Die Welt Studie ist ja mal richtig reißereisch interpretiert.
Gearbeitet wurde (offensichtlich) mit einer 5-Punkte-Skala (gut, eher gut, unentschieden, eher schlecht, schlecht integriert).
die mit Abstand größte Gruppe gab an, die Muslime seien "eher schlecht integriert".
Dieses Votum (genau wie das ebenfalls recht häufig vertretene "eher gut integriert" ) zeigt eine gewisse Kategorienunschärfe bei den Befragten. Wäre man sich sicher gewesen, dann hätte man wohl das extrem genommen ... bei der Integration ist sich aber laut der Welt-Studie weit über die Hälfte unsicher, ob ein "schlecht" oder "gut" wirklich trifft, denn diese Extreme werden von den meisten nur dann gewählt, wenn für sie da ein "ALLE"-Quantor dransteckt. Da aber jedfer Mensch Beispiele für gute und schlechte Integration kennt, fallen die Extremwerte hier oft weg (ganz allgemein neigen Menschen eher zur Meidung der Extreme bei solchen Fragen).
Die Schlagzeile arbeitet aber dennoch mit der unsauberen Formulierung, die suggeriert, dass sch Muslems schlecht integrieren würden.
Ganz im Sinne der ARD-Reportage.
Ich zeige euch mal, was da sonst noch so geht.
36,4 prozent der "jüngeren Befragten" gaben an, Muslime seien "gut integriert" und über 2/3 der "Alteren" gaben an, sie seien "schlecht integriert". Ein kleines Spiel mit Extremen.
Daraus kann man ableiten, dass ältere Menschen potenziell Islamophob sind ... oder, dass es den jüngeren Menschen einfach an Lebenserfahrung mangelt, die nötig wäre, um hier ein problem zu sehen.
Gleichzeitig könnte man die älteren mit diesen Daten als "eher xenophob" hinstellen .. genau wie Ostdeutsche (auch in den alten Bundesländern lag die Häufigkeit für "schlecht integriert" signifikant höher, als im Westen).
Wenn man sich die gesamte Frage ansieht (alle fünf Kategorien im Vergleich) dann ist der Überhang bei der Antwort "eher schlecht integriert" auch nicht so auffällig ... viele Deutsche sind der meinung, Moslems könnten sich (noch) besser integrieren ... und das wundert mich absolut nicht, denn "noch" besser geht immer, insbesondere in Deutschland.
Mein Hauptkritikpunkt aber erst am Ende, denn diese Likert-Skala ist nur EINE Frage aus der gesamten Studie. Sie dürfte in etwa lautenm, "wie gut integrieren sich Muslime in Deutschland".
Wie in der ARD-Reportage kritisiert ... es wird ein einzelner besonders reißerisch auswertbarer Aspekt einer Studie hergenommen, und genaugenommen zweckentfremdet.
Hinter der Häufung in dieser Art steckt für mich vor allem die Frage, wann Integration als gelungen empfunden wird.
Ich hoffe, dass in der Studie auch solche Fragen gestellt wurden, denn mit denen wäre das Ergebnis der einen in der Welt aufgegriffenen Frage durchaus gut zu relativieren.