Anfängerfragen zu Proxmox und Virtualisierung allgemein

Flachtaucher

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Frohe Ostern. :)

Ich bin im Thema Virtualisierung allgemein noch total unerfahren, vielleicht könnt ihr mich erhellen.

In diversen YT-Videos werden mit Proxmox immer Server virtualisiert.
Ich frage mich, ob das nicht auch mit meinem PC funktionieren würde, an dem ich direkt arbeite? Momentan habe da ein Win10Pro und ein Mint drauf, zwischen denen ich jeweils umboote. Schnell zu installierende Container klingen schon ganz nett, zudem könnte ich mit Proxmox wohl mehrere Windows-Versionen nebeneinander installieren.

Wenn ja, wie sollte ich denn dort ein z.B. Win10 installieren, wenn Proxmox nach der Installation nur eine rudimentäre Linux-Konsole anbietet. An sich müsste das ja von einem anderen Rechner per Web-Interface machen, oder geht das vieleicht auch in der Konsole?
Wenn Win10 dann in einem Container läuft, hat das dann noch die "echte" Hardware meines PCs vor Augen oder wird dem wie z.B. in Virtualbox virtuelle Hardware vorgegaukelt?
Wie würde sich dass auf die Geschwindigkeit auswirken, immerhin läuft ja Proxmox als Hypervisor über dem Win10 und verbraucht ja auch Rechenleistung.

Fragen über Fragen...
Danke
 

PHuV

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Ich frage mich, ob das nicht auch mit meinem PC funktionieren würde, an dem ich direkt arbeite? Momentan habe da ein Win10Pro und ein Mint drauf, zwischen denen ich jeweils umboote. Schnell zu installierende Container klingen schon ganz nett, zudem könnte ich mit Proxmox wohl mehrere Windows-Versionen nebeneinander installieren.
Kannst Du machen, Du brauchst dann aber auch mehrere Windows Lizenzen.
Wenn ja, wie sollte ich denn dort ein z.B. Win10 installieren, wenn Proxmox nach der Installation nur eine rudimentäre Linux-Konsole anbietet.
Eben genau über diese.
An sich müsste das ja von einem anderen Rechner per Web-Interface machen, oder geht das vieleicht auch in der Konsole?
Korrekt, eben über ein Zusatzverwaltungsprogramm oder Proxmox VE Oberfläche.
Wenn Win10 dann in einem Container läuft, hat das dann noch die "echte" Hardware meines PCs vor Augen oder wird dem wie z.B. in Virtualbox virtuelle Hardware vorgegaukelt?
Virtuelle Hardware! Man kann einiges wie die GPU durchreichen, da weiß ich aber nicht, ob das die kostenlosen Versionen auch zulassen, sowas lassen sich die Hersteller normalerweise durchreichen. USB sollte heute kein Problem mehr sein, es gibt jedoch ab und zu doch noch Probleme, wenn man mehr möchte (z.B. Logitech Tastatur mit Gaming Software/G-Hub zur Tastenbelegung und entsprechende Treiber zur VM durchreichen).
Wie würde sich dass auf die Geschwindigkeit auswirken, immerhin läuft ja Proxmox als Hypervisor über dem Win10 und verbraucht ja auch Rechenleistung.
Ist natürlich etwas langsamer als nativ.

Blöde Frage, warum verwendest Du kein Oracle Virtualbox, VMWare Player, oder das in Windows 10 bereits vorhandene Hyper-V, um Dein Linux zu virtualisieren?

Linux läßt sich immer gut virtualisieren. Windows nur, wenn man auf direkte HW-Unterstützung verzichten kann.
 

KillerCow

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da weiß ich aber nicht, ob das die kostenlosen Versionen auch zulassen
Proxmox VE ist vollständig open source und bietet immer den vollen Funktionsumfang. Hardware in eine VM durchreichen ist aber (leider) auch von der vorhandenen Hardware und deren Support dafür abhängig.

@Flachtaucher Was genau möchtest du denn erreichen? Davon hängt es eben auch ab, welche Art von Virtualisierung (Desktop oder Baremetal) sinnvoller ist.
Die ebenfall von Proxmox angebotenen Container sind nicht wirklich eine Virtualisierung, sondern vielmehr eine Abschottung von Prozessen untereinander und zum Hostsystem. Deshalb kann in einem Container so ohne Weiteres auch nur ein Programm laufen, das nativ auf dem Hostsystem laufen kann.
Eine virtuelle Maschine hingegen stellt im Prinzip einen kompletten Rechner dar, inklusive aller Hardware, die so gebraucht wird. Deshalb kann in einer VM auch nahezu jedes Betriebssystem laufen.
 

Flachtaucher

Cadet 3rd Year
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...
Blöde Frage, warum verwendest Du kein Oracle Virtualbox, VMWare Player, oder das in Windows 10 bereits vorhandene Hyper-V, um Dein Linux zu virtualisieren?
...
Habe ich schon, Xubuntu in Virtualbox, mit 2 Kernen, 4096 GB Ram auf ner 20GB HD. Die ganze VM liegt auf der SSD.
Kommt von der Leistungsfähigkeit aber bei weitem nicht an die echte Mint-Partition an (4 Kerne, 16GB Ram).
Linux in Hyper-V habe ich von Schwierigkeiten gehört/gelesen, nichts spezifisches, so allgemein. Habe ich aber noch nicht ausprobiert.
 

andy_m4

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VirtualBox gehört generell nicht zu den schnellsten Lösungen. Für die Virtualisierung zwischendurch zum rumprobieren ganz nett. Wenn Performance ein Problem ist (also im Sinne von: ist tatsächlich zu langsam für das was ich brauche), dann sollte man lieber zu was anderem greifen.
Wenn Du eh ein Windows als Host zu laufen hat bietet sich Hyper-V an.
Proxmox benutzt KVM und setzt einen Linux-Host voraus. Theoretisch kann man es natürlich trotzdem nehmen und dann das benötigte Windows virtualisiert betreiben. Ist aber so ein bisschen von hinten durch die Brust ins Auge.
 

Art Vandelay

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....
Linux in Hyper-V habe ich von Schwierigkeiten gehört/gelesen, nichts spezifisches, so allgemein. Habe ich aber noch nicht ausprobiert.

probiere es einfach aus, nimmt sich mit Virtalbox nicht viel. Und Virtualisierung reicht nicht an ein nativ installiertes Betriebssystem ran, daher auch klar, dass dein Virtualbox Xubuntu nicht an das Linux Mint ran kommt.
 

Chris_S04

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Linux in Hyper-V habe ich von Schwierigkeiten gehört/gelesen, nichts spezifisches, so allgemein. Habe ich aber noch nicht ausprobiert.
Die meisten Linux Distros kann man problemlos in Hyper-V virtualisieren, da sollte es keine Probleme geben.
Bei Distros auf Archbasis war immer wichtig im Bootloader auch die proprietären Treiber zu laden, aber ansonsten hätte ich hier selten Probleme. Und falls es doch Mal klemmt sollte eine Gen 1 VM trotzdem laufen.

Also wenn du sowieso Windows als Host einsetzt, würde ich dir auch zu Hyper-V als Hypervisor raten.
 

PHuV

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probiere es einfach aus, nimmt sich mit Virtalbox nicht viel. Und Virtualisierung reicht nicht an ein nativ installiertes Betriebssystem ran, daher auch klar, dass dein Virtualbox Xubuntu nicht an das Linux Mint ran kommt.
Wenn man es mit genügend Ressourcen ausstattet, merkt man kaum einen Unterschied zu nativ. Nimm eine NVMe SSD per PCIe, genügend CPUs und RAM, 10Gbit Interface, und da merkst Du kaum einen Unterschied. Nicht umsonst werden heute doch zig Server virtuell mit Datenbanken, Apps und Co, eingesetzt.
 

DerMuuux

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Ich glaube am Anfang steht die Frage, was machst du hauptsächlich an deinem Rechner?
Sollte das Zocken sein (oder andere Windows-only-Programme), dann ist vermutlich ein Windowshost mit virtualisiertem Linux das Sinnvollste.
Anderfalls gibt es Möglichkeiten wie Proton/LookingGlass/etc um auch auf einem Linuxhost performant zu spielen.
Generell kann ich dir empfehlen einfach mal ein wenig mit Proxmox auf einem alten Rechner herum zu spielen. Ist echt top, aber nicht die Antwort auf ALLE Probleme.
 

Art Vandelay

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Wenn man es mit genügend Ressourcen ausstattet, merkt man kaum einen Unterschied zu nativ. Nimm eine NVMe SSD per PCIe, genügend CPUs und RAM, 10Gbit Interface, und da merkst Du kaum einen Unterschied. Nicht umsonst werden heute doch zig Server virtuell mit Datenbanken, Apps und Co, eingesetzt.

Ja, da bin ich ganz bei dir, aber im Server Umfeld hat man dann auch genug Wumms in der Maschine und kein Client OS mit Virtualbox.
 
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