cartridge_case schrieb:
Beim einfachen Vorwärtsrollen in der Stadt braucht es die auch nicht, oder?
Man "braucht" ein paar Kohlenhydrate, Salze und Vitamine, man braucht Flüssigkeit, idealerweise in Form von Wasser und dann noch Luft (mit ca. 20% Sauerstoffgehalt) und Sonne wäre hin und wieder auch nicht schlecht.
Das "braucht" man, wenn man nicht (langsam oder schnell, je nach dem, was von dem aufgezählten fehlt) sterben will.
Was man im Sinne der Fortbewegung "braucht", ist so sinnbefreit zu diskutieren, wie überhaupt dieser ganze Beitrag hier in einem Computer-Forum (oder auch in jedem anderen Forum).
De facto habe ich bereits Spaß mit meinem Auto (mit all meinen Autos - schon immer), noch bevor ich überhaupt einen Fuß aus dem Bett setze. Ich weiß beim morgigen Aufstehen ganz genau: "Geil, gleich gehts wieder in einer schönen Fahrt mit dem tollen Auto zur Arbeit" - und diese Gesinnung hatte ich sowohl beim
- 50 PS Fiesta (da eben mit 150 dB(c) bei ~55 Hz),
- bei der MK3 Supra mit zwangsbeatmetem 3 Liter Reihen-6er und lang übersetztem Getriebe (knappe 160 im 3. Gang),
- danach mit dem Focus Kombi und hier wieder mit irrwitziger HiFi, die stets gewechselt und umgebaut wurde,
- und über den Rallye-artig zu fahrenden Swift hinweg
- jetzt auch beim i30N,
den ich übrigens deutlich LANGSAMER fahre als alle zuvor genannten Autos, einfach weil es mir vom Fahrgefühl her etwas komplett anderes gibt, wenn ich mit dem Fahrzeug cruise, was mir derzeit viel mehr Spaß macht, als das wilde Kurvenräubern zuvor mit dem Swift.
Jeder darf das nach gusto handhaben, aber ich habe auch in einer Stadt, in einem Dorf, auf einem Wald- und Wiesenweg und weiß der Geier wo Spaß an meinen Fahrzeugen.
Wer das NICHT hat und sich dennoch für unzählige zehntausende Euro Autos kauft, der sollte ernsthaft über seinen eigenen Konsum nachdenken, denn wenn es schlichtweg darum geht, vollkommen emotionslos und ohne jedweden Spaß von A nach B zu kommen, dann tut es auch ein 15 Jahre alter Sandero mit frischer HU.
cartridge_case schrieb:
Lernt man ja wirklich anders in der Fahrschule.
In der Fahrschule habe ich unter Anderem gelernt, beim Überholen stets in den korrekten Gang zu schalten und ordentlich auf's Gas zu latschen. Darüber hinaus habe ich allgemeine Verkehrsregeln gelernt und wie man sich auch allgemein im Verkehr zu verhalten hat, Stichwort: geh niemandem auf den Sack (sollte allgemein hin jedem klar sein, dafür braucht's eh keine Fahrschule).
Thane schrieb:
Ich war lange genug in Ölforen unterwegs
Ölforen?! Ich hab ja schon so manch seltsame Foren gesehen, aber what the frick?!

Okay, mein Freund sagte auch einst: "Wenn du es anfassen kannst, gibt's einen Fetisch dafür" ... ich sag schon nix mehr ^^
Scheitel schrieb:
In der Fahrschule lernt man (also ich) mit einem Diesel mit Turbolader das Fahren und die Verkehrsregeln an sich. Das ist ein unterschied zum Fahren mit seinem eigenen Auto.
This.
Ich bin in der Fahrschule 90 PS 4er Golf TDI gefahren - fast immer und exakt einmal hatte ich dann den Polo 6N mit ~50 PS unterm Hintern als Fahrschulauto. Der musste komplett anders gefahren werden, genauso wie der 2 Liter 115 PS Mazda meiner Mum, die Suzuki Vitara meines Dads, der 2er Golf 75 PS meines Kumpels, und so weiter und so fort.
Scheitel schrieb:
Bei der Autobahnfahrstunde hieß es übrigen auf dem Beschleunigungsstreifen "gib ihm"
So isses - das bringt einem der Fahrlehrer allein deshalb schon bei, weil er/sie gewiss nicht auf dem Beifahrersitz sterben will.
Aber darum geht's
@cartridge_case vermutlich gar nicht. Es geht ihm wohl viel mehr darum, dass man zu 99,9% während des Autofahrens stets in der so niedrig wie möglich anliegendsten Drehzahl fahren soll, außer wenn man wirklich, wirklich, wirklich irgendwo mal Gas geben sollte (eben Beschleunigungsstreifen, Überholmaneuver, etc).
Mal ein schönes Beispiel von heute: mit 2 Liter Hubraum und fast 400 Nm Drehmoment sollte man meinen, in jeder Lebenslage ordentlich Leistung abrufbar zu haben. Auf der Autobahn habe ich eine wunderschöne Teilstrecke, die mehrere Kilometer in einer leichten Steigung bergauf geht.
Mit dem N bin ich 95 Kmh Tempomat gefahren, manuelle Schaltgasse, 7. Gang von 8. Den 8. Gang hat das Auto selbst schon gar nicht vorgeschlagen, weil ich mit dem 7. bereits bei unter 2.000 U/min gefahren bin.
Witziger jedoch: man merkt dem Auto bei dieser wirklich nur sehr leichten Steigung SEHR DEUTLICH an, wie er arbeiten muss , um da im 7. Gang bei 95 Sachen zu bleiben. Netterweise spuckt mir der N ja auch einen riesigen Haufen Telemetrie aus: abgerufene PS, abgerufenes Drehmoment, anliegender Ladedruck, und so weiter - und all das sogar in einem Verlaufsdiagramm, wenn ich möchte.
Was glaubst du
@cartridge_case denn, was passiert ist, als ich in den 6. Gang geschaltet habe, bei dann ca. 2.300 U/min und dennoch permanenter Empfehlung des Bordcomputers, bitte wieder in den 7. zurückzuschalten? Ich sag's dir gerne:
1. Es lag KEIN Ladedruck mehr an, nur noch Saugbetrieb (zuvor permanent ca. 0,3 bis 0,5 Bar)
2. Es waren nur noch ca. 80-85 Nm Drehmoment notwendig (zuvor ca. 120 Nm)
3. Der Innenraum klang deutlich ruhiger
Vermutlich sank dabei auch der Spritverbrauch, weil aufgrund des ausbleibenden Turboladedrucks und des geringeren Drehmomentbedarfs auch weniger Sprit über die zu Grunde liegende Fuelmap angefordert wurde.
Es ist viel zu einfach, viel zu allgemein und vor allem auch viel zu kurzsichtig, einfach nur zu sagen, in jedem Auto stets und ständig mit niedrig(st)er Drehzahl umherzufahren.