AMD Radeon RX 580 & 570 im Test: Asus, MSI, PowerColor und Sapphire im Vergleich

Wolfgang Andermahr et al. 354 Kommentare
AMD Radeon RX 580 & 570 im Test: Asus, MSI, PowerColor und Sapphire im Vergleich

tl;dr: Bevor AMD im 2. Quartal mit Vega nach der Leistungskrone greift, legt der Hersteller die Mittelklasse mit der Radeon RX 500 neu auf. Im Test zeigen Radeon RX 580 und RX 570 von Asus, MSI, PowerColor und Sapphire viele Vorteile gegenüber den Vorgängern, bestätigen aber auch: GCN und Polaris sind am Ende.

Radeon RX 580 und 570 im Test: Polaris Refined

AMDs neue Serie besteht aus vier Grafikkarten: Radeon RX 580, 570, 560 und 550. Auf den Markt kommen heute aber nur die RX 580 und RX 570. Radeon RX 550 und 560 folgen am 20. April respektive Anfang Mai. Muster gab es vorerst nur von den beiden großen Modellen.

Beide setzen auf die „neue“ Polaris-20-GPU, deren Vorteile gegenüber Polaris 10 einzig und allein im Fertigungsprozess zu finden sind, der höhere Taktraten ermöglicht. Bei gleichem Takt sind Polaris 10 und Polaris 20 exakt gleich schnell. AMD spricht von „Polaris Refined“ oder „Polaris Evolved“, Zielgruppe der neuen Grafikkarten sind nicht die Inhaber der ersten RX-Generation sondern die Besitzer von Grafikkarten auf Basis von Tonga oder Hawaii.

Partnerkarten von Asus, MSI, PowerColor und Sapphire im Vergleich

Neben der Frage, wie viel schneller RX 580 und RX 570 in den Benchmarks im Vergleich zu RX 480 und RX 470 in Spiele-Benchmarks sind, geht der Test auch der Frage nach der Qualität der ersten Partnerkarten nach. Nachdem AMD erst Ende der vergangenen Woche Muster liefern konnte, waren es dafür pünktlich zum langen Osterwochenende umso mehr: Auf den folgenden Seiten müssen die Asus Radeon RX 580 Strix OC, die MSI Radeon RX 580 Gaming X 8G, die PowerColor Radeon RX 580 Red Devil sowie die Radeon RX 580 Red Devil Golden Sample und die Sapphire Radeon RX 580 Nitro+ OC zeigen, ob die neue Generation neben dem überarbeiteten Chip noch weitere Vorteile zu bieten hat. Mit der PowerColor Radeon RX 570 Red Devil ist auch eine erste Partnerkarte dieser Klasse in den Benchmarks vertreten.

AMD Radeon RX 580 und RX 570 im Test
AMD Radeon RX 580 und RX 570 im Test

Der Dank der Redaktion geht an den Händler Mindfactory für die Bereitstellung der zwei Radeon RX 580 von PowerColor. Die anderen drei Radeon RX 580 wurden von den jeweiligen Herstellern, die RX-570-Grafikkarte hingegen von AMD zur Verfügung gestellt.

Polaris 20 mit LPP+ ersetzt Polaris 10 mit LPP

AMD nutzt für Polaris 20 wie für Polaris 10 einen 14-nm-FinFET-Prozess, der Unterschied liegt in dessen Reifegrad: Statt der 2. Generation (LPP) soll jetzt die 3. Generation (LPP+) zum Einsatz kommen. Gerüchten aus der Industrie zufolge hat auch der Auftragsfertiger gewechselt: Statt Globalfoundries soll Samsung zum Zuge kommen, von AMD gibt es zu diesem Thema auch auf Nachfrage keinen Kommentar. Samsung fertigt bereits Nvidia Pascal in Form des GP107 (GeForce GTX 1050 (Ti)) in 14 nm FinFET.

PowerColor spricht von „3. Generation 14-nm-FinFET“
PowerColor spricht von „3. Generation 14-nm-FinFET“

AMD kann die neue Polaris-20-GPU ein gutes Stück höher takten als die alte Version: Die Radeon RX 480 betrieb der Hersteller maximal mit 1.266 MHz, die schnellste Partnerkarte nutzte 1.342 MHz – Übertakten war kaum möglich, der Stromverbrauch stieg deutlich.

Polaris 10 (RX 480) Polaris 20 (RX 580)
Turbo Referenz 1.266 MHz 1.340 MHz
Turbo Partnerkarte (max.) 1.342 MHz 1.450 MHz

Bereits die Referenzvorgabe von AMD für die Radeon RX 580 liegt mit 1.340 MHz auf dem Niveau der vormals schnellsten Partnerkarten, viele von Haus aus übertaktete Partnerkarten werden mit rund 1.400 MHz arbeiten. Die Sapphire Radeon RX 580 Nitro+ Limited Edition wird die Polaris-20-GPU gar mit 1.450 MHz ansteuern.

Bis zuletzt hielten sich Gerüchte, die neuen Grafikkarten würde auf schnelleren Speicher vom Typ GDDR5X setzen, doch dem ist nicht so: Sowohl der Speicher-Typ als auch die Kapazität bleiben gegenüber der Radeon-RX-400-Serie unverändert: 8 GB sind es bei der Radeon RX 580, 4 oder 8 GB bei der Radeon RX 570. Bei der RX 580 entspricht auch der Speichertakt dem Vorgänger, bei der RX 570 fällt dieser mit 3.500 MHz statt 3.300 MHz (RX 470) nun etwas höher aus.

Gleiche Architektur, gleiche Konfiguration

Abgesehen vom Prozess sind die GPUs von Radeon RX 580 und Radeon RX 570 gegenüber den Versionen auf Radeon RX 480 beziehungsweise Radeon RX 470 unverändert geblieben. Die GPUs beherbergen 5,7 Milliarden Transistoren auf 232 mm² Fläche, 2.304 Shader und ein 256 Bit breites Speicherinterface sind maximal möglich. Genutzt werden alle Shader aber nur auf der Radeon RX 580, die Radeon RX 570 nutzt wie die Radeon RX 470 nur 2.048 ALUs.

Ein neuer Power State für den Speicher

Bisher besaßen Grafikkarten von AMD maximal zwei Power States für den Speicher: Einen für den Idle- beziehungsweise Light-Load-Modus sowie einen für höhere Last. Im Ergebnis taktete der Speicher beim Einsatz eines zweiten Monitors schon auf dem Windows-Desktop immer mit dem Maximum.

Bei Polaris 20 führt AMD jetzt einen dritten Power-State ein, durch dessen Nutzung der Speicher beim Betrieb mehrerer Monitore nicht mehr mit dem vollen Takt laufen muss. Mit zwei Full-HD-Bildschirmen funktionierte das im Test aber noch nicht. ComputerBase steht mit AMD zu diesem Thema in Kontakt.

Darüber hinaus soll die Leistungsaufnahme bei der Wiedergabe eines Videos auf zum Beispiel YouTube deutlich sinken, was die Redaktion bereits bestätigen kann. Zu beobachten ist auch, dass die neuen Grafikkarten auf dem Windows-Desktop nicht mehr sofort hoch und herunter takten, wenn zum Beispiel ein Desktop-Fenster verschoben wird. Auch dies sorgt für eine geringere Leistungsaufnahme.

Mehr Takt, aber auch mehr Verbrauch

Bilder von Grafikkarten mit mehr PCIe-Anschlüssen hatten es erahnen lassen: Die höheren Taktraten sind auch mit dem neuen Prozess nicht ohne einen gestiegenen Stromverbrauch möglich. Die TDP der Radeon RX 580 beträgt mit 185 Watt jetzt 35 Watt mehr als beim Vorgänger, die der Radeon RX 570 liegt mit 150 Watt genau 30 Watt darüber. Die Kühlleistung für die neue Radeon RX 570 muss damit genau so potent ausfallen wie für die alte Radeon RX 480.

AMD Radeon RX 580 (8 GB) AMD Radeon RX 480 (8 GB) AMD Radeon RX 570 AMD Radeon RX 470
Chip: Polaris 20 Polaris 10 Polaris 20 Polaris 10
Transistoren: ca. 5,7 Mrd.
Fertigung: Globalfoundries 14 nm
Shader-Einheiten: 2.304 2.048
2.048
Variante
1.792
Basis-Chiptakt: 1.257 MHz 1.120 MHz 1.168 MHz 926 MHz
Maximaler Chiptakt: 1.340 MHz 1.266 MHz 1.244 MHz 1.206 MHz
SP-GFLOPs: 6.175 GFLOPs 5.833 GFLOPs 5.095 GFLOPs
4.940 GFLOPs
Variante
4.322 GFLOPs
ROPs: 32
Pixelfüllrate: 42.880 MPix/s 40.512 MPix/s 39.808 MPix/s 38.592 MPix/s
TMUs: 144 128
128
Variante
112
Texelfüllrate: 192.960 MTex/s 182.304 MTex/s 159.232 MTex/s
154.368 MTex/s
Variante
135.072 MTex/s
DirectX (Feature-Level): 12_0
GPU ohne Monitor abschaltbar: ✓ (ZeroCore)
Speichermenge: 8.192 MB GDDR5 4.096 MB GDDR5
Speichertakt: 4.000 MHz 3.500 MHz 3.300 MHz
Speicherinterface: 256 Bit
Speicherbandbreite: 256.000 MB/s 224.000 MB/s 211.200 MB/s
Leistungsaufnahme Typisch/Maximal: 185 Watt/? 150 Watt/? 120 Watt/?

Radeon RX 580 von Asus, MSI, PowerColor und Sapphire

ComputerBase standen für den Test kurzfristig fünf Partnerkarten der Radeon RX 580 zur Verfügung. Eine stammte von Asus, eine von MSI, zwei von PowerColor und eine von Sapphire:

  • Asus Radeon RX 580 Strix
  • MSI Radeon RX 580 Gaming X
  • PowerColor Radeon RX 580 Red Devil
  • PowerColor Radeon RX 580 Red Devil Golden Sample
  • Sapphire Radeon RX 580 Nitro+ OC

Die folgend Tabelle enthält die wesentlichen Eckdaten der fünf Varianten, auf die wesentlichen Unterschiede der Grafikkarten wird nachfolgend genauer eingegangen. Interessant ist dabei auch der übergeordnete Vergleich mit den Vorgängern auf Basis der Radeon RX 480.

Radeon RX 580 im Vergleich
Merkmal Asus Strix MSI Gaming X PowerColor Red Devil PowerColor Red Devil
Golden Sample
Sapphire Nitro+ OC
Karte PCB-Design Asus MSI PowerColor PowerColor Sapphire
Länge, Breite 30,5 cm, 13,0 cm 27,5 cm, 14,0 cm 24,0 cm, 14,0 cm 24,0 cm, 14,0 cm 26,0 cm
14,0 cm
Stromversorgung 1 × 8 Pin 1 × 8 Pin 1 × 6 Pin
1 × 8 Pin
1 × 6 Pin
1 × 8 Pin
1 × 6 Pin
1 × 8 Pin
Kühler Design Asus, 2,5 Slot MSI, 2 Slot PowerColor, 2,1 Slot PowerColor, 3,0 Slot Sapphire, 2,0 Slot
Kühlkörper 6 Heatpipes, Alu-Kern 3 Heatpipes, Alu-Kern 4 Heatpipes, Alu-Kern 5 Heatpipes, Alu-Kern 4 Heatpipes, Kupfer-Kern
Lüfter 3 × 90 mm (axial) 2 × 95 mm (axial) 2 × 95 mm (axial) 2 × 95 mm (axial) 2 × 95 mm (axial)
Lüfter abgeschaltet (2D) Ja Ja Ja Ja Ja
Max. Drehzahl
nach Treiber (einstellbar)
2.100 Umdr. 2.400 Umdr. 3.000 Umdr. 3.000 Umdr. 2.280 Umdr.
2.000 Umdr. (Silent)
Zieltemperatur
nach Treiber (einstellbar)
65°C 70°C 75°C
80°C (Silent)
75°C
80°C (Silent)
75°C
76°C (Silent)
Takt
GPU-Maximum
fett = ab Werk
1.411 MHz (Gaming)
1.430 MHz (OC)
1.380 MHz (Gaming)
1.393 MHz (OC)
1.380 MHz (OC)
1.355 MHz (Silent)
1.425 MHz (OC)
1.411 MHz (Silent)
1.411 MHz (OC)
1.340 MHz (Silent)
Speicher 4.000 MHz 4.000 MHz (Gaming)
4.050 MHz (OC)
4.000 MHz 4.000 MHz 4.000 MHz
Speichergröße 8.192 MB 8.192 MB 8.192 MB 8.192 MB 8.192 MB
Anschlüsse 1 × Dual-Link-DVI
2 x HDMI 2.0b
2 x DisplayPort 1.4
1 × Dual-Link-DVI
2 x HDMI 2.0b
2 x DisplayPort 1.4
1 × Dual-Link-DVI
1 x HDMI 2.0b
3 x DisplayPort 1.4
1 × Dual-Link-DVI
1 x HDMI 2.0b
3 x DisplayPort 1.4
1 × Dual-Link-DVI
2 x HDMI 2.0b
2 x DisplayPort 1.4

MSI tauscht vorerst nur die GPU

Die MSI Radeon RX 580 Gaming X ist optisch nicht vom Vorgänger zu unterscheiden. Und auch ein Blick unter den Kühler offenbart keine Unterschiede: Kühler, PCB, Anschlüsse – MSI hat offensichtlich nur Polaris 10 durch Polaris 20 ersetzt. Dessen GPU taktet mit maximal 1.380 MHz genau 40 MHz höher als von AMD vorgegeben. Wer in der Gaming-App den OC-Modus aktiviert, erhält zusätzliche 13 MHz bei der GPU und 25 MHz beim Speicher.

Mehr Neuerungen bei Asus, PowerColor und Sapphire

Asus, PowerColor und Sapphire haben der neuen Generation hingegen mehr als nur eine andere GPU spendiert. Die Asus Radeon RX 580 Strix setzt beispielsweise auf denselben 2,5-Slot-Kühler wie Asus GeForce GTX 1080 Ti Strix OC-Edition (Test) und damit sowohl auf mehr Heat-Pipes als auch auf größere Radiatoren. Die eingestellte Zieltemperatur der nochmals 31 MHz höher taktenden GPU für die Lüftersteuerung fällt mit 65 °C dann auch vergleichsweise niedrig aus. Wird in Asus GPU Tweak II (Download) der OC-Modus aktiviert, liegen nochmal 19 MHz mehr GPU-Takt an.

Deutlich potentere Kühlsysteme gibt es auch auf der Sapphire Radeon RX 580 Nitro+ OC und der PowerColor Radeon RX 580 Red Devil Golden Sample zu sehen. Die Ansätze sind aber verschieden: Sapphire setzt weiterhin auf ein 2-Slot-Design, verdoppelt aber die Anzahl der Heat-Pipes von zwei auf vier. PowerColor wiederum nutzt einen wuchtigen 3-Slot-Kühler, dessen Radiator sogar von fünf Heat-Pipes durchzogen wird. Die kleinere PowerColor Radeon RX 580 Red Devil nutzt dieselben zwei Lüfter und dieselbe Abdeckung, bliebt mit 2,1 Slot aber deutlich flacher und um eine Heat-Pipe ärmer.

Asus und MSI belassen es auch bei RX 580 bei einem 8-Pin-PCIe-Anschluss zur Stromversorgung, PowerColor und Sapphire nutzen hingegen ab sofort 8-Pin und 6-Pin parallel. Auch Sapphire und PowerColor bieten zwei Profile für die Grafikkarten an, mit 1.425 MHz erreicht die Version Golden Sample von Power Color dabei den höchsten Takt ab Werk.

Radeon RX 570 von PowerColor

Die neue Radeon RX 570 stand ComputerBase für den Test nur einmal in Form der PowerColor Radeon RX 570 Red Devil zur Verfügung. Wie bei der Radeon RX 580 hat der Hersteller auch bei diesem Modell den Kühler aufgestockt: Die Radeon RX 570 Red Devil trägt ab sofort den Kühler der alten Radeon RX 480 Red Devil. Den Takt hat PowerColor von maximal 1.244 auf 1.320 MHz angehoben, den Takt des Speichers aber unangetastet gelassen.

PowerColor Radeon RX 570 Red Devil
PowerColor Radeon RX 570 Red Devil
Die PowerColor Radeon RX 570 Red Devil
Karte PCB-Design PowerColor
Länge, Breite 30,0 cm, 11,5 cm
Stromversorgung 1 × 8 Pin
Kühler Design PowerColor, 2 Slot
Kühlkörper 3 Heatpipes, Kupfer-Kern
Lüfter 3 × 75 mm (axial)
Lüfter abgeschaltet (2D) Ja
Max. Drehzahl
nach Treiber (einstellbar)
3.100 Umdr.
Zieltemperatur
nach Treiber (einstellbar)
76°C
Takt GPU-Maximum 1.320 MHz
Speicher 3.500 MHz
Speichergröße 4.096 MB GDDR5
Anschlüsse 1 × Dual-Link-DVI
1 x HDMI 2.0b
3 x DisplayPort 1.4

Benchmark-Testergebnisse

Alle Ergebnisse wurden mit einem neuen Grafikkarten-Testsystem sowie einem völlig überarbeiteten Testparcours erstellt. Dementsprechend sind die Ergebnisse nicht mit früheren Tests vergleichbar.

Wie ComputerBase Grafikkarten testet sowie die verwendete Hardware und Treiber kann in diesem separaten „Benchmark & Methodik“-Artikel nachgelesen werden. Ab April 2017 hat ComputerBase das Testverfahren deutlich abgeändert, um moderne Grafikkarten besser bewerten zu können. Ein Blick in den Artikel klärt die wesentlichen Fragen.

6-Kern-Testsystem mit Broadwell-E

Als Prozessor kommt statt dem Core i7-6700K ab sofort ein auf 4,3 GHz übertakteter Intel Core i7-6850K (Broadwell-E, 6 Kerne) mit insgesamt 4 × 4 GB DDR4-3.000-Speicher zum Einsatz. Mehr als vier Kerne und acht Threads sind in vielen Spielen mittlerweile von Vorteil, wie der Artikel CPU-Skalierung in Spielen im Test: 6, 8 oder 10 CPU-Kerne schlagen 4 schnelle im Februar gezeigt hat. Nach langem Abwägen hat sich die Redaktion für Broadwell-E entschieden, weil die Plattform bereits ausgereift ist und wenigen Änderungen unterliegt. Auf Ryzen zu setzen hätte den Tausenden an Messwerten nur eine kurze Halbwertszeit beschert.

Ryzen-Benchmarks zum Vergleich

Nichtsdestoweniger gibt es Vergleichstests mit einem auf 4,05 GHz übertakteten AMD Ryzen 7 1800X (Test) mit 2 × 8 GB DDR4-3.200. Damit sollen die hohe Leistungsfähigkeit von Ryzen als Basis für einen Spiele-PC entsprechend gewürdigt und Unterschiede beim Einsatz der Grafikkarten auf einem solchen System aufgedeckt werden.

AMD Radeon RX 580 und RX 570 im Test
AMD Radeon RX 580 und RX 570 im Test

Alle Nvidia-Grafikkarten wurden mit dem GeForce-Treiber 378.92 (Download) getestet, die Radeon-Grafikkarten dagegen mit dem Crimson-Treiber 17.3.3 (Download). Einzig die Radeon-RX-500-Vertreter laufen mit einem angepassten Treiber, der dem Crimson 17.4.1 ähnelt.

Erstmals mit Messung der Leistungsaufnahme von Grafikkarten

Neu ist, dass ComputerBase die Leistungsaufnahme der Grafikkarte separat und nicht mehr die des gesamten Testsystems ermittelt. Auf dieser Basis gibt es von nun an auch Performance-pro-Watt-Diagramme. Die den Messungen zugrundeliegende Spieleauswahl wurde zu einem Großteil umgestellt und aktualisiert.

Neue Diagramme zeigen Probleme im Detail

Neben den üblichen Frames per Second im Durchschnitt gibt es bei großen Neuvorstellungen in Zukunft Ergebnisse zu den Frametimes in übersichtlicher Balkendiagrammform. Die Frametimes werden zwar in FPS ausgegeben (um nicht mit den klassischen Durchschnitts-FPS-Angaben für Verwirrung zu sorgen), allerdings handelt es sich dabei um das 99th Percentile: Der ausgegebene Messwert zeigt die minimalen FPS, die zu 99 Prozent der Zeit übertroffen werden. Beträgt der Wert zum Beispiel 60 FPS (beziehungsweise gemessene 16,7 ms), bedeutet dies, dass die Frametimes in 99 Prozent der Testszene mindestens 60 Bilder pro Sekunde oder höher betragen hat.

So takten RX 580 und RX 570 in Spielen

Im geschlossenen Testsystem von ComputerBase können die Partnerkarten der Radeon RX 580 den höheren eingestellten Maximaltakt in drei der fünf herangezogenen Spiele in der Regel dauerhaft halten. In Doom und Witcher 3 wird er immerhin immer wieder erreicht. Grund für das Heruntertakten ist dabei jeweils das voreingestellte Power Target, während die Temperatur nie kritische Dimensionen erreicht. Weil es die Radeon RX 580 nicht als Referenzdesign gibt, ist die von ComputerBase getestete Grafikkarte mit Referenztaktraten nicht im Vergleich enthalten. Ihr maximaler Takt beträgt theoretisch 1.340 MHz und wird von allen Partnerkarten mit Ausnahme von Doom übertroffen.

Gegenüber dem Test von Partnerkarten der Radeon RX 480 liegen die erzielten Taktraten rund 100 Megahertz höher. Weil Spiele und Treiber inzwischen gewechselt haben, ist diese Angabe allerdings mit Vorsicht zu genießen.

Die tatsächlichen Taktraten der RX 580 im Fractal Design Define R5
Spiel (1.920 × 1.080) Asus Strix MSI Gaming X PowerColor Red Devil PowerColor Red Devil
Golden Sample
Sapphire Nitro+ OC
Doom 1.391-1.411 MHz [PT] 1.264-1.370 MHz [PT] 1.345-1.380 MHz [PT] 1.387-1.425 MHz [PT] 1.374-1.411 MHz [PT]
Mass Effect 4 1.411 MHz 1.350-1.380 MHz [PT] 1.380 MHz 1.425 MHz 1.411 MHz
RotTR 1.411 MHz 1.380 MHz 1.380 MHz 1.425 MHz 1.411 MHz
Witcher 3 1.385-1.411 MHz [PT] 1.345-1.380 MHz [PT] 1.352-1.380 MHz [PT] 1.395-1.425 MHz [PT] 1.371-1.411 MHz [PT]
Watch Dogs 2 1.411 MHz 1.380 MHz 1.380 MHz 1.425 MHz 1.411 MHz
[PT] = Power Target limitiert

Die einzige Radeon RX 570 im Test ist die PowerColor RX 570 Red Devil. Sie taktet in allen fünf Spielen immer mit den maximal erlaubten 1.320 MHz. Das sind 50 MHz mehr als die vergleichbare Grafikkarte im Test der Radeon RX 470 erzielen konnte.

Benchmarks in 1.920 × 1.080 und 2.560 × 1.440

Die nachfolgenden Benchmarks enthalten die Radeon RX 580 sowie die Radeon RX 570 jeweils mit den Referenztaktraten sowie auf Basis einer ausgewählten Partnerkarte. Beim größeren Modell ist das die Sapphire RX 580 Nitro+ OC (8GB), beim kleineren die PowerColor RX 570 Red Devil (4GB). Aus Zeitgründen konnte der komplette Parcours nicht mit allen Grafikkarten durchlaufen werden, Benchmarks der anderen Partnerkarten der Radeon RX 580 finden sich im Abschnitt „Benchmarks der Partnerkarten“.

Radeon RX 580 gegen GeForce GTX 1060

Mit rund sechs Prozent Leistungszuwachs gegenüber der Radeon RX 480 kann die neue Radeon RX 580 die GeForce GTX 1060 in der Founders Edition sowohl in Full HD als auch in WQHD schlagen: Ein respektive zwei Prozent beträgt der Vorsprung im Mittel. Die Radeon RX 480 war noch fünf respektive vier Prozent langsamer als die Konkurrenz, erst Partnerkarten schlossen zur Referenz von Nvidia auf.

Partnerkarten der Radeon RX 580 können die Founders Edition jetzt wiederum noch deutlicher schlagen, eine Asus GeForce GTX 1060 Strix wird nur um zwei Prozent verfehlt. Polaris und Pascal standen sich in der Mittelklasse noch nie so nahe. Und mit 8 statt 6 Gigabyte GDDR5 hat die Radeon RX 580 einen längerfristigen Trumpf in der Hand.

Noch etwas besser stehen die Grafikkarten von AMD im Verhältnis zu Nvidia dar, wenn lediglich die schnellsten 99 Prozent der FPS betrachtet werden. Der Übergang zu den langsamsten ein Prozent liegt jeweils noch etwas höher als bei der vergleichbaren Konkurrenz von Nvidia.

Radeon RX 570 hält den Abstand

Auch die neue Radeon RX 570 legt gegenüber dem Vorgänger in Full HD zu: Sieben Prozent sind es im Mittel über den Parcours. Damit bleibt der Abstand zwischen Radeon RX 580 und Radeon RX 570 annähernd derselbe wie bei Radeon RX 480 und Radeon RX 470. Auf Benchmarks in WQHD hat ComputerBase bei dieser Leistungsklasse verzichtet.

Benchmarks der Partnerkarten

Die Partnerkarten der Radeon RX 580 von Asus, MSI, PowerColor und Sapphire reihen sich analog der in Spielen unter Last erzielten Taktraten auf. Mit vier Prozent Leistungsvorteil gegenüber einem Modell mit Referenztaktraten ist die PowerColor RX 580 Red Devil GS die schnellste Variante im Test. Bei der Radeon RX 480 betrug der Leistungsgewinn durch den Griff zur schnellsten Partnerkarte noch acht Prozent.

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Performancerating – RX 580 Partnerkarten
Angaben in Prozent
    • PowerColor RX 580 Red Devil GS
      99,9
    • Asus RX 580 Strix OC
      99,4
    • Sapphire RX 580 Nitro+ OC
      99,2
    • PowerColor RX 580 Red Devil
      97,8
    • MSI RX 580 Gaming X 8G
      97,1
    • AMD Radeon RX 580
      96,0

Abweichungen von der durchschnittlichen Reihenfolge in den einzelnen Spielen unterliegen der Messungenauigkeit, die durch die Wahl von Savegames mit manuellem Ablauf der 25 Sekunden langen Sequenz ein paar Prozentpunkte betreffen kann. Inhaltliche Auffälligkeiten gibt es nicht.

Benchmarks auf einem AMD Ryzen 7 1800X

Mit Ryzen 7 (Test) und Ryzen 5 (Test) ist AMD auch in der Ober- und der Mittelklasse wieder im Rennen. Das neue Grafikkarten-Testsystem setzt mit Broadwell-E zwar weiterhin auf eine Plattform von Intel, um auf dessen gereifter Basis weniger Anpassungen unterworfen zu sein, in dieser Sektion soll die Leistung der getesteten Grafikkarten aber auch mit dem Topmodell der Ryzen-Serie ermittelt werden: dem Ryzen 7 1800X.

Überraschungen gibt es an dieser Stelle aber nicht: Radeon RX 580 und RX 570 liegen mit beiden Prozessoren im Schnitt über alle Benchmarks fast gleich auf, der Vorsprung von Intel auf AMD beträgt lediglich messbare ein bis zwei Prozent. Mit der Konkurrenz von Nvidia, einer GeForce GTX 1060 mit 6 GB GDDR5, sieht es nicht anders aus.

Der Blick auf die einzelnen Spiele zeigt, dass Intel insbesondere von Battlefield 1 profitiert, denn in diesem Spiel fällt der Vorsprung des Core i7-6580K gut doppelt so hoch aus. Mit der GeForce GTX 1060 ist das hingegen nicht der Fall.

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