News AppleCare One: Neues Kombi-Abo startet, Einzelverträge werden verteuert

TomH22 schrieb:
Das sind genau die Kosten um die es geht, nur ist Deine Einschätzung der Verteilung krass falsch. Lager- und Logistikkosten sind oft ein vielfaches des Herstellungspreises.
Hast du da ne Quelle?
Ich kann mir das natürlich vorstellen wenn Bosch da ne Spezialschraube für ein Gerät vorhalten muss was nur 1000 mal verkauft wurde oder wenn Produkte aus Tausenden einzelnen Komponenten bestehen die ggf. auch noch umständlich zu lagern sind (z.B. Autoteile).
Aber bei nem 80 Dollar Display für ein Gerät welches in Größenordnung 100 Mio Geräten verkauft wird?
Da kannst du ja davon ausgehen, dass die Größenordnung 10 Mio spares über die Jahre verkaufen.
Und das von ner Komponente die klein ist und nicht viel wiegt.
Wenn ich die Größe einer aktuellen Handyverpackung zu Grunde lege reden wir von unter 100 Schiffscontainern, mit optimierter Verpackung sollten 50 Container reichen.
Die kosten von China nach Europa/USA Größenordnung 4-5k Dollar pro Stück.
Verdoppeln wir mal für den Weg bis zum Lager und rechnen nochmal das gleiche fürs Lager selber sind wir bei ner Millionen (aka 0,125% des Einkaufspreise).
Selbst wenn ich jetzt noch 10 bewaffnee Sicherheitsleute je Kontinent dazurechne die die Container bewachen bin ich noch ganz weit von 10% weg.

TomH22 schrieb:
Hinzu kommen übrigens noch die Kapitalkosten
Die habe ich bewusst rausgelassen. Zum einen weil es ein Anreiz ist Produkte zu bauen die weniger Reparaturen (wobei hier das Display natürlich ein schlechtes Beispiel ist weil die meisten wohl durch Fremdeinwirkung sterben) brauchen und zum anderen weil es aus Umweltsicht besser ist eben nicht einfach 50 Schiffscontainer auf Vorrat zu produzieren sondern je nach Bedarf nach 2-3 Jahren ne Charge nachproduzieren zu lassen.
Und ja, Apple kann die (im Gegensatz zu ner Mini-Firma die nimmt was der Markt hergibt) nachproduzieren lassen.

TomH22 schrieb:
Du vermischst hier Themen, Tintenpatronen sind Verbrauchsmaterialen und keine Ersatzteile.
Das ist korrekt, ändert aber nichts dran, dass Apple das auch bei Ersatzteilen zu vermeiden versucht.

TomH22 schrieb:
Das Problem ist, dass die Lebensdauer eines Produktes ja nicht nur von der Herstellungsqualität abhängt, sondern auch von den Betriebsbedingungen.
Das hat aber erstmal nichts mit der Dauer zu tun.
Ich kann bei atypischer Nutzung (24/7 Betrieb und immer auf Anschlag voll) ne Waschmaschine sicherlich auch in 2 Jahren killen, ne gewissen Mischkalkulation ist das immer.

Und die Bedingungen gelten ja für alle Hersteller gleich. dann werden halt alle Geräte 20% teuer weil die Hersteller z.B. bessere Lager einbauen müssen und man kann halt keine 12kg mehr draufschreiben und muss die dann noch realistischen 7kg bei 1600rpm evtl. auch erzwingen um langfristige Schäden zu vermeiden.

TomH22 schrieb:
ursprünglich ging es in diesem Thread ja um Apple Care.
Das ist korrekt, bin wohl was abgedriftet weil AppleCare ja eher das Symptom und weder das eigentliche Problem noch die Lösung ist.
 
Blutschlumpf schrieb:
Hast du da ne Quelle?
Leider keine die ich öffentlich nennen kann. Da ich beruflich im Bereich Software für Logistik Prozesse unterwegs bin, habe ich schon ab und zu mit den Ersatzteil- und Service Prozessen von Unternehmen zu tun gehabt. Die wenigsten Unternehmen verdienen in diesem Bereich Geld, und im Gegensatz zur landläufigen öffentlichen Meinung legen die Hersteller schon Wert auf hohe Qualität ihrer Produkte, denn jede Kundenreklamation ist teuer. Die internen Prozesskosten eines Kundentickets, selbst wenn das Ticket nur eine einfache Rückfrage ist, liegen schnell bei 50 bis 100 EUR. Deswegen versuchen Firmen so intensiv Kundenfragen mithilfe von FAQs, KI Chatbots, und ähnlichem zu vermeiden.

Jetzt ist Apple mit Sicherheit viel besser dran, als die meisten anderen Unternehmen, weil sie eben eine sehr hohe Marge haben, insofern denke ich schon das Apple zu den Unternehmen gehört, die auch mit Service und Reparaturen Geld verdienen.
Leider ist es so, dass nur vergleichsweise teure Produkte überhaupt wirtschaftlich reparierbar sind. Ich habe mal versucht einen Bosch Akkuschrauber aus der grünen Consumer Linie nach Ablauf der Garantie reparieren zu lassen. Der Reparturpreis von 90 EUR war durchaus fair, aber der Marktpreis eines neuen Gerätes lag eben bei 70 EUR. Für 70 EUR mit allem drum und dran (also Ersatzteile, Arbeit, Versand, usw.) kann man kein elektrisches/elektronisches Gerät reparieren lassen - außer vielleicht mit prekär Beschäftigten in Hinterhof Reparturshops.

Blutschlumpf schrieb:
Umweltsicht besser ist eben nicht einfach 50 Schiffscontainer auf Vorrat zu produzieren sondern je nach Bedarf nach 2-3 Jahren ne Charge nachproduzieren zu lassen.
Und ja, Apple kann die (im Gegensatz zu ner Mini-Firma die nimmt was der Markt hergibt) nachproduzieren lassen.
Apple hat eher das umgekehrte Problem: Die Stückzahlen sind so hoch, dass Apple den gesamten Produktlebenszyklus vorab planen muss. Die haben vermutlich einen gewissen Stückzahl „Korridor“ indem sie sich nach Marktlage auf- und ab bewegen können, aber mehr nicht. Deren Zulieferer werden dann z.B. eine Zeitlang iPhone 17 Displays produzieren, und dann ihre Maschinen auf iPhone 18 Displays umrüsten.


Aber klar, Apple wird auf seinen Ersatzteilen auch eine Apple übliche Marge haben, zumal Apple eigentlich keine Teile verkaufen möchte, sondern eigentlich nur Reparaturen bei sich selbst oder den autorisierten Partnern.

Aber Deine 115 EUR für ein Display was 80 EUR kosten würde, halte ich für unrealistisch. Ich weiß jetzt nicht wo Du die 80 EUR her hast. Falls es ein umgerechneter Dollar Preis ist: Die üblichen Schätzungen sind ja netto Preise, d.h Endkundenpreis wäre schon mit deutscher MwSt knapp 100 EUR.

Ich würde 100-150% Aufschlag auf die Herstellkosten realistisch finden, also 160- 200EUR.

Falls man offiziell Ersatzteile an Endkunden verkaufen möchte, muss man auch Pflichten nach dem ElektroG einhalten, wie Rücknahme der Altteile. Auch das kostet nochmal extra.


Blutschlumpf schrieb:
Und die Bedingungen gelten ja für alle Hersteller gleich. dann werden halt alle Geräte 20% teuer weil die Hersteller z.B. bessere Lager einbauen müssen
So funktioniert der Markt nicht. Der Hersteller kann auch ins Risiko gehen oder alternative Strategien entwickeln, wie z.B. mit Hilfe der heute in vielen Geräten sowieso vorhandene Software die Belastung für die Geräte senken.
Unsere aktuelle Miele Waschmaschine kann die 8kg nur in einem Teil der Programme, oder z.B. die höchste Schleuderdrehzahl macht sie nur, wenn sie mit maximal 4kg beladen ist.
 
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