Altersdiskriminierung in Deutschland

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Rote Rose

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Vorgestern lief ein guter Beitrag im ZDF der mir die Augen geöffnet hat über altersdikriminierung in Deutschland. Da werden verschiedene Schicksale gezeigt.

Allen voran werden alte Leute auf dem Arbeitsmarkt massiv benachteiligt. Es ist fast unmöglich eine Stelle zu finden, wenn man entlassen wird. Dann gibt es Diskriminierung durch jüngere, die einen verantwortlich für alle Missstände auf diesem Planeten machen und alte Leute werden immer mehr von Unternehmen diskriminiert, Weil alles nurnoch über Apps und Online funktioniert. Die Kreditwürdigkeit wird auch oft herabgestellt.


https://www.zdfheute.de/panorama/al...iskriminierung-im-alter-beruf-alltag-100.html

Es ist sogar verbreitet einen Hass gegen alte Menschen zu hegen, wie sollen Platz machen und nichtmehr blockieren und werden zunehmend als Last empfunden https://www.zeit.de/gesellschaft/2022-12/diskriminierung-alter-studie-junge-generation

Ich frage mich welche Maßnahmen die Politik umsetzen wird um alte Leute vor dieser Diskriminierung und dem Hass junger Menschen zu schützen. Seid ihr schon Opfer von altersdiskriminierung geworden?
 
Ich bin nur Opfer von alten Menschen geworden die mich als faule Jugend diskriminieren und Unternehmen die jungen Menschen keine Chance geben wollen.
Wo soll denn diese Diskussion hinführen außer wieder "wir" gegen "die".
 
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Rote Rose schrieb:
Vorgestern lief ein guter Beitrag im ZDF der mir die Augen geöffnet hat über altersdikriminierung in Deutschland. Da werden verschiedene Schicksale gezeigt.

Einzelschicksale wird es immer für irgendwas geben. Daraus eine Schlussfolgerung für eine gesamte Gruppe zu ziehen, sehe ich eher schwierig an.

Rote Rose schrieb:
Allen voran werden alte Leute auf dem Arbeitsmarkt massiv benachteiligt. Es ist fast unmöglich eine Stelle zu finden, wenn man entlassen wird.

Mal als Beispiel - meine Mutter ist mit 50 Jahren aus dem Osten nach Hamburg gewechselt ... 1 Bewerbung hat hierfür gereicht. Sie hat zur DDR Zeit Einzelhandel gelernt ... sie hat in Hamburg dann eine Position als Filialleiterin bekommen.

Rote Rose schrieb:
... alte Leute werden immer mehr von Unternehmen diskriminiert, Weil alles nurnoch über Apps und Online funktioniert.

Die meisten alten die ich kenne, kommen super mit den Apps klar. Wichtig ist halt, dass sie weiterhin an der Gesellschaft teilhaben. Dass müssen sie aktiv foccieren über bspw. Teilnahme in Sportvereinen & Co.

Rote Rose schrieb:
Die Kreditwürdigkeit wird auch oft herabgestellt.

Daran ist aber der Gesetzgeber Schuld. Banken dürfen nur noch Kredite vergeben, die "zu Lebzeiten auch getilgt werden können" ... Banken nehmen somit die offiziellen Sterbetabellen und müssen dann entsprechend restriktiv bei der Kreditentscheidung sein.
Vor der Gesetzesänderung war es vollkommen okay - dann auch ältere Menschen bspw. ein Haus kaufen konnten -> sind sie verstorben, konnte die Bank am Ende noch das Haus verwerten und den Rest den Erben auszahlen. Heute dürfen die Banken nicht mehr diese Sicherheit mit in die Kreditkalkulation als Tilgung mit aufnehmen.

Rote Rose schrieb:
Ich frage mich welche Maßnahmen die Politik umsetzen wird um alte Leute vor dieser Diskriminierung und dem Hass junger Menschen zu schützen. Seid ihr schon Opfer von altersdiskriminierung geworden?

Nicht die Politik ist gefragt, sondern die Gesellschaft insgesamt. Alte Menschen müssen Jüngeren entsprechend offen entgegentreten - und die Jüngeren entsprechend den Alten nicht so kritisch gegenüberstehen. Die Politik kann an der Stelle nicht wirklich helfen - außer bei der Bewertung der Kreditwürdigkeit -> einfach das Gesetz wieder zurücknehmen.
 
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Rote Rose schrieb:
Allen voran werden alte Leute auf dem Arbeitsmarkt massiv benachteiligt. Es ist fast unmöglich eine Stelle zu finden, wenn man entlassen wird.
Wer auf dem Papier entlassen wurde, hat es in jeder Altersklasse erheblich schwerer neue Anstellung zu finden. Gerade ab einem gewissen alter sollte man wissen, das es Möglichkeiten gibt mit dem Arbeitgeber Kompromisse einzugehen um es für den alten Arbeitgeber unproblematischer zu machen die Stelle frei zu machen und im Gegenzug eine Aufhebungsvertrag zu erhalten der eben nicht als blanke Entlassung stehen bleibt.
Und ja ab 50+ wird es schwieriger, weil man eben naturgemäß in der Leistungsfähigkeit fällt. Häufiger Krank wird und trotzdem seine Ansprüche an erhebliche Gehälter hat. Hängt aber sehr stark von der Profession ab.

Der große Fachkräftemangel ist eben vorbei und gleichzeitig müssen viele Unternehmer sich noch bewusster machen, dass mit dem Demographischen Wandel es nicht geht ohne Einstellungen bis 60 zu berücksichtigen.

Zumindest in Körperlich weniger fordernden Berufen.
Rote Rose schrieb:
Dann gibt es Diskriminierung durch jüngere, die einen verantwortlich für alle Missstände auf diesem Planeten machen
Ganz was neues der Generationenkonflikt. Die Jungen haben schon immer gegen die Alten gewettet und umgekehrt und inhaltlich hat sich eher erschreckend wenig an den Vorwürfen geändert in den letzten 400 Jahren.
Das was heute etwas schlimmer ist, ist die Filterung der Eindrücke durch die jeweilige Social Media Bubble.

Das macht die Extreme nicht nur präsenter, sondern bindet auch mehr Menschen an die Ränder.

Rote Rose schrieb:
Leute werden immer mehr von Unternehmen diskriminiert, Weil alles nurnoch über Apps und Online funktioniert.
Das ist keine Altersdiskriminierung. Auch alte Menschen können Apps nutzen für viele ist es sogar eine erhebliche Vereinfachung. Das heist nicht, dass es damit nicht auch Probleme gibt die in die Behinderten-Diskriminierung fallen, weil es beispielsweise keine angepassten Angebote für Sichtbehinderung oder anderes gibt. Wer das aber als Punkt zur Altersdiskriminierung aufnimmt, zeigt eher das er Denkt, Alte hätten ein Recht darauf, dass die Welt sich aufhört zu drehen und es keinen Wandel gibt, weil sie nicht willens sind Änderung anzunehmen.

Wer aufhört zu lernen und sich dem Wandel der Welt anzupassen wird immer verlieren egal ob 80 Jahre oder 25 Jahre alt. Es ist eine Problem der Einstellung nicht des Geburtsjahres.
 
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"Altersdiskriminierung" (Ageism) = Diskriminierung von Personen anhand ihres Alters. Das ist ähnlich der Diskriminierung anhand des Sexualorgans. Es ist Diskriminierung von unspezifischen Altersranges, wie "jungen Alters" oder "älterem Alters" oder "mittleren Alters".

Sowas gabs schon immer. Mit der medialen Aufmachung kommen einige nicht klar. Die einen werden davon vollkommen beeindruckt, die anderen sind davon angewidert, und wiederum anderen ist es schnurz.

Einerseits sind genügend "junge" da, und andererseits auch genügend "alte". Also geht es gar nicht ums Alter, sondern um die Fähigkeiten und die Gesundheit. Das Alter wird nur vorgeschoben. Sie sagen lieber es läge am Alter als an was anderem.

Die thematisierte Altersdiskriminierung ist von Ästhetik fasziniert. Sowas wie jung, dynamisch, erfolgreich. Oder reif, erfahren, bewährt. Wobei diese wiederum nur eine Selektion innerhalb eines Altersranges ist. Eine tatsächliche Altersdiskriminierung existiert nicht, bzw. ist diese immer von weiteren Diskriminierungen begleitet. Es ist eher eine Nicht-perfekt-Diskriminierung, oder Ästhetik-Diskriminierung, wobei verschiedene Ästhetiken existieren, die - manchmal zugleich - angestrebt werden.

Die sogenannten "Boomer" sind nicht mehr überall die um 1965 geborenen, sondern zum Beispiel in Berlin die um 1990 geborenen: https://www.demografie-portal.de/DE...truktur-berlin.png?__blob=publicationFile&v=4
Wenn diese um 2060 in Rente gehen, wird es nochmal so ein Problem wie derzeit geben, allerdings ohne dass jüngere Boomer nachrutschen, wobei der Effekt sanfter ist als derzeit (1965 + 67 = 2032. 1990 + 67 = 2057).

Ein Wegfall von "Boomern" bedeutet zugleich ein Bevölkerungsschwund. Ohne ausgleichende Migration werden es bis ~2080 nur noch 60 Millionen in D sein und mit "Ausländer raus" nochmals weniger (40 Mio?). Die Deutschen schaffen sich ab.

In der Biologie gibt es sogenannte Fortpflanzungsgrenzen. Einige wollen sowas künstlich bei den Menschen etablieren. Durch sogenannte Fortpflanzungsgrenzen kann es im Laufe der Jahrmillionen passieren, dass wie in der Biologie durch Evolution Fortpflanzungshürden entstehen. Dann ist eine Fortpflanzung innerhalb einer Spezies nicht mehr möglich. Sowas existiert bei den Menschen bereits rein psychisch. Das ist wie wenn der Arzt sagt: Sie bilden sich die Schmerzen nur ein - psychisch krank. Plemplem. Aber es gibt ein Recht auf krank sein, nur sollte es auch so genannt werden.
 
Rote Rose schrieb:
Allen voran werden alte Leute auf dem Arbeitsmarkt massiv benachteiligt. Es ist fast unmöglich eine Stelle zu finden, wenn man entlassen wird.
Das kann ich nun gar nicht bestätigen, ich wurde nach 35 Jahren im Alter von 61 Jahren im Zuge eines Massenentlassungsverfahren entlassen.

Nach kürzester Zeit hatte ich wieder eine Arbeit, ich hatte sogar verschiedene Arbeitsstellen die ich annehmen hätte können und das, in der doch sehr schlecht gehenden Schmuckindustrie. Mein Wissen war gefragt und man hat mich gerne eingestellt.
 
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Da Punkt 3 der Zusatzregeln für das Unterforum Politik und Gesellschaft nicht erfüllt wird, ist das Thema geschlossen.
 
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