Jetzt wird es arg lächerlich:
Bundesinnenminister Wolfang Schäuble hat im tagesschau.de-Chat betont, der Grund für den Amoklauf in Baden-Württemberg sei "nicht der Waffenbesitz" gewesen. "Wir wollen privaten Waffenbesitz nicht gänzlich verbieten", so Schäuble. "Wir haben ja ganz strenge Begrenzungen." Und auch die strengsten Vorschriften könnten nicht verhindern, dass dagegen verstoßen werde. Man dürfe nicht glauben, der Grund für das "schreckliche Geschehen" sei privater Waffenbesitz.
Das eigentliche Problem seien vielmehr die Gewaltdarstellungen und "wie unsere moderne Gesellschaft kommuniziert", so Schäuble weiter. Bezüglich der Gewaltdarstellungen fragte Schäuble, ob dies sein müsse und ob man nicht darauf verzichten könne. "Wenn durch Killerspiele solche Mechanismen in jungen Menschen aktiviert werden: Machen wir von unserer Freiheit in Zeiten moderner Medien nicht einen zu exzessiven Gebrauch?"
Ich bin weder für eine Verschärfung des Waffengesetzes noch der Einschränkung beim Videospielen. Es stimmt, dass die Forderung nach schärferen Waffengesetzen haargenau der forderung nach Schärferen Videospielgesetzen gleichkommt, gleichwohl ich verstehen kann, dass man bei Waffen ebenfalls sehr leicht die Frage stellen kann, warum man überhaupt Waffen zuhause braucht. Aber hier wird mal wieder von Schäuble so offensichtlich in festgefahrenen, vorurteilsstarrenden Denkmustern diskutiert, dass es weh tut. Zusammengefasst: "Wir wissen doch dass es an den Computerspielen liegt, da brauchen wir doch nicht über ein schärferes Waffengesetz diskutieren. Das geht doch völlig am Thema vorbei".
Da wird schlicht wieder eine Lobby bedient, zumal die Killerspieldiskussion sich hervoragend dafür eignet, die Wählerstimmen zu gewinnen. Durch die ewigen Diskussionen sich die Menschen dafür schliesslich schon schön sensibilisiert und mit einem Eingeständnis, dass es wohl vielleicht doch nicht an den Spielen liegt, würde man wohlmöglich sein Gesicht verlieren. Da wird lieber weiterhin auf falschen Pfaden getrampelt, als sich hinzustellen und zu sagen "Wir haben uns vielleicht geirrt und müssen schauen, ob der Hase nicht doch woanders begraben liegt". Aber mit Vorurteilen ist man ja schnell bei der Hand, das macht die Sache einfach.
Zumal ein CDU-Politiker den Teufel tun würde und es sich mit den oftmals älteren Menschen in Schützenvereinen verscherzen wird.
Vorallem dieses Klientel aus Mangel an Erfahrung ganz besonders positiv darauf reagieren dürfte, wenn man den Schwarzen Peter wieder den Killerspielern zuschiebt.
Das ist genau die Polemik, weswegen dieser Thread erst dicht gemacht wurde. Da wird augenscheinlichst mit zweierlei Maß gemessen. Vorallem witzig:
Laut Schäuble würden schärfere Waffengesetze nichts bringen. Denn auch gegen strengste Vorschriften könne verstoßen werden. Da ist es doch besser, wenn wir schärfe Gesetze gegen Computerspiele einführen.
Hört der Mann sich eigentlich selbst beim reden zu ?
Jetzt wurde ja bekannt das sich der Junge in psychiatrischer Behandlung befand, was für mich echt erschreckend ist, das ein 17 jähriger an Depressionen leidet.
Ich wage zu prognostizieren, dass dieser Fakt in den kommenden Wochen eher eine Randnotiz bleiben wird, die RTL und Co. in einem Nebensatz erwähnen, während sie hauptsächlich weiterhin modifizierte Ausschnitte aus der in Deutschland nicht freigegebenen CS:S Version zeigen.
Dort wurde keinesfalls reduziert auf Waffenmissbrauch und Spiele. Dass sie erwähnt wurden ist aber selbstverständlich, alles andere wäre Details verschweigen, egal welche Details.
Daran ist auch überhaupt nichts auszusetzen, von einer Pressekonferenz mit Polizei, Lokalpolitik etc. erwarte ich mir auch erstmal eine nüchterne Betrachtung der Ereignisse undsachliche Informationen, ohne Halbwahrheiten und Verschleierungen.
Problematisch ist, was die Medien wieder daraus machen und wie sich nicht unmittelbar betroffene Politiker wieder abseits der eigentlichen Problematik dazu äussern.
Da geht es dann nicht mehr um die Opfer. Das ist Instrumentalisierung der Geschehnisse für die eigene Karriere und Lobby.