Core Ultra 5 250K Plus & Core Ultra 7 270K Plus im Test: Fazit

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Volker Rißka
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Der Intel Core Ultra 7 270K Plus ist der neue schnellste Core Ultra 200, weil er selbst den Core Ultra 9 285K schlägt. Der Core Ultra 5 250K(F) ist hingegen der eigentliche „Gewinner“ in diesem Test – so lautet das Fazit zu den beiden neuen Intel Core Ultra 200 Plus für den Desktop in aller Kürze.

Intel Core Ultra 5 250K Plus und Intel Core Ultra 7 270K Plus machen dort weiter, wo die Familie 200S alias Arrow Lake-S im Oktober 2024 gestartet war und im Frühjahr 2025 mit dem optionalen „200S Boost“ aufgemotzt wurde. Das ist einerseits gut, auf der anderen Seite stellt sich auch (mit Blick auf die LGA-1851-Plattform) die Sinnfrage.

Intel Core Ultra 7 270K Plus und Core Ultra 5 250K Plus im Test
Intel Core Ultra 7 270K Plus und Core Ultra 5 250K Plus im Test

Intel Core Ultra 200S Plus bleibt Core Ultra 200S

Nüchtern ausgedrückt, ändert sich mit den Plus-Modellen technisch nichts, Intel agiert mehr mit Namen denn mit Specs. Doch Intel würzt das Ergebnis mit den Preisen.

Was bisher als Core Ultra 9 verkauft wurde, gibt es jetzt im Endeffekt als Core Ultra 7, allerdings weiterhin zum zuletzt bekannten Preis des Core Ultra 7. Und der neue Core Ultra 5 ist quasi ein alter Core Ultra 7 zum alten Core-Ultra-5-Preis – jeweils ab Werk inklusive eines Anteils des bei den Non-Plus-Modellen optionalen „200S Boost“.

Annähernd das Gleiche hätte Intel dem Kunden auch durch eine weitere Preissenkung bieten können. Stattdessen gibt es neue Modelle unter neuem Namen.

So oder so bekommen Core-Ultra-200-Kunden ab sofort mehr Leistung für das Geld, was auch ein Fortschritt ist, den beide neuen CPUs von Intel erfüllen. Wer dieses Angebot nicht nutzt, um von einer kleineren Core-Ultra-200-CPU aufzurüsten, muss dafür weiterhin in die LGA-1851-Plattform investieren, die von Core Ultra 400 alias Nova Lake nicht mehr verwendet wird – noch eine CPU-Generation gibt es für diese Plattform in Zukunft also nicht. Dieses „Plattformthema“ außen vor gelassen, lautet das Fazit zu den neuen beiden CPUs wie folgt:

Der Core Ultra 5 250K(F) Plus ist richtig stark

ist insbesondere der Intel Core Ultra 5 250K Plus eine sehr starke CPU zum UVP. Er legt an seinem Preispunkt überall deutlich zu und da er in Spielen sehr nah am Core Ultra 7 dran ist, braucht es diesen wiederum für diesen Anwendungsfall gar nicht.

Intel Core Ultra 5 245K vs. Core Ultra 5 250K Plus
Intel Core Ultra 5 245K vs. Core Ultra 5 250K Plus

Für einen Preis von unter 199 US-Dollar (vor Steuern) ist der 250K Plus in der Region das Rundumsorglospaket, auch AMD hat hier nichts bis nicht viel entgegenzusetzen: Der Ryzen 5 7500X3D (Test) ist in Spielen „nur“ gleich schnell, in Anwendungen liegt er 51 Prozent zurück – und kostet auch in etwa das gleiche (ab 201 Euro). Im Gesamtpaket hat er sich der neue Core Ultra 5 250K(F) Plus daher eine ComputerBase-Empfehlung verdient.

Intel Core Ultra 5 250K Plus
23.03.2026
  • Sehr hohe Anwendungsleistung
  • Hohe Spieleleistung
  • Speichersupport für DDR5-7200
  • Energieverbrauch im Leerlauf
  • Energieverbrauch unter Maximallast
ComputerBase-Empfehlung für Intel Core Ultra 5 250K Plus

Der Core Ultra 7 270K Plus glänzt in Anwendungen

Auch der Core Ultra 7 270K Plus ist stark, aber nicht so ausgeglichen wie der 250K(F) Plus. In Anwendungen fegt auch der 270K AMD zum UVP von 299 US-Dollar (vor Steuern) vom Platz. In Spielen wiederum rechtfertigen die 5 Prozent mehr FPS den Aufpreis von 50 Prozent gegenüber dem Core Ultra 5 250K(F) nicht. Und für weitere 50 Euro mehr gibt es bei AMD den älteren Ryzen 7 7800X3D (ab 349 Euro), der dann wirklich noch einmal einen Unterschied im Gaming machen kann, alternativ gibt es die fast gleiche Gaming-Leistung bei AMD bereits ab 201 Euro.

Intel Core Ultra 7 265K vs. Core Ultra 7 270K Plus
Intel Core Ultra 7 265K vs. Core Ultra 7 270K Plus
Intel Core Ultra 7 270K Plus
23.03.2026
  • Sehr hohe Anwendungsleistung
  • Hohe Spieleleistung
  • Speichersupport für DDR5-7200
  • Energieverbrauch im Leerlauf
  • Energieverbrauch unter Maximallast
  • Energieverbrauch in Spielen viel höher als beim 250K ohne großen Leistungsgewinn
  • Hohe Temperaturen

Warum kein Core Ultra 9 290K(F) Plus?

Früher einmal in der Gerüchteküche gehandelt, hat es am Ende kein neues „Topmodell“ Core Ultra 290K(F) Plus auf den Markt geschafft und die Ergebnisse machen deutlich, warum dem so ist: In Spielen hätte die CPU – mit einer Leistung nur knapp über dem neuen Core Ultra 7 – weiterhin deutlich hinter AMDs X3D-Flaggschiffen gelegen und in Anwendungen wäre ohne die Möglichkeit, auch dem Core Ultra 9 mehr Kerne zu geben, nur noch die Taktkeule geblieben – für ein paar Prozent mehr Leistung als mit dem Core Ultra 7 270K Plus bei mutmaßlich noch einmal deutlich höherem Verbrauch und Preis. Die CPU hätte es also noch schwerer als der Core Ultra 9 285K gehabt.

Intels Marketing-Strategie, sich mit der Plus-Serie auf Preis/Leistung zu fokussieren, hat also auch einen technischen Hintergedanken: Für mehr ist Arrow Lake auch als Refresh schlichtweg nicht geeignet.

Intels Marketing-Software

Intels Versuch, über noch mehr Software-Anpassungen mehr Performance zu gewinnen, ist einmal mehr ein interessanter Ansatz. Dabei gibt es die krassen Leuchtturm-Beispiele, die auch wirklich über 30 Prozent Zuwachs zeigen können. Aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das Intel Binary Optimization Tool (iBOT) mittelfristig das gleiche Dasein wie Intel Application Optimization (APO) fristen wird.

Alle Details

APO wurde in der Regel nur für einige Show-Benchmarks herausgekramt, auch heute noch ist die Liste der unterstützten Titel nur gut 50 Spiele lang. Die „Aushängeschilder“ sind dieselben wie vor zwei Jahren.

Dass iBOT alles besser machen wird, muss daher bezweifelt werden, zumal der Start sehr übersichtlich ausfällt: Nur 12 Spiele listet iBOT aktuell auf und das Aushängeschild Shadow of the Tomb Raider wurde im September 2018 (!!) vorgestellt. Echte Neuheiten sind Fehlanzeige. Und es bedarf drei Zusatzklicks um den „Boost“ überhaupt zu aktivieren – spätestens hier wurden neun von zehn Nutzer der CPUs längst verloren.

Intel argumentiert, dass dies auch bei XMP so ist. Und ja, das stimmt. Doch immerhin ist diese Technologie seit DDR3-Speicher und so schon fast 20 Jahre im Markt präsent und sehr vielen Gamern ein Begriff.

Doch es liegt an Intel, diese Skepsis Lügen zu strafen, immerhin soll es laut Roadmap monatliche Updates, in Zukunft wohl auch die standardmäßige Aktivierung der Zusatzleistung und eventuell alles sogar Over-the-Air erfolgen; also so wie bei einem Grafiktreiber. Das ist aktuell aber ferne und kaum abschätzbare Zukunftsmusik.

Intel Core Ultra 200S Plus setzt auf bekannte LGA-1851-Mainboards, hier eine Z890-Platine von Gigabyte Aorus
Intel Core Ultra 200S Plus setzt auf bekannte LGA-1851-Mainboards, hier eine Z890-Platine von Gigabyte Aorus

Core Ultra 400 „Nova Lake“

Zukunftsmusik ist auch ein Stichwort für echte neue Intel-CPUs. Hier rückt zum Ende dieses Jahres die größte Neuerung bei Intel seit Jahre im klassischen Desktop-Umfeld an: Core Ultra 400 alias Nova Lake-S.

Mit dieser Plattform wird Intel nicht nur zwei CPU-Dies auf einem Package verbauen und damit die Anzahl der Kerne effektiv verdoppeln, auch wird eine Modellreihe aufgelegt, die einen viel größeren L3-Cache bietet – 144 MByte pro CPU-Die und effektiv dann 288 MByte pro Prozessor. Damit soll nach Jahren der AMD-X3D-Dominanz endlich ein Gegenspieler aufgestellt werden. Ob das funktioniert, wird aber wohl wirklich erst in den letzten Wochen dieses Jahres deutlich werden.

ComputerBase hat ein Testkit mit Intel Core Ultra 7270K Plus, Intel Core Ultra 5 250K Plus und 32 GByte DDR5-7200 von Intel zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Bericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungstermin.

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