Arabische Welt - Viva la Revolution

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@hal9000: Das die Imperialismus Keule kommt war ja abzusehen. Aber ist denn nicht genau das Gegenteil der fall? Würden wir nicht intervenieren wäre Libyen immer noch ein großer Absatzmark für westliche Firmen. Nur durch die Unterstützung der Aufständigen "entzog" Gadaffi dem Westen die Investitionsmöglichkeit. Würde nichts passieren wäre Gaddafi bald in Bengasi mit schwerem Gerät und wir würden immer noch in den Land investieren können.

Und les dir mal die Definition von Imperialismus durch. Dies ist etwas komplett anderes. Die Verwaltung wird ja nicht angetastet nur als kleines Beispiel.

@Chaos...: Ohne Grund wird nicht Interveniert. Auch wenn es duzende geben könnte. Ich hoffe das dies noch öfters der Fall wird. Vorausgesetzt die Unterstützung des Volkes ist gegeben durch einen Aufstand oder ähnlichem.
Ebenso darf das "danach" nicht vernachlässigt werden. Schulen bauen, Infrastruktur aufbauen etc.

Das eine Intervention immer ein unabschätzbares Risiko beinhaltet weiß jeder. Dieses Risiko muss eingegangen werden. Kopf in den Sand und lasst die Despoten weiter ihr Volk knechten ist hoffentlich bald "von gestern".

(Was du mit Dubja meinst würde ich allerdings gerne wissen)
 
natürlich ist es angenehm, marodierend über den planeten zu ziehen und alles in schutt und asche zu legen um es danach wieder auf bauen zu können. widersinner kann man gar nicht sein, aber es sichert arbeitsplätze. um wieviel größer sind erst die investitionsmöglichkeiten, wenn die "rebellen" die zügel in de hand halten? und günstiger an nützliche rohstoffe kommt man noch dazu. ganz zu schweigen vom warmen geldsegen der dortigen landesbankbestände. das die verwaltung nicht angetastet wird, ist nicht mehr wie eine phrase. in allen befriedeten ländereien wurde die alte verwaltung gegen eine genehmere getauscht. blaue augen schön und gut, aber man muß damit den realitäten ins auge blicken und nciht an einer linsentrübung leiden.
 
TalBar schrieb:
Ohne Grund wird nicht Interveniert. Auch wenn es duzende geben könnte.
Im Fall von Nordkorea gibt es mindestens 2 Gründe und trotzdem unternimmt niemand etwas.
Die Elfenbeinküste scheint dem Westen auch egal zu sein, genauso wie Bahrain oder Tibet.


TalBar schrieb:
Vorausgesetzt die Unterstützung des Volkes ist gegeben durch einen Aufstand oder ähnlichem.
Im Iran und auch in Tibet gab es Aufstände und niemand im Westen hat eine Intervention gefordert.
TalBar schrieb:
Ebenso darf das "danach" nicht vernachlässigt werden. Schulen bauen, Infrastruktur aufbauen etc.
Aber momentan haben wir keinen Plan für das "danach" in Libyen und das mit den Schulen hat in Afghanistan auch nicht geklappt.
Selbst im Kosovo müssen unsere Truppen noch immer stationiert sein, damit dort Ruhe herrscht.
Wollen wir das überall dort machen, wo ein Diktator sein Volk unterdrückt (also auch dort, wo es kein Öl gibt?)
Wobei wir China, Russland, Nordkorea und den Iran schon einmal ausklammern, weil wir dort zu hohe Verluste zu erwarten hätten.

TalBar schrieb:
(Was du mit Dubja meinst würde ich allerdings gerne wissen)
G.W. Bush junior

Mr. Bush* schrieb:
Der US-Kongress muss den Krieg bewilligen.
Nur bei einer formalen Kriegserklärung. Der US Präsident darf bis zu 60 Tage Krieg führen, bevor er eine Zustimmunng durch den Kongress einholen muss.
 
Zuletzt bearbeitet:
buzz89 schrieb:
Und ein anfeuern der Demonstrationen und dann weggucken wenn die Demonstranten abgeschlachtet werden ist auch nicht die feine Art.

Das ist Heuchelei at its best.

Die Leute in Bahrain und Yemen werden weiterhin abgeschlachtet, auch nach der "Anfeuerung". Hier beschwert sich natürlich keiner. Warum? Tja, man glaubt es kaum, aber für manche Menschen in der Politik gibt es gute und böse Diktatoren die ruhig Diktator bleiben dürfen, wenn sie die Interessen des Westens folgen. :rolleyes: Ist euch diese Tatsache eig. bewusst? Wie Doppelseitig die Welt auf Diktatoren hinabsieht und auf deren Taten? Ist das etwa nicht das größere Übel auf der Erde, als die Aktion um Gadaffi gerade und liegt die Lösung nicht eventuell bei diesem Aspekt?

Bevor sich diese Einstellung gegenüber den guten Diktatoren nicht ändert, wird so gut wie kein Mensch in dieser Region frei sein dürfen, da es nicht um die Bevölkerung gehen wird, sondern um Profit einzelner fetter Schweine. Kommt mir gefälligst nicht damit, das es möglicherweise anders kommen wird, wenn Gadaffi geht. Diese Kranken haben die Unterstützung im Westen über Jahrzehnte gefunden und sie werden sie wieder finden, wenn es für uns profitabel wird.
Wenn einer einen triftigen Grund hat, warum sich das auf einmal alles ändern sollte, dann her damit.
Das ist kein bashing gegen den Westen, das ist die Analyse des gesamten Problems hier.

Wenn Gadaffi gehen soll, dann bitte auch alle anderen Diktatoren in der Region. Auch die, die Pro-West eingestellt sind. Ich bin gespannt wie das vereinbart wird.

Krieg scheint für manche des Weiteren auch immer gleich die ultimative Lösung zu sein. Im Beispiel Gadaffi hätte man mehrere Luftabwehrraketen aufstellen können, um die angeblichen Luftangriffe zu behindern. Warum ist das keine Option? Warum es nicht erst so versuchen und dann erst bomben, um die Leute eventuell zu verschonen, denen mal helfen will? Weil er damit droht, Europa den Ölhahn zuzudrehen außer für Deutschland und daher wäre es für manche Länder von Vorteil, wenn er zufällig dabei stirbt und das Ölproblem bezüglich Libyen für Europa vom Tisch wäre?

Manche versuchen hier dieses "Sie wollen nur das Öl" so herunter zu spielen.
Sagt mir doch bitte einmal, was ich davon halten soll, wenn ein Diktator sagt, er wird kein Öl mehr liefern, dannach Alliierte kommen um zu bomben wegen der humanitären Hilfe, zur gleichen Zeit jedoch in Bahrain und Yemen die Menschen auch vom Staat abgeschlachtet werden? Darf man also den Leuten erst dann durch Bomben helfen, wenn sie vom eigenen Staat aus der Luft beschossen werden? Ansonsten können sie ruhig unter diesen Umständen weiterleben? Was soll das für eine Logik sein?

Ich mag Gadaffi nicht. Doch genauso mag ich diese scheiß Doppelmoral der Menschen und der Politik bezüglich dieses Themas nicht.

=buzz89 schrieb:
Und bitte die Politiker regieren nicht die westliche Welt es sind die Medien.
Bitte vergesst dies nicht.
Die Medien regieren den Westen?
Medien sind Werkzeuge der Politik, nicht umgekehrt. :freak:
Wenn, dann regiert die Politik durch die Medien den Westen.

buzz89 schrieb:
Man kann diese Situation nicht mit anderen vergleichen und schon gar nicht mit dem Einmarsch in den Irak oder Afgahnistan.
Man hat daraus gelernt, das sollte offensichtlich sein.
buzz89 schrieb:
Niemand wird so dumm sein und Bodeneinheiten einsetzen, niemand will ein zweites Irak.
Die Amerikaner haben mittlerweile gelernt.
Der Krieg ist illegal, genauso wie es der Krieg im Irak ist aus der Sicht der USA.
Der US-Kongress muss den Krieg bewilligen. Hat sich Obama dort blicken lassen und darüber debatieren lassen?
Wo hat man hier bitteschän draus gelernt? Der selbe Mist wie im Irak.

buzz89 schrieb:
Das er nachweislich Terroristen unterstützt ist klar
Ohje, dieses Terroristen-Argument mal wieder. :rolleyes:
Jeder kranke Diktator der gehen soll hat immer was mit Terroristen zu tun. Mag ja sein, ignorierst du jedoch hierbei gezielt die Beweise die andeuten, das auch der Westen was mit Terrorgruppen am Hut hat?

Weißt du überhaupt, wer der erste war, der durch Interpol nach bin Laden hat suchen lassen und einen Haftbefehl aufgegeben hat, und das schon 1998? Und weißt du auch, wer diesen Haftbefehl behindert hat? Weißt du auch, wer Al-Qaeda 1996 bezahlt hat, damit sie Gadaffi umbringen?

Was sagst du dazu? Oder bist du jetzt total schockiert darüber, das auch der Westen ab und zu mal die Dienste von Terroristen in Anspruch nimmt? :eek:
Im Übrigen ist das wieder kein bashing gegen den Westen, das ist die Analyse des gesamten Problems.

Und hier noch etwas interessantes extra für dich:
Libya: the West and al-Qaeda on the same side
Also, schön weiterbomben, damit Al-Qaeda vorrücken kann...
 
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Der ausschlaggebende Impuls kam allerdings von der Arabischen Liga. Diese distanzierte sich von Gadaffi weit bevor der Westen in irgendeiner Weise adäquat reagierte. Und arabische Länder unterstützen die laufenden Operationen logistisch wie auch militärisch.

Ich hoffe das ein Umdenken in der Region beginnen wird und durch Libyen anfing. Nur mit dem Westen zu argumentieren ist ebenso stark vereinfachte Kritik.
 
Das ist doch klar, die muslimischen Bürger in den afrikansichen Staaten sehen den Westen, die Bildung, die Demokratie, die Freiheit, durch Internet Facebook, Twitter.. wird es leichter den Reichtum und vorallem die Freiheit zu erkennen, die Demokratie bietet, die Muslimen sind sehr gebildet und können auch gute Menschen werden wir alle sind nur einmalig auf dieser Welt warum also alles zerstören!?....
 
Jaja... Wenn es dort um Freiheit oder sonst um Etwas ginge, müsste die UNO Hilfsorganisation dort reinspazieren und nicht das Militärbündnis NATO das ausschließlich ein Militärbündnis ist und keinerlei zivile Hilfe in seinem Wortschatz aufweist, mit seinem Tod bringenden Uranmunition, die Zigtausend Jahre das Gebiet und die Menschen dort sterben lassen wird, wo es Zigtausend Jahre lang Missbildungen, Krankheiten, Leid und Elend bei der Bevölkerung bringen wird...

In Libyen läuft seit Jahren ein Bewässerungsprojekt, das die Wüste aufblühen lassen soll und somit auch Wasser und Nahrung für ganz Afrika bereitstellen könnte. Wäre wirklich tragisch wenn dort die von der UN verbotenen Waffen eingesetzt werden würden.

Die Waffen, die die Bevölkerung von Bahrain zu spüren bekommt, wurden kürzlich aus Deutschland gekauft . Da Deutschland sich darüber im Klaren ist, dass in diesen Ländern Menschrechte mit den Füßen getreten werden, sollten Sie auch wissen das der Verkauf von Waffen an solche Länder Illegal ist und ich empfinde das als eine Unterstützung dieser Regime gegen die Menschenrechte.

Es ist auch ein Rätsel, warum gerade Jetzt auf einmal, Menschen die regelmäßig demonstrieren, von ihrem eigenen Staat niedergemetzelt werden und das in der ganzen Region, ein Land nach dem Anderen... Syrien und Iran werden auch folgen und Obama wird sagen: Mensch, wir müssen den Menschen zu ihrer Freiheit mit der NATO verhelfen.

Und wer denkt, in Freiheit zu leben, seine Persönlichkeit nach seinem Ermessen entwickeln zu können, in einer echten Demokratie zu leben und alles Vernünftige tun oder lassen kann, sollte noch einmal über Freiheit nachdenken.

Irak wird und wurde auch vergessen, dort hat man Nichts gefunden was dem Irak vorgeworfen wurde. Dazu könntet Ihr euch wirklich mal aus meiner Signatur "History of USA" angucken. Die Kriege nach dem 2. Weltkrieg sind Allesamt Illegal und fingen mit einer Lüge an.
 
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Dir ist schon klar, dass die USA damit eigentlich gar nichts zu tun haben will?
Das USA gebashe ist hier fehl am Platz. Frankreich und England sind hier die Triebfedern. Aber das wird mal wieder ausgeklammert.

Wäre Gaddafi einfach zurückgetreten würden diesem Projekt nichts passieren. Hat er aber nicht. Er hat sein Volk mit Krieg überzogen. Und seid wann ist Uranmunition illegal? Wer dem Westen droht sollte mit weitreichenden Konsequenzen rechnen. Diese Munition ist nur eine davon.
 
dann laß uns doch dem "irren" dort unten all unseren biologsichen und chemischen waffen auf den kopf schmeißen. die wirken wenigstens nicht sofort und haben nicht extreme langzeitfolgen. und man kann das mit weitreichenden konsequenzen abtun. dann hat er wenigstens einen gewichtigen grund, uns unser öl nicht mehr liefern zu wollen. die meistem straftäter wollten mit ihren tun nix zu tun haben. irgend eine entschuldigung muß man sich ja abringen. wenn man wirklich nicht gewollt hätte, hättem man den pariser zwerg ja machen lasen könne. war mal nicht was, das er treten wollte und die ach so demokratischen rebellen da keine lust zu hatten? warum hören die nicht auch mal auf mit der schießerei? und warum will man denen mitlerweile waffen liefern? reicht es nicht, das man von einer flugverbotzone zum schutz der bevölkerung (der bewaffneten eigentlich auch? ), über verhinderung einer humanitären katastrophe, über angriffe zum schutz der bevölkerung zu angriffen, damit die regulären truppen die rebellen nicht mehr angreifen, gekommen ist? wo endet das? denn selbt eine invasion ist von dieser merkwürdigen resolution gedeckt. da sind nur besatzungstruppen "verboten" . yes we can, krieg ist gut und nützlich.
 
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Der "französische Zwerg" heißt Sarkozy. Personen des öffentlichen und politischen Lebens zu diffamieren stärkt deinen Standpunkt nicht. Von daher schreibe doch einfach seinen richtigen Namen, was auch nicht so lächerlich wirkt wie "ADHS Zwerg" "französischer Zwerg" "Zwerg" etc.

Wo das enden wird? In einer besseren Welt hoffe ich. Die Gewissheit hat leider keiner. Nennt sich Risiko und dieses muss eingegangen werden. Oder wollen wir noch weitere 20 Jahre, nach dem Fall der UdSSR, im Außenpolitischen Nirvana herum dümpeln?
Endlich wird mal was gemacht und dieses mal scheint dies auch konsequent zu werden. Sarkozy drohte gestern dem Jemen sowie den anderen arabischen Gewaltherrschern. Was wollt ihr noch?
Ganz viele Blumen über die arabischen Staaten abwerfen damit diese sich endlich anfangen zu lieben?

...
 
TalBar schrieb:
Was wollt ihr noch?

Hans Dietrich Genscher hat mal so schön ausgedrückt:
Früher gabs für solche Diktatoren ein bischen Geld und eine Villa am Mittelmeer.

Für mich ne gute Entscheidung, wenn man dadurch Krieg und Todesopfer vermeiden kann.
Seit 9/11 wird einfach viel zu schnell weggebomt. Wo bleiben die diplomatischen Besuche um das Unheil abzuwenden?
Man hätte auch den UN-Generalsekretär für Verhandlungen hinschicken können. Oder Sarkopzy, der war ja schließlich mal dicke mit ihm befreundet. Auch Berlusconi konnte anscheinend gut mit ihm. Aber wer kriecht scjhon von diesen Playboys einen "verrückten" Diktator in den Arsch wenn man nur ein paar Menscheleben retten könnte.
Der Bau eines Atomkraftwerks ist da natürlich ne ganz andere Liga. Da geht es.


Ich finde ja auch nicht gut was da in vielen arabischen Ländern abgeht. Aber Krieg sollte immer nur als ultima ratio angesehen werden wenn alle andern Mittel erschöpft sind.
 
Aber hätte man Gaddafi den Bürgerkrieg gewinnen lassen, was ohne Intervention zweifelsfrei geschehen wäre, wäre das meckern ebenso vorhanden. Vermutlich von den gleichen Personen.
Und in Zeiten von globaler Kommunikation und Internet wird das Diktatoren tolerieren und unterstützen nicht mehr gerne gesehen. Was der Western macht, macht er falsch. Mir scheint es, dass bestimmte Personen nur irgendeine Agitation und nicht Agitation des Westens suchen, diese dann mithilfe ihres absoluten Denken bearbeiten und dann kritisieren. Was genau passiert ist dann relativ egal.

Mir gefällt keiner von den Diktatoren auf der Welt. Aber das irgendeiner nicht freiwillig den Platz räumen will war ja klar. Und hätte Gaddafi die Revolution niedergeschlagen wäre es vorbei gewesen. Nun interagiert der Westen und was sehen wir? Syrien, Jemen, Bahrein, Jordanien etc überall geht es noch stärker weiter oder beginnt.

In meinen Augen ist diese Intervention ein Zeichen an die arabische Welt. Und dieses Zeichen brauch diese Region. Denn was ist in 30 Jahren wenn das Öl weg ist und dessen Einnahmen direkt in die Taschen der Despoten geflossen sind? Dann ist "die kacke am dampfen" und dann hätten sie recht mit "uns hat der Westen nicht geholfen".
 
TalBar schrieb:
Aber hätte man Gaddafi den Bürgerkrieg gewinnen lassen, was ohne Intervention zweifelsfrei geschehen wäre, wäre das meckern ebenso vorhanden.

Du hast da natürlich recht. Aber in der Zeit von den ersten Protesten bis zur UN-Resolution und den kurz darauf folgenden Angriffen ist verdammt viel Zeit vergangen. Zwischendurch kam noch ein bischen Japan mit ins Spiel.
Man hatte auf jedenfall viel Zeit um diplomatisch intervenieren zu können. Und genau das ist eben nicht passiert. Stattdessen wurde zugesehen, ein paar Reden im Parlament wurden Richtung Gaddafi gehalten, doch keiner hat mit Gaddafi direkt geredet. Im normalfall wird für jeden Konflikt ein halbwegs neutraler diplomatischer Vermittler gefunden welcher vor Ort Gerpäche führt.
Warum nicht hier?
 
Natürlich ist es zu kritisieren, dass die diplomatischen Prozesse vernachlässigt wurden oder gar nicht erst statt fanden. Aber UN/EU/NATO was auch immer ist sehr selten dazu fähig eine schnelle, konsequente und für alle zufrieden stellende Reaktion zu fabrizieren.
Vor allem bezweifle ich das der König der Könige von Afrika sich zu irgendwelchen Kompromissen bereiterklärt hätte.

Die letzte Konsequent ist nunmal die militärische Intervention. Diese findet statt und hat ihre Berechtigung.
(Was ich ja in Post #472 kurz erläutert habe)
 
@Talbar Uranmunition ist so gesehen seit dem Abwurf-Verbot einer Atombombe Illegal, da es genauso verheerende Folgen hat wie die Mutterbombe, Uranmunition wurde offiziell 2009 verboten. Das einzige Manko wie immer: USA und Russland haben es nicht unterschrieben, aber die übrigen NATO-Staaten. Und es führt die NATO den Krieg.

Und wie du bereits sagst, will die USA eigentlich Nichts damit zutun haben (wollen), warum? Man schaue sich die Kolonialzeiten an. Weil Libyen französisch war/ist und sich deswegen vll die Führungsrolle annehmen möchte, so wie Algerien Bspw. wo Frankreich seine Atombombentests gemacht hat, Ende des Fr/Alg Krieges. Ich kann nicht fassen, dass nach All diesen auf Lügen basierenden Kriege, unsere Bevölkerung blind den Medien vertraut und es wieder auf der Stelle glaubt und sich die Meinung die verbreitet wird, annimmt. Ich möchte hier gar nicht bestreiten, dass die Bevölkerung dieser Länder endlich Demokratie erfahren wollen. Saddam war im 8-jährigen Krieg gegen Persien der Befreier und unterstützer gegen das Böse, nachdem er die Ziele der USA nicht erreichen konnte, ist er in Kuwait einmarschiert, was ihm wohl um Meilen leichter gefallen wäre.

In der Resulution der NATO steht ausdrücklich drin, dass die NATO nur militärische Ziele verfolgt. Für Befreiung von Völker und "Gruppen auseinander halten" ist die UNO da. Wenn man nur Gaddhafi loswerden wollte, wären kleine Militäroperationen viel effektiver, als eine "Flugverbotszone" zu errichten, das übersetzt nur heisst: Freigegeben für Bombardement von Bodenzielen aus der Luft.

In solchen Konflikten sieht die Demokratie vor, Diplomaten einzusetzen und Gespräche und Verhandlungen zu beginnen. Und nicht Blümchen abwerfen damit was geschieht. Doch wurde Nichts der Gleichen angestrebt. Vermutlich wird die Bevölkerung durch die Bombardements wie in Irak dezimiert, angebliche Terroristen werden gejagt und das Land für lange Zeit besetzt. Nicht einmal der 2. Weltkrieg hat so lange angedauert, wie der 3. Golfkrieg. Soll mir mal einer erzählen, dass in Irak die getöteten 1,5 Mio Menschen aus diesem Krieg Allesamt Terroristen waren. Mein obsulutes Denken contra abgeschriebene Meinung.

Man sollte sich die ganze Geschichte der Ereignisse seit der Kolonial-Zeiten vor Augen halten und nicht seit dem neusten Aufstand, wo die Bevölkerung abgeschlachtet wird. Es ist ja nicht das erste Mal, dass die Menschen dort gegen das Regime demonstrieren und dabei abgeschlachtet werden. Warum man den Menschen dort jetzt "zur Hilfe eilen" will, wirft mehr Fragen in den Raum. Es fanden in der unmittelbaren Vergangenheit auch Gespräche zwischen den Führenden Industriestaaten und den Diktatoren statt. Mag sein dass wir alle nicht wissen, was dort weshalb geschieht.

Man darf die NATO/UN/EU nicht miteinander vergleichen, alle sind Grundauf verschieden. Auch ist das keine zufrieden stellende Reaktion für Alle.
 
Zuletzt bearbeitet:
Haudrauff schrieb:
Im normalfall wird für jeden Konflikt ein halbwegs neutraler diplomatischer Vermittler gefunden welcher vor Ort Gerpäche führt.
Warum nicht hier?

Und zwischen wen hätte der vermitteln sollen? Zwischen den Rebellen und Gaddafi? Zwischen Gaddafi und der Koalition/UNO/NATO oder zwischen allen 3 Parteien?

Zuerst übernahmen ja die Rebellen die Oberhand und jeder (bis auf Gaddafi) war zufrieden.
Jedoch wendete sich das Blatt und die Regierungstruppen waren auf den Vormarsch und "metzelten" alles nieder. Wie hätte der Westen diplomatisch agieren sollen? Drohen (hat er gemacht), entweder Gaddafi läßt die Rebellen in Ruhe oder wir mischen uns ein? Ruhig bleiben (Regierungstruppen und Rebellen) und dann schauen wir mal. Nach dem Motto wir teilen Libyen oder schauen uns das ein paar Jährchen an wie sich der Konflikt entwickelt??

Man sollte in so einen Konflikt Position beziehen. Punkt aus. Die Schande ist das Deutschland keine Stellung eingenommen hat. Entweder wir werden neutral (wie die Schweiz), d.h. Rückzug aus dem UN-Sicherheitsrat/NATO usw. oder wir wollen unsere Interessen global durchsetzen und werden aktiv.

Und noch ein Wort zu Waffenlieferungen an SA/Unterstützung von undemokratischen Systemen:
Wir können nicht überall entscheiden ob die Staatsform gut oder schlecht ist und was das Beste für diese Länder ist. Wenn sich die Herrscher dieser Länder einigermaßen an die internationalen Spielregeln halten (z.b. SA) sehe ich keine Hindernisse mit ihnen Handel zu betreiben.

Sollten sich Länder nicht nach internationalen/für Deutschland günstigen Spielregeln halten (z.b. Iran, Myanmar) werden diese boykottiert. Libyen/Gaddafi hat sich an diese Regeln gehalten, nur er hat es verplant sein Volk an seinem Reichtum teil zu haben. Wenn er jetzt einen Aufstand gewaltsam niederschlägt hält er sich offensichtlich nicht mehr an die Spielregeln und er wird der Böse. So einfach ist das und ich habe mit dieser Moral des Westens kein Problem.
 
Zuletzt bearbeitet:
T&T schrieb:
Und zwischen wen hätte der vermitteln sollen? Zwischen den Rebellen und Gaddafi? Zwischen Gaddafi und der Koalition/UNO/NATO oder zwischen allen 3 Parteien?

Nein, ich meinte natürlich zwischen Gaddafi und den Fidschi-Inseln.


Natürlich hätte man dort auftreten können, um Gaddafi klar zu machen, dass die Forderungen der Demonstranten legitim sind. Ansonsten gibt es Bombe auf den Kopf.
Jetzt gibts nur Bombe auf den Kopf, ohne Verhandlung.

Von klein auf wird uns beigebracht, dass man Konflikte nicht mit Gewalt lösen kann. Doch in der Weltpolitik gilt das natürlich nicht.

Uns wird gerade verkauft, wie schon im Irak, dass die Bomben die letzte mögliche Lösung wäre.
Doch das es Jahre zuvor (oder auch nur Tage) andere Lösungen gegeben hätte blendet man einfach aus und kehrt es unter dem Tisch.

"In letzter Minute konnten wir unsere Bomber schicken um das gerade eben aufkommende Unheil abzuwenden" Was für ein Hohn und Spot.
 
Zuletzt bearbeitet:
Katillah@

Hauptsache du bedienst dich nur aus dem Klischee-Topf

Hört sich genauso Populistisch und Weltfremd an wie das gesabbel von unseren Rattenfänger Oskar L.

Seit wann war denn Frankreich Kolonialmacht in Libyen? das ist mir neu

Und dein Problem ist das du alles in einen Topf schmeißt ohne dich richtig mit der Materie/Problem auseinanderzusetzen. Habe das Gefühl das alles das gleiche für die ist Türken, Perser, Araber, usw

Aber das macht genau den Unterschied aus zu Libyen, du erwähnst Irak, Bahrain in einem Atemzug mit Libyen das ist schon mal der erste Fehler, weil es dort um was anderes geht das ist ein Kampf zwischen Arabern und Persern Suniten und Schiiten, den hast du aber nicht im Libyen.

Und das gejammer von der NATO nervt doch auch

Niemand hat der Arabischen Welt Verboten es selber zu regeln jeder andere hätte es auch machen Können zB die Russen oder Chinesen zusammen vielleicht. Oder alle zusammen aber da spielt halt die Politik auch eine Rolle. China will dieses Problem verheimlichen damit ihr Volk nicht mitbekommt wie ein Anderes Volk ihre Regierung stürzt, die Russen sind beleidigt weil sie als großter Waffenlieferant einen Wichtigen Kunden verlieren, anderseits profitieren sie auch davon, das es zu Versorgungsengpässen mit Öl und Gaslieferungen kommen kann, da sie dann dafür einspringen könnten.

Und Fakt war doch das Gaddafis Truppen schon vor Bengasi standen und es kurz vorm Fallen war, wäre das passiert, wäre diese Revolution sowieso zu ende Gewesen. Mit Tausenden von Toten, und einem Zeichen für die restliche Islamische Welt ist doch egal was die anderen Sagen wir können jeden Aufstand niederschießen und keiner Macht was.

Außerdem hat man Gaddafi genug Zeit gegeben es auch Diplomatisch zu lösen

Und bis die UNO Truppen zusammen hätten um dort einzugreifen wären Wochen vergangen und damit zu spät.


Und ich glaube das diese Arabische-Revolution was Historisches ist
Durch die sich die ganze Region positiv verändern kann so ähnlich wie die Französische Revolution UNSER Europa geprägt und verändert hat.
 
Netter Kommentar: "Der Krieg der Linken"

Hier wird wieder alles in einen Topf geworfen, gewisse dinge werden bewusst ausser acht gelassen verallgemeinern ist einfacher.

Jeder der hier mit einem Einschreiten im Iran, China und Co. argumentiert hat nicht verstanden was in Lybien abgeht.
Hier wird verallgemeinert und irrational argumentiert.

Hier erfährt man etwas über die Aufständischen
Das sind ganz normale Jugendliche die mal etwas werden wollen.
Sie haben ihr ganzes Leben lang hart gelernt haben studiert aber keine Perspektive in ihrem Land.
Wenn sie dann im Internet sehen wie es andere von der Uni zu Milliadären schaffen muss das sehr frustrierend sein.
Im Gaddafi Regiem herrscht Vetternwirtschaft hier kann man sich an einer Hand abzählen wie die Zukunft verläuft.
Gerade alles ausserhalb von Tripolis zerfällt und wird vernachlässigt, ausnahmen sind von Gaddafi favorisierte Gegenden.
Schlechter als mit Gaddafi kann es nicht werden.
 
T&T schrieb:
Libyen/Gaddafi hat sich an diese Regeln gehalten, nur er hat es verplant sein Volk an seinem Reichtum teil zu haben.
Von allen arabischen Potentaten hat Gaddafi wahrscheinlich am meisten für sein Volk getan.
Höchstes Pro-Kopf-Einkommen in Afrika, kostenlose Krankenversorgung, Schulpflicht und auch das Bewässerungsprojekt (Great Man Made River) gehöhren dazu.

Wenn sich die Bevölkerungszahl seit 1960 von rund 1,3Mio. auf nunmehr ca. 6Mio erhöht, bleibt eben weniger Reichtum für alle übrig.
Und genau das ist der Grund für die sog. arabische Revolution; da geht es nicht um Demokratie, sondern um bessere Lebensbedingungen, die die dortige Bevölkerung nicht bekommen wird, solange sie sich so rasant vermehrt.

Warum wohl fliehen die Tunesier über das Meer nach Europa, wenn sie jetzt ihren Diktator verjagt haben?
Weil es ihnen um Demokratie oder nur um's Fressen ging?

T&T schrieb:
Wenn er jetzt einen Aufstand gewaltsam niederschlägt hält er sich offensichtlich nicht mehr an die Spielregeln
Wenn die Russen in Tschetschenien oder Georgien bomben oder die Chinesen noch immer Tibet unterdrücken, wollen wir ja auch nicht militärisch eingreifen.
Wir lassen uns nicht einmal zu lautstarker Kritik hinreißen, nicht wahr?

buzz89 schrieb:
Jeder der hier mit einem Einschreiten im Iran, China und Co. argumentiert hat nicht verstanden was in Lybien abgeht.
Hier wird verallgemeinert und irrational argumentiert.
Ich denke die Irrationalität einen Krieg zu beginnen ohne dabei eine Exit-Strategie berücksichtigt zu haben, läßt sich nicht mehr überbieten.


buzz89 schrieb:
Sie haben ihr ganzes Leben lang hart gelernt haben studiert aber keine Perspektive in ihrem Land.
Warum wohl? Weil sie sich vermehren und die Arbeit durch Ausländer machen lassen.
Flohen nicht fast 2Mio. Gastarbeiter aus Libyen (und das bei einer Bevölkerung von 6Mio.)?
Gab es nicht Probleme bei der Brotversorgung, weil die ägyptischen Bäcker geflohen waren?

buzz89 schrieb:
Wenn sie dann im Internet sehen wie es andere von der Uni zu Milliadären schaffen muss das sehr frustrierend sein.
Ja das frustriert mich auch jedesmal, wenn ich Bill Gates im TV sehe und dann muß ich gleich zu meiner AK-47 greifen. :rolleyes:

buzz89 schrieb:
Schlechter als mit ... kann es nicht werden.
Das haben die Iraner auch beim Schah auch gedacht und es kam noch schlimmer.
Das gleiche haben die USA über Saddam gesagt als sie ihn gestürzt hatten und es kam noch viel viel schlimmer. :rolleyes:
 
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