Benchmark (Passmark): Ryzen 5 3600 schlägt Ryzen 7 2700x

Es kann ja durchaus sein, dass dieses Benchmark-Ergebnis korrekt ist. Allerdings sagt das nicht besonders viel über die Alltagsperformance aus, außer, dass Zen 2 wohl ein Stück flotter unterwegs ist als Zen+.

Ich gehe davon aus, der dass Ryzen 5 3600 in ST-Szenarien ein bisschen langsamer und in MT-Szenarien etwas schneller als der Core i7-8700K sein wird.

IPC Zen+ = 100 %
IPC CL = 107 %
IPC Zen 2 = 115 %

Die ST-Performance der aktuellen 6-Kern-CPUs sollte dann ungefähr so aussehen:

R5 2600 (3,9 GHz) = 100 %
R5 2600X (4,2 GHz) = 108 %
i7 8700 (4,6 GHz) = 126 %
i7 8700 K (4,7 GHz) =129 %
R5 3600 (4,2 GHz) = 124 %
R5 3600X (4,4 GHz) = 130 %

Die MT-Performance ist deutlich schwieriger vorauszuberechnen, aber AMD-Prozessoren skalieren hier ja bekanntlich besser.
 
Naesh schrieb:
Ich erinnere mich soooo gut an ähnliche News als Bulldozer erschienen ist und dann kam die bittere Enttäuschung.

Daran erinnere ich mich nicht. Die einzigen Benchmarks an die ich mich erinnere kamen von AMD selbst und waren schon sehr ausgesucht. Damals verfuhr AMD ja eher nach der Devise "täuschen und tarnen". Das ist mit Lisa Su dankenswerterweise vorbei.

Dass Passmark diese CPU auf ihrer Homepage überhaupt sichtbar macht, ist überraschend. Normalerweise werden CPUs, die noch nicht offiziell veröffentlicht sind, bis zum Veröffentlichungsdatum gesperrt. Runterladen kann ich die Datensätze beispielsweise nicht. Spricht eigentlich dafür, dass die Ergebnisse valide sind - zumindest in den Grenzen des Benchmarks. Und wie @Nixdorf bereits schrieb, ist es gut möglich, dass alles im Cache stattfindet und Passmark das bis zum nächsten Update nicht umgehen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Auf jeden Fall freu ich mich auf die Berichte und Testergebnisse!

Ein wenig kribbelt es schon in den Fingern auf einen 3000er umzusteigen - falls ein AM4 Board den Prozessor nicht irgendwie ausbremst....
 
Hias_L schrieb:
Auf jeden Fall freu ich mich auf die Berichte und Testergebnisse!

Ein wenig kribbelt es schon in den Fingern auf einen 3000er umzusteigen - falls ein AM4 Board den Prozessor nicht irgendwie ausbremst....

Geht mir genauso. Aber bis Anfang nächsten Jahres muss mein FX noch durchhalten, erst wird ein neues Lenovo für die Zweitwohnung gekauft (aus steuerlichen Gründen). Bis dahin habe ich genug Zeit, Mainboard & CPU (auf jeden Fall ein Ryzen) auszuwählen. Evtl. Kinderkrankheiten werden bis dahin wahrscheinlich auch ausgemerzt sein.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Hias_L
Cavaille schrieb:
Evtl. Kinderkrankheiten werden bis dahin wahrscheinlich auch ausgemerzt sein.
Und die Preise fallen bis dahin ggf. auch noch ein wenig :daumen:
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Cavaille
Kleines Update: die Baselines sind jetzt herunterladbar. Jedes Mal dasselbe System, unterschiedlich konfiguriert. Die langsameren Ergebnisse werden durch Single-Channel RAM verursacht, beide Male ist nur ein Riegel verbaut. Lt. Passmark nicht übertaktet.
 
Nixdorf schrieb:
Warum? Nimmt man den Wert von 13513 für den Ryzen 2600 und rechnet 15% dazu, sind es 15540.

Ich finde den Wert auch ungewöhnlich hoch, und selbst wenn der Benchmark korrekt sein sollte, wird das die spätere Alltagsperformance nicht 1:1 widerspiegeln.

Aber, du setzt 15% IPC-Steigerung an und rechnest dann damit weiter. Ich denke, dass die 15% nicht passen werden, weil die SIMD Performance (AVX2 und Crypto) drastisch gestiegen sein wird, wenn die Einheiten doppelt so breit sind.
 
ZeroStrat schrieb:
Aber, du setzt 15% IPC-Steigerung an und rechnest dann damit weiter.
Ich setze die 15% an, weil es das ist was AMD als allgemeine IPC-Verbesserung angibt. Der Passmark reklamiert für sich, einen einfachen Vergleich der Performance von PCs zu ermöglichen. Er sollte sich also nicht derart krass anders verhalten, als die von AMD für 15% verwendete SPECint-Suite bzw. der für 13% verwendete Cinebench.

Wenn der Gesamtwert um 49% ansteigt, wo sich eigentlich aus IPC- und Taktzuwachs nur 27% ergeben, dann stimmt also etwas nicht. Es könnte sein, dass Floating-Point-Berechnungen und AVX2-Lasten im Passmark überrepräsentiert sind, oder dass der große L3-Cache einen zu starken Einfluss hat, im Vergleich mit typischen Lasten.
 
Hier mal ein Run mit meinem 2400G bei 4GHz und daneben ein Run mit dem 9900k auch mit 4GHz. Die Abweichung beträgt 15%, obwohl die "Standard-IPC" nahezu gleich sein sollte. Der Benchmark ist also entweder SIMD oder Cache sensitiv. Oder eben beides. Ich schätze, dass es beides ist. Der Crypto Part könnte auch gravierend Einfluss nehmen. Die Geekbench Runs deuten das auch schon an.

Edit: Noch ein Run mit dem 9900k@4GHz und 2666MT/s RAM Speed. Hab normalerweise 3800MT/s eingestellt. Der Test ist extrem cachelastig.

Edit2: Die anderen Ryzens mit deutlich mehr Cache (der 2400G hat bloß 4MB L3) erreichen höchstens proportional zum Takt mehr Punkte, also irgendwas um die 2200-2300 für die Topmodelle. Eigentlich bleibt dann ja nur SIMD und das verbesserte Frontend. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen nicht-stetigen Sprung von 16MB auf 32MB geben soll, aber von 4MB auf 16MB tut sich gar nichts.
 

Anhänge

  • 2400G_Passmark.png
    2400G_Passmark.png
    86,2 KB · Aufrufe: 207
  • 9900k_Passmmark.PNG
    9900k_Passmmark.PNG
    140,1 KB · Aufrufe: 564
  • 9900k_low_RAM_PassMark.PNG
    9900k_low_RAM_PassMark.PNG
    103,1 KB · Aufrufe: 205
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
So, und nun gibt es den 3700X mit einem schlechteren Ergebnis als der 3600 im Single-Thread-Test. Der Boost wird für den 3700X mit niedrigeren 4,15 GHz angezeigt. Alles sehr merkwürdig.

Mein eigener 2700X liefert übrigens mit 17547/2249 auch höhere Werte als die 16980/2192 aus der Datenbank. Das sind 3,3%/2,6% mehr, obwohl ich meine CPU per cTDP auf 95W limitiert habe und schnarchlahmen DDR4-2400-RAM verwende. Der Benchmark hat also offenbar eine sehr hohe Streuungsbreite bei den Resultaten.

PassMark-2700X-cTDP 95W.png
 
Hm, sind ungefähr 3.6% Abweichung bei 1.2% Taktunterschied. Der RAM könnte auch nochmal 1-2% ausmachen.

Edit: Aber auch der 3700X spielt mit der gebotenen Singlecore Leistung ganz oben mit. Im übrigen könnte dieser enorme Performancesprung auch am L2 Cache liegen. Der wurde auch ziemlich umfassend aufgebohrt. L3 ist eh zu langsam, um die 256bit breiten Vektoreinheiten ausreichend mit Daten zu versorgen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Nixdorf schrieb:
Wenn der Gesamtwert um 49% ansteigt, wo sich eigentlich aus IPC- und Taktzuwachs nur 27% ergeben, dann stimmt also etwas nicht. Es könnte sein, dass Floating-Point-Berechnungen und AVX2-Lasten im Passmark überrepräsentiert sind, oder dass der große L3-Cache einen zu starken Einfluss hat, im Vergleich mit typischen Lasten.

AMD gibt ja die insgesamte IPC Verbesserung an, nicht aber die Verbesserung über Teilbereiche. Vor ein paar Monaten geisterten Werte um 30% durch das Netz wenn es um dedizierte floating point Berechnungen ging und AMD fühlte sich genötigt, darauf hinzuweisen, dass das nicht Gesamt-IPC Verbesserung ist.

Und Passmark ist seit der letzten Version sehr Intel freundlich. Single Thread wird favorisiert. Nicht nur im CPU Teil, der 2D Teil ist fast völlständig Single threaded und zum Teil gilt das auch für den RAM Teil (wo sich z.B. geringe Latenzen überproportional auswirken). Auch andere Teilbereiche zielen auf Intel ab. Wenn z.B. der Aspekt "Integer Math" mehr Punkte erhält, wirkt sich das kaum auf das Gesamtergebnis aus. Physics, Primzahlen und SSE dafür umso mehr. Außerdem nutzen nur wenige der Aspekte alle Kerne voll (Compression & Sorting) was man einfach daran sieht, wann die CPU am wärmsten wird und auf ihre base clock zurückfällt. Damit ist Passmark eine Mischung aus lightly und single threaded.

Nixdorf schrieb:
So, und nun gibt es den 3700X mit einem schlechteren Ergebnis als der 3600 im Single-Thread-Test. Der Boost wird für den 3700X mit niedrigeren 4,15 GHz angezeigt. Alles sehr merkwürdig.

Na, wir wollen mal die Kirche im Dorf lassen ;) Der 3700X ist auch nur 3-4% langsamer. Das ist insignifikant. Außerdem ist Passmark unpräzise wenn es um das Anzeigen des korrekten Takts geht. Boost taktstufen werden schwer bis gar nicht erfasst.

Nixdorf schrieb:
Mein eigener 2700X liefert übrigens mit 17547/2249 auch höhere Werte als die 16980/2192 aus der Datenbank. Das sind 3,3%/2,6% mehr, obwohl ich meine CPU per cTDP auf 95W limitiert habe und schnarchlahmen DDR4-2400-RAM verwende. Der Benchmark hat also offenbar eine sehr hohe Streuungsbreite bei den Resultaten.

Nein, der Benchmark läuft auf vielen System unter denen selbst es eine hohe Streuung gibt. Mein 8370 z.B. hat im Durchschnitt mit Passmark 9036 Punkte, Passmark selbst hat als Referenzsystem einen 8370 mit 9559 Punkten gebencht was sich kaum von meinen eigenen Stock Werten von 9578 unterscheidet.

Übertaktet habe ich ein weitaus höheres Ergebnis (was aber auch normal ist):
 

Anhänge

  • Untitled-1.jpg
    Untitled-1.jpg
    240,9 KB · Aufrufe: 202
Zuletzt bearbeitet:
Bin gespannt wie ein Flitzebogen. Im Herbst dürfte der 3930K dann langsam in die verdiente Rente gehen, wobei ich auf jeden Fall Tests, das 16 Kern Modell (bei mir wird’s aber nur der 8 uU auch der 12-Kerner) und spätere Board Revisionen abwarte. Leistung fehlt mir bei 4,6GHz+ aktuell zwar keine, die Leistungsaufnahme ist mit >200W CPU only aber doch sehr hoch im Vergleich zu Ryzen.
 
Cavaille schrieb:
AMD gibt ja die insgesamte IPC Verbesserung an, nicht aber die Verbesserung über Teilbereiche. Vor ein paar Monaten geisterten Werte um 30% durch das Netz wenn es um dedizierte floating point Berechnungen ging und AMD fühlte sich genötigt, darauf hinzuweisen, dass das nicht Gesamt-IPC Verbesserung ist.
Der CPU-Mark besteht nicht nur aus Floating-Point-Berechnungen, sondern ist eine bunte Mischung. Somit sollte man annehmen, dass sich ein Wert zwischen den 15%, die AMD mit SPECint ermittelt hat, und den 30% in FP-lastigen Anwendungen ergibt.

Aber nein, nach wohlwollender Taktabschätzung und Umrechnung liegt der Unterschied immer noch bei über 30%. Erst dann, wenn man den Ryzen 2600 mit Basistakt von 3,4 GHz rechnet, und den Ryzen 3600 mit 4,4 GHz PBO, dann kommt man auf 17587, wo dann 15% IPC-Zuwachs zu 20110 Punkten führt, was immer noch marginal unter den 20134 Punkten liegt, die im Eingangspost gemeldet wurden. Das ist dann arg viel Beugung der Wahrscheinlichkeit, um halbwegs das Erwartbare zu sehen.

Man wird sehen, wie sich der Wert im Laufe der Zeit entwickelt, wenn auch die Ryzen 3000 endlich den Einfluss der von dir angesprochenen "hohen Streuung" spüren. Es ist denkbar, dass sich der aktuell zu hohe Unterschied dann "wegmittelt".

Cavaille schrieb:
Single Thread wird favorisiert. Nicht nur im CPU Teil, der 2D Teil ist fast völlständig Single threaded und zum Teil gilt das auch für den RAM Teil (wo sich z.B. geringe Latenzen überproportional auswirken).
Die 2D- und RAM-Teile fließen nicht in die hier besprochenen Werte ein, hier geht es nur um den CPU-Mark.
 
Nixdorf schrieb:
Der CPU-Mark besteht nicht nur aus Floating-Point-Berechnungen, sondern ist eine bunte Mischung. Somit sollte man annehmen, dass sich ein Wert zwischen den 15%, die AMD mit SPECint ermittelt hat, und den 30% in FP-lastigen Anwendungen ergibt.

(...)

Man wird sehen, wie sich der Wert im Laufe der Zeit entwickelt, wenn auch die Ryzen 3000 endlich den Einfluss der von dir angesprochenen "hohen Streuung" spüren. Es ist denkbar, dass sich der aktuell zu hohe Unterschied dann "wegmittelt".

👍


Nixdorf schrieb:
Die 2D- und RAM-Teile fließen nicht in die hier besprochenen Werte ein, hier geht es nur um den CPU-Mark.

Völlig richtig, sollte nur ein Beispiel für generellen Bias des Benchmarks sein den man - auch aus solchen Gründen - mit Vorsicht betrachten sollte.
 
Zurück
Oben