@Tr8or Die segmentale Körperzusammensetzung der Withings Body Scan (und vergleichbarer High-End-Waagen) basiert auf der Mehrfrequenz-Bioelektrischen-Impedanzanalyse (BIA) in Kombination mit einer speziellen Sensoranordnung.
Hier ist die technische Erklärung, wie das Gerät die einzelnen Körperteile unterscheidet:
1. Das 8-Elektroden-Prinzip
Im Gegensatz zu herkömmlichen Waagen, die nur vier Elektroden für die Füße haben, nutzt die Body Scan insgesamt acht Elektroden:
• 4 Elektroden in der Glasplatte (für die Füße).
• 4 Elektroden im ausziehbaren Griff (für die Hände).
2. Verschiedene Strompfade (Messkreisläufe)
Wenn du den Griff hältst und auf der Waage stehst, schickt das Gerät schwache, nicht spürbare Wechselströme durch deinen Körper. Da die Waage steuern kann, über welche Elektroden der Strom ein- und austritt, entstehen verschiedene Pfade:
• Arm zu Arm: Der Strom fließt nur durch den Oberkörper und die Arme.
• Fuß zu Fuß: Der Strom fließt durch die Beine und das Becken.
• Hand zu Fuß (diagonal oder einseitig): Hierbei wird der gesamte Körper bzw. spezifische Seiten (z. B. rechter Arm bis rechter Fuß) durchquert.
3. Mathematische Segmentierung
Durch die Kombination dieser verschiedenen Messpfade kann der Algorithmus den Gesamtwiderstand (Impedanz) in einzelne Segmente "zerlegen":
• Linker Arm / Rechter Arm
• Linkes Bein / Rechtes Bein
• Rumpf (Torso)
Der Widerstand des Rumpfes ist technisch am schwierigsten zu messen, da er ein großes Volumen mit vergleichsweise geringem Widerstand hat. Die Sensoren an Händen und Füßen ermöglichen es jedoch, den Rumpf als "Knotenpunkt" zwischen den Gliedmaßen isoliert zu berechnen.
4. Mehrfrequenz-Messung
Die Waage nutzt meist unterschiedliche Frequenzen (niedrige und hohe Frequenzen):
• Niedrige Frequenzen fließen eher um die Zellen herum (extrazellulär).
• Hohe Frequenzen können die Zellmembranen durchdringen (intrazellulär).
Dies erlaubt eine präzisere Unterscheidung zwischen Wasser, Fett und Muskelmasse in jedem einzelnen Segment.
Zusammenfassend: Die Waage misst nicht "alle Körperteile gleichzeitig", sondern schaltet in Millisekunden zwischen verschiedenen Elektroden-Paaren hin und her. Aus der Summe dieser Teilmessungen ergibt sich dann das detaillierte Bild für jedes Körpersegment.