News Windows Insider Program: Wie Microsoft den Datei-Explorer beschleunigen will

Offen gesagt bin ich dieser Tage froh, dass ich schon vor gut 20 Jahren den Total Commander gekauft hatte. 😅

Dennoch hatte ich den Explorer als einfaches, schlankes Tool geschĂ€tzt - was er theoretisch zwar noch wĂ€re, wenn der Total Commander nicht deutlich fluffiger agieren wĂŒrde. đŸ€·â€â™‚ïž

Was hÀtten wir sonst noch:

Files: Sollte kostenfrei sein - wollte ich kostenfrei testen - werde aber immer auf den MS-Store zum Kauf geleitet und die winget-Installation endet mit "File not found" => Ohne Test - kein Kauf oder Support.

Directory Opus: Geht in Richtung "Total Commander im modernen Gewand" ist aber ein verkapptest Abo-System, wenn lÀnger als ein Jahr aktuelle Versionen bekommen möchte. => Unnötige Kosten, wenn man den TC bereits besitzt.

One Commander
: Schöne Wahl fĂŒr alle, die auf eine Ordnerbaum als Ansicht komplett verzichten können. Ist wohl an den Apple-Dateimanager angelehnt.
Lt Reddit wird auch kein Ordnerbaum mehr kommen, weil sie sich vom Windows-Explorer abgrenzen wollen.
Ergo - Ab in die Tonne, wenn bewusst auf Grundfeatures verzichtet wird.

Explorer++: Schönes, performantes Tool - ohne Installation lauffÀhig. Leider dadurch nicht als Explorer-Ersatz in Windows integrierbar, was bei Directory Opus und One Commander der Fall ist.

Der Witz ist halt, die von mir getesteten Programm alle(!) sehr zĂŒgig arbeiten und nicht wie der Explorer bei div. Ordnern mal zig Gedenksekunden benötigt um den Inhalt anzuzeigen.
 
madmax2010 schrieb:
Wobei NTFS auch etwas problematisch ist, wenn man performant durch orderstrukturen mit viel Kleinkram navigieren will. Alleine die Struktur der Metadaten macht viele kleine zugriffe und Ordner mit vielen dateien schon extrem langsam.

[....]

das wird nicht funktionieren. NTFS ist leider aus Architektursicht nicht optimal..
Jeder Filter, jedes fitzelchen an metadaten, jedes attribut, jedes ACL lesen verursacht je einen Lesezugriff pro datei.
Je mehr dateien, desto mehr multipliziert sich das ganze. Das siehst du stark beim "preloading"

aber wie macht es denn Everything?
Ich sage "zeig mir ALLE Jpg-Dateien auf c: an" und bekommen diese sofort - mit der grĂ¶ĂŸe. Gerade auf meinen relativ langsamen Homeserver (Win11Pro) probiert: 178.000 Dateien mit jpg im Namen ... waren sofort da. Mit Datum und vorallem mit grĂ¶ĂŸe.

Genauso schnell kann ich mir anzeigen lassen was in c:\xyz\ an Dateien liegt - mit GrĂ¶ĂŸe.

Warum muss also der Kopiervorang mit dem Explorer so ewig lang dauern bis er startet? Weil er die Gesamtmenge an Daten erfassen möchte um eine Dauer zu berechnen? Braucht Everything, welches konsequent das NTFS-Journal nutzt, keine Sekunde fĂŒr. Auch das Navigieren kann so wesentlich schneller gehen.

Wer Everything kennt, wird da schnell der Vermutung auferliegen das der Windows-Explorer kein NTFS kann (also er kann natĂŒrlich NTFS nutzen etc. - aber NTFS-Journal fĂŒr bessere User-Experience?)

Auch der Kopiervorgang per Konsole (cmdline, ps, linux-shell@wsl) geht fixer - gut - hier wird ja nicht die Gesamtmenge angezeigt und der Zwischenstand - es wird einfach alles kopiert was ins Muster passt - Datei fĂŒr Datei. Schon klar das es ein anderer "Weg" ist als beim Kopierdialog vom Explorer. Aber auch hier: TeraCopy macht es etwas schneller mit dem starten (bei 100.000 Dateien schluckt aber auch TC etwas). Am Ende möchte ich das die 104853 Dateien am Ziel landen - und zwar möglichst schnell. Die Dauer interessiert mich da nicht.

Oder gibt es einen gravierenden Nachteil das NTFS-Journal so intensiv zu nutzen wie es everything macht? Klar - wenn das NTFS-Journal nicht synchron mit dem echten Datenbestand ist - aber dann hat man vermutlich eh ein völlig anderes Problem ....
 
darthbermel schrieb:
Ich vermute, hier muss noch irgendwas installiert werden, aber ich habe noch nicht rasugefunden, was.
pacman -Qi thunar und gucken was bei optionale AbhÀngigkeit steht.

darthbermel schrieb:
Unter Linux kommt ich auf 2-3GBit/s von meinem DE auf einen Linux-Server mit SMB. Die gleiche Machine mit Windows schafft 6-8GBit/s (10Gbe-NICs).
Mit SMB und LAN kenne ich mich nicht aus, da noch niemals genutzt. Die Opera-KI sagt dazu:
Deine Beobachtung, dass unter Linux mit SMB (Samba) nur 2-3 GBit/s erreicht werden, wÀhrend dieselbe Maschine unter Windows 6-8 GBit/s auf einer 10Gbe-Verbindung schafft, ist ein bekanntes und hÀufig diskutiertes Thema. Hier sind einige mögliche Ursachen und LösungsansÀtze, die dir helfen können, die SMB-Leistung unter Linux zu verbessern:



1. Unterschiedliche SMB-Implementierungen und Protokollversionen

Windows SMB-Client und Server sind in der Regel sehr gut optimiert und unterstĂŒtzen SMB 3.x mit Features wie Multichannel, Direct (RDMA), VerschlĂŒsselung und Kompression.
Linux Samba-Server unterstĂŒtzt SMB 3.x, aber die Implementierung kann je nach Version und Konfiguration unterschiedlich performant sein.
PrĂŒfe, ob Samba auf dem Linux-Server auf SMB 3.x konfiguriert ist (z.B. server max protocol = SMB3 in smb.conf).



2. Netzwerkkonfiguration und TCP-Parameter

Linux TCP-Stack kann durch Tuning der Parameter wie tcp_window_scaling , tcp_rmem , tcp_wmem , tcp_congestion_control verbessert werden.
PrĂŒfe mit ethtool die Einstellungen der 10Gbe-NICs (z.B. Offloading-Features wie TSO, GRO, GSO, RX/TX Checksumming).
Eventuell sind Offloading-Features deaktiviert oder nicht optimal konfiguriert, was die Performance beeintrÀchtigen kann.



3. SMB-Multichannel und Parallelisierung

Windows nutzt SMB Multichannel, um mehrere Netzwerkpfade parallel zu verwenden und so die Bandbreite zu erhöhen.
Samba unterstĂŒtzt Multichannel ab Version 4.9, aber es muss explizit aktiviert und richtig konfiguriert werden.
PrĂŒfe, ob Multichannel auf beiden Seiten (Client und Server) aktiv ist.



4. CPU- und VerschlĂŒsselungslast

SMB 3.x unterstĂŒtzt VerschlĂŒsselung, die CPU-Last verursachen kann.
Windows nutzt oft Hardwarebeschleunigung fĂŒr VerschlĂŒsselung, Linux evtl. nicht.
PrĂŒfe CPU-Auslastung wĂ€hrend der Übertragung und ob VerschlĂŒsselung aktiv ist ( smb.conf Parameter smb encrypt ).



5. SMB-Client unter Linux

Wenn du von Linux auf Linux mit SMB zugreifst, nutzt du vermutlich den cifs -Kernelclient oder mount.cifs .
Die Performance des Linux SMB-Clients kann limitiert sein.
Alternativ kann man smbclient oder fuse -basierte Clients testen, aber meist ist der Kernelclient schneller.
PrĂŒfe Mount-Optionen wie rsize , wsize , cache=none , actimeo=0 fĂŒr bessere Performance.



6. Netzwerkhardware und Treiber

Unterschiedliche TreiberqualitĂ€t fĂŒr 10Gbe-NICs unter Linux und Windows kann Einfluss haben.
PrĂŒfe, ob der Linux-Treiber aktuell ist und ob Firmware-Updates fĂŒr die NIC vorliegen.



7. Messmethodik

Teste die Bandbreite mit verschiedenen Tools (z.B. iperf3 fĂŒr reine Netzwerkleistung, dd oder rsync fĂŒr Dateitransfer).
Vergleiche reine Netzwerkleistung mit SMB-Transferleistung, um EngpÀsse zu identifizieren.
ErgÀnzung ()

subcontractor schrieb:
Das KontextmenĂŒ wird auf beiden GerĂ€ten erst nach einer Sekunde oder spĂ€ter angezeigt..

Und das mit i5 und i7 CPU....
In der hier angehÀngten Videos vergleiche ich Windows XP Home mit Windows 11 Pro:

66 ms statt 1,5 Sek.
 
Zuletzt bearbeitet:
mchawk777 schrieb:
Directory Opus: Geht in Richtung "Total Commander im modernen Gewand" ist aber ein verkapptest Abo-System, wenn lÀnger als ein Jahr aktuelle Versionen bekommen möchte. => Unnötige Kosten, wenn man den TC bereits besitzt.

Es wird zwar (von den Entwicklern) Abo genannt, ist aber eine gĂ€ngige Praxis die es seit Jahrzehnten gibt und hat nichts mit einem Abo zu tun bei dem man nach Ablauf des Abos das Nutzungsgerecht verliert. Man Kauft Dopus einmal, hat ein Jahr lang Updates und darĂŒber hinaus zahlt man fĂŒr das nĂ€chste Jahr oder lĂ€sst es sein.
 
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Ja gut, wenn wir schon beim Thema sind, welche aktuellen empfehlenswerten Explorer Alternativen ausser Directory Opus und Total Commander gibt es denn zur Zeit?

Kann mir schon vorstellen, dass man da einiges an Komfort und geschwindigkeit gewinnen kann.
Zumindest vom StartmenĂŒ kann ich sagen, dass Start11 um einiges schneller zu sein scheint, als das Windows 11 native.
Reagiert bei mir ohne merkliche Verzögerung, eigentlich so wie man es sich von XP und 7 auch gewohnt war.
 
Caramon2 schrieb:
Ich habe mit dann den Desktop-Ersatz EvilDesk installiert, so dass nicht mehr alles an der explorer.exe hing und hatte seit dem nie wieder das Problem.
Ich habe nach einer Alternative dafĂŒr und wegen der Netzwerklaufwerksprobleme die Opera-KI gefragt. Vielleicht ist etwas brauchbares dabei, oder zumindest ein Tipp in die richtige Richtung:
Andreas:
Viele sind genervt, weil der Windows 11 Explorer so lahm ist und z. B. bei nicht verbundenen Netzwerklaufwerken richtiggehend hĂ€ngen bleibt. Gibt es dafĂŒr bessere Alternativen? Oder auch etwas, dass statt der explorer.exe die Shell ersetzt, wir z. B. damals EvilDesk fĂŒr Windows XP?
Opera KI:
Problem: Langsamer Windows 11 Explorer, besonders bei nicht verbundenen Netzwerklaufwerken

Viele Nutzer beklagen, dass der Windows 11 Explorer bei der Arbeit mit Netzwerklaufwerken, die nicht verbunden sind, stark verzögert oder sogar hÀngen bleibt. Das ist ein bekanntes Problem, das die ProduktivitÀt beeintrÀchtigen kann.



1. Alternative Dateimanager fĂŒr Windows 11

Es gibt mehrere leistungsfÀhige Alternativen zum Windows Explorer, die oft schneller, stabiler und funktionaler sind, insbesondere im Umgang mit Netzwerklaufwerken:

a) Directory Opus

Sehr mÀchtiger und anpassbarer Dateimanager.
UnterstĂŒtzt Tabs, Dual-Pane-Ansicht, erweiterte Suchfunktionen.
Bessere Performance bei Netzwerklaufwerken.
Kostenpflichtig, aber mit Testversion.

b) XYplorer

Portable Version verfĂŒgbar, keine Installation nötig.
Schnelle Navigation, Tabs, Favoriten, erweiterte Such- und Filterfunktionen.
Gute Performance bei Netzwerklaufwerken.
Kostenpflichtig, aber gĂŒnstiger als Directory Opus.

c) Total Commander

Klassiker unter den Dateimanagern.
Dual-Pane-Ansicht, FTP- und NetzwerklaufwerksunterstĂŒtzung.
Sehr stabil und ressourcenschonend.
Kostenpflichtig, aber sehr beliebt.

d) FreeCommander

Kostenlose Alternative mit Dual-Pane-Ansicht.
UnterstĂŒtzt Netzwerklaufwerke und viele erweiterte Funktionen.
Leichtgewichtig und schnell.

e) Q-Dir

Kostenlos, unterstĂŒtzt mehrere Fenster und Tabs.
Gute Performance, auch bei Netzwerklaufwerken.
Einfach zu bedienen.



2. Shell-Ersetzungen fĂŒr Windows (wie EvilDesk damals fĂŒr Windows XP)

Es gibt auch Programme, die die Windows-Shell (explorer.exe) komplett ersetzen und so das gesamte Desktop- und Explorer-Erlebnis verÀndern:

a) Cairo Shell

Open-Source-Shell-Ersatz.
Modernes, minimalistisches Design.
Ersetzt explorer.exe komplett.
Bessere Performance und Anpassbarkeit.
UnterstĂŒtzt virtuelle Desktops, Taskleisten-Verbesserungen.

b) bbLean / Blackbox for Windows

Leichtgewichtige Shell-Ersatzprogramme.
Sehr minimalistisch, fĂŒr Nutzer, die maximale Kontrolle wollen.
Eher fĂŒr erfahrene Nutzer.

c) LiteStep

Sehr anpassbare Shell-Ersatzumgebung.
Komplexer in der Einrichtung, aber mÀchtig.
Eher fĂŒr Power-User.

d) EvilDesk (historisch)

War ein Shell-Ersatz fĂŒr Windows XP, heute nicht mehr aktiv oder kompatibel mit Windows 11.



3. Empfehlungen und Tipps

FĂŒr die meisten Nutzer, die nur einen besseren Dateimanager suchen, sind Directory Opus oder XYplorer die besten Alternativen. Sie bieten eine deutlich bessere Performance und mehr Funktionen als der Windows Explorer.
Wer eine komplette Shell-Ersetzung möchte, sollte Cairo Shell ausprobieren, da es aktiv gepflegt wird und mit Windows 11 kompatibel ist.
Vor einer Shell-Ersetzung unbedingt ein Backup machen und sich mit der neuen Umgebung vertraut machen, da das komplette Ersetzen der explorer.exe tiefgreifende Auswirkungen auf das System hat.
FĂŒr das Problem mit nicht verbundenen Netzwerklaufwerken kann es auch helfen, im Explorer die Netzwerklaufwerke zu trennen oder per Skript vorab zu prĂŒfen, ob sie erreichbar sind, um HĂ€nger zu vermeiden.

Ich kann das nicht testen, da ich meine Windows 11 Installation einschließlich aller Sicherungen schon vor Monaten unwiederbringlich gelöscht habe.
 
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qiller schrieb:

und? Hat es etwas gebracht?
ErgÀnzung ()

WulfmanGER schrieb:
aber wie macht es denn Everything?
Ich sage "zeig mir ALLE Jpg-Dateien auf c: an" und bekommen diese sofort - mit der grĂ¶ĂŸe. Gerade auf meinen relativ langsamen Homeserver (Win11Pro) probiert: 178.000 Dateien mit jpg im Namen ... waren sofort da. Mit Datum und vorallem mit grĂ¶ĂŸe.

beim Start liest Everything die MFT aus und ĂŒberwacht alle DateivorgĂ€nge und erkennt so die neuen Dateien.
 
Hardkorn schrieb:
Man Kauft Dopus einmal, hat ein Jahr lang Updates und darĂŒber hinaus zahlt man fĂŒr das nĂ€chste Jahr oder lĂ€sst es sein.
Ist im Prinzip etwas "wuppe", wenn man in Bezug auf Security-Patches denkt, die nach einem Jahr dann nicht mehr kommen. đŸ€”
Es ist wahrlich ein gutes Tool - aber fĂŒr jemanden mit der Vollversion des Total Commanders und nur dem Wunsch nach einem schlanken, schnellen Explorer-Ersatz halt nicht wirklich eine finanziell lohnende Alternative.
(Zumal mir die untere MenĂŒleiste vom TC fehlt. 😅)
 
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