A-Lösung für Leisehörer

Hallo smooth el 4a,

bist du mittlerweile schon dazu kommen dir ein paar Lautsprecher anzuhören, dich weiter zu informieren und oder gibt es überhaupt schon was neues?

MfG
 
Hi Zwenner

Hab mich gestern los gemacht und geguckt, was ich in meiner Nähe zu hören bekomme und nen Laden gefunden, der ne kleine Auswahl an LS bietet und hab mir gedacht, wenn ich mir die genau anhöre und merke, hab ich nen einigermaßen tauglichen Vergleich zu allem, was ich sonst noch so hören möchte. Zudem kann ich nach dem Besuch von Geschäften die weiter entfernt sind, rückzus noch mal schnell dort vorbei um zu vergleichen...

Jedenfalls hat mir gestern der nette Verkäufer ein und das selbe Lied in der Dauerschleife durchlaufen lassen, damit ich in Ruhe vergleichen kann. Da es sich aber um einen sehr höhenlastigen Popsong handelte, ging ich heute nochmals hin und hörte den sehr tiefenlastigen Sound von Seed, um ein kompletteres Bild der LS zu erhalten.

Zuerst habe ich die LS nur mal für 5 sek laufen lassen um zu hören, welche Kraft die unterschiedlichen Größen bei gleichem Pegel entfalten. Hier haben mich die sehr günstigen Polk Audio RTi A3 am meisten angemacht. Mit einer Größe von 37,4 cm markieren sie aber wohl schon die obere Grenze für mein 20 m2 Zimmer.

Die schönsten Mitten hatten die KEF. Ob das an dieser Koax-Bauweise liegt?
Die KEF X300A waren dabei aber noch ziemlich unspektakulär. Fast unglaublich fand ich dagegen den Qualitätssprung von den KEF Q100 zu den KEF Q300, obwohl sie nur wenig teurer sind. Insgesamt würde ich Koaxe aber fürs Musikhören ausschließen. Als LS fürs Film gucken auf kurzer Distanz und mit wenig Platz wären sie wohl aber die erste Wahl.

Als nächstes stachen mir diese ins Ohr: Elac 310 CE
Wow! Was für ein klarer Klang in den Höhen! So rund und soviel "mehr" als die anderen.
Obwohl die Boxen nur sehr kurz und schmal sind, sind sie unglaublich tief. Hab den Verkäufer darauf angesprochen und er drehte mal den Pegel etwas höher und schon war der Vorteil zu den anderen LS etwas verpufft. Als Leisehörer bat ich ihn natürlich, wieder etwas runter zu regeln...

Bin dann so auf 2,5m Entfernung und hab wieder alle verglichen. Die Elac BS 192 fand ich insgesamt am besten, wobei mir die Mitten nicht gefallen. Sie klingen irgendwie "nach oben gedrückt".

Alle Elac hatten diese tollen Höhen. Ich fragte den Verkäufer und der sagte, das läge an dem "hochauflösenden Bändchen-Hochtöner", der darin verbaut ist. Ich fragte ihn, warum die viel teureren Elac AIR-X 403 im Vergleich dazu so dünn klingen, aber er zuckte nur mit den Schultern und verwies auf den Geschmack.

Die Elac BS 243.2 waren auch nicht schlecht, klangen aber irgendwie "eingesperrt". Ob das wohl daran lag, dass die LS mit nur wenig Abstand zueinander im Regal standen?

Es standen dort auch einige LS von Quadral in unterschiedlicher Preisklassen im Regal, um die ich mich aber wenig scherte, da immer gleich ein Modell eines anderes Hersteller daneben stand, welches sich in dem einen oder anderen Bereich qualitativ deutlich von den Quadral abhob.

Bilanz der zwei Tage:
- Bändchenhochtöner sind toll, aber Obacht bei den Mitten
- Optimale LS-Größe für meine 20 m2 liegt wahrscheinlich so bei ~ 30 cm
- Wenn man mal LS im Vergleich gehört hat, möchte man schnell "das beste von allen" ;)
- Etwas Schade war, dass die Anordnung der LS es schwierig machte, die Bühne im Stereodreieck zu überprüfen.
- Am spannendsten finde ich momentan einen Vergleich zwischen den Neumann KH 120 A und welchen von Adam.
 
Zuletzt bearbeitet:
smooth el 4a schrieb:
- Am spannendsten finde ich momentan einen Vergleich zwischen den Neumann KH 120 A und welchen von Adam.

Das wird in der Tat interessant, da die von Dir gehörten "Bändchen-Hochtöner" von Elac eine Weiterführung aus der Entwicklungsarbeit von Klaus Heinz sind, der Gründungsmitglied von ADAM Audio und zunächst Arcus war, danach dann A.R.E.S aus dem Boden gestampft hat (was dann von Elac aufgekauft wurde und damit auch die Technologie der von A.R.E.S. entwickelten AMT bzw. später J.E.T.-Hochtöner) und dann seinen Weg zu ADAM Audio als Geschäftsführer und Chefentwickler gefunden hat. So schließt sich der Kreis... :D



Zu Deinen Erfahrungen mit dem Bändchen:
Du schreibst ja selbst, dass die Aufstellung nicht unbedingt ideal war. Dies kann gerade bei einem Bändchen o.ä. sich deutlich stärker bemerkbar machen als z.B. bei einer Kalotte am Waveguide, da Du einfach ein komplett anderes Rundstrahlverhalten hast. Auch ist die Anbindung des Bändchens an den TMT etwas kritischer, sowohl wg. des Abstrahlverhaltens als auch weil das Bändchen i.d.R. gerne unterhalb 3,5-4kHz verstärkt zu klirren anfängt, während einige Kalotten sich da locker deutlich tiefer trennen lassen, ohne verstärkt zu klirren.
Je weniger ideal die Aufstellung/Ausrichtung, desto stärker kommen die "Probleme" der Bändchen zur Geltung.
Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die fast nur noch Bändchen hören wollen. Da spielen neben dem Lautsprecher und dessen Abstimmung eben auch Aufstellung, Ausrichtung und persönliches Empfinden eine Rolle...
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für das feedback und den kurzen geschichtlichen Ausflug!
Gibt es auch LS mit Bändchen anderer Hersteller, die man gehört haben sollte, oder sind Elac und ADAM schon "top of the pops"?

Sound-Fuzzy schrieb:
Du schreibst ja selbst, dass die Aufstellung nicht unbedingt ideal war. Dies kann gerade bei einem Bändchen o.ä. sich deutlich stärker bemerkbar machen als z.B. bei einer Kalotte am Waveguide, da Du einfach ein komplett anderes Rundstrahlverhalten hast.
Das könnte auf jeden Fall erklären, warum sich die teureren Elac teilweise schlechter angehört haben als die güstigeren. Die günstigeren hatten mehr Platz zur Seite und standen auch ganz vorne am Rand, während die teureren seitlich kaum Platz hatten und auch etwas nach hinten geschoben waren mit kaum noch Abstand zur Wand.
Mir juckts in den Fingern, dort möglichst bald wieder hin zu gehen und den Verkäufer zu bitten die Aufstellung etwas zu optimieren...
Bei geringer Lautstärke und kurzer Distanz war es mMn sogar ein Unterschied, ob die Abdeckungen drauf waren oder nicht. Hatte das n paar mal hin und her getestet...

Sound-Fuzzy schrieb:
Auch ist die Anbindung des Bändchens an den TMT etwas kritischer, sowohl wg. des Abstrahlverhaltens als auch weil das Bändchen i.d.R. gerne unterhalb 3,5-4kHz verstärkt zu klirren anfängt, während einige Kalotten sich da locker deutlich tiefer trennen lassen, ohne verstärkt zu klirren.
Aha und damit die nicht klirren, ist bei Bändchen-Hochtönern die Weiche so gestellt, dass die Bändchen diese Frequenzen nicht spielen müssen. Damit hat dann aber der Tief-Mittel-Töner "mehr Arbeit", was wieder zu anderen Problemen führen kann?

Da frag ich mich, ob Bänchen überhaupt für 2-Wege-Boxen so super geeignet sind. Klar - bei klassischer Musik oder leichter Popmusik können die ihre Vorteile ausspielen, aber wenn die Genres dieser Welt rauf und runter gespielt werden, dann sind die vlt nicht mehr so optimal?

Sound-Fuzzy schrieb:
Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die fast nur noch Bändchen hören wollen.
Hatte heute mal kurz die Gelegenheit, mir verschiedene LS bis ~ 300,- das Paar anzuhören und das war schnell erledigt. Nach dem Hören der Elac erschienen die mir eher "dumpf". Allerdings waren das ja auch preislich ganz andere Regionen und ich hoffe, dass es noch andere LS ohne Bändchen gibt, deren Hochtöner an diese Qualität heranreichen.
 
AMT, Bändchen und Magnetostaten haben gegenüber Kalottenlautsprechern keine klangtechnischen Vorteile. Hörbare Unterschiede kommen von unterschiedlichen Abstimmungen und dem unterschiedlichen - bei AMT, Bändchen und Magnetostaten meist unpassenden - Abstrahlverhalten. Gerade Letzteres dürftest du gehört haben (Mitten).

Wenn es um die AMT geht gibt imho Mundorf den Ton an.

Wie du auf diese maximale Lautsprechergröße bei der geplanten Hördistanz kommst finde ich verwunderlich, aber okay.
 
smooth el 4a

Hallo und danke für das Feedback.

... (...) da kann man gintoki nur zustimmen, richtig ist das - was er schreibt. ADAM würde ich hier streichen, DEINE Meinung zu den Neumann KH 120 A interessiert mich aber durchaus. Auch gut und hier eventuell passend sind die APS Klasik.

http://aps-company.com/en/products/klasik
http://www.da-x.de/de/aps-klasik-paar.html

MfG

EDIT: Zur Geschichte (@smooth el 4a)

ARCUS wurde von Klaus Heinz und Holger Fehsenfeld gegründet. ARCUS arbeitete später mit Grundig und Teufel zusammen (da hat Peter Tschimmel auch viel getan), nach dem Ausscheiden von Holger Fehsenfeld, hat das Unternehmen dann Konkurs angemeldet. A.R.E.S. war jedoch auch keine Nachhaltigkeit beschieden und wurde, wie übermittelt von der Firma Elac aufgekauft. Und bei ARCUS haben auch Rüdiger Abel und Marco Holzapfel mitentwickelt. ADAM Audio (1999 gegründet) hat 2014 Insolvenz angemeldet und wurde von der CWM Beteiligungsgesellschaft (Gruppe aus deutschen Unternehmern) am 11.12.2014 übernommen.

Vielleicht auch interessant: https://de.wikipedia.org/wiki/Klein_und_Hummel
 
Zuletzt bearbeitet:
ahoi :)

ich musste heut in der Nachtschicht einspringen und auch gleich ins Bett. Deswegen gehe ich nur noch schnell auf einen bestimmten Punkt ein, alles andere hole ich nach.

Ich habe wo gelesen, dass Bändchen in einem so hohen Bereich spielen, dass er für uns nicht mehr hörbar ist. Nun könnte man vlt argumentieren, dass der Bereich, der für uns eben nicht mehr hörbar ist, auch uninteressant sein könnte. Dem könnte man aber entgegnen, dasss auch nicht hörbare Frequenzen eine Wirkung auf uns haben könnten. So, wie es z.B. Gase gibt, die wir nicht riechen, aber dennoch auf uns wirken.

Vlt nehmen wir diese hohen Frequenzen zwar nicht bewusst wahr, lassen uns aber dennoch unbewusst von ihnen beiinflussen? Das ist lediglich ein Gedankenspiel, um die Möglichkeiten ab zu klopfen und für verlässliche Aussagen bräuchen wir wohl auch eindeutige Studien. Zwar kenne ich mich da nicht aus, aber es wäre doch nicht verwunderlich, wenn es diese Studien schon gäbe und dann wäre es vlt fast noch weniger verwunderlich, wenn sie zu unterschiedlichen, womöglich sogar sich gegenseitig widersprechenden Ergebnissen kommen, wie das bei Studien manchmal so ist...

schwierige Angelegenheit...

Wie siehts damit aus: Beim Bass sind wir uns doch einig, dass ein mächtiger, gewaltiger Bass nicht nur gehört, sondern vom ganzen Körper gespürt wird. Dann sollten doch auch die höheren Töne spürbar sein, nur eben weniger druckvoll. und dann vlt sogar bis in den nicht hörbaren Bereich?

Wie sieht es mit Instrumenten aus? Erzeugen die nicht auch teilweise Frequenzen, die wir nicht mehr hören? Und könnte es nicht sein, dass das Abspielen solcher Instrumente auf Bändchen uns einen vollständigeren Höreindruck verschafft?

Ist das Vorhandensein einer Bändchen-Fangemeinde nicht auch zumindest ein Indiz dafür, dass da tatsächlich etwas dran ist?
 
Zuletzt bearbeitet:
Das nicht hörbare Frequenzspektrum ist nicht das, was ein Bändchen etc. ausmacht, da eben dort keine Musik mehr gespielt wird: klick

Es ist wirklich eher das Ansprech- und Abstrahlverhalten, wodurch auch z.B. der räumliche Eindruck verändert wird.


gintoki schrieb:
AMT, Bändchen und Magnetostaten haben gegenüber Kalottenlautsprechern keine klangtechnischen Vorteile. Hörbare Unterschiede kommen von unterschiedlichen Abstimmungen

Natürlich könnte man Kalotte und Bändchen mit DSP & Co. auch "egalisieren", wodurch sie gleich klingen würden, wird nur in der Praxis bei Fertiglautsprechern i.d.R. nicht gemacht, wodurch sie real praktisch nie gleich klingen (genauso wie zwei Kalotten auch nie gleich klingen).


gintoki schrieb:
und dem unterschiedlichen - bei AMT, Bändchen und Magnetostaten meist unpassenden - Abstrahlverhalten. Gerade Letzteres dürftest du gehört haben (Mitten).

So ist es.
 
Auch Kalottenhochtöner spielen teilweise weit über den hörbaren Bereich hinaus, ein Argument ist das nicht.
Genauso wenig das Ein- und Ausschwingverhalten, bei allen Bauarten gibt es bessere und schlechtere Modelle. Die Top-Modelle aus den Kategorien schenken sich hier nicht wirklich etwas.

smooth el 4a schrieb:
Wie sieht es mit Instrumenten aus? Erzeugen die nicht auch teilweise Frequenzen, die wir nicht mehr hören? Und könnte es nicht sein, dass das Abspielen solcher Instrumente auf Bändchen uns einen vollständigeren Höreindruck verschafft?
Du meinst die Frequenzen die bei der Aufnahme und Mastering mit passiven und zusätzlich aktiven Filtern herausgefiltert werden? ;)
Das Vorhandensein einer Fangemeinde bedeutet nicht, dass etwas subjektiv oder objektiv besser ist als etwas anderes.

Ich wollte damit übrigens nicht ausdrücken, dass du Adam Lautsprecher nicht anhören sollst. Persönlich würde ich sie nicht kaufen, aber das muss für dich nichts bedeuten.
 
Zuletzt bearbeitet:
smooth el 4a schrieb:
Wie sieht es mit Instrumenten aus? Erzeugen die nicht auch teilweise Frequenzen, die wir nicht mehr hören? Und könnte es nicht sein, dass das Abspielen solcher Instrumente auf Bändchen uns einen vollständigeren Höreindruck verschafft?

CDs (und Files auf Basis von 44,1 kHz Samplingrate) können aus mathematischen Gründen (Abtasttheorem) sowieso keinen Ultraschall enthalten. Sofern Du nicht für einen "Glauben" auf teure Hires-Formate mit beschränkter Auswahl umsteigen willst, kannst Du diese Gedankenspiele auch gleich verwerfen.

Bändchen bündeln vertikal stark, und das ist die wahrscheinlichste Ursache für den Klangunterschied. Kalotten in Waveguides bündeln auch, aber gleichmäßiger, und besser an das Bündelungsverhalten des Mitteltöners angepasst.
 
uuuh... was für ein Wochenende... mir brummt noch n bisschen der Schädel... sorry, für die späte Antwort!

erstmal n dickes Danke für die "Entglorifizierung" der Bändchen! Was bleibt aber nun vom Bändchen noch übrig? Also ich frage mich wirklich, wie dieser "klarere" Höreindruck zustande gekommen ist. Dass sie sich im Vergleich zu den anderen gehörten LS im Hochtonbereich klarer angehört haben, lag also nicht an den Bändchen, sondern womöglich an den anderen LS, die das eben so nicht hin bekommen haben und das wäre schon die ganze Erklärung?

Wenn das Abstrahlverhalten von Bändchen nicht so optimal oder gleichmäßig ist wie bei Kalotten, würde man das im Stereodreieck besonders heraushören?

oder anders gefragt: welche Folgen hat ein ungleichmäßig abstrahlender Lautsprecher für den Hörgenuss?

Im Netz habe ich v.a. Erklärungen wie diese gefunden:

Lautsprecherboxen besitzen bei verschiedenen Frequenzen andere Abstrahlverhalten. Tiefe Frequenzen werden kugelförmig abgestrahlt. Sie breiten sich in jede Richtung aus. Sobald die Frequenzen jedoch in den mittleren und hohen Bereichen sind, fangen sie an, sich zu einem Strahl zu bündeln. Desto höher die Frequenz desto mehr bündeln sich die Frequenzen zu einem Strahl

Die Bündelung der hohen Töne würde demnach auch kaum zu den gewünschten seitlichen Reflexionen führen und damit die "Bühne" verkleinern, bzw. die Ortung der Instrumente im Stereobetrieb negativ beeinflussen, sobald man sich vom optimalen Punkt wegbewegt?

Sollte dem so sein, hätte das auch negative Effekte auf das Hörerlebnis vom optimalen Punkt aus?


Zum Thema "optimale Größe der Lautsprecher": Wenn ich das richtig sehe, dann ist es letztendlich doch so, dass jeder etwas anderes als angenehm empfindet. Manche halten die Box möglichst klein, um dem Ideal des Punktlautsprechers näher zu kommen und greifen deswegen sogar zu der kompakten Bausweise der Koaxe. Andere wiederum möchten lieber möglichst "satten" (?) Sound, weswegen ihnen die Boxen gar nicht groß genug sein können.
Warum ich grad bei ca 30 cm bin, kann ich nicht genau sagen, vlt bin ich es einfach durch die Boxen, die ich nun schon einige Jahre habe, so gewöhnt. Vlt. spielen aber auch andere Dinge noch ne Rolle...
Jedenfalls halte ich es für möglich, dass LS mit einem exzellenten Klang eben nicht für jeden das Optimum darstellen müssen, wenn einem die schiere Größe allein nicht zusagt.

Na mal schauen, werde versuchen, mich von der Größe ein wenig zu lösen um weitere Modelle möglichst unvoreingenommen zu testen.
 
smooth el 4a schrieb:
Na mal schauen, werde versuchen, mich von der Größe ein wenig zu lösen um weitere Modelle möglichst unvoreingenommen zu testen.

Gute Einstellung. Und tu dies nach Möglichkeit blind und ohne Angabe des Preises. Man lässt sich gerne von der Erwartungshaltung beeinflussen. Wenn ein Sternekoch ein drittklassiges Menü nach seinen Vorstellung anrichtet und den Leuten als Eigenkreation verkauft, wird es ihnen munden... ;)
Unser Gehör (bzw. Gehirn) tickt da leider nicht anders. Du hörst z.T. was Du zu hören erwartest!
 
Danke! Hab auch bei den Modellen die ich bisher gehört habe versucht, den Preis zu ignorieren, am Besten gar nicht drauf zu schauen. Ist er mir doch ins Auge gefallen, hab ich mir gesagt: "Wer weiß was die hier für Mondpreise verlangen und überhaupt, bezahlt man womöglich für Design oder Garantie oder Namen..."
-> Augen schließen und einfach hören. Steht man ne weile da und lauscht, zählt nur noch der Klang o^^o
 
Hi, habe grad nochmal (intensive) Erfahrungen mit den Bändchen-Hochtönern gemacht, die ich hier gerne teilen möchte:

Egal vor welcher Box ich stand, die Bändchen von Elac hörten sich einfach klarer und besser an. Auch wenn ich meinen Kopf drehte oder die Position veränderte, der Unterschied war deutlich hörbar. "Die haben hier aber auch nur wenig Konkurrenz, die KEF sind Koaxe und die Quadral gefallen mir iwie nicht" - mehr fiel mir dazu erstmal nicht ein...

...bis ich beschloss, die LS im Stereodreieck zu vergleichen. Einen ernsthaften Vergleich hatte ich bisher nicht unternommen, da die Lautsprecher in sehr unterschiedlichen Abständen beieinander standen. Die Elac mit der kürzesten Distanz, die anderen teils deutlich weiter auseinander. Egal, jedenfalls wäre es noch untertrieben wenn ich sagen würde, dass sie mir im Stereodreieck "nicht mehr so gut" gefallen hätten, denn plötzlich haben sie mich sogar regelrecht genervt!

Ich konnte es zuerst kaum fassen, aber sobald ich ein bisschen unruhig hin- und herwackelte oder meinen Kopf drehte, veränderte sich der Sound massiv! Die beiden Hörproben davor suchte ich zielstrebig den richtigen Punkt fürs Stereohören, justierte kurz und lauschte. Weiß nicht, ob es diesmal daran lag, dass ich etwas groggy vom vielen Arbeiten und nicht-richtig-ausschlafen "dank" der Schichtwechsel der letzten Zeit war, aber so waren die Bändchen nicht lange zu ertragen.

Von daher auch nicht weiter schlimm, dass das Geschäft schloss und ich Zeit hatte, diese Erfahrung zu reflektieren. Dass Bändchen ein ungleichmäßiges Abstrahlverhalten haben, hab ich ja hier im Thread gelernt und gintoki sprach auch von ner Studie, wonach möglichst gleichmäßiges Abstrahlen als besonders angenehm empfunden wird. Dass es aber SO einen Unterschied in der Bewertung ein und des selben LS ausmacht, ob man eine Box alleine oder im Stereodreieck hört, hätte ich - NIE - gedacht! Durch das Stereodreieck steigt der Hörgenuss normalerweise extrem, hier war es aber umgekehrt, zumindest wenn man nicht still in Position verharrt.

Es reicht mir grad mit Bändchen und so langsam reicht es mir auch, nur diese paar Modelle gehört zu haben. Nächste Woche hab ich frei und dann gehts mal in ein paar andere Geschäfte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Schön, dass Du das selbst so erfahren hast, denn es bestätigt eigentlich nur das, was ich in Post #103 geschrieben habe.
Wird ein Bändchen in der richtigen Position und bei passender Einwinkelung der LS gehört, so kann es viele Hörer spontan begeistern. Hört man es außerhalb der idealen Position, so gehen die Meinungen stark auseinander.
Was für Dich und Deine Hörgewohnheiten also ideal ist, kannst Du nur selbst rausfinden!
 
"Einwinkelung" - Aha!

Die Lautsprecher waren geradewegs nach vorn gerichtet, also wäre es bei den Bändchen vlt. besser gewesen, sie etwas nach innen zu drehen?!

edit: Zur Erklärung:
Die "Wände" (Regale) links und rechts waren so weit weg, dass da nicht mehr viele seitlichen Reflexionen ankamen. Von daher verpufft doch die Wirkung des "gerade-Ausrichtens". Hätte ich die LS etwas mehr eingedreht, hätte ich viel mehr Direktschall abbekommen, was den sweet sport vergrößtert hätte.
edit ende

Hab "Einwinkelung" mal gegoogled und gelesen, dass je mehr "Dirkektschall" der Hörer ab bekommt, desto genauer wird die Ortung der Instrumente. Je mehr "Diffusschall" der Hörer abbekommt, desto räumlicher wird der Klang. Also muss man beim Aufstellen wohl Räumlichkeit vs. Ortung den eigenen Vorlieben nach ausbalancieren. Und am besten achtet man schon vorher beim Kauf darauf, wei stark die Bündelung ist.

So langsam aber sicher fügt sich alles zu einem Bild zusammen :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Prima, jetzt weißt Du immer mehr, wie sich das Gesamtbild des empfundenen Klanges zusammensetzt und was Du bei einer "Hörprobe" beachten musst... :D

Je nach Richtcharakteristik eines Lautsprechers (insbesondere der Hochton und z.T. Hochmittelton sind davon betroffen) kann die Ausrichtung/Einwinkelung den Klang erheblich verändern. Nicht ohne Grund werden sinnvolle Messungen immer unter verschiedenen Winkeln gemacht, denn ein Lautsprecher, der bei direkter Ausrichtung einen bestimmten Bereich evlt. überbetont, kann bei 15 oder 30 Grad u.U. absolut ideal sein.
Manche Speaker werden sogar bewusst auf eine Einwinkelung hin entwickelt, da die meisten Leute sie parallel zu den Wänden ausrichten, was bei einer Sitzposition im Stereo-Dreieck automatisch eine Einwinklung von meist 30-60 Grad ergibt.


Btw.: Ich finde es vorbildlich, wie ernsthaft Du Dich mit der Sache auseinander setzt und wie stark Du selbst reflektierst und Dich nicht von "Parolen" einlullen lässt. Weiter so!

Da bleibt uns lediglich, Dir Gedankenanstöße zu geben, den Rest kannst und wirst Du selbst "erfahren".
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke! Ich suche nen guten Mittelweg zwischen "erhörter und erlesener" Erfahrung:

Einerseits möchte die vielen Dinge möglichst selbst entdecken um sie "pur" und frei von vorheriger Meinungsbildung zu erleben. Deswegen lese ich über neue Dinge so wenig wie möglich.

Andererseits möchte ich das, was ich gehört habe, auch verstehen und weitere Facetten, die mir beim ersten Hören entgangen sind, beim nächsten Hören beachten. Deswegen google ich auch so viel von dem, was ihr hier schreibt.

Momentan ist das einfach eine fabelhafte Entdeckungsreise, die durch eure grandiose Unterstützung hier nicht möglich wäre.
Dankeschön!
 
hi, ich bitte mal wieder um eure Hilfe

heute habe ich die Neumann KH 120 A und die Adam A7X im Vergleich hören dürfen. juhu!

Nach kurzem hin und her im Vergleichstest stand ich wieder wo?
- Natürlich vor den Adam A7X und ihren Bändchen :D

Oh diese Bändchen sind schon ein Mysterium!
also, wer hier liest und Bändchen noch nicht kennt, dem rate ich: hör dir mal Bändchen an; und zwar mit ner Hochton-lastigen Musik. Das ist etwas völlig anderes, als "normale" LS :)

Unglaublich wie Bändchen es vermögen, Hörer in ihren Bann zu ziehen. Sie klingen so unglaublich frisch! Ich würde sie vergleichen mit einer großen Portion kühlendem süßen Eis im Sommer!

Die Bändchen-LS von Adam haben im Vergleich zu den Bändchen-LS von Elac mehr Punch (wie man sagt), klingen also etwas druckvoller, was wohl daran liegen mag, dass sie größer sind. Zudem klingen sie vlt etwas ausgewogener, souveränder, weniger süß, was ich aber noch nicht sicher sagen kann, da ich beide leider mit unterschiedlicher Musik gehört habe.

Die Neumann KH 120 A mit ihren "Kalotten" (?) klingen dagegen erstmal völlig unspektakulär. Sie haben scheinbar nichts Eigenartiges an sich, nichts, dass sie hervor hebt oder irgendwie das Ohr anstupst...

...und genau DAS ist auch ihre vordringlichste Stärke: Sie haben nämlich nichts an sich, das stören könnte; keine Auffälligkeiten, nichts, das iwie schreit: "Hola, hier bin ich!!!".

Im Vergleich halten sie sich eher zurück, überlassen den anderen das Feld und nachdem man die andern durchgehört hat (und hier und da auf Ungereimtheiten gestoßen ist), begrüßen sie einen freundlich und lassen einen in Ruhe sein. Sehr angenehm :)

Also, wenn Bändchen wie Eis im Sommer sind, dann sind die Neumann wie Kartoffeln, Reis oder Brot. Nicht besonders viel Eigengeschmack, dafür passen sie zu allerlei Dingen und liefern immer eine gute Grundlage um satt zu werden.

Wenn ich es mir leisten könnte - ich würde beides haben wollen: Eis und Kartoffeln (natürlich nicht zusammen ;))

Müsste ich eine Wahl treffen, dann möcht ich mich nicht die ganze Zeit mit Eis vollstopfen. Hin und wieder ists schön, aber ebend nicht auf Dauer. So wurde ich also auch nach ner Weile der Adam überdrüssig...
Je nach persönlichem Geschmack kann die Wahl auch durchaus anders verlaufen, meine jedoch fällt auf die Neumann. Eigentlich sind sie sogar die ersten die ich gehört habe, für die ich bereit wäre, die entsprechende Kohle rüber zu schieben.

Die Elac wurden zu aufdriglich, Quadral hat mich nicht angemacht, die KEF waren für ihre Art ganz in Ordnung aber nicht das, was ich suche und hätte ich mich nur zwischen den Modellen aus dem ersten Laden entscheiden müssen, hätte ich das günstigste Paar, die Polk mitgenommen. Da mir bei diesen aber der Unterschied zu meinen jetztigen noch zu klein ist, hätt ichs sein lassen :D

Gut. Weswegen ich euch (wie eingangs erwähnt) um Hilfe bitte ist, dass ich mir einen USB-Stick mit Mucke zum Vergleichshören fertig machen möchte. Auf was ist dabei zu achten?

1. Wie viele Musikstücke sollen es ungefähr sein?
Zu viele und man verliert den Überblick, zu wenige und man hat nicht genug, um die LS ordentlich zu testen.

2. Welche Art von Musik soll drauf sein?
2.1 Der freundliche Verkäufer heute hat gesagt, ich soll Musik mit Instrumenten mitbringen, dann wüsst ich, wie nah die LS die Realität abbilden. Soll dann eher ein ganzes Orchester erklingen oder lieber einzelne Instumente. Oder beides?

2.2 Gibt es Instrumente, die für LS eine besondere Herausforderung darstellen? Etwas, um die Bässe zu testen geht schon mal klar, aber was ist mit dem Rest?

2.3 Die Stimme! Vorher im Thread wurde erwähnt, dass die Stimme sich in dem heiklen Bereich befindet, wo die Weiche den einen Teil auf den oberen LS und den anderen Teil auf den unteren LS teilt. Also bräucht ich wohl einen Track, wo die Stimme hoch und runter geht. Dann vlt noch mal Bass, der immer wieder mal einsetzt, um zu hören ober der untere LS nun Probleme bekommt? Aber auch hohe Musik, um zu sehen, ob die Stimme im oberen LS sich dadurch ändert?

2.4 Gibt es Musikstücke, die sich bewährt haben?
Ich mein, es muss nicht unbedingt meine Lieblingsmusik sein, aber vlt. gibt es ja Tracks, die sich gemeinhin bewährt haben.

2.5 Stereo
Also für den Stereobetrieb ist wohl die Ortung der Instrumente wichtig. Gibt es da etwas bestimmtes, auf das man achten sollte?

2.6 Gibts noch was wichtiges? Vlt. sollte ein Track dabei sein, der mal sehr laut und mal sehr leise ist? Oder noch was anderes, das wichtig ist?


(ich weiß, der post ist mal wieder etwas länger geworden, dafür aber möglichst anschaulich und so gründlich wie ich kann)
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: Sotrax
Hallo,

ich war gestern auch im Musikladen meines Vertrauens und habe spaßeshalber quer gehört - ich kenne die Lautsprecher dort bereits. Es ist immer wieder faszinierend wie entspannt und ehrlich die Neumann klingen. Unspektakulär aber vollkommen langzeittauglich und für jede Musikrichtung zu gebrauchen.

Die Faszination "Bändchen"/AMT kann ich nicht teilen. Müsste ich die damit ausgerüsteten Konstruktionen beschreiben fielen da eher Worte wie "aufdringlich" oder "nervig". Es gibt aber auch durchaus einige richtig gute Konstruktionen.
Die A5X ist imho besser als die A7X, einziger Negativpunkt ist der nicht so tief reichende Tieftonbereich.


Wie dem auch sei ... für die Musikauswahl gibt es ein paar Kriterien:
- Du musst die Musik kennen!
- Stimmen sind immer gut, Klatschen auch. Je besser du die Aufnahme oder das Geräusch kennst, desto eher fallen dir Ungereimtheiten auf.
- Orchester (und ein paar andere Musikensemble/-richtungen) bieten sich primär an um Dynamik zu testen.
- Wenig "komplexe" Musik deckt Fehler eher auf. Je weniger gleichzeitig passiert, desto geringer die Verdeckung durch unseren Hörapparat.

Ich höre meist mit relativ wenigen (2 bis maximal 4) Stücken, bzw. Schnipseln quer. Darunter befindet sich mindestens ein Stück mit viel Instrumentalpassagen und ein Beispiel mit massivem Stimmeneinsatz und (leiser, monotoner) Hintergrundbegleitung. Mit (rosa) Rauschen lässt sich auch schnell und gut testen.
Nach der Vorauswahl höre ich dann auch komplexere Musik, unterschiedliche Genres und bei unterschiedlichen Pegeln.

Nochmal nach Schema:
1.) Bei der Vorauswahl so wenig wie möglich, bei der Hauptauswahl so viel wie du kannst.
2.1) Da hat er nicht ganz unrecht. Sowohl Orchester, als auch Einzelinstrumente haben ihren Reiz, bzw. zum Testen unterschiedlicher Dinge geeignet.
2.2) Die Orgel mit ihrem rießigen Frequenzumfang werden nur die allerwenigsten Lautsprecher vollständig wiedergeben können. Alle Instrumente mit großem Dynamikumfang (Klavier, Schlagzeug, ...) - entsprechend dynamische Aufnahme vorrausgesetzt. Das heißt aber nicht, dass andere Instrumente unbedingt schlechter zum Testen geeignet wären.
2.3) Die Stimme muss nicht "wandern". Stimme + Bass (mein zweiter Pflichttitel beim Vorhören) ist allerdings eine gute Möglichkeit Intermodulationsverzerrungen zu prüfen - der Punkt in dem Lautsprecher mit mehr Wegen üblicherweise Vorteile bieten.
2.4) Es gibt typische Stücke/Interpreten (z.B. Dire Straits), aber solange du sie nicht kennst ... Ich kann viele der Titel nicht mehr hören und finde sie teilweise auch suboptimal. Mein Tip, finde deine eigene Referenzmusik, die darf ruhig auch zwischen Hörsessions wechseln.
2.5) Rauschen. Klingt zwar blöd, funktioniert aber gut.
2.6) Dynamische Musik ist immer gut um Pegelgrenzen zu testen, sollte bei Leisehörern aber nur in den wenigsten Fällen relevant sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben