Mit Shared L3-Cache, 128 Bit SSE, doppelten FP-Einheiten und vielen kleineren Verbesserungen kann die Leistung pro Takt gar nicht auf K8-Niveau kleben bleiben.
Der Hammer wurde mit unterirdischen Taktraten vorgestellt und war am Ende doch konkurrenzfähig. Während Intels Architektur-Wechsel bereits vollzogen war und die Aufwuchsmöglichkeiten nur noch im Cache, in den Taktraten und der massenhaften Billig-Produktion in 65 nm lagen, konnte AMD die Effizienz mit dem Winchester durch ausmerzen gröberer Performancebugs und 2-Kanal-Speicheranbindung auf Sockel 939 deutlich verbessern.
Also warte ich erstmal das marktreife Produkt ab und hoffe auf noch bessere Leistung bei folgenden Revisionen.
Ich gehe davon aus, dass ein K10 bald 30% schneller pro Takt arbeitet, als ein K8.
Das reicht zwar nicht für die Leistungskrone bei 2,0 oder 2,2 GHz, aber ein K8 mit 2,6 bis 2,8 GHz ist ja noch lange keine langsamer Prozessor und wenn das Benchmarks/Preis-Verhältnis stimmt, wird AMD weiterhin seine 20% Marktanteil behalten. Für den Serverbereich sind sicher auch die gegenüber Intel umfangreicheren, beschleunigten Virtualisierungsfunktionen attraktiv.
AMD vollbringt eine große Leistung mit dem ersten echten x86 Quadcore-Prozessor und hat sich in Sachen Verlustleistung ehrgeizige Ziele gesetzt. Besonders gut sieht es dann aus, wenn man neben Prozessoren die Chipsätze und den Arbeitsspeicher in eine Gesamtrechnung einbezieht.
Und dann ist da noch die Sache mit den Benchmark-Programmen. Solche Kleinstalgorithmen wie SuperPI oder solchen SiSoft-Kram konnte Intel schon immer gut verkaufen. Ich selbst habe mich mehr für die Allround-Hammer aus Grafik, 3D-Sound, Physik, AI usw. interessiert, bei denen dann allerdings AMD oft gut abgeschnitten hat.
Intels Ankündigungen der Core2Duo-Leistung habe ich anfangs für übertrieben gehalten, aber die hatten wohl so viel Druck die Leistung zu steigern und den Energieverbrauch zu senken, dass die länger in den Hinterstübchen gearbeitet haben, um von Anfang an ein marktreifes, hoffentlich nur vorübergehend führendes Produkt vorzustellen. Nebenbei fiel Intel mit dem Powertop-Tool zur Verlängerung der Akkulaufzeit bei Notebooks positiv auf.
Bei AMD erwarte ich noch schnellere Steppings, beim gcc Optimierungen für die K10-Architektur, damit die Programme fliegen lernen. Man kennt es ja oft, dass gerade Hersteller teurer Unternehmenssoftware ihr Produkt nur für die Prozessoren des Marktführers wirklich anpassen.
Bei quelloffener Software kann man wirklich ausloten, was die Architekturen zu leisten im Stande sind. Dann kann man seinen SIMD-optimierten oggenc oder ffmpeg/mencoder anschmeissen, die maximale Last des LAMP-Servers simulieren, die openssl-Geschwindigkeit für https messen, mit Blender um die Wette rendern, die Virtualisierung auf die Spitze treiben und eine Menge echter Erfahrungen sammeln.
Bis ich allerdings meinen Sockel-A-Sempron zum Zweitrechner degradiere, wird wohl auch die K10-Architektur nicht mehr ganz taufrisch, aber dafür ausgereift sein.