Neulich war ich in einem Fahrradladen, eigentlich nur Begleitung für ein Familienmitglied, das ein normales Rad kaufen wollte. Aus Neugier hab ich mir die E-Lastenräder angeschaut – Preise zwischen 3.000 und fast 10.000 €. Ich dachte erst: „Das kann doch nicht deren Ernst sein.“ Aber der Verkäufer meinte ganz entspannt: „Die gehen weg wie warme Semmeln.“ Vor allem die Modelle ab 5.000 € aufwärts. Lieferzeiten ohne Ende, kaum nachzubestellen.
Da frag ich mich schon: Für 5.000 € kriegt man auch einen ordentlichen Gebrauchtwagen. Und ja – so ein Auto fährt sich vermutlich bequemer als ein E-Lastenrad, das in der Stadt eher wie ein XXL-Brummer wirkt. Wer schon mal drauf saß, weiß: Komfortabel ist was anderes.
Spannend finde ich auch, dass man über Versicherungskennzeichen für diese Teile kaum redet. Die sind schwer, schnell und nicht gerade ungefährlich – gerade im Stadtverkehr. Außerdem verstopfen sie die Innenstädte mittlerweile genauso wie Autos. Ein kleines Kennzeichen würde wenigstens ein bisschen Ordnung schaffen und nebenbei noch Geld in die Staatskasse spülen.
Und dann die Grundsatzfrage: Wer kauft sowas? Offiziell fürs Klima, klar – aber die meisten Modelle kommen trotzdem aus Fernost, oft mit zweifelhafter Ökobilanz. Am Ende kauft man also ein Prestige-Objekt, das mehr nach Lifestyle und Subvention riecht als nach echter Nachhaltigkeit.
Für mich wirkt das Ganze wie eine Mischung aus cleverem Marketing, grünem Gewissen und einem Hauch Statussymbol. Die Preispolitik ist irre, die Nachfrage trotzdem riesig. Ein faszinierendes Phänomen – auch wenn’s mir persönlich nicht in den Kopf will.