Arbeitsvertrag unterschrieben und nun ein Problem

Schon mal darüber nachgedacht, dass der AG einfach mal ausloten will, ob er den richtigen eingestellt hat? Wird gern mal gemacht!

Ansonsten stimme ich den Leuten zu, die sagen das man nach 3 Tagen wenn mal mehr los ist, keine Aussage getroffen werden kann.

Ich habe im ersten Jahr meines Jobs rund 500 Überstunden leisten müssen - als Kaufmann ohne abgeltung und ohne diese abfeiern zu können. Noch nicht mal ein Danke dafür bekommen - ist nicht wirklich was besonderes heute.

Mein Tip, erstmal die Probezeit soweit durcharbeiten, in den letzten Tagen kann er sich immer noch Gedanken machen. Nach 3 Tagen zu kündigen ist auf jeden Fall der leichteste und falsche Weg.
 
Wenn das der AG machen will/wollte, dann hat sich das Ergebnis schon ziemlich schnell eingestellt.

Ohne Dir zu nahe zu treten, aber was ist daran richtiger 500 Überstunden, also einen nicht unbeträchtlichen Mehrwert für den AG zu schaffen, ohne dafür auch nur ansatzweise entlohnt zu werden ggü. der beabsichtigten Kündigung?

Wie begründet dann eigentlich der AN und der AG noch den Anspruch, die reguläre Arbeitszeit bezahlt zu bekommen?

Auch wenn es vll. scheinbar ein leichter Weg ist, mit denen allerdings finanzielle Einbußen einhergehen, steht nirgendwo geschrieben, daß man es sich schwer machen muß/sollte.
 
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Cougar-One schrieb:
Ich kann dir sagen, dass bei dem Bruf Wachmann die Tätigkeit Wachen (auf etwas aufpassen) schon fast recht wenig damit zu tun hat. Einer der Mitarbeiter, den ich auch kenne, muss jeden Tag 12 Std. in einer Sparkassenzentrale arbeiten und die ganzen Münzen mit hilfe von Maschinen zählen, er sagt auch selber es sei Knochenjob. Eine andere Mitarbeiterin muss z.B. in einer Tankstelle an der Kasse arbeiten und das auch mal eben für mindestens 12 std. am Tag und das 5 Tage die Woche.

Das sind jetzt nur 2 Beispiele von vielen, aber Wachmann ist echt nicht der Beruf, den man sich darunter vorstellt.

Und was ist an diesen beiden Beispielen jetzt so "hart", dass man sich dem nicht gewachsen fühlen oder gar psychische Probleme bekommen könnte? Entzieht sich mir irgendwie. Gerade wenn man die Überstunden bezahlt bekommt und/oder abbummeln kann soll man doch froh sein. Ich bekomme ein fixes Gehalt und meinen Arbeitgeber interessiert es einen Dreck ob ich 40 oder 60 Stunden die Woche arbeite.
 
Und wenn sich der Bekannte des TS einerseits nicht in der Lage dazu fühlt, warum auch immer, vll. weil er eben nicht so ein harter Hund ist, wie wohl die meisten hier, wird doch die Arbeitssituation derjenigen, die vermeintliche härter arbeiten oder aber ihren AG egal zu sein scheinen auch nicht besser.

Oder wird die eigene anstrengende Arbeit vielleicht dadurch leichter oder besser, wenn andere es sich schwerer machen?

Merke:

Dadurch, daß ein anderer weniger hat, hat man selbst nicht automatisch mehr.
 
@Melvin: Ich versteh schon was du sagen willst. Die Beispiele die aufgezählt habe sind halt 2 Sachen die ich jetzt auf anhieb wusste. Er muss aber was ganz anderes machen, was ich auch nicht so genau weiß, was es für eine Art Arbeit ist. Aber das interessiert ihn recht wenig. Er will einfach nur wissen, wie es dann aussieht.
 
heiner.hemken schrieb:
Und wenn sich der Bekannte des TS einerseits nicht in der Lage dazu fühlt, warum auch immer, vll. weil er eben nicht so ein harter Hund ist, wie wohl die meisten hier, wird doch die Arbeitssituation derjenigen, die vermeintliche härter arbeiten oder aber ihren AG egal zu sein scheinen auch nicht besser.

Sehe ich nicht so. Im ersten Fall hat er einen Job und zahlt Steuern und Sozialabgaben, wodurch sich indirekt die Situation eines jeden arbeitenden Mitgliedes unserer Gesellschaft verbessert (möglicherweise bessere finanzielle Situation der Sozialversicherungen -> Beitragssenkungen usw.). Wenn er sich aber nicht in der Lage dazu fühlt diesen "harten" Job zu machen und "aufgibt" lebt er weiterhin vom Staat und damit auf Kosten der Gesellschaft (ich gehen einfach mal davon aus, dass das, was der Freund des TE die letzten Jahre in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat weit weniger ist als das, was er jetzt bekommt).

Meine Meinung: Solange über solche Themen noch ernsthaft diskutiert wird ist unser Sozialstaat offenbar noch nicht "hart" genug.
 
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Ich würde Dir ja so gerne Recht geben, wenn nicht die Realität der letzten Jahre genau das Gegenteil zeigen würde. Stichworte : Reallohnverlust, Krankenkassenzusatzbeiträge, höheres Renteneintrittsalter, usw.

Da kann ich jemanden, der sich einer Arbeit nicht gewachsen fühlt, nicht als Verursacher entdecken.


|MELVIN| schrieb:
...
Meine Meinung: Solange über solche Themen noch ernsthaft diskutiert wird ist unser Sozialstaat offenbar noch nicht "hart" genug.

Da hast Du recht und solange unser Staat in der Lage ist, Banken Millardenkredite hinterherzuwerfen und es ihnen weiterhin gestattet, das System, was zu der Bankenkrise geführt hat, wieder fortzuführen; Steuerprüfungen bei bestimmten Einkommensgruppen nicht durchgeführt werden, da politisch nicht gewollt, kann es uns nicht wirklich schlecht gehen.

Ich frage mich ersthaft, wer verhält sich unsozialer? Der, der sich der Aufgabe nicht gwachsen fühlt und dadurch von der Gesellschaft abhängig wird oder der, der alle Annehmlichkeiten der Gesellschaft, wie Schulbildung, Gesundheitssystem usw. nutzt, zu Reichtum gelangt und sich dann schleunigst mit seinem Geld ins Ausland absetzt und das System aushölt , welches ihm erst seine Situation ermöglicht hat.
 
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heiner.hemken schrieb:
Ich würde Dir ja gerne Recht geben, wenn nicht die Realität der letzten Jahre genau das Gegenteil zeigen würde. Stichworte : Reallohnverlust, Krankenkassenzusatzbeiträge usw.

Da kann ich jemanden, der sich einer Arbeit nicht gewachsen fühlt, nicht als Verursacher entdecken.

Dann schau dir mal die Sozialversicherungsbeiträge in Summe (!) im Jahr 2005 und im Jahr 2011 an. Die Erwerbstätigkeit hat seit den Hartz-Reformen massiv zugenommen, auch sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen sind zu Tausenden entstanden. Die finanzielle Situation der Sozialversicherungen hat sich deutlich verbessert, die gesetzliche Rentenversicherung hat Rücklagen in Milliardenhöhe, der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung hat sich mehr als halbiert. Die Reallöhne eines jeden einzelnen stagnieren zwar oder sinken möglicherweise sogar leicht, aber die reale Lohnsumme der Gesellschaft insgesamt ist durch die steigende Erwerbstätigkeit deutlich gestiegen. Diese Entwicklung würde ich zumindest zum Teil auf den "härter" gewordenen Sozialstaat zurückführen.
 
Sorry, aber ich kann den Zusammenhang zwischen einem "härter" werdenden Sozialstaat, also der Reduzierung von (notwendigen) Ausgaben im Sozialbereich und der Schaffung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen, nicht Mini- oder ein-Euro-Jobs, herstellen.

Heißt, daß die Wirtschaft schafft Arbeitsplätze, weil die Sozialsysteme, die Leute sonst nicht unterstützen können/würden? Bietet ihnen Arbeitsplätze bis ins hohe Alter an, um noch bis 67 Jahre arbeiten zu können und sich nicht in der Rente zu langweilen?
 
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heiner.hemken schrieb:
Heißt, daß die Wirtschaft schafft Arbeitsplätze, weil die Sozialsystem, die Leute sonst nicht unterstützen können/würden?

Die Arbeitsplätze werden nicht geschaffen, sie sind schon da (aktuelle freie Stellen laut BA: ca. 500.000). Durch die geringeren Sozialleistungen und den größeren "Druck" der Arbeitsagenturen besteht für die Empfänger der Sozialleistungen ein größerer Anreiz/Zwang, sich um Arbeit zu kümmern und die freien Stellen werden schneller besetzt. Dies wiederum entlastet die Sozialversicherungen, Abgaben können gesenkt werden, die Lohnsumme und damit die Nachfrage steigt, Arbeitskosten sinken (Sozialabgaben = Lohnnebenkosten!), neue Arbeitsplätze entstehen welche wiederum zügig besetzt werden aufgrund des "harten" Sozialstaates usw.... Es handelt sich sozusagen um einen "Teufelskreis" im positiven Sinne, den wir so ähnlich in Deutschland seit 2005 gesehen haben.
 
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Ah, jetzt verstehe ich.

Die Arbeitsplätze waren also per definitonem schon vorhanden, wurden aber von den Transferleistungsempfängern ignoriert. Grund hierfür u.a. war bestimmt die hohe Entlohnung dieser Arbeitsgelegenheiten und die darausfolgende Annahme, diese aufgrund ihrer Qualifikation nicht bekommen zu können.
Aufgrund der Aufklärungsarbeit der BA und der Arbeitsagenturen hat man dann auf Seiten der Arbeitslosen und der Unternehmen festgestellt, daß die Qualifikation doch ausreichend ist und Einstellungen vorgenommen.

Was mir allerdings nicht einleuchtet ist, daß die Instrumente, Arbeit zu vermitteln, von mir aus auch mit Druck, sich nicht groß geändert haben, auch die Sozialleistungen (ALG II) haben keine Senkung erfahren.
Ich weiß nicht warum, aber ich habe immer noch im Hinterkopf, daß die meisten besetzten Arbeitsverhältnisse im prekären Bereich liegen, also keine oder nur unwesentliche Sozialbeiträge erbringen.
Und am interessantesten finde ich die absolut vertrauenswürdige Darstellung des Fachkräftemangels, der hier zulande vorherrscht und trotzdem weder eine Qualifizierungsoffensive bei den bestehenden Arbeitslosen vorgenommen noch eine signifikante Erhöhung der Entlohnungen (Angebot und Nachfrage) erfolgt ist.

Wenn, wie behauptet dem Staat Milliardenverluste durch diese unbesetzten Stellen droht, ist es doch ein leichtes für die Wirtschaft, die ja die Kalkulation zwischen Einnahmen und Ausgaben aus dem effeff beherrscht, mal eben fix ein Förderprogramm zu initiieren, um hier Abhilfe zu schaffen. Es gab ja in der Vergangenheit schon so viele Pakte, da ist doch bestimmt was dabei.
 
heiner.hemken schrieb:
Die Arbeitsplätze waren also per definitonem schon vorhanden, wurden aber von den Transferleistungsempfängern ignoriert. Grund hierfür u.a. war bestimmt die hohe Entlohnung dieser Arbeitsgelegenheiten und die darausfolgende Annahme, diese aufgrund ihrer Qualifikation nicht bekommen zu können.
Aufgrund der Aufklärungsarbeit der BA und der Arbeitsagenturen hat man dann auf Seiten der Arbeitslosen und der Unternehmen festgestellt, daß die Qualifikation doch ausreichend ist und Einstellungen vorgenommen.

Es gibt nun mal viele dürftig bezahlte Arbeitstellen, die hart sind und keinen Spaß machen. Aber auch diese müssen gemacht gewerden. Man kann von der Wirtschaft nicht verlangen, massenhaft ungelernte mit Hauptschulabschluss für 10 € und mehr die Stunde einzustellen, und am besten noch für Tätigkeiten die Spaß machen und bei denen man sich verwirklichen kann.

heiner.hemken schrieb:
Was mir allerdings nicht einleuchtet ist, daß die Instrumente, Arbeit zu vermitteln, von mir aus auch mit Druck, sich nicht groß geändert haben, auch die Sozialleistungen (ALG II) haben keine Senkung erfahren.

Die Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I wurde deutlich gekürzt. Dessen lange Bezugsdauer hat früher viele davon abgehalten, sich nach einer Kündigung schnellstmöglich um neue Arbeit zu kümmern.

heiner.hemken schrieb:
Ich weiß nicht warum, aber ich habe immer noch im Hinterkopf, daß die meisten besetzten Arbeitsverhältnisse im prekären Bereich liegen, also keine oder nur unwesentliche Sozialbeiträge erbringen.

Halte ich für ein Gerücht. Die Arbeitslosenzahlen sind seit 2005 um etwa 2 Mio gesunken. Im selben Zeitraum sind etwa 1,7 Mio sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse entstanden:

http://www.pub.arbeitsagentur.de/hst/services/statistik/000000/html/start/gif/b_et_bs_zr.shtml

Der Großteil der neue geschaffenen Jobs bringt also zusätzliche Einnahmen für die Sozialversicherungen. Und die Entlastung erfolgt ja nicht nur über die Einnahmen- sondern vorallem auch über die Ausgabenseite. Diese Entwicklung hat sich in den letzten Monaten übrigens noch beschleunigt: Laut aktuellem Arbeitsmarktbericht lag die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Mai um 706.000 (!) über dem Vohrjahresmonat (aktuell: 28,4 Mio), davon 415.000 Vollzeitstellen. Die Arbeitslosigkeit ging im Vergleich zum Vorjahresmonat nur um etwa 300.000 zurück.
 
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für 10 € und mehr die Stunde einzustellen
und nebenbei ist auch das ein hungerlohn.... abzüglich steuern, was da netto übrig bleibt reicht je nach gegend auch nur so zum wohnen und leben aus..
 
Das sind bei 40 Wochenstunden immerhin etwa 1150 € netto im Monat, zu meiner Studentenzeit hatte ich deutlich weniger und bin auch gut über die Runden gekommen. In den teuren Gegenden wird ja in der Regel etwas besser bezahlt. Bei mir in der Firma (Baden Württemberg) bekommen ungelernte Hilfskräfte etwa 13,50 € die Stunde, aber wenn man sich die Arbeitseinstellung dieser Mitarbeiter (nicht alle!) und die Bewerbungssituation anschaut muss wohl selbst das noch ein "Hungerlohn" sein :freak:.
 
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man muss dabei unterscheiden ob man nun lernt studiert usw. oder halt normal vollzeit arbeitet udn davon seinen gesamten lebensunterhalt bestreiten muss
die industrie hätts ja auch gern das wir alle alles kaufen wie die blöden z.b alle 1-3 jahre n neues auto fernseher usw. usw.
nur können sich sowas die wenigsten leisten, ohne sich mit krediten vollkommen zu überschulden.....
so kommt dann noch was anderes dazu z.b. freundin/frau die man unterstützen muss oder familie dann wirds ganz schnell eng

ich selbst bin nun knapp über 10€ std. und dank schichtzuschlägen nage ich nicht am hungertuch, nur leiste ich mir nichts um auch mal was sparen zu können, an einen neuwagen brauch ich so nie denken bzw. würde ich mir so eine lange kreditzeit nicht aufbürden wollen
trotz das ich relativ günstig wohne und lebe bleibt am monatsende nicht viel übrig


aber das schweift hier zu sehr ab



am besten wärs wirklich wenn der betreffende mal mit dem AG & AMT spricht, die werden ihm da wohl am besten helfen können
 
damn80 schrieb:
ich selbst bin nun knapp über 10€ std. und dank schichtzuschlägen nage ich nicht am hungertuch, nur leiste ich mir nichts um auch mal was sparen zu können,....

Darf man fragen in welcher Branche du arbeitest und in welchem Bundesland? Gelernter und ungelernter Mitarbeiter?
 
Mir ist EGAL,was der**Freund** des Te für sorgen in seinem Job hat !

Arschbacken zusammenkneifen,weiter arbeiten und wärend dessen einen neuen Job suchen,der ihm besser gefällt.
DAS wäre dem System gegenüber fair. Aber heute läßt man ja bei jeder kleinigkeit das Handtuch fallen und bettet sich schön wohlig warm im Sozialsystem ein.


Keine Selbstverantwortung mehr da....lieber Hände aufhalten und noch dumm rummaulen....
:mad:
 
gelernter kfz-mech
metallbranche
technischer angestellter
 
Und in welchem Bundesland? Also für einen technischen Angestellten in der Metallbranche sind 10 € die Stunde in der Tat sehr wenig......
 
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