News Bitkom: 43.000 offene Stellen für IT-Fachleute

Ernste Frage: Was ist nachher der Unterschied zwischen einem "Master UNI" und einem "Master FH"?

Bisher wurden Diplom und Diplom(FH) ja schon bei der Titelnennung unterschieden. Außerdem bin ich ja mit einem Uni Diplom promotionsberechtigt. Mit einem FH Diplom nicht.

Gillt das für die Master dann genauso? Gibt es Bachelor(FH). International gab's die Unterscheidung ja nie, deshalb finde ich die Umsetzung auf das alte deutsche Modell schon sehr seltsam, auch weil die Profilbildung von Uni und FH damit erschwert wird.

Eigentlich hätten die international angesehenen technischen Diplomstudiengänge beibehalten werden müssen. Die Mängel in der deutschen Hochschulausbildung liegen nicht hier sondern bei den "weichen" Fächern und vor allem in der Lehrerausbildung, was aber keine wissenschaftliche Ausbildung ist. Genau wie Jura und Konsorten. Auch bei diesen haben BA und MA Abschlüsse nichts zu suchen.
 
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Mit einem Master bist Du grundsätzlich in Abhängigkeit mit der Endnote promotionsberechtigt, egal ob FH oder Uni. Der Unterschied liegt nur noch im Studiengang selbst und in der Akkreditierung für bestimmte Dienststufen. Letztlich ist der Unterschied also vor allem für die Berufswelt wichtig. Wenn Bologna funktioniert, wird dieser Unterschied aber durch sozialen Wandel aufgehoben werden.
 
Also wird die deutsche Hochschullandschaft weiter durch faktische Aufhebung der Unterscheidung der Hochschulformen Uni und FH nivelliert, gleichzeitig auf aber eine Elitebildung einzelner Institute angestrebt?
Das Grundniveau der Hochschulausbildung war im internationalen Vergleich angeblich sehr gut, der durchschnitt wird hier abgesenkt, um anschließend einige Spitzen zu errichten. Die Spitzen werden die Verluste in der Masse aber kaum ausgleichen können.

Die deutsche Hochschulpolitik ist sehr seltsam. Warum zum Beispiel zahle ich, an einer Fakultät mit mit den höchsten Fördergeldern aus der Industrie in Deutschland, genauso viel Studiengebühren wie ein Kunstgeschichtsstudent, der nachher mit hoher Sicherheit von HarzIV lebt? Und da fragt jemand nach dem Fachkräftemangel?
 
Um beim Thema zu bleiben: innerhalb Europas hat man Freizügigkeit auch im Bereich Wahl des Arbeitsplatzes. Wichtig ist hier auch von Seiten des Arbeitgebers, dass er die Qualifikation des Arbeitnehmers einschätzen kann. Die Idee von Bologna ist, dass die Abschlüsse innerhalb Europas vergleichbar sind, d.h. dass ein Informatiker aus Spanien ähnliches gelernt hat wie einer aus Deutschland. So die Theorie...
 
Ich habe jetzt mal ein paar Beispiele für Stellenanzeigen gesucht welche z.B.auf mein Profil passen aber eine Bewerbung keinen Sinn macht da ein Studium vorausgesetzt wird.

http://www.jobscout24.de/stellenang...D=364965&SAID=364965&SUCH=programmierer&FROM=

http://www.jobscout24.de/stellenang...D=329132&SAID=329132&SUCH=programmierer&FROM=

http://www.jobscout24.de/stellenang...D=350914&SAID=350914&SUCH=programmierer&FROM=

http://www.jobscout24.de/stellenang...D=356310&SAID=356310&SUCH=programmierer&FROM=

http://www.jobscout24.de/stellenang...D=363369&SAID=363369&SUCH=programmierer&FROM=

Das sind alles Jobs die auch ein Fachinformatiker (FIAE) ausführen kann. Davon findet man auf die Schnelle einige!

Das ein Fachinformatiker nur bedingt Führungspositionen besetzen kann steht außer Frage. Das bestreite ich auch nicht. Obwohl es auch hier auf beiden Seiten Ausnahmen gibt.

Grüße tecmax
 
Hoi.

Der Meinung bin ich auch, dass die Bitkom aussagen nur darauf ausgelegt sind, durch das ewige geheule vom 'Fachkraeftemangel' die zuwanderung von Auslaendischen Fachkraeften zu vereinfachen, und somit den Lohn zu druecken - Waere ja nicht die erste Branche in der das so laeuft.

Hier scheinen aber so manche potente Leute zu sein, deswegen folgendes:

Wenn du dir nicht zu schade bist umzuziehen (Bayern), und bereit bist mit <40k/pa einzusteigen, schreib mir ne PM - wir suchen (gute) Leute. Fachinformatiker oder Studium ist relativ, ein sauberes Auftreten (nicht unbedingt Anzug und Krawatte) und Engagement sind gefragt.

Details per PM.



greetz
 
Es mag zwar sein, daß es 43.000 offene Stellen gibt, aber die Bemühungen der Firmen diese zu besetzen sehe ich absolut nicht. Je länger schließlich eine Stelle offen ist, desto mehr Personalbudget spart man eben auch ein.

Andererseits:
Mit welcher Daseinsberechtigung verdient hier jemand 3000 Euro im Monat, wenn ein Entwickler in Polen oder Tschechien die gleiche Arbeit für 300 Euro macht?

Gruß
 
@Fu Manchu:

Also Führungsausbildung kann man auch ohne ein Studium erlangen.
Sowie im Militär, Führungsausbildung unteres/höheres Kader.

Dort wird man die "Zivile" Ausbildung machen welche einfach auf die Armee umgebörtelt wurde.

Es hat keiner behauptet, jemand mit einem Fachinformatiker Ausweis wäre einem Studierten gleich gestellt, doch gibt es genau wie tecmax schon aufzeigte jobs zu genüge welche auch durch einen Qualifizierten Fachinformatiker ausgeübt werden könnte.

Wir sollten uns nicht über solche Dinge uneins sein, sondern lieber gemeinsam für den erhalt der Qualität in unserem Beruf sorgen.

Gruss
Duque
 
Zumindest hier in München kann man sich als Dipl.-Inf. mit ein paar Jahren Berufserfahrung vor Angeboten kaum mehr retten. Der Arbeitsmarkt hier ist in der Hinsicht wohl völlig abgegrast so dass die Firmen kein geeignetes Personal mehr finden. Um so besser für mich. :D Das ganze schlägt sich natürlich auch äußerst positiv aufs Gehalt nieder. So langsam kommt man als Freiberufler wieder auf Stundensätze von durchschnittlich 70 €. :)

Und die Fachinformatiker sollten endlich mal begreifen, dass es bei den offenen Stellen primär um Stellen im Bereich Software Engineering geht.

@tecmax
Sorry, aber ich habe schon ein paar mal mit Fachinoframtikern zusammen arbeiten dürfen und diese waren definitiv eine totale Fehlbesetzung. Nicht teamfähig, hielten keinen Druck aus und waren unfähig, brauchbare Spezifikationen zu schreiben. Ganz zu schweigen vom eigenverantwortlichen und selbstständigen Arbeiten.
 
Zuletzt bearbeitet:
@ SheepShaver

und wo ist das Problem? Warum sollte ein FIAE keine Jobs im Bereich Software Engineering bewältigen? Genau das habe ich während meiner Ausbildung gelernt. Vielleicht ist es nicht bei allen Ausbildungsbetrieben gleich. Wenn die Auszubildenden natürlich nur zum Kopieren und Brotzeitholen gebraucht wurden dann trifft deine Argumentation zu.

Das du schlechte Erfahrungen mit Fachinformatikern gemacht hast ist schade, aber nicht die Regel.

Aber Zitat: "Nicht teamfähig, hielten keinen Druck aus und waren unfähig, brauchbare Spezifikationen zu schreiben. Ganz zu schweigen vom eigenverantwortlichen und selbstständigen Arbeiten. "

Solche wirst du auch unter Studenten finden, vielleicht ist nur der Prozentanteil etwas geringer.

Grüße tecmax
 
SheepShaver:

Sorry, aber deine Aussagen in bezug auf Fachinformatiker ist der totale Bullshit.

Klar, manche haben einiges nicht gelernt, oder haben einfach keinen Bock darauf, weil sie aus der Zocker/Bastler schiene kommen und von Business-IT nicht wirklich begeistert sind.
MANCHE, aber nicht alle. Wir haben hier einige von den Jungs (mich eingeschlossen), und wir machen unsere Sache sehr gut behaupte ich jetzt mal.

Nur weil du schlechte Erfahrungen mit ein paar gemacht hast, heisst das fuer dich noch lange nicht, dass du alle ueber einen Kamm scheren kannst, oder?

Ich kann ja auch nicht hergehen, und sagen, dass Studierte Informatiker total verbloedet sind, weil sie von der PRAXIS keine Ahnung haben, oder? Mir ist das schon oefter aufgefallen, aber mach ich deswegen alle runter? Es gibt immer diese und diese.

Sicher, ein Dipl. Info hat von Theorie/Programmiertheorie definitiv mehr Plan als ein Fachinformatiker/Systemintegration (Kann FAAWE nicht beurteilen da ich keiner bin), aber deswegen deren Existenz in Frage zu stellen halte ich unter aller Sau.

Was sollen die Leute deiner Meinung nach machen? Selbstmord oder ne Umschulung, dass mehr fuer 'euch' uebrigbleibt?



greetz
 
Das grrößte Problem in diesem Thread ist die Defintion des Begriffs "Fachkraft". Wenn ich mich an die Greencard (z. B. für Inder) erinnere, dann schwebte den Gesetzgebern ein Jahreseinkommen von 70.000 Euro vor (oder waren es sogar 100.000 Euro?). Gemeint sind in jedem Fall Spitzenkräfte, etwa Leute, die bereits bewiesen haben, dass sie einem 2.000-Mann- Unternehmen eine komplette SAP-Struktur verpassen können.

Das hat mit einer IT-Berufsausbildung oder mit dem alleinigen Uni-Abschluss (ohne große Berufserfahrung) herzlich wenig zu tun. Im Bereich der Ingenieure liegt das Problem ähnlich wie in der IT. Es fehlen einfach die Spitzenkräfte, die man als Hochtechnologieland benötigt.
 
keshkau schrieb:
Das grrößte Problem in diesem Thread ist die Defintion des Begriffs "Fachkraft". Wenn ich mich an die Greencard (z. B. für Inder) erinnere, dann schwebte den Gesetzgebern ein Jahreseinkommen von 70.000 Euro vor (oder waren es sogar 100.000 Euro?)

Die meisten Professoren in Deutschland kriegen übrigens weniger als 70.000 Euro

(Auch wenn sie wie alle Beamte im Endeffekt etwas mehr haben als Otto-Normalverdiener mit dem selben Gehalt).
 
SheepShaver schrieb:
mit ein paar Jahren Berufserfahrung

Genau das ist das eigentliche Problem. Keiner möchte gute Absolventen einarbeiten und damit einstellen. Günstiger ist es doch noch praxisnähere Studiengänge aus dem Ausland zu fördern.

Die Grenze der Greencard lag zuvor bei 84.000 € p.a. brutto und sollte mindestens halbiert werden. Die Einschränkungen waren, dass die ausländischen zukünftigen Arbeitgeber nur fünf + drei Jahre arbeiten dürfen, ENTWEDER studiert haben oder aber 50.000 € p.a. brutto bislang verdient haben. Greencard (Quelle Wikipedia)

Es müssen eben Fachkräfte nachrücken (dort wo der Mangel ist), die ca. 3-5 bzw. 5-8 Jahre Berufserfahrung haben. Neue Arbeitskräfte müssen dort eingearbeitet werden, wo die neuen Lücken entstehen - hier primär bevorzugt die, die auf dem deutschen Arbeitsmarkt sind. Insbesondere Bayern rasselt immer mit den Säbeln. Dabei wären viele bereit in den Süden für gut bezahlte Jobs auch zu ziehen. Kein Mensch braucht weiter einen Mangel zu propagieren, wenn man nicht selbst als Unternehmer für das Nachrücken und das Anlernen von Absolventen (oder alternativ, falls möglich Auzubis mit Berufserfahrung - je nach Position) sich verantwortlich fühlt.

Bitkom heißt schließlich nicht "bitte kommen".
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja. Erst wurde gesucht, dann war ploetzlch alles im IT Bereich überlaufen, nun wird eben wieder gesucht. Ich finds gut, daß die Firmen hohe Anforderungen stellen. Dadurch bereinigt man auch den weniger qualifizierten Bereich und sorgt für freie Stellen, die unsereins dann mit eigenen Stundenlöhnen gestalten kann. Klappt beispielsweise schon wunderbar im Gartenbau. Keiner will mehr großartig koerperlich arbeiten - ich wills (und kanns :)) und biete diese Fähigkeit eben als Service für Privatleute, aber auch für Gartenbaufirmen als "Ausleiharbeiter" an, ohne großen Kündigungsschnickschnack und und und...da gehen dann als ungelernte Kraft sogar bis 15€ Stundenlohn. Was will ich mehr? Es genügt, um Rechnungen zu bezahlen, oder um mir mal etwas zu gönnen.

Im IT Bereich werden einige sicher auch auf diesen Trichter kommen und gewisse Bereiche derart abdecken. Also hauptsache ist, daß es solche Sachen wie bitkom gibt und das interessierte, "juppi"-Volk immer schön damit beredet, daß ihre Qualifikation noch immer nicht ausreicht...da niemand mehr als "sozial schwach" eingestuft werden möchte, werden viele weiterhin den Anforderungen anderer hinterheralbern. Genau das schafft Raum für wiederum andere, denen der Sozialstatusdenken anderer völlig wurscht ist, solange ihnen das Einkommen ausreicht zum Leben und für ein bischen mehr.

Nur meine Meinung bzw. mein Denken, daß ich umgesetzt habe. Und es klappt wunderbar :)
 
15 € Stundenlohn? Und davon kannst du leben? :freak:
 
Jap. Kann ich - endlich wieder nach langer Arbeitslosigkeit mit H4 - schonmal zum Trainieren auf 345€ Basis ;)

Hab nun sogar Eigentum (400m²) und ein Auto. Alles unverschuldet und zumindest heizungsbezogen teilmodernisiert - nichts auf Pump, immer bar. 15€ ist schon viel Geld, immerhin 30DM in der Stunde - und wie schnell ist eine davon rum? :) Klar, wenn man sich nicht reinhängt, keine neuen Aufträge ranholt, verloddelt bei potentiellen Kunden auftritt, sich nicht auszudrücken vermag, die halbe Arbeit letztlich doch beim Auftraggeber hängenbleibt und es dann dadurch tatsächlich nur 15€ am Tag statt in der Stunde werden, waer es schon etwas wenig...So macht es an einem durchschnittlichem Sommertag schonmal 150Euro bei 10h reiner Arbeitszeit. Ein sehr gutes Ergebnis für einen Ungelernten in diesem Bereich.

Das alles schlaucht natürlich schon (vor allem Aufgrund der Notwendigkeit von Vorarbeit für den etwas mauen Winter ohne guter Auftragslage), aber mir genügt es, und ich gebe auch keinen Pfifferling (mehr) darauf, was andere von mir denken - mein Leben ist eigenfinanziert, unverschuldet, und vor allem selbstbestimmt. Mal allen Ernstes: Was will man denn mehr? :)

Wenn Du mit 150€ am Tag nicht auskommst, nuja...Da mag ich nichts beurteilen. Denke aber, Du bist einfach viel zu verwöhnt.
 
Naja gut du musst dabei aber bedenken, dass Sheep wahrscheinlich mind. 600 Euro kalt fuern Apartment zahlt, das haben wir (du) halt nicht.

Wobei ich sagen muss, dass 15Euro nicht mal wenig sind (nicht auf IT bezogen - generell, und natuerlich keine Muenchner verhaeltnisse).

Kommt halt auch darauf an wo man wohnt.



greetz
 
Es ging aber um höhere bzw Führungspositionen.

Wer einfach nur Aufträge abprogrammieren will und darin seine Bestimmung sieht, der kann das auch als Fachinformatiker, richtig. Eventuell sogar noch "besser" bzw sauberer wenn er Talent hat. Wer aber gerne mehr Verantwortung, Mitsprachrecht und auch ein höheres Gehalt haben möchte, sollte entweder eine Hochschule besuchen oder sich anderweitig weiterbilden.

Das hat auch nichts mit hochbegabt zu tun. Nicht jeder Chef muss schlau sein wie Einstein, aber er muss soziale Kompetenz und Führungsqualitäten haben. Darum wird grade in der IT-Branche verstärkt auf Lehrgänge / zusätzlicher Studieninhalt in der Richtung geachtet, weil wir leider nicht zu Unrecht den Ruf haben, soziale Einzelgänger zu sein.
 
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