Arabische Welt - Viva la Revolution

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TalBar schrieb:
und westlich orientierten Diktatoren setzen öffentliche Gewalt zagsammer ein als "unabhänige", da diesen die Konsequenzen relativ egal sein kann

Nach den blutigen Angriffen auf die Proteste in "unabhaengigen" Laendern wie Lybien und Iran, und US Kolonien wie Bahrain und Yemen kann man wohl diese Aussage fuer Humbug erklaeren.
 
ich hab "zagsammer" geschrieben und nicht "garnicht" ...

desweiteren ist bahrain und yemen keine us kolonie. zum einen die kolonie definition dagegen spricht und zum anderen würde ich enge bündnisse und wirtschaftliche sowie militärische hilfe nicht als kolonialismus abstempeln
 
TalBar schrieb:
Die Allierten haben die Infastruktur nach dem 2. WK direkt wieder aufgebaut. Da wurde nichts groß geklaut oder ähnlichem. Ein Wissenstransfer fand statt

Was du meinst war eher die Udssr, welche im großen Stil Infrastruktur und Industrie als Kriegsbeute in das Mutterland transferierte.

So ist es.
Westeuropa hatte Pro-Wirtschaftliche Unterstützung von der USA.
In den UdSSR-Staaten, allen voran in der DDR wurden Waren und Güter bis zum Ende an die UdSSR transferiert ohne große Gegenleistung.

TalBar schrieb:
Was sollten denn die westlichen Demokratien deiner meinung nach machen?
Däumchen drehen?

Wir könnten Pro-Aktiv wirken, in dem wirtschaftliche Barrieren für Ägypten abbauen und diese in undemokratischen Staaten umlenken. Eine Taktik die nur gegen Kuba, Nordkorea und Iran gefahren wird, nur bringt es im Beispiel von Iran nicht viel da sich das Land selbst ganz gut Versorgen kann und außerdem das Bestreben der "Islamisten-Machtführer" unabhängiger zu sein einfach nur verstärkt.

Bahrrain ist für die USA ein wichtiger Standort, dort ist immerhin auch ein großer US-Stützpunkt den der König "gnädigerweise" der USA zur Verfügung stelt.

Der Westen hat kein Land in Südamerika oder Afrika in die Unabhängigkeit gehen bzw. sich entwickeln zu lassen ohne sich eingemischt zu haben.
Das Feindbild sind die Islamisten/Terroristen, vieles davon ist Hausgemacht.
 
TalBar schrieb:
ich hab "zagsammer" geschrieben und nicht "garnicht" ...

Mag sein, aber Du liegst falsch damit, dass man Revolutionen einfach niederknueppeln kann, sich das aber westliche Puppetregimes nur nicht leisten koennen.
 
Naja, in Syrien und in Jordanien hat es geklappt.
Man braucht nur die nötige Hardware und den Willen sie auch mit maximalem Effekt einzusetzen. ;)
 
Unglaublich wie Gaddafi sein Volk niedermetzelt, die Bilder die man über al Jazeera sieht sind einfach unfassbar, er hat sich sogar Rebellen aus Schwarzafrika importieren lassen damit diese seine Drecksarbeit erlediegen. Er hat sich damals schon in die tun. Revolution eingemischt indem er Flüchtlingsströme nach Italien organisierte aber was man jetzt im TV sieht ist ist der Gipfel der Revolten.
 
Angeblich werden inzw sogar Flugzeuge und Kampfhubschrauber gegen die Demonstranten eingesetzt.
Nicht zu fasse...
Allerdings wird die luft wohl langsam dünn, etliche libysche Diplomaten bei der UNO haben sich inzw wohl der Opposition angeschlossen und es gibt Gerüchte, das Gaddafi das Land verlassen hat... allerdings alles unbestätigt.
 
Tatsache, Gadhaffi lässt seine Bevölkerung von Kampfjets bombadieren, einfach nur unglaublich, einige Piloten sind nach Malta ausgewichen und haben ihren Dienst quittiert.
 
Habe davon auch gelesen.
Aber es macht auch Mut: Auch in einem Regime wie dem Lybiens gibt es aufrechte Menschen, welche die richtigen Entscheidungen treffen. Das hat mich sehr erfreut und ist ein deutliches Signal.
 
Für mich sind das alles eher Armutsrevolten von wütenden (da armen und perspektivlosen) jungen Männern.
Nicht der gebildete und "twitternde" Student sorgt für den Umsturz in diesen Ländern sondern der (massenhaft vorhandene) frustrierte und gewaltbereite, meist ungebildete, junge Mann.
Der Anteil junger Leute unter 25 Jahren in diesen Ländern beträgt nahezu 50% bei oft weit über 30% Jugendarbeitslosigkeit.

Irgendwann musste es dort knallen.
Damit will ich jetzt natürlich nicht die Gewalt der dortigen Regime gegen die Demonstranten gutheißen oder die Leute generell als dumm und gewaltbereit abstempeln aber was passiert nun mit den "überschüssigen" jungen Männern nach vollzogenem Umsturz ?
Tja das ist die Frage...

Nun, ich sehe das ganze eher pessimistisch aber man darf die Hoffnung ja nicht aufgeben.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Wiggum schrieb:
Für mich sind das alles eher Armutsrevolten von wütenden (da armen und perspektivlosen) jungen Männern.
Nicht der gebildete und "twitternde" Student sorgt für den Umsturz in diesen Ländern sondern der (massenhaft vorhandene) frustrierte und gewaltbereite, meist ungebildete, junge Mann.

Und wie kommst Du zu dieser Wahnvorstellung? Die Protestierenden sind bisher immer friedlich gewesen, und teilgenommen haben alle Bevoelkerungsgruppen.
 
Und wie kommst Du zu dieser Wahnvorstellung? Die Protestierenden sind bisher immer friedlich gewesen, und teilgenommen haben alle Bevoelkerungsgruppen.

Naja steht doch so überall....

Es wäre nie zu diesen Ausmaß an Protesten gekommen wen der Nahrungsmittel Preis so gigantisch gestiegen wäre das die Leute schon fast am Hungertot genagt haben oder zumindest irre existenz bedroht sahen.

Und das die meisten Jungen leute dort,zumindest unter diesem Regime,keine Zukunft sehen muss ich dir jetzt auch nicht aufweißen.

Fakt ist das diese Länder zum Größten Teil Arm sind und die Perspektivlosigkeit in der Jungen Bevölkerung sehr hoch ist.
 
Das eigene Volk mit Kampfjets und Hubschraubern anzugreifen, ist schon ein hartes Stück.
nach diesem Vorgehen wird es in dem Land wohl keine Ruhe mehr geben bis Gaddafi weg ist.
Ich hätte genauso den Befehl verweigert, wie die Piloten, die nach Malta geflohen sind. Ich frage mich wie andere Piloten das fertig bringen die Bevölkerung zu beschiessen. Man weiß schliesslich nicht ob man Freunde, Bekannte oder die eigene Familie dabei tötet...
 
was genau macht das moralisch für einen unterscheid, welche unschuldigen man dort erschießT?
 
Moralisch falsch ist es so oder so, das ist klar. Trotzdem stell ich mir die Hemmschwelle doch höher vor wenn die eigenen Kinder unter den Demonstranten sein können. Da hat man ja gleich noch ein Gesicht dazu im Hinterkopf und nicht nur eine Menschenmenge.
Also ob man jetzt sagt: Ich schiesse auf eine Menschenmenge, oder: Ich schiesse auf meine Familie.
Ich glaube da reagiert man unterbewusst schon anders.
 
Also wenn ich als Pilot einen Befehl erhalte auf unbewaffnete Zivilisten zu schießen,

soll ich mich ernsthaft fragen ob da meine Familie drunter sein könnte?

hmm. ich finde sowas ist kathegorisch abzulehnen egal wer die Demonstranten sind.
 
Les doch mal was ich schreibe. Natürlich drückt ein Mensch mit auch nur ein bisschen Moral nicht ab.
Deswegen habe ich ja auch geschrieben das ich nicht verstehe das überhaupt jemanden diesen Befehl ausführt.
Aber wie skrupellos muss man sein, wenn man weiss dass da die eigene Familie bei sein kann. Das ist für mich nochmal ein anderes Level. Selbst wenn man sagt alle Menschenleben sind gleichviel wert. Unterbewusst hat die Familie sicherlich einen anderen Stellenwert. Wenn man sich jetzt entscheiden müsste, seine Schwester oder wen fremdes zu retten (die andere Person würde wahrscheinlich sterben), ich glaube die meisten Leute würden instinktiv zuerst das Familienmitglied retten.
 
fripon schrieb:
Es wäre nie zu diesen Ausmaß an Protesten gekommen wen der Nahrungsmittel Preis so gigantisch gestiegen wäre das die Leute schon fast am Hungertot genagt haben oder zumindest irre existenz bedroht sahen.
Da dies im Zusammenhang mit Libyen(Aussprache Lübüen nicht wie immer wieder falsch verbreitet Libüen) muss ich mal antworten. Da damit doch einige Sache vermischt werden die für die Nachbarländer stimmen für Libyen aber nicht.
Libyen ist eine Islamisch-Sozialistische Volksrepublik und ist daher anders organisiert wie die Nachbarländer. Die Einnahmen durch das Öl fließt zu einem hohen Anteil in die medizinische Versorgung in Lebensmittelförderungen und die bekannt gute Sozialversicherung die Witwenrente, Altersrente und Invaliditätsrente abdeckt. Zusätzlich gibt es für 6 bis 15 Jährige eine Schulpflicht mit wirklich kostenloser Schule.
Jeder der für ein paar Jahre mal in Libyen war wird bestätigen können das nicht so wie in Ägypten z.B.: es wirklich arme Menschen gibt.
Menschen im Westen machen die Leute außerhalb des Westens oft ärmer um sich besser zu fühlen kommt mir vor :(

fripon schrieb:
Fakt ist das diese Länder zum Größten Teil Arm sind und die Perspektivlosigkeit in der Jungen Bevölkerung sehr hoch ist.
Lybien ist sicher reicher als viele EU-Staaten. Die Verschuldung von ca. 5% des BIP spricht da schon Bände. Die Perspektivlosigkeit der Jungen stimmt aber, 30% Arbeitslosigkeit trotz Wirtschaftswachstum von über 6%, Importverbote von fast allen Gütern aus nicht erwünschten Herkunftsländern und die staatliche Verteilung sind sicher ein paar Auslöser der Pespektivlosigkeit
 
Gaddafi ist ja mal ein übler Typ oO.

Er hat vor wenigen Minuten behauptet, er hätte keine Gewalt angwendet und sagt, er möchte als Märtyrer sterben.

Was ist eigentlich mit diesen Leuten wie Mubarak, Gaddafi etc.
Werden die nicht irgendwie von der internationalen Gemeinschaft bestraft?!
 
Der internationale Gerichtshof ist ziemlich Machtlos.
Es gibt keine Rechtssprechung die ihm internationeles Arbeiten erlaubt, er ist also auf die "Güte" des Verbrecherlandes angewiesen.
Der Prozess um Charles Taylor, der Präsident von Liberia dem offiziell Völkermord in den 90ern zugeschrieben wird, gewinnt nicht in Fahrt obwohl ihm schon seit 2007 der Prozess gemacht wird.

Der Fall Libyen ist auch für die EU schwierig, wir erhalten von dem Land viel Öl und die UK hatte Handelsverbindungen mit dem Despoten, ua. auch Militärische Unterstützung.
UK hat diese Unterstützung aber erst einmal eingefroren.

Die EU macht sich jetzt offenbar nicht Sorgen um die dortigen Menschen sondern um den Ölpreis und Flüchtlingen. :rolleyes:
Und dank Italien wurden aktuell Sanktionsmaßnahmen gegen Libyen verhindert.
Blut ist gut für die Wirtschaft und Eigeninteressen ... :rolleyes:


Im Fall Libyen und UK gibt es noch was tolles in den Tagen, ein britischer Waffendealer steht aktuell vor dem Gericht. Das Ganze klingt wie nach dem Film "Lord of War".
Er hat ua. 130.000 Ak47s nach Libyen gebracht.
Also fast doppelt so viele Waffen, als wie libysche Armee an Mann verfügt.
Gary Hyde is under investigation in the US for deals that stretched across the globe (The Guardian).
 
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