke nachregeln.
 
Im Eq würde ich die Pegel der Frequenzbänder grundsätzlich immer nur absenken, so kann man sich eigentlich fast immer sicher sein, dass nichts komprimiert wird, oder es zu Übersteuerungen kommt. Bin mir auch ziemlich sicher, dass Winamp standardmäßig den Limiter im Equalizer aktiviert hat, um Übersteuerungen zu verhindern.
 
Jonsbo X400 Series
Zurück
Oben