Arabische Welt - Viva la Revolution

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Interessant, wie sich die öffentliche Meinung ändern kann. Gestern noch gegen Irak- und Afghanistankrieg protestiert und heute schon wieder militärisches Eingreifen des Westens in Lybien gefordert...
 
Das Gaddafi nicht kampflos wie die anderen Diktatoren abtreten würde war mir schon lange klar. Der Typ hat schon mehrfach bewiesen, dass er ein Machtgeiler Narzist ist. Gerade im Bezug auf die Schweiz und der Geiselaffäre. In so einem Fall wäre ein Eingreifen des Westens (der Amis, wer sonst würde sich trauen?) für mich vertretbar - Gaddafi selbst sagt ja er sterbe eher als Martyrer als abzutreten. Wozu noch abwarten? Je länger man wartet, desto mehr unnötige Tote gibt es.
 
mal schauen ob sich das ganze zu einem bürgerkrieg aufspitzt.
war aber klar, dass nach x-revolutionen es auch mal nach hinten losgehen muss.

eine militärische intervention von den usa (wer hätte denn sonst das rückgrad hierfür?) würde ich allerdings nicht bevorzugen. durch solch eine handlung kann die so schon angespannte stimmung im nahen sowie mittleren osten noch weiter kippen.
lieber eine umfassende unterstützung schicken.
 
Der Westen muss sich da militärisch auf jeden Fall raushalten. Ein Eingreifen würde nur bedeuten, dass wieder der Eindruck entsteht, dass ein vom Westen gestütztes Regime gegen ein anderes ausgetaucht wird ... zu Recht. Und in ein paar Jahren knallts dann wieder.
Wenn die ne Chance auf dauerhaft, stabile Verhältnisse haben wollen, müssen die das allein regeln.
 
Shader schrieb:
Die EU macht sich jetzt offenbar nicht Sorgen um die dortigen Menschen sondern um den Ölpreis und Flüchtlingen. :rolleyes:

Die EU?
Oder meinst du nicht ehr den Deutschen Michel, der schon einen bewaffneten Aufstand probt, wenn zu Ostern und Weihnachten der Spritpreis um 2ct steigt?


Die "Sorge" der EU ist durchaus berechtigt.
Im Irak wurden erst Jahre später nach dem offiziellen Ende des Krieges wieder Förderlizenzen vergeben und Firmen haben wieder investiert.
Selbes Spiel in Lybien.
Nach einen Sturz Gaddafis wird erst mal monatelang, event über Jahre Caos herrschen.
Und von wem kaufst du dein Öl, wenn dort nur Anarchie herrscht?



lufkin schrieb:
Der Westen muss sich da militärisch auf jeden Fall raushalten.

Aber wer füllt das Machtvakuum nach einen Sturz wenn nicht die UN mit einer Schutztruppe?
In Lybien gibt es nichts, keine Opposition.
Lybien ist eine absolute Diktatur. Nicht mal eine Verfassung gibt es.


Aber natürlich Teile ich die Sorgen aller hier.
Ich hab nur schon bei den ersten Berichten von Demonstrationen befürchtet: In Lybien kann das einfach nicht klappen bzw dort wird ein hoher Blutzoll von Nöten sein.
Aber schön zu hören, dass Diplomaten und Soldaten überlaufen.
So kann das vielleicht doch klappen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Für diejenigen die sich fragen, was mit den zwei früheren Diktatoren gerade passiert, soweit ich informiert bin, sind beide, swohl Ben Ali, als auch Mubarak (eher Gerücht), im Koma.

Zur aktuellen Lage in Ägypten:
Ich persönlich glaube nicht daran, dass die USA, zusammen mit Israel, irgend jemanden an die Macht lässt, der nicht zu ihnen halten wird. Ergo wird sich nicht viel ändern.

Momentan würde ich als Bürger niemanden in der Region trauen. Nicht der Muslimischen Bruderschaft, die übrigens in Zusammenarbeit mit MI6 und der CIA in Ägypten schon einmal alles aufgeschmissen hat um Nasser los zu werden (oder zumindest wurde sie dafür genutzt), noch irgendwelchen Baradeis (Soros und Brezenskys Mann) oder Suleimans (starker Israel unterstützer).

Ägypten muss sich von solchen Leuten trennen. Endlich für das eigene Land arbeiten anstelle die Bedurfnisse und Wünsche anderer zu befriedigen. Aber wer in der Politik dort soll das sein? Jeder, so scheint es zumindest, wird in irgend einer Weise von Außen beeinflusst. Natürlich sollte man sich nicht total von der "Außenwelt" abschotten, jedoch braucht so ein Land endlich einen, der in erster Linie Verhandlungen für das Volk führt.
Und meiner Meinung nach sind alle drei oben von mir genannten Leute oder Organisationen dafür nicht geeignet.

Die Muslimische Bruderschaft wäre jedoch für die USA/Israel taktisch nicht schlecht bzw. von Vorteil. Man könnte sie nach oben bringen um später wieder mit Gewalt zu stürtzen. Dabei den Begriff Terror(ismus) wieder schön ins Gehirn der Leute pressen. Allein das Wort "Muslime" wird den meisten im Westen wahrscheinlich Angst einjagen. "Was? Eine islamisch fundamentalistische Bewegungen an der ägyptischen Spitze? Ich hab Angst. :("
Das Problem schaffen um später die Lösung dafür zu bieten. Ähnlich wie es im Irak und Afghanistan abgelaufen ist.

Ich weiß, der Westen würde sowas niemals absichtlich machen, aber hey, nichts ist unmöglich...

Edit:
lufkin schrieb:
Der Westen muss sich da militärisch auf jeden Fall raushalten.
Enan, der Chef des Militärs in Ägypten war zu Besuch im Pentagon während der Unruhen.
Damit möchte ich den USA natürlich nicht unterstellen, Enan weitere Konsturktionen gegeben zu haben (was jedoch in Anbetracht der Tatsache ziemlich wahrscheinlich scheint), aber wie oben schon erwähnt, es wäre nicht unmöglich. Man könnte nun meinen, das Agyptisch-Amerikanische Militär führt Ägypten momentan.
 
Zuletzt bearbeitet:
Sehr spannend was dort unten derzeit passiert.

Mein Sorge ist, dass die Bevölkerung der nordafrikanischen und arabischen Staaten ihre frisch gewonnene Freiheit von ihren Dispoten gegen eine Unterdrückung von muslimischen Extremisten (oder auch Militärs) tauschen.

Ich drücke die Daumen, dass sich meine Befürchtungen nicht bewahrheiten.
 
Bereits wenige Tage nachdem Muammar Gaddafi die Kontrolle über Teile seines Landes verloren hat, droht bereits das nächste Unheil. In der nordöstlichen Stadt Derna hat die Al-Kaida offenbar ein islamitisches Emirat ausgerufen. Der libysche Vize-Aussenminister Khaled Kaim sagte dies bei einer Sitzung mit dem EU-Botschafter. An der Spitze des Emirates soll nach Kaim der ehemalige Guantanamo-Insasse Abdelkarim Al-Hasadi stehen. Ziel der Al-Kaida sei ein Szenario nach Vorbild der Taliban. Die Al-Kaida hat offenbar bereits durchgegriffen. Den Frauen wurde die Burka-Pflicht aufgetragen. Leute, die sich den Befehlen der Al-Kaida widersetzten, wurden exekutiert.

Das finde ich besorgniserregend. Jemand schlechtes wird durch noch jemand schlechteres Ersetzt. Ich hoffe dass die Bevölkerung auch gegen Al Kaida vorgehen wird. So etwas darf nicht passieren.

Daher kann ich mir eine militärische Intervention von aussen noch gut vorstellen.
 
Wenn sich diese "Machtübernahme" von Al Kaida bewahrheiten sollte, müssten wir erstmal genauer wissen, wieviele Aufständische sich dort formiert haben bzw. wieviele ihnen folgen und wieviel Land sie wirklich
unter ihre Kontrolle gebracht haben.

Eine militärische Intervention von einem dritten Akteur halte ich persönlich für die noch größere Gefahr, denn auf welcher Seite sollte dieser denn agieren bzw. was soll das Ziel eines solchen Engagements sein? Wir können keines dieser Ziele auch nur irgendwie einschätzen. El Kaida vertreiben? Hat in Afghanistan scheinbar funktioniert, dafür machen sie sich seit längerer Zeit im Grenzgebiet von Pakistan breit. Afghanistan/Pakistan ist heute instabiler als jemals zuvor, bedingt durch das militärische Eingreifen des Westens, da die Bevölkerung die uniformierten Westler auch noch "Ungläubliche" dazu, als Besatzer angesehen werden und Folter auch nicht das Ansehen unbedingt steigert. Ob dies in Lybien genauso sein wird, ist schwer zu sagen.
Auf welcher Seite sollten die Westler kämpfen? Wenn sie sich für die Seite der Opposition entscheiden, wäre diese Einmischung sinnlos gewesen, wenn der Westen nicht wesentlich mitbestimmen würde, wie ein Post-Gaddafi-Regime auszusehen hat. Allerdings ist wegen dem Argument der westlichen Energiesicherheit usw. wahrscheinlich, dass man sich auf eine neutralere Person verständigen wird. Ob dies dann einen nachhaltigen Frieden in dieses Land bringen wird ist fraglich. Vorallem wohin soll sich denn El-Kaida verziehen. Durch Krieg wird dieses Problem eher noch schlimmer als besser.
Denn eins bleibt zu bedenken, Huntington lag mit seinem Kampf der Kulturen in dem Punkt richtig, dass Kulturkreise ohne Kernstaaten (wie der Islamische) Probleme haben werden, dauerhaft Konflikte zu lösen.

Dass in Nordafrika Demokratie nach dem Vorbild des Westens nachhaltig eingeführt werden kann, ist illusorisch. Dagegen sprechen, dass ein Minimum an Staatlichkeit vorhanden sein muss, Korruption, die verarmte Bevölkerung ... Gleichzeitig darf auch die Rolle der Religion nicht unterschätzt werden ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke, dass Tripolis (arabisch Trabels-->Die Frau des gestürzten tunesichen Präsidenten, Leila Trabelsi, stammt aus diesem Ort und befand sich vor den lybischen Unruhen dort um Unruhen in Tunesien zu organisieren, darunter auch Flüchtlingsströme) bald fallen wird, der gesamte Osten ist in der Hand der Demonstranten, zahlreiche Offiziere wurden von Gaddafis importierten Söldnern hingerichtet, dennoch befinden sich die Demonstranten nun im Zentrum von Tripolis und erobern ein Regierungsgebäude nach dem Anderen. Europa sollte aufpassen, Gadaffi wird zu 100% vor seinem Aus erneut Flüchtlingsströme organisieren, wer weiss ob er seine Söldner mitschickt...
 
chancaine schrieb:
Ohne allzu viel von Tunesien zu wissen, habe ich direkt befürchtet, dass die politische Instabilität und das Machtvakuum von irgendwelchen radikal-islamischen Spinnern genutzt werden könnte, um zu einem ähnlichen Unterdrücker-Regime wie im Iran zu werden.

Das war was ich auch direkt vermutet habe. Die Moslem-Bruderschaft sind ja nun wirklich das kleinere übel was den menschen droht. Denkt mal an die abhängigkeit vom tourismus in vielen ländern, wenn da die bruderschaft dran kommt. Da will so schnell keiner merh hin.

Cadoc schrieb:
Interessant, wie sich die öffentliche Meinung ändern kann. Gestern noch gegen Irak- und Afghanistankrieg protestiert und heute schon wieder militärisches Eingreifen des Westens in Lybien gefordert...

Ich glaube weniger das die menschen ein interesse am Eingreifen haben, als viel mehr die lobbyisten der waffenindustrie. Die stecken mit den medien unter ner decke und diese publizieren wieder das man dort eingreifen sollte.

Such is life!


greetz
 
als viel mehr die lobbyisten der waffenindustrie


Ich finde das diesmal niemand vom Westen damit was Zutun hat und bestimmt nicht die Waffenindustrie, das kommt vom Volk. Hauptsächlich die Jungen Menschen und die wollen auch keinen Religionsstaat, die kämpfen für einen Modernen Staat mit Menschenrechten und Arbeit.

Ich finde das sehr Positiv was dort passiert, das ist ja genau das was ich immer sagen sie müssen selber den Schritt machen zu einer anderen Gesellschaft, und das ist der Anfang. Hoffe Ich

Jetzt brauchen die halt ein paar gescheite Personen vom Format Adenauer um ihren Staat zu formen und auf den richtigen Weg zu führen.

Ich denke schon das der West da was machen kann, wenn ein Gaddafi mit Kampfflugzeugen seine Bürger beschießt.

Dann schießt man sie halt ab und nimmt ihm seine Spielzeuge

Ich denke nach so einer Aktion rennt 50% der Armee davon weil sie sowieso keine Lust haben auf ihr eigenes Volk zu schießen. Und ob diese Söldner Lust haben sich mit US NATO oder UN anzulegen ist ist auch so ein ?

Man muss ja nicht gleich ein Marschieren
 
das man nicht gleich im großen stil soldaten und kriegsmaterial hinschiffen sollte muss eigendlich jedem bekannt sein.
aber auch kleine operationen können sehr schnell nach hinten losgehen und von den falschen leuten für eine falsche sache als propaganda Missbraucht werden.

Nebenbei: die ersten iranischen kriegsschiffe im mittelmeer seid jahrzehnten.
http://www.welt.de/channels-extern/...schiffe-im-Suez-Kanal-provozieren-Israel.html


mal schauen, wer das machtvakuum füllt. ein potentieller kandidat sehen wir ja leider schon
 
Interessanter Artikel und typisch für das iranische Regime.
Da wird versucht, zu provozieren und Stärke zu demonstrieren. Seht her, jetzt sind wir am Zug. Das passt wirklich haarklein in das Gebaren, welches Iran sonst an den Tag legt.

Ist aber auch nur wieder "heiße Luft".
Iran weiß ganz genau, dass sie in einem militärischen Konflikt keine Chance haben. Sie loten nur aus, wie weit sie gehen können.
 
Für mich sieht das ganze so aus:

Gaddafi ist gegen sein Volk gezielt millitärisch und paramillitärisch vorgegangen.
Wo ist der Unterschied zu Jugoslawien?

Ein schnelles einschreiten der UN würde viel Leid verhindern. Doch schnell und UN-Resolutionen passen irggendwie nicht zusammen.

@Iran
Ich finde das ganze jetzt irgendwie nicht so dramatisch. Denn schließlich gelangt man auch über Gibraltar ins Mittelmeer. Dauert natürlich nur länger.
 
das die iranische aktion nicht problematisch ist ist klar.
allerdings ist es als zeichen zu sehen, dass iran seine machtstellung im nahen osten noch weiter ausbauen kann und will. und da liegt das problem.

war im ehemaligen jugoslawien nicht der völkermord der ausschlaggebende faktor?
pauschal kann man jugoslawien nicht mit lybien vergleichen, finde ich.
 
Da ja gerade auch über einen Militärschlag diskutiert wird...

Istanbul (dpa) – Die türkische Regierung will ihre in Libyen festsitzenden Staatsbürger notfalls mit gezielten Militäreinsätzen aus dem Land herausholen. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan habe den Generalstab angewiesen, Spezialeinheiten auf diesen Einsatz vorzubereiten. Das berichtet die türkische Tageszeitung «Bugün». Solche Einsätze blieben aber das letzte Mittel, die Türkei wolle weiter auf Diplomatie setzen, hieß es. Von zunächst rund 25 000 Türken in Libyen hat Ankara bisher etwa 7500 herausgeholt.

let the fight begin :cool_alt:
 
das Staatsbürger in fremden kriesenländern militärisch evakuiert werden ist doch nichts neuen.

wir reden über eine militärische Intervention und nicht über eine search and rescue operation ;)
 
Ein Militärschlag gegen Libyen wäre wohl das geringste Problem,
aber wofür? Gaddafi kann man auch einfach stürzen.
Er hat Milliarden auf ausländischen Konten, der Geheimdienst
tut den rest und schwups die wups ist er weg vom Fenster.

Zum Iran: nur weil die einen/zwei Fischkutter über den Suez-Kanal
geschleust haben, ist Israel besorgt, herrlich :evillol:
 
ein militärschlag gegen Libyen würde die so schon gereizte stimmung im nahen osten noch weiter aufschaukeln.
deswegen sollte man da extrem vosicht sein. gaddafi stürzen und dem volk helfen ja, aber nicht zu jedem preis und mit jedem mittel.

ja israel ist besorgt. nicht wegen den 2 kleinen schiffen sondern wegen der möglichen Präsens Iranischer kriegsschiffe im mittelmeer. nicht, dass sie einen krieg nicht gewinnen würden, sondern wegen dem iranischen zeichen den arabischen staaten gegenüber.

wer will einen steigenden iranischen einfluss im nahen osten? ;)
 
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