News Berliner Datengau: 1,4 Millionen Dateien landen im Darknet

Hier mal eine nüchterne Zusammentragung über den Leak.

https://blog.jakobs.systems/blog/20260830-berlin-governance/

Ich finde es übrigens erstaunlich, das es inzwischen mehr Sondersendungen und Medienecho gibt als bei Timmy.
/s


Man könnte manchen Medien auch teilweise ein gewisses verharmlosendes Framing unterstellen, in dem von Inhalten wie "Stundenzetteln" geschrieben wird. Tatsächlich finden sich in den Daten aber auch solch uninteressante Informationen wie "Eine unter Verschluß gehaltene KRITIS-Analyse zur Wasserversorgung der Stadt Berlin" :skull_alt:
 
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Atkatla schrieb:
Was genau meinst du mit "die Berliner IT"? Es gibt nicht die eine "Berliner IT". Es gibt zwar z.B. das ITDZ, die z.B. die Einrichtung wo ich arbeite, nicht in Anspruch nimmt, weil das ITDZ einfach überlastet und offiziell unterfinanziert ist. Letztlich gibt es in Berlin öffentliche Einrichtungen für die Bundesebene, die Landesebene, die kommunale / Bezirksebene. Da gibt es nicht die "eine" IT.

Unterlagen die betroffenen Systeme der beiden betroffenen Senatsverwaltungen nun Prozessen vom ITDZ oder waren es eigene IT-Strukturen?
völlig richtig, was du schreibst, aber wenn es SenVerw war, wird es zu 99,9% ITDZ gewesen sein, weil es Landesebene ist.. Bund scheidet aus. Bezirksebene auch, und ist (meines wissens nach) nur noch super selten ohne Einbindung des ITDZ.
 
Deutschland wird sowohl digital als auch physisch angegriffen.
Schuldzuweisungen helfen hier nicht.
Man muss der Lage ins Auge sehen.

DE ist nicht mehr im Frieden.
 
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mehr dazu hier
https://www.tagesspiegel.de/berlin/...etze-16001565.html?icid=in-text-link_16015921

zwei Berliner Senatsverwaltungen stoppen Homeoffice-Zugriff auf ihre Netze​

Beim Hackerangriff auf zwei Senatsverwaltungen wurden Passwörter erbeutet, etwa „Sonnenschein13“. Nachdem der Tagesspiegel darüber berichtete, wird der Zugriff der Mitarbeiter von außen eingeschränkt.

"Der Tagesspiegel hatte am Montagmorgen eine umfangreiche Recherche zu dem geklauten Datensatz veröffentlicht. „Passwort.docx“ heißt eine von mehreren Dateien, in denen persönliche Zugangsdaten von Mitarbeitern unverschlüsselt niedergelegt worden sind. Manche der dort aufgelisteten Passwörter wie „Sonnenschein13“ oder „Ahabostsee123“ entsprechen nicht den Empfehlungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)."
"Die Hacker der Gruppe „Rhysida“ hatten vom 7. bis 14. August unbemerkt Zugriff auf die Netze der beiden Senatsverwaltungen."
Rund 1,44 Millionen Dateien wollen die Hacker nach eigenen Angaben abgezapft haben. Diese verteilen sich unter anderem auf:


  • 124.823 Dateien mit Kartenmaterial oder Geodaten
  • 77.939 Ordnungswidrigkeitsverfahren, Klagen, Rechtsgutachten
  • 55.553 Haushaltsunterlagen, Rechnungen, Forderungen
  • 46.522 Verträge
  • 27.299 Personalakten und Gehaltsabrechnungen
  • 11.777 als vertraulich oder geheim gekennzeichnete Ordner oder Dokumente
  • 8110 Dokumente, Risikoanalysen, Notfallpläne der sogenannten Kritischen Infrastruktur
  • 5941 Dateien mit Zugangsdaten
Wie die wenigen Screenshots von Dateien zeigen, mit denen die Echtheit des Materials belegt werden soll, stammt dieses aus einem recht großen Zeitraum – mindestens von 2014 bis 2026.

Vom aktuellen Datenklau sollen den Angaben von Rhysida zufolge 12.076 Menschen persönlich betroffen sein. Entwendet wurden demnach 16.389 E-Mails, 11.963 Telefonnummern und 148 IBANs. Auch private Daten des Spitzenpersonals sollen darunter sein: Kontonummern genauso wie Personalausweis-Informationen.
 
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raychan schrieb:
Bei uns in der Firma wurden die ITler befördert dafür das wir ein Cyberangriff hatten und unsere Sturktur kein aktuellsten Standard aufwies und ziemlich veraltet war. 😅
Das erinnert mich an eine Folge von Chaos City/Spin City: Da wurde ein Polizist befördert, nachdem er dem Bürgermeisten ein Parkknöllchen geschrieben hatte, wenn ich es richtig in Erinnerung habe. Er kam in eine Bombenentschärfungsabteilung.
 
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n8mahr schrieb:
völlig richtig, was du schreibst, aber wenn es SenVerw war, wird es zu 99,9% ITDZ gewesen sein, weil es Landesebene ist.. Bund scheidet aus. Bezirksebene auch, und ist (meines wissens nach) nur noch super selten ohne Einbindung des ITDZ.
wird es zu 99,9%? Das hört sich so an, als ob du vermutest und nicht weißt.

"Fest steht, dass der Angriff am 7. August über die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr und Umwelt sowie die Senatsverwaltung für Bauen und Wohnen erfolgte. Beide Behörden haben eine eigene IT und werden nicht unmittelbar vom landeseigenen IT-Dienstleistungszentrum verwaltet. "
https://www.sueddeutsche.de/politik/hackerangriff-berlin-verwaltung-fragen-und-antworten-li.3542710
 
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Alle, die es nicht getan haben, seht euch bitte das Interview mit Manuel Atug (Gründer der AG KRITIS) in der Tagesschau an (ist im Artikel verlinkt). Das ist echt heftig.
 
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Atkatla schrieb:
nicht in Anspruch nimmt, weil das ITDZ einfach überlastet und offiziell unterfinanziert ist.
Das ist leider nicht die ganze Wahrheit, sondern die offizielle Story, weil politisch sensibel, mal so gesagt. Ich hatte am Donnerstag ein langes Telefonat mit dem abgeordneten Krisenmanager dazu, weil ich bei der Vermittlung intern unterstützt habe, und verstehe, dass man nach draußen und zur Presse das wording vorsichtig wählt.
Das können wir aber über PN klären.

Ich habe das extra so abstrakt gehalten mit "Berliner IT", weil ich kein fingerpointing wollte, sondern glaube, dass das wieder passieren wird ohne Maßnahmen und ein Korsett, die das Arbeiten auch erschweren .

Ich hoffe, dass die Lektion bundesweit gelernt wird, denn wir kennen da leider weitere Kandidaten, deren "Sicherheitsmanagement" und Krisenpläne nicht den BSI Standards entsprechen.
Unsere eigenen gehen zum Teil sogar darüber hinaus, weil das gesamte Geschäftsmodell quasi Datensicherheit und Integrität ist. Wir verwalten Steuerdaten, Sozialdaten, Blaulicht, Justizbehörden/ministerien etc.
Wir haben intern auch immer wieder gekotzt, weil die Daumenschrauben enger wurden. Aber dafür hatten wir nie einen breach
Für uns wäre das der institutionelle Tod der hoheitlichen Kernaufgabe inkl. Beerdigung der Reputation, in die wir über zwei Jahrzehnte investiert haben
 
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Datenabfluss ist ärgerlich. Aber was ich mich Frage: warum sind so sensible Daten nicht nochmal extra verschlüsselt? Gerade in dem Fall sollte doch an Sicherheit alles getan werden. Alleine ein datenabfluss so vieler Daten ist vermeidbar wenn das System richtig aufgebaut wird. Aber die Daten dann unverschlüsselt zu speichern wenn die so sensibel sind (oder so schlecht verschlüsselt, kann ja auch sein)? Und das von einer Behörde? Unfassbar...
 
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Atkatla schrieb:
wird es zu 99,9%? Das hört sich so an, als ob du vermutest und nicht weißt. Vermutungen als Fakt hinzustellen ist nicht gut. Es war also nicht "die Berliner IT".
da ich nicht in SenMVKU gearbeitet habe, musste ich vermuten.
Atkatla schrieb:
"Fest steht, dass der Angriff am 7. August über die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr und Umwelt sowie die Senatsverwaltung für Bauen und Wohnen erfolgte. Beide Behörden haben eine eigene IT und werden nicht unmittelbar vom landeseigenen IT-Dienstleistungszentrum verwaltet. "
https://www.sueddeutsche.de/politik/hackerangriff-berlin-verwaltung-fragen-und-antworten-li.3542710
ich habs mal farblich markiert -
die Worte "nicht unmittelbar" sagen dir .. was? dass ITDZ zumindest einen Teil davon zur Verfügung gestellt hat. Die Netzwerkinfrastruktur zb, die Anbindung an andere Behörden etc.
Erfahrungsgemäß wird man sich jetzt den schwarzen Peter über Monate hin und her schieben. Bin gespannt, wer dann am Ende als Schuldiger feststeht.
 
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RedPanda05 schrieb:
Was kann das Bundesland überhaupt?
Angeblich soll es
  • Wissenschaft & Forschung: Berlin ist die Wissenschaftshauptstadt Europas. Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es eine so hohe Dichte an Universitäten (HU, FU, TU), Exzellenzclustern und Forschungseinrichtungen (Max-Planck, Fraunhofer, Helmholtz).
  • Start-ups & Innovation: Berlin ist das Gründerzentrum Nr. 1 in Deutschland (und oft unter den Top 3 in Europa). Nirgendwo sonst wird so viel Wagniskapital (Venture Capital) in Tech- und Zukunftsbranchen investiert.
  • Kultur & Kreativwirtschaft: Global gesehen ist Berlin eine der einflussreichsten Kulturoasen. Ob Musik, Kunst, Theater, Film (Berlinale) oder die Clubkultur (UNESCO-Kulturerbe) – hier spielt die internationale Musik.
  • Tourismus: Berlin gehört konstant zu den Top 3 Städtezielen in Europa (nach London und Paris) und zieht jährlich Millionen internationale Gäste an.
  • Vielfalt & Soft Power: Als weltoffene Metropole ist Berlin ein globaler Anziehungspunkt für junge Talente, Kreative und Fachkräfte aus der ganzen Welt.
gut sein!
 
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Laphonso schrieb:
Ich habe das extra so abstrakt gehalten mit "Berliner IT", weil ich kein fingerpointing wollte, sondern glaube, dass das wieder passieren wird ohne Maßnahmen und ein Korsett, die das Arbeiten auch erschweren .
Schon okay, aus meiner Sicht ist die Verallgemeinerung aber zu groß, weil bei vielen der Eindruck entstehen könnte, dass die IT-Strukturen überall in Berlin so sind oder es eine Struktur sein. Beides ist ja nicht der Fall.

Besser wäre von den "betroffenen IT-Einrichtungen" o.ä. zu sprechen. Dann hast du kein Fingerpointing und dennoch die Differenzierung.
 
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0xffffffff schrieb:
[...]

Gerade im ÖD sticht "formale Qualifikation" quasi alles. Salopp gesagt: Mit einem Bachelor oder Master in Singen und Klatschen hast du bessere Chancen auf eine E10-E14'er Stelle als ein IT'ler 15 Jahren Erfahrung und einem haufen Zertifikate im Gepäck, wenn er oder sie kein abgeschlossenes Studium hat.

Quelle: TVÖD und Stellenausschreibungen. Was für die Eingruppierungen vorgeschrieben ist muss formal eingehalten werden. Da sticht im zweifel der Bachelor-Soziologe mit IT-Seiteneinstieg den Ausgebildeten und durchzertifizierten Admin aus nem Konzern, weil er Formal halt das Studium hat.
Danke, das war mir so nicht bewusst (arbeite nicht im ÖD). Am Ende ist bestimmt noch ein Bachelor of Arts gleichgestellt mit Bachelor of Science? Verrückte Welt.
In der freien Marktwirtschaft schlagen 5 Jahre Erfahrung fast jede Ausbildung.
 
n8mahr schrieb:
die Worte "nicht unmittelbar" sagen dir .. was? dass ITDZ zumindest einen Teil davon zur Verfügung gestellt hat. Die Netzwerkinfrastruktur zb, die Anbindung an andere Behörden etc.
Dass das ITDZ denen die Anbindung oder Dienste bereitstellt, erzeugt ja leider nicht auf magische Weise, dass plötzlich empfohlene bzw. verbindliche IT-Sicherheitsprozesse in den ITs der betroffenen Einrichtungen alle sauber existieren und umgesetzt werden.
 
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https://www.tagesschau.de/inland/faq-hackerangriff-berlin-folgen-100.html

Der Tagesspiegel berichtet, dass die Hacker auch Inhalte veröffentlicht hätten, die für die Sicherheit der Bundesrepublik und der Hauptstadt relevant seien, zum Beispiel Daten besonders schützenswerter Einrichtungen wie Heizkraftwerke, Tanklager, Notstromanlagen und Umspannwerke. Auch geheime Daten über Gefängnisse, Wasserwerke und Rüstungsunternehmen sowie der Bundeswehr und der Berliner Innenverwaltung, die die Verteidigung betreffen, sollen die Hacker geleakt haben.

Auch der Spiegel berichtet mit Verweis auf eigene Recherchen, dass zahlreiche Bundesbelange betroffen sind. So befänden sich unter den Daten mehr als 550 Dateien zur Erweiterung des Kanzleramts, darunter Gutachten, Pläne und Stellungnahmen, etwa des Landeskriminalamts.

Der Chaos Computer Club hat sich nach eigenen Angaben einige Unterlagen angeschaut und sensible Informationen über den Zustand der Wasserversorgung in Berlin gefunden.


Wenn die Daten wirklich so sicherheitsrelevant sind, wirken 2 mio aber ehrlich gesagt vergleichsweise wenig.
 
Atkatla schrieb:
Besser wäre von den "betroffenen IT-Einrichtungen" o.ä. zu sprechen. Dann hast du kein Fingerpointing und dennoch die Differenzierung.
Zustimmung, danke für die Kritik!

War auch kein "gotcha!" Moment von mir, sondern wir haben alle - ehrlich gesagt - echt Schiss, dass so etwas wieder passiert, auch uns. Wenn das Fiasko zu einem Aufwachen führt und noch mehr Sensibilisieren und zu Maßnahmen, dann war der Preis dieser Datenverluste immer noch zu VIEL hoch, aber hoffentlich das letzte IT Desaster in dieser Größenordnung aufs Holz klopf.

Wir hatten es hier im thread, das Problem beginnt wie immer "oben" im Management/der Geschäftsführung.

Und es ist nicht einfach.
Nur ein Beispiel für Unwissen und Naivität.
Ein MA unsere politischen Auftraggeber (ich spreche hier von einem A14er Oberregierungsrat mit Fachverantwortung) kritisierte unseren "unwirtschaftlichen" Umgang mit Notebooks, die gestohlen wurden (so bewerten wir auch die, die "verloren" gingen und die man erst nicht wiederfand), weil wir diese nie wieder in Betrieb nehmen und wir sagen, dass das bitte neu beschafft werden muss.
Diese Hardware ist tot für uns, das ist die policy.

"Kann man doch plattmachen und neu aufsetzen".
Äh, nein?! Wir wissen nicht ob und wie die HW manipuliert wurde. Wir fassen sie nicht mehr an und nehmen die doch nicht in den autorisierten Betrieb unserer IT Systeme im jew. Landesnetz, WTF?

Und genau da geht es los.

Der ganze Block BSI "Empfehlungen" und IT Sicherheit darf niemals ein limitierender Kostenfaktor sein, auch wenn man sicherlich hier nicht open gates Steuergelder blind rausblasen muss, es gibt ja verschiedene Möglichkeiten und Technologien, die Hürden zu nehmen respektive eine best practice der IT Standards.
 
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Wolfgang.R-357: schrieb:
Warum alles immer überall online verfügbar sein muss verstehe ich nicht, vor hundert Jahren sind alle ohne Internet klargekommen...
Noch vor dreißig Jahren sind alle ohne Internet ausgekommen...
 
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wern001 schrieb:
Wieso werden solche Hackerangriffe nicht als Terroristischer Angriff eingestuft?

Nicht mal die Sprengung einer Pipeline eines NATO Mitglieds wird so eingestuft. 🙈🤷🏻‍♂️
 
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Atkatla schrieb:
Dass das ITDZ denen die Anbindung oder Dienste bereitstellt, erzeugt ja leider nicht auf magische Weise, dass plötzlich empfohlene bzw. verbindliche ...
ja. nur sind sie halt durchaus "beteiligt" , das war mein Punkt. nur irgendwie habe ich das Gefühl, du liest bei mir immer itdz bashing heraus? dem ist nicht so. sie müssen halt die (politischen) Entscheidungen ausbaden 🤷‍♂️ beneide die nicht.
 
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