474 PFLOPS: Folding@home übertrifft schnellste Supercomputer

Michael Günsch 365 Kommentare
474 PFLOPS: Folding@home übertrifft schnellste Supercomputer

Das Projekt Folding@home, über das jedermann Rechenkapazität für die Forschung gegen Krankheiten beisteuern kann, erreicht in diesen Tagen neue Meilensteine. Die vereinte Rechenleistung liegt inzwischen bei rund 474 PetaFLOPS, was die kombinierte Leistung der sieben schnellsten Supercomputer der Welt übertrifft.

Folding@home ist ein seit knapp 20 Jahren bestehendes Volunteer-Computing-Projekt, das die von Institutionen wie Privatpersonen vereinte Rechenleistung dazu nutzt, um mit Hilfe von Simulationen der Proteinfaltung schwere Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs zu erforschen. Über eine Software und Server wird ein Teil der Rechenkapazität von CPU und/oder GPU genutzt, um vereint Simulationen abzuarbeiten.

Aufruf zum Kampf gegen COVID-19 beflügelt

Aktuell erfährt das Projekt vor allem durch den Aufruf zum Kampf gegen den Coronavirus großen Zulauf. Ein Teil der Rechenkapazität wird für die Erforschung der durch das Virus verursachten Krankheit COVID-19 genutzt. Neben den Projektbetreibern haben auch Nvidia und große Tech-Magazine um Unterstützung gebeten.

Die Resonanz ist groß, wie Greg Bowman als Projektleiter zum Wochenende via Twitter verkündete. Die vereinte Rechenleistung kommt aktuell auf fast 474 PetaFLOPS. Zum Vergleich: Der laut Top500-Liste derzeit schnellste Supercomputer der Welt, Summit aus den USA, bringt es auf knapp 149 PetaFLOPS und wird ebenfalls für Berechnungen gegen COVID-19 eingesetzt. Die vereinte Rechenleistung bei Folding@home übertrifft aktuell die Leistung (Rmax) der schnellsten sieben Supercomputer zusammen.

Ein Jeder kann helfen

Mit Hilfe des Folding@Home-Clients kann ein Jeder die vielfach ungenutzten Verarbeitungsressourcen seines Computer der Forschung zur Verfügung stellen.

In nur drei Schritten können Anwender sich am verteilten Rechnen beteiligen, wie das Folding@Home-Projekt erklärt. Hier die entsprechenden Installationsschritte als Bildergalerie:

Nach der Installation der Folding@Home-Software müssen Nutzer nichts weiter tun, um an dem Projekt teilzunehmen. Das Programm teilt die ungenutzten Ressourcen des Rechners automatisch zu.

Die Entwicklungsfortschritte kommuniziert das Projekt auf seiner Website.

Aufgrund der schnell gestiegenen Nachfrage kann es sein, dass der eigene Rechner nicht sofort eine Aufgabe (Work Unit) zugeteilt bekommt. In diesem Fall heißt es, abzuwarten. Das Team hinter dem Projekt arbeitet daran, dem Ansturm Herr zu werden.

CB-Community hilft mit

Schon seit vielen Jahren sind Mitglieder der Foren von ComputerBase und HardwareLuxx in einem F@H-Team vereint. Ein Thread dient als Sammelpunkt für Informationen, Diskussionen und Hilfestellung rund um Folding@Home.

Wer dem Team beitreten möchte, kann dies tun. Dafür muss der F@H-Client installiert sein. Über die rechte Maustaste auf das Symbol in der Statusleiste auf „Advanced Control“, dann auf „Configure“ und dann unter „Identity“ ist im Feld „Team Number“ die ID 70911 für das Team ComputerBase/Hardwareluxx einzutragen.

Team-ID in F@H-Client eintragen
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Update 26.03.2020 00:26 Uhr

Mittlerweile hat Folding@home die Marke von 1.000 PetaFLOPS respektive 1 ExaFLOPS geknackt. Das entspricht einer Rechenleistung, die Supercomputer der kommenden Generation wie Aurora, Frontier oder El Capitan im Jahr 2021 oder 2022 erreichen.

Über ein weiteres Projekt dieser Art wird die Redaktion bei nächster Gelegenheit berichten: Rosetta@home ist zwar insgesamt deutlich kleiner, verdient aber ebenso eine Erwähnung und erreicht in diesen Tagen seinerseits neue Meilensteine.

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    Mit Folding@home kann man ungenutzte Rechenkapazität zur Erforschung von Krankheiten bereitstellen.

    • Version 7.5.1