Zunächst sollte m. E. mal klar zwischen Fakten, Meinungen und Populismus trennen.
Erkekjetter schrieb:
Je länger und je mehr EE aber ausgebaut wird, desto mehr sinkt dieser Wert aber auch wieder. [...]
D. h. je mehr geförderte Anlagen hinzukommen und gleichzeitig die Förderung erhöht wird, wird es weniger?
Mehr mal mehr ergibt weniger?
Erkekjetter schrieb:
Denn das er aktuell so stark subventioniert wird, liegt ja auch an der verpennten Energiewende, [...]
Mal abgesehen davon, dass "verpennte Energiewende" kein qualitatives und quantitatives Sachargument darstellt, erklärt das in keinster Weise, dass angeblich wirtschaftliche Anlagen nicht in die Eigenwirtschaftlichkeit entlassen werden und nach wie vor mit 20jährigen staatlich garantierten Vergütungen ausgestattet werden, obwohl bereits deutlich vor 2043 massive EE-Überschüsse und damit zeitweise Strompreise nach Null drohen.
Weshalb wird die Garantie nicht auf 5 oder 10 Jahre gekürzt oder ganz gestrichen?
Wirtschaftliche Anlagen gehören der Eigenwirtschaftlichkeit überlassen. Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer.
Erkekjetter schrieb:
die jetzt umso dringlicher vorran getrieben werden muss, was Geld kostet.[...]
Warum kostet das Vorantreiben von wirtschaftlichen Anlagen Geld?
Fakt ist, dass derzeit angeblich wirtschaftliche Anlagen nicht in die Eigenwirtschaftlichkeit entlassen werden, die staatlich garantierte Einspeisevergütung ist doch ein klares Indiz dafür. In unserem Wirtschaftssystem würde doch niemand einen Sack voll Geld auf der Straße stehen lassen, auf dem steht "Zu verschenken!".
Fakt ist auch, dass die Eingriffe in das Stromnetz zur Aufrechterhaltung der Systemstabilität "Redispatch" seit vielen Jahren zunehmen
Quelle
Fakt ist, dass die Stromkosten seit vielen Jahren steigen und der Wirtschaftsstandort Deutschland dadurch an Attraktivität verliert.
Das System wird anfälliger, weil die gesicherte Erzeugungsleistung seit Jahren weniger wird
Quelle
Meine Meinung auf Basis dieser Fakten(!) ist, dass dem deutschen Energieversogungssystem nicht nur ein technischer sondern insbesondere ein wirtschaftlicher Blackout droht.
Die klassischen Kraftwerke mit imaginären zukünftigen Kosten zu belegen ist für mich Kosten-Voodoo, denn welchen Kostenanteil an den Folgen des menschgemachten Klimawandels tragen denn genau die CO2-Moleküle, die aus deutschen Kraftwerken ausgestoßen wurden? Welche Kostenanteile tragen z. B. chinesische Kohlekraftwerke, die jetzt noch gebaut werden? Eine nachvollziehbare und sauber abgrenzte Kostenrechung grenzt dabei an Taschenspielerei und ist bestenfalls eine Meinung.
Die Abschaltung noch funktionierender Karftwerke ist Substanzvernichtung, die Errichtungskosten sind längst abgeschrieben, der Weiterbetrieb würde sich auf Brennstoff und Instandhaltung reduzieren. Rückbaukosten fallen immer an.
Die Wähler müssen m. E. auf breiter Front darüber informiert werden, bevor sie das nächste Kreuz machen und es irgendwann zu spät ist die Notbremse zu ziehen.