Zuviel Risiko?

toxelchen

Lt. Commander
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Juli 2004
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abend,

ich mache gerade meine ausbildung im einzelhandel und will nach der ausbildung noch was kaufmännsiches machen, wie z.B. fos.

so, jetzt überlege ich, ob ich dann die firma meines vaters übernehmen soll...dann bin ich 25 jahre alt. er macht seit 25 jahren industriefußböden und hat relativ viele aufträge und ein sehr gutes einkommen. aber er arbeitet auch selber mit, was ich nicht vor habe.

ich wollte es dann anders machen...er hat im grunde nur eine kolone, wo er halt mit arbeit. wir haben einen lkw, einen wohnwagen und mehrere maschinen und werkzeug.

ich würde es dann so machen wollen....

ich wollte es dann auf mehrere kolonen aufbauen. das heißt, ich arbeite im büro und hole aufträge und fahre bausstellen ab und schau ob alles in ordnung ist...man brauch dann halt noch mehrere lkws, wohnwagen und werkzeug und vor alles gute arbeiter. vielleicht bräuchte in dann noch einen, der die baugeschäfte überwacht, was ja dann mein vater machen könnte.

was haltet ihr davon? gute idee, oder doch schwer umsetzbar und zuviel risiko?

weil wenn ich damit versage, könnte ich schon in schwierigkeit kommen.. mein vater hatte letztes jahr einen sher hohen gewinn....ist aber nicht immer so.

im sommer ist halt sehr viel los, im winter natürlich weniger. und bei schlechter arbeit kann es auch nach hinten losgehen.

nutzlose gedanken oder aufbau in die zukunft?
 
Du hast sicher den riesigen Vorteil, dass ein bereits laufendes Geschäft vorhanden ist. Wenn Du es von Grund auf selbst errichten müsstst, wäre die Sache weit komplizierter.

Als angehender Unternehmer würde ich mir vor allem einen gewissen Grundstock an BWL-Wissen aneignen. Es gibt so viele Fälle, in denen der Sohn die florierende Firma des Vaters übernimmt und nach kürzester Zeit vor die Wand fährt, weil er einfach keine Ahnung von betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen hat oder den Markt nicht kennt. Das ist dann jammerschade.

Bevor Du an Expansion denkst, solltest Du Dich in dem Betrieb richtig einarbeiten. Also alles mal selbst machen, alles gesehen haben, und zwar auf den Baustellen und im Büro. Wenn Du die Aufgaben beherrschst und wenn die Mitarbeiter sehen, dass Du im Notfall selbst anpacken kannst, bringen sie Dir nicht nur sehr viel mehr Respekt entgegen. Vor allem kann es nicht schaden, wenn Du im Zweifelsfall tatsächlich mal einspringen kannst, falls alle Stricke reißen (Krankheit, Lieferverzug, Streik usw.). Ich würde für diese Phase aber nicht nur zwei Monate ansetzen, eher 4-5 Jahre.

In der Folgezeit spricht natürlich nichts dagegen, das Geschäft auszuweiten. Allerdings solltest Du Dich keinen Illusionen hingeben. Wenn Du den Winter über auf Mallorca verbringst und die Leute ohne echten Chef arbeiten sollen, dann geht das häufig schief!

Alternativ musst Du Dir jemanden suchen, der Deinen Posten einnimmt und den Laden für Dich schmeißt (Geschäftsführer). Aber wehe, wenn der Mann nichts taugt oder nur in die eigene Tasche wirtschaftet! Du solltest nicht vergessen, dass als Unternehmer Deine gesamte Existenz an diesem Betrieb hängt. Da würde ich schon aus eigenem Interesse immer ein Auge drauf haben wollen.

Nachtrag: Als Chef bist Du zugleich Vorgesetzter. Die Leute kommen also mit allen Problemen zu Dir. Du kannst Dich dagegen an niemanden wenden, wenn sich Dir Schwierigkeiten in den Weg stellen. Du musst alle Probleme selbst lösen und verantworten. Das wird schwierig, wenn man erst 25 Jahre alt ist und wenn die Beschäftigten denken, das der Gründschnabel hiinter dem dicken Schreibtisch sowieso keine Ahnung von der Materie hat.
 
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So ein Risiko möchte ich auch haben :D.

Also ich würde dir auf jeden Fall zu diesem Schritt raten - mit einer Abweichung. Bevor du daran denkst nicht mehr selber in der Firma mitzuarbeiten (Außendienst) solltest du dieses ein paar Jahre lang tun. Später kannst du diese Aufgabe dann an vertrauenswürdige Leute abgeben, aber du brauchst das Wissen um notfalls einzuspringen.

Vor die Expansion kommt das Sichern des Unternehmens, aber der Grundgedanke ist IMO auf jeden Fall richtig. Deine große Chance ist das du ein laufendes Geschäft übernehmen kannst.

Ach ja: vorher BWL studieren, evtl nicht als Vollzeit, sondern parallel zur Arbeit in dem Unternehmen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Wieso redest du eigentlich davon die Firma zu übernehmen, auszuweiten und nur im Büro zu sitzen und zu kontrollieren, wenn dein Vater noch in der Firma ist?

Was ich aber noch dreister finde ist, dass du deinem Vater Posten zuteilst.

Gruß
 
shanks schrieb:
aber er arbeitet auch selber mit, was ich nicht vor habe.

Genau das solltest Du in den ersten Jahren aber unbedingt machen, damit Du praktische Erfahrungen sammelst und auch weißt, was Du von Deinen Mitarbeitern verlangen kannst und was nicht. Ansonsten kann ich mich nur meinen Vorrednern anschließen: Absolviere nach Möglichkeit noch ein BWL-Studium oder noch besser ein Wirtschaftsingenieurs-Studium. Gewöhne Dich an den Gedanken, daß das Führen einer Firma harte Arbeit ist.
 
Schließe mich da meinem Vorredner uneingeschränkt an ;). Wenn Du zunächst Seite an Seite mit Deinen Mitarbeitern/Angestellten arbeitest, wirst Du sicherlich besser anerkannt und später als Chef akzeptiert als wenn Du von Anfang an delegierst.

Möchte sich Dein Vater denn als Chef der Firma schon zurückziehen bzw. für wann ist das denn geplant?
 
also im Prinzip haben die Vorredner Recht. Doch würde ich es dir sehr an Herz legen bevor du die Firma alleine übernimmst, diese erstmal richtig kennen zu lernen. D.h. du bist erstmal ein Angestellter deines Vaters. So für ein Jahr oder länger. Dann kennst du dich draussen aus und dann gehst du ins Büro und machst da erstmal als Angestellter weiter. Auch wenn der Laden läuft, muß man sich auch um neue Kunden bemühen. All das mußt du dort dann im Büro lernen. Erst dann würde ich so nach und nach die Firma übernehmen. Dann weißt du wieder Hase läuft.
 
Hol erstmal dein Abitur nach und studiere anschließend Betriebswissenschaften/ähnliches.

Ansonsten kann ich mir meinen Vorrednern, wie alle anderen auch, nur anschließen (weil sie recht haben)!
 
shanks schrieb:
ich arbeite im büro und hole aufträge und fahre bausstellen ab und schau ob alles in ordnung ist...

Kannst du überhaupt verkaufen?
Hast du jemals was per Telefon oder Türklingeln usw. an Neukunden verkauft?
Einkauf/Verkauf sind mit das Schwierigste was es in der Wirtschaft gibt.
Mal daran gedacht Vertreter/Außendienst einzustellen?

Kontrolle der Baustellen sollte Pflichtprogramm sein.

Ansonst mind. 2 Jahre im Betrieb mitarbeiten um Ablauf, Mitarbeiter u.
Kunden kennen zu lernen.
 
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