Piktogramm schrieb:
Das du nicht zwischen OracleZFS und OpenZFS trennst ist das Problem.
Nein. Das Du mich anscheinend nicht verstehst ist Dein Problem (und evtl. meine Schuld).
Ich versuche es noch mal auf andere Weise zu erklären.
Sun Microsystems hat damals ZFS entwickelt und implementiert und irgendwann auch den Source-Code zu ihrer Implementierung unter CDDL weitergegeben. Nennen wir mal den Quelltext dazu der Übersichtlichkeit wegen Quelltext A.
Oracle als Rechtsnachfolger von Sun ist also quasi die Eigentümer von Quelltext A und kann im Prinzip an der Lizenzierung etwas ändern. Aber dazu später mehr.
Die Geschichte ging so weiter, das Oracle Quelltext A genommen hat und daraus (wie Du ja auch sagst) ihr Oracle-ZFS weiter entwickelt.
Unabhängig davon gab es aber auf Grundlage von Quelltext A eine Weiterentwicklung die dann irgendwann zu dem führte, was heute unter OpenZFS bekannt ist. Da sind große Teile von Quelltext A drin enthalten. Aber natürlich habs auch Änderungen und Dinge die hinzugefügt wurden. Und dieses "Diff" bzw. "Patches" nennen wir jetzt mal auch wieder der übersichtlichkeitshalber Quelltext B.
Zu Quelltext B gibts auch ganz sicher mehrere Beitragende. Aber zu dem Punkt später mehr.
Und wie gesagt. Oracle kann nicht direkt auf OpenZFS einwirken. Die können jetzt nicht einfach die Lizenz ändern oder sagen "ihr müsst jetzt mit Quelltext A dieses und jenes tun".
Was aber Oracle machen kann, ist für Quelltext A zum Beispiel eine zweite Lizenz (nehmen wir hier einfach mal exemplarisch die
MIT-Lizenz) hinzufügen.
Dann könnte OpenZFS hingehen und dann pro forma das übernehmen. Die können aber genauso gut auch sagen: Nee. für Quelltext A bleiben wir allein bei der ursprünglichen CDDLv1-Lizenz.
Insofern: Ja. Oracle hat nicht direkten Einfluss auf OpenZFS. Aber das hab ich auch nie behauptet. Im Gegenteil.
So und die Kontributoren von Quelltext B können ja eigentlich auch nichts sagen wenn jetzt OpenZFS die MIT-Lizenz für Quelltext A übernehmen würde. Die müssten ja nur gefragt werden, wenn OpenZFS jetzt auch die Lizenz von Quelltext B anpassen wollen würde. Was der nächste logische Schritt wäre, wenn man die CDDL vollständig loswerden möchte. Aber das hat ja jetzt erst mal nichts mit der Oracle-Geschichte zu tun.
Piktogramm schrieb:
Sonstige Rechte die Oracle hat ist ein Markenrecht
Ja. Zu der ganzen Markenrechtsgeschichte will ich mich an der Stelle gar nicht äußern, weil es mir darum nie ging.
Zu der Thematik ob Oracle jetzt irgendwie OpenZFS angreifen könnte oder nicht hab ich mich ja auch schon recht
ausführlich geäußert. Ich sehe da weder irgendwelche brauchbaren Ansatzpunkte noch halte ich das für wahrscheinlich.
Piktogramm schrieb:
Da wäre ich mir nicht sicher. SUN war durchaus offen für Contributionen Externer.
Aber zu Quelltext A gibts halt nur Sun (bzw. jetzt Oracle als Rechtsnachfolger). In der Praxis gibts da sicherlich auch unterschiedliche Leute die daran gearbeitet haben, aber da die das ja als Arbeitnehmer oder im Auftrag von Sun gemacht haben, bleiben die Rechte bei Sun.
In Quelltext A gibts also rechtlich gesehen niemand mit dem man sich einigen müsste.
Aber selbst wenn: Oracle hätte dann ja immer noch die Möglichkeit zu sagen: "
Wenigstens für den Teil von Quellcode A an denen wir die Rechte haben machen wir das mit der Lizenz. Und mit den übrigen Leuten müsst ihr euch einigen, wenn ihr das unbedingt wollt"
Piktogramm schrieb:
Zudem nach 15Jahren OpenZFS wird da nicht mehr so viel Code als ausreichend, zusammenhängender Block bestehen, dass Atribution sauber möglich ist.
Das ist eine andere Frage. Also in wie weit das praktisch realisierbar wäre. Es wäre sicherlich nicht trivial und mit Aufwand verbunden. Und sicher gibts da auch noch Hemmnisse.
Daher sprach ich ja von Anfang an auch von "
theoretisch möglich".
Und ich hab auch nicht gesagt, das Oracle einfach nur die Lizenz von Quelltext A ändern muss und dann ist automatisch schon alles gut und für das gesamte OpenZFS geregelt. Das wäre ja nur ein erster Schritt.
Inwieweit weiteren Bedingungen noch erfüllt werden müssen, habe ich ja gar nicht betrachtet.
Es ging nur darum: Was könnte Oracle auf ihrer Seite tun.
Meine Meinung ist ja ohnehin, das hier Oracle gar nicht in irgendeiner "Bringschuld" ist oder jetzt irgendwas machen müsste, weil ich das Problem ja eher in der GPL sehe.