News Bugfixes kurz vor Release: KDE Plasma 6.8 nähert sich der Zielgeraden

Wenn ich hier lese, wie begeistert einige von der Anpassbarkeit bei KDE sind, muß ich schon etwas schmunzeln. Genau deshalb habe ich KDE über viele Jahre so gerne benutzt. Und an dieser Stelle auch mal ein herzliches Dankeschön an KDE, Nate Graham und Blue Systems. Ihr habt tatsächlich geschafft, was ich nie für möglich gehalten hätte. Mich von KDE wegzubringen. Und das sogar ganz ohne Hilfe von Microsoft. Respekt XD

Ich habe KDE lange benutzt, Bugs gemeldet und mich auch als Entwicklerin mit den technischen Hintergründen beschäftigt. Daß der Umstieg auf Qt 6 und die Änderungen an KWin und Wayland keine Kleinigkeit sind, ist mir durchaus klar. Aber Plasma 6 hatte nun wirklich genug Kinderkrankheiten. Probleme mit Panels, Tastenkürzeln, Abstürze der Plasma Shell und diverse Regressionen. Kaum war das eine behoben, stand gefühlt schon die nächste Version vor der Tür. Dazu der Abschied von Plasma LTS. Etwas weniger Versionsakrobatik und dafür mehr langfristige Stabilität hätte KDE meiner Meinung nach ganz gutgetan ^^

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir mein Kontakt mit Nate Graham. Ich hatte 2023 einen Absturz von Discover unter Debian 12 gemeldet, Bug 476175. Seine Antwort war schon bemerkenswert. Weil das KNS Backend für Plasma 6 grundlegend überarbeitet worden sei, gehe er davon aus, daß der Fehler behoben wäre oder nicht mehr auftreten könne, solange niemand das Gegenteil nachweist. Der Bericht landete unter RESOLVED/FIXED. Als Entwicklerin finde ich den Unterschied zwischen einer Annahme und einem nachgewiesenen Fix schon ziemlich wesentlich. Sonst könnte man sich Regressionstests ja gleich sparen. Einmal refaktoriert und die Fehler verschwinden vorsorglich von selbst XD Auch beim Thema LTS empfand ich seinen Umgang mit meiner Kritik nicht gerade als besonders entgegenkommend.

Und dann der Doppelklick als Standard ab Plasma 6, unter anderem um Windowsumsteiger abzuholen. Warum entwickelt KDE nicht einfach einen vernünftigen Einrichtungsassistenten? Einfachklick oder Doppelklick, helles oder dunkles Design, Akzentfarben und verschiedene Desktoplayouts. Die meisten Möglichkeiten sind längst vorhanden. Anfänger bekommen eine verständliche Einführung, erfahrene Leute wählen selbst oder überspringen den Assistenten. Fertig wäre die Laube. Stattdessen wird erst entschieden und anschließend erklärt, wo man es wieder umstellen kann. Ja danke, ich kenne die KDE Systemeinstellungen XD Ein optionales Windowsprofil wäre doch ebenfalls denkbar. Linux muß schließlich nicht zu Windows werden, nur damit der Umstieg leichter fällt.

Mit Plasma 6.8 ist nun auch die vollständige X11 Sitzung Geschichte. Xwayland bleibt, ersetzt sie aber nicht. Ich habe nichts gegen Wayland, aber nicht jede gestrichene Möglichkeit ist automatisch Fortschritt. KDE erhält für 2026 und 2027 außerdem 1.285.200 Euro von der Sovereign Tech Agency für konkrete Arbeiten an Sicherheit, Zuverlässigkeit und Infrastruktur. Begrüße ich ausdrücklich. Vielleicht kommt dabei auch die langfristige Stabilität nicht zu kurz. Zuhören ist schließlich noch keine Sicherheitslücke. Zumindest wäre mir dazu keine CVE bekannt XD Bei dem Tempo bin ich jedenfalls gespannt, wann Plasma 7 vor der Tür steht.

Seit dem 1. Januar 2026 benutze ich Cinnamon. Ausgerechnet Cinnamon! Hätte mir das vor einigen Jahren jemand erzählt, hätte ich vermutlich erst mal Memtest empfohlen XD Nicht weil Cinnamon technisch mehr könnte, sondern weil ich damit einfach zufrieden bin. KDE feiert gerade seinen 30. Geburtstag, und ausgerechnet im Jubiläumsjahr bin ich nach vielen Jahren weg. Das hätte ich wirklich nicht erwartet. Ich kann durchaus verstehen, warum viele hier weiterhin KDE mögen. Mir ging es schließlich lange genauso, gerade deshalb ärgert mich diese Entwicklung.

Vielleicht läßt sich mein Eindruck ganz gut zusammenfassen.

Ist die Vision erst mal groß, wird man lästige Altanwender los.

Etwas überspitzt, aber so fühlt es sich für mich inzwischen an ^^ KDE hat technisch nach wie vor verdammt viel drauf. Nur sollte man vielleicht gelegentlich daran denken, daß die vielen Anpassungsmöglichkeiten einmal seine größte Stärke waren und nicht etwas, das man den Leuten Stück für Stück abgewöhnen muß.

Cinnamon läuft wunderbar. Und das Verrückte daran ist, daß ich inzwischen kaum noch darüber nachdenke, welchen Desktop ich benutze. Ich arbeite einfach damit 😏
 
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