Conqi schrieb:
Vermieter, die sich gegen Glasfaser stellen, sind mir ein Mysterium. Billiger kriegt man doch keine Wertsteigerung für seine Bude. In 10 Jahren wir das Ding ohne Glasfaser keiner mehr haben wollen.
Da bist du aber sowas von aufm Holzweg.
Auch wenn man die Leier der Immobilienwertsteigerung immer wieder im Zusammenhang mit Glasfaser hört - so hat diese tatsächlich 0,0 Relevanz für die Vermieter.
Warum? Weil der Immobilienmarkt in Deutschland völlig kaputt ist.
Überspitzt gesagt, könnte man selbst Wohnungen ohne Heizung und fließend Wasser anbieten und die Mietverträge würden einem aus der Hand gerissen.
Ein besonders großes Problem für die Zusage-Quote sind vor allem Partnerschaften zwischen Hauseigentümer und Kabelbetreiber wie Vodafone/PYUR. In solchen Situationen wird der FTTH Ausbau durch fremde Anbieter abgelehnt.
Ich kenne das "Spiel" nur zu gut, da ich selbst Betroffener (Covivio + Vodafone) bin.
In manchen Gegenden wird man seit kurzem kreativ und lässt die Netzebene 4 von Vodafone oder PYUR ausbauen, eben weil nur diese ins Haus gelassen werden.
So zBsp. in Datteln. Auch dort besitzt die Covivio einige Häuser inkl. Vodafone NE4 Partnerschaft.
Die dort ausbauende Westconnect (E.ON), erhielt direkt eine Absage, als es um den Glasfaser HÜP ging.
Jahre später kam es schließlich zu einer Kooperation mit Vodafone - welche aktuell die NE4 für Westconnect aufbaut und dafür zu wahrscheinlich besten Konditionen als OpenAccess Anbieter auf deren Netz mitspielen darf.
https://newsroom.vodafone.de/vodafone-deutschland-und-westconnect-schliessen-glasfaser-kooperation
Ob es sowas bei mir geben wird, ist fraglich.... da hier (Dresden-Cotta) 2022 die Telekom FTTH großflächig verlegt hat und alle Covivio Immobilen (mehrere Hundert Wohneinheiten) bis heute leer ausgehen.
Mittlerweile bin ich selbst kreativ geworden und derzeit in der Planung einen FTTH Anschluss in einem der Nicht-Covivio Häuser zu buchen und diesen per 60GHz Richtfunk zu nutzen - quasi FTTA (Fiber To The Air). 😅
Man kommt sich hier vor wie im Entwicklungsland.
Selbst in der armen und völlig zerbombten Ukraine gibt es symmetrische 2GBit/s Glasfaser.
Am besten für alle wäre, wenn man jedweder Kupferleitung ein Ablaufdatum bis 2030 auferlegt.
Nur so gäbe es Anreiz für einen flächendeckenden Ausbau. Alles andere führt nur zu endlosen Debatten.