Reale CPU-Tests: Intel will Cinebench & Co als Benchmarkreferenz ersetzen

Volker Rißka 190 Kommentare
Reale CPU-Tests: Intel will Cinebench & Co als Benchmarkreferenz ersetzen

In den letzten Wochen hat Intel in mehreren Briefings klargemacht, dass sich das Benchen von Prozessoren in Zukunft ändern wird. Ähnlich wie der Gang bei Grafikkartentests von „3D Mark only“ hin zu aufwendigen Szenarien in der echten Spielewelt, soll auch das CPU-Benchen revolutioniert und an der echten Welt orientiert werden.

Als erstes und dem gängigsten Beispiel nannte Intel direkt Cinebench, welches die Defacto-Referenz ist und vor allem auch von AMD gern als IPC-Referenz genommen wird, da die eigenen Produkte dort super skalieren. Laut Intel nutzen 80 Prozent aller CPU-Tester Cinebench, im realen Alltag kommt das Programm von über 1,8 Millionen analysierten PCs aber nur bei 0,54 Prozent zum Einsatz. Bei POV-ray liegt der real genutzte Anteil am Programm nur noch bei 0,043 Prozent, Blender schafft es immerhin auf rund zwei Prozent. Die Liste könnte mit vielen weiteren Programm fortgesetzt werden.

Der Alltag wird heutzutage nicht von Benchmarks widergespiegelt

In dem Zusammenhang zeigten Ex-AMDler Jon Carvill sowie der ehemalige US-Journalist und jetzt Intel-Mitarbeiter Ryan Shrout eine Analyse, die Programme darlegt, die jeder Nutzer des öfteren im Einsatz hat. Fast ganz oben rangiert Chrome, diverse Office-Programme sind zu finden, aber auch Steam, WinRAR, VLC sowie einige Spiele und Bildbearbeitungsprogramme. Theoretisch würden diese schon einen guten Schnitt für die reale Welt darstellen, nun ist es jedoch die Herausforderung, wie man diese auch so vermessen könnte, dass sich daraus Schlüsse auf die Leistungsfähigkeit von CPU A zu CPU B und CPU C schließen lassen.

Pre-Computex-Event von Intel
Pre-Computex-Event von Intel

Intel besteht im Großen und Ganzen aber darauf, dass Benchmarks in Zukunft nicht mehr auf Kerne, Takt, Geschwindigkeit und Caches schauen, sondern auf die Architektur, die angedachten Einsatzgebiete sowie die Implementierung, beispielsweise von neuen Features und Möglichkeiten. So sollen nicht mehr alle CPUs gleich getestet werden, denn beispielsweise hat die Y-Serie ein anderes Einsatzgebiet und -profil als das Desktop-Produkt der S-Familie. Die Anwendungen sollen für das jeweilige Marktsegment passend sein.

Mit Ice Lake und parallel dazu dem Project Athena schafft Intel in dem Bereich bereits echte Fakten. Ob dies schon reicht um dem „3D Mark des CPU-Benches“ zu entkommen, wird sich zeigen müssen. Das hat auch im GPU-Bereich eine lange Zeit in Anspruch genommen. Mehr dazu in Kürze auf ComputerBase.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Intel auf einem Event in Taipei unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der Veröffentlichungszeitpunkt.