Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden

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Also ich sehe auf Handelsvertreter nicht so herab wie manch andere. Wem es Spaß macht und wer gut in Verkaufen ist. Warum nicht?

Ich bin erst einmal für ein solches System in der Grundschule aber sehe ein Problem in der Arbeitswelt. Bei Berufen, die direkt Kundenkontakt oder Verkauf bzw. Handwerskleistung haben mag das gehen aber wie soll eine bessere Leistung bei Krankenpflegern (wenn weniger Patienten sterben?`) oder dem Ingenieur oder der Kassierin etc. uvm gehen?
Ich stelle mir die Bewertung irgendwie schwierig vor - wenn es keine Verkaufserfolge zu bewerten gibt, dann bleibt doch nur noch die Arbeitszeit und Krankheitstage.,

Ich lasse mich aber gern belehren - so richtig verstehe ich nicht, wie es für jeden Beruf funktionieren soll.
Ergänzung ()

DerOlf schrieb:
Ich denke, er hat da etwas weitaus umfassenderes im Kopf. Ein ausreichendes Grundgehalt (deutlich über H4) und dann noch zusätzlich Provision für gute Leistungen ... und das in JEDEM Beruf.

Aber nicht das gleiche Gehalt für jeden Beruf?

EDIT

@DerOlf
ich bin auch kein blinder Fanatiker der Privatbanken ob du es glaubst oder nicht, ich habe zwar eine Direktbank DKB (nagut die gehört über Umwegen zur Sparkasse) und dort ein Depot bin aber ebenso gern Genossenschaftsmitglied.


Ich bin nur kein Freund von Greenbanking wie es bei uns betrieben wird - die großen Anbieter GLS Bank, Ethikbank etc, sind Genossenschaften und was heißt das? Genau sie müssen auch die DZ Bank nutzen. Am Ende fließen deren Mindestbeiträge auch in den großen Topf der Genossenschaften und finanzieren Atomkraft.


Mist - falsches Thema, aber mich würde mal interessieren, was ihr von Bill Gates Idee haltet weiter nach Kernfusion und Atomkraft ohne Abfälle zu forschen?

@DerOlf
Ich habe nichts gegen editieren - so war das nicht gemeint, ich editiere auch aber ich finde es unübersichtlich, wenn bereits andere Antworten da sind und dann editierst du. Nur darauf bezog ich mich ;)
 
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DerOlf schrieb:
Über sowas würde ich gerne sprechen ... aber dann gibts eben Leute, die sowas wie du nun seit einem Jahr machst, schon seit 20 Jahren machen, aus Alters- und Unflexibilitätsgründen sich auch nicht mal eben umorientieren können (oder wollen), oder die auch einfach kein anderer einstellt ... mit über 40 hast du gegen junge leistungsbereite keine große Chance, wenn du nur Erfahrugen im Callcenter vorzuweisen hast.
Für einen Chef bedeutet ein Lebenslauf mit langer Zeit in solchen Jobs (eigentlich sind das ja Hilfsarbeiten), nur, dass er da jemanden hat, der so einiges mit sich machen lässt. Die Zustände in den entsprechenden Jobs sind ja nicht unbekannt.
Richtig, ich habe aber auch hier sehr "alte" Leute auf Arbeit die 55+, teilweise fast 70 sind und immer noch hier Ihre Zeit "absitzen aber dennoch sehr viel gelernt haben, zwar nicht schnell aber haben die. Das ältere Ehepaar hat sich z.B. Amazon FBA angeeignet in relativ kurzer Zeit, was von mir tiefsten Respekt gab. Wie bereits erwähnt, bei so was muss man halt eine Balance halten, die man nicht halten kann. Irgendwo muss der Abstrich gezogen werden.
DerOlf schrieb:
Ich denke nicht, dass er Klinkenputzer meinte ... Provision bedeutet in einigen dieser Jobs nichts weiter, als dass man ohne sie nicht so leicht auskommt.
Ich denke, er hat da etwas weitaus umfassenderes im Kopf. Ein ausreichendes Grundgehalt (deutlich über H4) und dann noch zusätzlich Provision für gute Leistungen ... und das in JEDEM Beruf.
Ich finde die Idee cool (wenn ich sie richtig verstanden habe) ... denn ich weiß um die Bedeutung von Wettbewerb in einem solchen "Token-System".
In der Grundschule wird mit sowas schon seit Jahren gearbeitet ... man mag bezweifeln, ob es "gut" ist, wenn die Kids ihre Fische, Sterne oder was auch immer es da zu holen gibt, zählen und sich darüber miteinander vergleichen, aber den Leistungsoutput steigert es insgesamt schon ... nur für die die in ihren Heften keine Tokens finden, obwohl sie sich redlich bemühen (diese Einschätzung ist ja subjektiv), fühlt sich das kacke an.
Ist das eine gute Vorbereitung auf ein Leben in einer Gesellschaft, die sie abhängen wird, wenn sie so weitermachen? Wahrscheinlich doch schon, oder siehst du das anders?
Ja und Nein. Die Provision, sollte vom Staat kommen, nicht vom Arbeitgeber. Und Handelsvertreter sind mWn nur Selbstständige Personen? Das wäre wieder so viel Papierkram, dass würde glaube ich sehr viele abschrecken.
Kurz gefasst, sollte man vom Staat eine Unterstützung erhalten, dafür, dass man der Arbeit besonders effizient nachgeht, klar kann da jetzt ein 70-jähriger nicht so schnell wie ich mithalten. Aber wenn wir versuchen, eine große Masse mit solchen Entscheidungen zu treffen, werden wir immer auf derselben Stelle stehen bleiben. Man sollte so was eher testweise in jeder Altersgruppe durchführen mMn.
 
Kausu schrieb:
Leider eine Teamprämie -..- die würde ich bei meinen Kollegen nie bekommen.
Das ist blöd ... aber ich weiß wie sich das anfühlt ... Teamnarbeit hat für mch in weiten teilen des Studium immer bedeutet, dass ICH die meiste Arbeit mache, einfach weil ich keine Lust hatte, am ende an einem bescheidenen Vortrag mit schuld zu sein, und durch die Faulheit der Anderen am ende schlechter bewertet zu werden.
Am liebsten habe ich allein gearbeitet ... einfach weil da (fast immer) die bessren Gesamtergebnisse rauskamen.
Wir müssen den Kids in der Schule drngend beibringen, dass ein Team nur dann funktioniert, wenn jeder im Team auf das gesetzte Ziel hinarbeitet.
Ein Pele hat auch kein einziges Fussballspiel alleine gewonnen ... vielleicht kapieren die es über solche Beispiele?
Kausu schrieb:
so richtig verstehe ich nicht, wie es für jeden Beruf funktionieren soll.
Da habe ich auch noch keine Idee ... deswegen will ich ja drüber diskutieren ;)
Kausu schrieb:
Aber nicht das gleiche Gehalt für jeden Beruf?
Damit würde man nur eins erreichen ... Piloten, Ärzte, Juristen und Manager würden sich für blöd halten, weil sie diese Jobs ergriffen haben (der Weg zur Qualifikation ist nämlich alles andere als leicht ... ein Medizinstudent sagte mir nach seiner Erstsemesterparty mal sinngemäß ... "so, das war die letzte Party vorm Dr." ).
Wozu sollte man sowas auf sich nehmen, wenn man noch jung ist, wenn man am ende nichtmal "besser" davon leben kann, als jeder Handlanger aufm Bau?

Also nein ... kein Einheitsgehalt für alle. Gewisse Lohndifferenzen sind notwendig und auch fair ... ich habe nur was dagegen, die Lücke zwischen Gering- und Gutverdienern noch mit der Spaltaxt zu bearbeiten.
 
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Zum Team - Teamarbeit kann toll sein - es gibt einen Kollegen, mit dem kann ich ohne große Worte zusammenarbeiten, jeder weiß was zu machen ist - dann gibt es aber auch die tollen Kollegen, die sich mit Absicht doof und faul stellen.
Gern ist auch die Kollegin gesehen, die mit absolut langsamen watschligen Schrit auf einen zukommt und den Satz beginnt mit "ich habe mal eine Frage" - was am Ende nur bedeutet "kannst du das machen, ich habe keine Lust".
Ergänzung ()

DerOlf schrieb:
Am liebsten habe ich allein gearbeitet

Bis auf einen Kollegen arbeite ich immer noch am liebsten allein - muss man leider heute aber verstecken, da alle Teamarbeit für das wichtigste halten ... nochmal zu Bewerbungsgesprächen ;) am liebsten würde ich sagen, dass ich lieber allein arbeite - aber ich bin nicht doof und weiß´, dass sie natürlich hören wollen wie geil und toll ich Teamarbeit finde,.
 
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RyujinJakka schrieb:
Die Provision, sollte vom Staat kommen, nicht vom Arbeitgeber
Damit machst du dann den Staat zum dummen Bilanzverbesserer ... aber wenigstens hätte man bei sowas keine Probleme mit den AG ... vorrausgesetzt das wird für die keinen cent teurer ;)
Kausu schrieb:
Gern ist auch die Kollegin gesehen, die mit absolut langsamen watschligen Schrit auf einen zukommt und den Satz beginnt mit "ich habe mal eine Frage" - was am Ende nur bedeutet "kannst du das machen, ich habe keine Lust".
Oh ja ... ich hatte gerade das bild eines Verwaltungsangestellten vor Augen, der schwitzend einen Gang entlang "rannte" ... der war schnell genug, dass man ihm noch einen zweiten Keil in seine Hose hätte einnähen können ... das hätte für ihn keine 10 Schritte bedeutet (nee ist natürlich übertrieben).
Eine ganze Menge Menschen bekommen gutes Gehalt, und sehen bei der Arbeit absolut nicht so aus, als würden sie was tun. DAS wären mit etwas weniger Glück Dauerhartzer gewrden.

Kausu schrieb:
Ansonsten ist hier tatsächlich der Tarifvertrag in vielen Unternehmen das Problem - jedem steht grundsätzlich die gleiche Entlohnung zu, egal was er leistet
Ist aber ein Interessanter Aspekt .. es stimmt natürlich, dass Tarifverträge nicht nur untere, sondern auch obere Schranken bedeuten können.
Warum sollte man jemanden mehr als 20% über Tarif bezahlen, wenn der schon bei Tariflohn eigentlich die Fresse zu halten hat?
Irgendwann fängt doch jede Frma an zu suchen, ob man für den job nicht auch jemanden findet, den man nicht so weit über Tarif bezahlen muss, damit er bleibt.
 
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DerOlf schrieb:
Damit machst du dann den Staat zum dummen Bilanzverbesserer ... aber wenigstens hätte man bei sowas keine Probleme mit den AG ... vorrausgesetzt das wird für die keinen cent teurer ;)
Ich ging davon aus, dass das Bedingungslose Grundeinkommen, etwas ist, was vom Staat zugesichert wird und nicht vom AG :freak: . Daher anstatt jedem 1k € zu gewährleisten, eher mit Bonis durch Papa Staat arbeiten
 
@RyujinJakka:
Und ich ging davon aus, dass wir über ein BGE nicht mehr wirklich sprechen ...
Dagegen, dass der Staat Einkommen aufbessert, die ohnehin schon auskömmlich sind, habe nicht nur ich was.
Ich möchte auch nicht sehen, wie der Staat mit Steuergeldern ermöglicht, dass die Unternehmen ihre Lohnkosten senken können. Das kann man kurzfrstig mit Bereichen machen, in denen es gerade nicht läuft, aber nicht nach dem Gießkannenprinzip.
Da hätten dann zu viele Unternehmen was von, denen es auch ohne schon mehr als rosig geht.

Aber das ist vollkommen unabhängig davon, was das für die Arbeitnehmer bedeuten würde, denen würde ich das wünschen ... ich kann mir nur nicht vorstellen, das sonderlich viel davon beim Arbeitnehmer ankommen würde.
 
Wenn der Staat dies übernehmen soll habe ich bei unserer preußischen Bürokratie ehrlich gesagt ziemliche Angst...
 
Hmm.. ich kenn mich nun leider nicht so mit Begriffen wie BGE aus, jetzt wo ich darüber nachdenke Bedingungsloses Grundeinkommen macht es schon Sinn..
 
@Kausu:
In meinem Pädagogik Studium haben sie mich auch komplett drauf getrimmt, wie toll Teamarbeit ist (kooperative Lernformen bei individualisierter Förderung in einem Klima von Wettbewerb und Konkurenzdenken ... yippie ... als Sysiphos wäre ich zufriedener).
Ich gehöre zu denen, die den Kindern und Jugendlichen diesen Spagat beibringen sollen ;)

Ich war an Schulen wo das in den 1980ern schon zelebriert wurde (die hatten nur versucht den Wettbewerb etwas zu entmachten) ... also ist das auch ein Modus, in dem ich klar komme (egal ob als Lehrendes oder Lernendes).

Ich bin alledings ein ergebnisorientierter Teamplayer ... wenn die Arbeit nicht läuft, werde ich unzufrieden.
Teamarbeit kann toll sein ... aber wenn ein Team nicht funktioniert, dann bremst es mich aus, und die fällige Arbeit bleibt an Wenigen hängen.
Diese Einstellung weist mir nach Belbin eine "Teamrolle" als externen Berater/Experten zu ... und die sind nicht Teil des Teams ... diese Rolle ist nichtmal Teil des Standard-Auswertungsbogens zum Test.

Man wird also nicht als Teamplayer gesehen, nur weil man drauf steht, wenn Teamarbeit auch funktioniert.
Kommt nur mir das irgendwie sinnfrei vor?

@RyujinJakka:
Ich will dich mit meinen Gedanken nicht vertreben oder entmutigen ... ich habe selbst eine ganze Weile gebraucht, um mir über die Komplexität des Themas voll bewusst zu werden.
Ich suche nur nach einem langfristig tragfähigen Kompromiß.
 
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Verständlich. Immerhin ist dies ja nur Wunschdenken von mir und ich kann nicht viel Lebenserfahrung einbinden. Lediglich wilde Vorstellungen in den Raum werfen.

Was würdest du von folgender Idee halten.

Papa Staat würde anfangen Kredite an "legitime" Zwecke zu verteilen. Sagen wir es mal so, 24/W benötigt einen Kredit um sich Nahrung diesen Monat leisten zu können für sich und ihre 2 Kinder. Den Kredit zahlt Sie in Form wie Arbeit zurück. Sie würde diesen nicht mit Geld bezahlen, sondern mit der Verpflichtung, weiter einer Arbeitsstelle nachzugehen. Solche Anträge würde jemand zuständiges prüfen. Die dann eine ähnliche Funktion wie der Ethnische Rat besitzen und gewisse Maßstäbe für Norm und Ordnung aufstellen.

Sagen wir, ein Yachtkauf würde davon ausgeschlossen sein, da dies eher ein Haben-Möchten-Wollen ist.

Ich denke die Intention ist verständlich
 
Das Problem sind selten die Ideen ... meist ist es die Umsetzung.
Die beinhaltet nämlich leider auch den Übergang vom alten, in ein neues System (auch wenn es dabei nur um geringfügige Änderungen geht).

Da hast du dann eben die Leute, die es im alten System total geil fanden ... die finden die Idee unter Umständen schon doof, nur weil sie sich nicht sicher sind, ob es ihnen in dem neuen System noch genauso gut gehen wird.
Da kann man ihnen tausend mal sagen, dass es ihnen vielleicht auch mit dem neuen System gut geht ... vielleicht sogar besser ... das Problem ist das "vielleicht".Denn im jetzigen System geht es ihnen garantiert gut, solange sie weiter funktionieren (denken sie jedenfalls).

RyujinJakka schrieb:
Immerhin ist dies ja nur Wunschdenken von mir und ich kann nicht viel Lebenserfahrung einbinden. Lediglich wilde Vorstellungen in den Raum werfen.
Mach dich nicht kleiner als du bist ... du hast Ideen, und du kommunizierst sie auch ... ob diese Ideen dann gut, machbar, oder nachbesserungsbedürftig sind, das spielt keine große Rolle.
Sowas kann niemand alleine perfektionieren ... deswegen ist Teamarbeit ja auch wichtiger als Rechthaberei.
Und auch jemand mit 3 Tonnen Lebenserfahrung aber Null Ideen bringt eine Diskussion nicht weiter, wenn er (so wie ich das momentan bei dir mache) immer nur auf mögliche Schwierigkeiten hinweist.

Die Angst vor der "preußischen Bürokratie" teile ich nebenbei mit @Kausu - aber dafür muss ich mir nichtmal vorstellen, wie die auf Änderungen reagieren könnte.
 
DerOlf schrieb:
Mach dich nicht kleiner als du bist ... du hast Ideen, und du kommunizierst sie auch ... ob diese Ideen dann gut, machbar, oder nachbesserungsbedürftig sind, das spielt keine große Rolle.
Ich bin eine Person, die überdenkt gerne alles 20x, ich habe mir angewöhnt, keine Entscheidung zu bereuen im Leben, weil die Zeit die ich dadurch verlieren würde, zu wichtig ist. Und lehne eigentlich solche Ideen vorher ab, da ich keinen Bezug dazu habe. Keine Lebenserfahrung die dies untermauert, kein Buch was es mir erklärt, zumindest noch keins gehabt was es mir erklärt :)

Wie ist das Sprichwort, sei nicht stolz auf dein Geld, weil es dich nie gänzlich zufrieden stellt?

Ich habe mir es nun so oft durch den Kopf gehen lassen, so ein Thema und ähnlich knüpfende. Andere Länder wie USA reizen dadurch, dass man weniger Steuerabgaben hat, natürlich auf Kosten von Sozialversicherungen etc. . Oder Themen wie "Selbstverwirklichung" und einem die Ausreise nach Korea entspricht und z.B. im IT-Bereich für so was wie Samsung arbeiten möchte. Zumal ich gestehen muss, ein kleiner Kink besteht, für asiatische Frauen. Das spielt ja momentan für mich ja auch eine große Rolle, warum in die Rentenkasse hier einzahlen, wenn ich ins Ausland ziehen kann/will/möchte?
Dort ansprechendere Infrastruktur steht, in Form von Internet. E-Sports dort eher angesehen wird. Mein Ziel ist es aber nicht Profi zu werden

Aber ich glaube, dass ist etwas OT an diesem Punkt. :evillol:
 
So, ich musste kurz mal weg ... der letzte post war ja relativ allgemein gehalten. Nun konkret zu deiner Idee.

H4 ist ein ähnliches System ... du unterzeichnest bei deinem ersten Termin nach der erfolgreichen Bedürftigkeitsprüfung (bei Erst- und Folgeanträgen) zunächst eine "Eingliederungsvereinbarung".
Wenn du dich an die nicht hältst, gibts Grund für Sanktonen.
Du verpflichtest dich mit dieser Unterschrift dazu:

1.) Jede Maßnahme zu ergreifen, welche dem Ziel dient, deine Bedürftigkeit zu beenden ... im Klartext ... Geld vom Amt gibts nur, wenn du alles tust, um ein sozialversicherungspflichtiges Einkommen zu generieren (das bezieht sich auf Bewerbungen, Fort- und Weiterbildung etc.).
Eingeschränkt wird das höchstens durch ziemlich interpretationsbedürftige Vertragsteile über die Zumutbarkeit der Maßnahmen. Daran jetzt herumzuinterpretieren ist mir persönlich zu heiß ... ich bin kein Jurist.

2.) Jede längere Abwesenheit beim Amt anzumelden.
Wenn du spontan für einige Stunden in eine andere Stadt fährst, dann will das Amt das nicht unbedingt wissen ... aber wenn du ne Woche zu deinen Eltern fährst oder einfach Urlaub machen willst, dann schon (ich weiß, Hartzer sollten sich Urlaub garnicht leisten können ... manche machen es trotzdem, und das kostet das Amt auch keinen cent mehr, weil die das von ihrem Regelsatz abzwacken, also für den Urlaub Einbußen hinnehmen ... ich denke aber auch, dass ein Hartzer sich nicht beschweren sollte, wenn er sich von H4 keinen Urlaub leisten kann).

3.) Jeden Zuverdienst (also Geld aus anderen Quellen als dem Jobcenter) anzumelden.
Natürlich weil dein Geldbedarf dadurch sinkt ... wer knapp 300,- im Monat durch Unterricht verdient, der braucht nicht den vollen Regelsatz.

4.) Als Hartz4 Empfänger musst du im Prinzip für jede Krankheit einen gelben Schein beim JC einreichen.
Es ist im Grunde deine "Arbeit", dir einen Job zu suchen, und wenn du dem nicht nachgehst, dann kann das sanktioniert werden (weniger Geld). es sei denn, du bist so krank, dass du nichtmal online-Jobbörsen durchsuchen und per eMail Bewerbungen verschicken kannst.

Im Gegenzug bekommst du dann ALG II (ich glaube bei ALG I gibts was ähnliches, wenn nicht das gleiche).

Das ist deiner Kreditregelung schon nicht ganz unähnlich.
Nur gibt es leider keine echte Garantie, dass du den Job, zu dessen Ausführung du verpflichtet bist, weil du damit einen staatlichen "Kredit" abstotterst, auch lange genug halten kannst.
Was passiert, wenn du dachtest, der Job wäre dir sicher, und du dann doch nach 3 Monaten die Kündigung kriegst, obwohl der Kredit noch 9 Monate laufen würde, bevor er getilgt ist.
Kann man alles irgendwie regeln, aber das bedeutet einen immensen bürokratischen Aufwand.
 
@RyujinJakka
Deine Vorschläge sind nicht naiv, sie sind kommunistisch.
1. Friseure sind ein ganz schlechtes Beispiel. Friseure bekommen nur nur den Mindestlohn, sie bekommen auch aus alter Tradition noch steuerfreies Trinkgeld. Ich denke so manchem Friseur geht es heute besser als vielen anderen, die nur den Mindestlohn bekommen.

2. warum sollte der Staat Gehälter aufstocken? Wenn Du das willst, geh in ein sozialistisches / kommunistisches Land. Ich will das nie wieder

3. Gibt es sowas sogar schon, nämlich in Form von Steuerbelastung. Die Friseurin zahlt nämlich deutlich weniger Steuern als der Arzt.

4. Du klingst wie einer, der 35 Berufsjahre auf dem Buckel hat, und es kurz vor der Rente stehend nur noch schwerlich schafft, sich zur Arbeit zu schleppen. Wie kann man als Fachabiturient nur so planlos, lustlos und ziellos sein? Das macht mich eher fassungslos. Mach eine ordentliche Ausbildung und suche dir einen Job aus, der Dich interessiert. Pack Dein Leben selbst an. Andere machen es für Dich sicher nicht.
 
@Smartin
-Friseur und Arzt war das erstbeste Beispiel um "Niedrigverdiener" und "Hochverdiener" darzustellen.

-der Staat soll nicht zwangsweise Gehälter aufstocken, sondern eher als eine Art Prämie dafür, dass man evtll motivierter an die Arbeit geht

- natürlich bin ich lustlos, ich kann mir nicht vorstellen mein ganzes Leben damit zu verbringen, in nem Callcenter zu arbeiten, dafür habe ich mein Abitur nicht gemacht. Ich schaue vorwärts und freue mich natürlich auf die Ausbildung und dass ich selbst, endlich mal "anfange" im Leben. Sorry falls es so rübergekommen bin :D, wenn man tagtäglich mit Menschen telefoniert, die einige Prinzipien einfach nicht verstehen, dann ist man irgendwann demotiviert. Der alte Standortleiter hat gesagt "Ihr telefoniert hier mit der Bodenschicht von Deutschland", es hört sich sehr schroff an aber wenn man sich die Kunden dann immer anhört, ist es schon irgendwo verständlich, dass man keinen hohen Standard in solchen Gesprächen erwarten sollte.
 
wie gesagt. Deinem Vorschlag kann ich nicht viel abgewinnen.
Der Friseur zahlt deutlich weniger Steuern. Das ist schon eine staatlich gewährte Besserstellung. Da muss nicht der Staat noch geringe Löhne aufstocken. Zumal er auch das schon gemacht hat, durch Einführung des Mindestlohns.
 
Smartin schrieb:
Da muss nicht der Staat noch geringe Löhne aufstocken
Stimmt, der muss die Wirtschaft nur dazu zwingen, in allen Bereichen die Löhne wenigstens verhältnismäßig steigen zu lassen.
Und das hat unser Staat in den letzten 25 Jahre episch verpennt ... hier gabs an einem Ende 30-150%. und zum Ausgleich am anderen ende -3 bis 1,5% "mehr". Die oberen Lohngefilde hat dabei auch nicht die kalte Progression erwischt, denn die lagen vorher wie nachher in der Komfortzone zwischen Spitzensteuersatz und Reichensteuer ... auch das hat viel eher die getroffen, die eher magere Steigerungen hingeworfen bekamen..
Während die Wertschätzung für IT-Fachleute, Ingenieure, Juristen, Betriebswirte, Marketing-Fuzzies und Manager gerade auf dem Weg zum Mars ist, trifft sich der Rest am Toten Meer.

Ich denke, wenn man Adam Smith ausgräbt, dann wird man erleben, wie ein Mensch durch reine Eigenrotation dann doch fliegen kann. Denn sogar nach kapitalistischen Maßstäben ist das eigentlich eine farce.

Ich hoffe ich muss dir diese Metaphern nicht noch erklären, weil du es ohnehin wieder nur für eine bodenlose Frechheit halten wirst, dass man mich hier noch nicht gesperrt hat.

OK, genug echauffiert.

@RyujinJakka:
Der Teamrollen-Test von Belbin könnte für dich interessant sein (habe ich weiter oben irgendwo verlinkt) ...

Die Arbeitgeber stehen auf Teamplayer, und in den Auswertungsbögen zu diesem Test kannst du relativ gut ergründen, was du denen erzählen musst, um als der Teamplayer zu gelten, den sie suchen.
Mach den Test ein paar mal, und dann kannst du denen ein A für ein O vormachen.

Alles was du dann noch brauchst ist ein bisschen Einfühlungsvermögen und etwas Wissen über die Unternehmensstruktur (aber achtung, da ist meist nicht so leicht dran zu kommen).

Und vor allem nimm es nicht so bierernst, wenn es mal nicht klappt ... andere Eltern haben auch schöne Töchter ;)

Hast du denn schon eine ungefähre Ahnung, in welche Richtung es gehen soll?
Falls das hier zu OT oder zu öffentlich ist, gerne auch per PN. An Diskussionen mit @Smartin verliere ich recht schnell das Interesse (bringt mir nix).
 
Zuletzt bearbeitet:
DerOlf schrieb:
Stimmt, der muss die Wirtschaft nur dazu zwingen, in allen Bereichen die Löhne wenigstens verhältnismäßig steigen zu lassen.
Und das hat unser Staat in den letzten 25 Jahre episch verpennt ... hier gabs an einem Ende 30-150%. und zum Ausgleich am anderen ende -3 bis 1,5% "mehr".

Während die Wertschätzung für IT-Fachleute, Ingenieure, Juristen, Betriebswirte und Manager gerade auf dem Weg zum Mars ist, trifft sich der Rest am Toten Meer.

Ich denke, wenn man Adam Smith ausgräbt, dann wird man erleben, wie ein Mensch durch reine Eigenrotation dann doch fliegen kann.

Ich hoffe ich muss dir diese Metaphern nicht noch erklären, weil du es ohnehin wieder nur für eine bodenlose Frechheit halten wirst, dass man mich hier noch nicht gepermabant hat.
Es ist nicht Aufgabe des Staates, Löhne steigen zu lassen. Bestenfalls den Bereich, wo er Verantwortung hat, wie bei Staatsbediensteten. Und da muss man letztlich auch alle Wahrheiten bedenken.
a) Der Staat kann nur das Geld ausgeben, was er hat, und er lebt seit Jahrzehnten über seinen Verhältnissen. Anstatt zu modernisieren und zu digitalisieren, sind wir mittlerweile von einem überalterten unmodernen Staatsapparat verwaltet.
b) Die Leute im öffentlichen Dienst haben weniger Gehalt, aber dafür auch Kündigungsschutz, deutlich bessere Altersvorsorge, kürzere Arbeitszeiten, teilweise deutlich mehr netto, weil andere Besteuerung/Beitragszahlung, keinen Stress hinsichtlich Familienplanung, etc. Anscheinend vergessen das einige. Wie so oft suchen sich die Leute immer die Vorteile raus.

DerOlf schrieb:
Während die Wertschätzung für IT-Fachleute, Ingenieure, Juristen, Betriebswirte und Manager gerade auf dem Weg zum Mars ist, trifft sich der Rest am Toten Meer.
Oh mein Gott. Ja genau. Ich kenne bspw. genug Juristen, die für 2.500 Eur brutto eingestiegen sind. Und wahrscheinlich würde sich so mancher "Wohnzimmerjurist" oder "Wald- und Wiesenanwalt" über die 2500 Eur freuen, v.a. wenn man bedenkt, dass er Sozialversicherungsbeiträge komplett alleine zahlen muss.
Deine Denke ist wie so oft, einseitig und nur von Vorurteilen geprägt und ist vor 15 Jahren stehen geblieben. Außerdem verstehe ich den Vergleich nicht. Wie so oft vergleichst Du Äpfel mit Birnen und willst nur provozieren. Wahrscheinlich ist das auch das Einzige worum es Dir geht.
 
@Smartin:
Der Staat kann als Dienstleister in den Markt eingreifen ... das hat er z.B. in den 1970ern mit dem sozialen Wohnungsbau getan ... durch den sind die Mieten fast 30 Jahre lang erträglich geblieben ... mit Rücklagen zum Bestandschutz hätten die Hütten auch nicht so einen enormen Sanierungsstau aufgebaut, dass man sie nur noch abreißen oder verkaufen konnte.
Wenn sich eine gierige prvate Wohnungsgesellschaft dagegen nicht halten kann, dann hat sie schlecht gewirtschaftet. ... jedenfalls nicht besser als die Sozialbaugesellschaften, die an ihrer Misswirtschaft pleite gegangen sind.
Leider hat unser Staat das seit einer ganzen Weile nicht mehr genutzt, er versucht stattdessen die privaten Wohnungsgesellschaften und -eigentümer zu schröpfen. Die Wirkung auf die Mieten spüren mittlerweile ALLE hart im Portemonnaie.
Bei dem Gedanken an eine mögliche Selbstständigkeit bekommen die meisten jüngeren Leute doch heute nur noch den Horror .. ohne dicken Kredit geht das schonmal garnicht.

Das man die Staatsfinanzen genauestens prüfen sollte, das sehe ich genauso ... ich denke aber, dass man das neutralen Beobachtern überlassen MUSS, und nicht den zukünftigen Vorständen von Siemens, Oetker oder BMW (also Politikern).

Wahrscheinlich liegen wir mit Kritik am Staat aber nicht ganz richtig ... der Staat ist im Grunde machtlos.
Die Unternehmenskultur braucht eine Reform ... dann gibts vielleicht auch mal etwas weniger Schieflage ... oder einen "trickle-down-effect" von dem man "down under" auch was mitkriegt, wenigstens wenn man Vollzeit arbeitet.
Von Teilzeitjobbern wie mir rede ich da garnicht ... ich will mehr machen, aber nicht 40+ Stunden für Hartz4 +50,- bei Mindestbeiträgen zu Sozial- und Krankenversicherung, die sich an Hartz 4 x 2 berechnen.
10% vom Monatsbrutto, jedoch mindestens 180,- EUR und ein paar zerquetschte lautet die Formulierung bei der TK. Einen oberen Deckel dürfte es bei sowas garnicht geben, der sorgt nämlich dafür, dass es ab einem gewissen Einkommen dann nichtmal mehr die 10% sind. bei jemandem mit 1.500 Brutto sind es nicht 10, sondern 12% ... bei 1000 schon 18% ... u.s.w. Ich finde es gut, dass H4-Empfänger das nicht selbst zahlen müssen ... bei mir wären das momentan 20,5%.
Soll ich noch ein bisschen rechnen (dann mit den Höchstbeiträgen der TK und Monatsgehältern jenseits der 6k), oder ist dir die Ungerechtigkeit schon jetzt klar?

Nicht die Höhe von Hartz4 ist das eigentliche Problem, sondern die zu geringe Differenz zu den unteren Gehaltsklassen. Auch ein Hilfarbeiter opfert Lebenszeit ... und dafür sollte es mMn mehr geben, als Gnadenbrot ... und natürlich ist dafür zunächst der Arbeitgeber zuständig ... der kriegt das aber scheinbar schon aus prinzip nicht hin.
Ich halte es für eine blöde Idee, in dieses System mehr gerechtigkeit reinbringen zu wollen, in dem man Hartz 4 Bezüge senkt oder die Sanktionen für H4-Empfänger ausbaut.
Die Löhne müssen korrigiert werden.
Und wenn das nur über Steuersenkungen im Mittelstand möglich ist (weil man die reichen nicht kriegt), dann ist mir scheißegal, wenn der Staat dafür dann insgesamt etwas kürzer treten muss.
Hauptsache man spart nicht schon wieder gezielt am falschen ende (Bildung und Infrastruktur).
Ergänzung ()

Ich muss noch auf eine Sache von der letzten Seite eingehen ... das ist irgendwie unter die Räder gekommen, aber es ist mir wichtig.

Erstmal zur einordnung, damit jeder weiß, wovon ich gleich überhaupt spreche.
Es gab die Frage nach der Finanzierung einer Umwandlung von Ehrenamt in Angestelltenverhältnisse (und ja die kam von mir).
Dazu ein paar zitate, auf die ich Bezug nehmen will.
Tomislav2007 schrieb:
Das müssten die entsprechenden Unternehmen/Behörden/Einrichtungen von Ihrem Geld bezahlen und aufhören zu einem großen Teil mit Ehrenämtern nur Ihre Bilanzen zu verbessern.
DerOlf schrieb:
Wie hoch bewertest du die Chance, dass die die dadurch entstandenen Mehrkosten nicht einfach an die Kunden weitergeben und sich am ende nur an deren Bilanzen nichts verändert?
Tomislav2007 schrieb:
Bei (fast) mittellosen Kunden die einen (fast) kostenlosen Service beanspruchen ?
Ok, jetzt das was ich eigentlich dazu noch sagen wollte ... der Rest war Vorspiel, damit es eingeordnet werden kann.

Als erstes. Ein Service, für den Menschen mit Mindestlohn bezahlt werden müssen (zuzügl LohnNebenKosten), ist ganz sicher nicht fast kostenlos, es kostet nur weniger, wenn es stark bezuschusst wird.

Die Kunden sind nur teilweise fast mittellos (Pflegekräfte, Seelsorger oder Betreuer braucht z.B. auch eine Reiche Oma, wenn der Rest der Familie nur business im Kopf hat ... der Unterschied ist, dass die sich extra Service leisten kann, der staatsfinanzierten Bedürftigen nicht zustehen sollte).
Bei den Kunden, die nicht mittellos sind, kann man preislich nachjustieren, und so die Kosten für die zusätzlichen Angestellten (zuzügl. LNK) wieder kompensieren.
Bei mittellosen Bedürftigen ... (z.B. die Grundsicherungs-Omi, die einen ähnlichen Minimalservice haben soll) wird diese Kompensation ebenfalls verlangt werden ... und da die das nicht aus der eigenen Tasche zahlen können, greifen die Bilanzverbesserer eben auf Umwegen beim Staat in die Tasche ... dann aber eventuell nicht ganz so tief ... siehe KK-Beiträge ... die TK dürfte für mich momentan keine 100,- bekommen.

Darum geht es mir. Wenn es sich bei diesen Leistungen um Grundsicherung handelt, dann sollte der Sozialstaat sie nicht verweigern (das hat hier auch angeblich nie einer gefordert ... lassen wir das, das gibt nur Streit), und das bedeutet, dass auch bei Grundsicherungsempfängern die Mehrkosten für die Angestellten, die mal Ehrenämtler waren, kompensiert werden ... nur eben nicht am Kunden (der ist ja fast mittellos, sonst wäre er nicht als bedürftig anzuerkennen), sondern beim Staat.
Das das am Ende über irgendeine neue Sonderabgabe finanziert werden wird, sollte eigentlich klar sein.

So, das wollte ich noch loswerden. Jetzt können wir da weitermachen, wo auch immer wir gerade waren.
Ergänzung ()

LOL ... Nee doch nicht.
Die Kirche habe ich als unfairen Joker bezeichnet, weil ich das bei der anders sehe ... sie sollten, und die könnten das auch selber berappen, wenn die Kirchen nicht so leer wären - denn dann spendet ja auch keiner ... wofür denn auch? Für Krankenhäuser, Alten- und Kinderheime, die zum größten Teil eh der Staat finanziert?
 
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