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CE Zeichen / ElektroG

tim_509 schrieb:
Ich gründe im Moment als Schüler nebenbei eine Gaming-PC Firma
Ich denke nicht, dass er mit den ganz großen Jungs spielen will.
Hier geht es um erste Erfahrungen als Geschäftsmann. Und hier wird er jede Menge lernen, wahrscheinlich aber durch Schmerz.Die Gefahr ist groß, das hier nachher ein unschönes Minus steht mit jeder Menge Ärger, die Bürokratie hat er ja schon kennengelernt.


LuminousVision schrieb:
Du willst in deinem Shop Waren verkaufen, die du vorher auf Amazon gekauft hast?
Das wären dann ja locker 2 Wochen Lieferzeit auf einen neuen Rechner (wenn Amazon alles vorrätig hat). Ein eigenes Lager wird ja kaum drin sein. Das akzeptiert kein Kunde mehr! Natürlich kann man sportlich 4 Tage angeben, aber da ist der Ärger vorprogrammiert.

@tim_509 : Ich würde da ganz schnell von Abstand nehmen, über das Amtsblatt PC-Hilfe anbieten und den anrufenden Rentnern ihre Probleme für ein Taschengeld lösen. Eventuell wird so was sogar offiziell als Ehrenamt anerkannt. Die Leute sind froh, du hast einen Nebenjob und ab und an kannst du denen auch einen neuen Rechner zusammenbauen. Es bleibt klein und im Rahmen.
 
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Die kleinen Läden verdienen zu 90% ihr Geld mit Vor-Ort-Service, der Rest ist "läuft halt noch mit".
 
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Arbeite dich in das Thema KI ein. Also nicht nur einen netten prompt formulieren, sondern eigene KI betreiben, und zwar safe. Da werden viele kleine Unternehmen in den nächsten Jahren Hilfe brauchen.
 
@Micha- Nicht nur bei kleinen Unternehmen. Was ich jetzt erst wieder erlebt habe bei Salesforce... da sind Junge Damen die meinen Sie können Agenten bauen, aber ohne jegliche Architektur, das selbst der Abteilungsleiter das Handtuch wirft. Ist ja nicht so, dass das ein kleiner Schuppen ist mit unbedeutsamen Kunden :D
 
Hallo Zusammen.

Vielleicht kann ich etwas zum Thema CE schreiben.

Wer ein Produkt in den EU Verkehr bringen möchte, muss prüfen, ob dieses Produkt einer oder mehreren EU Richtlinien unterliegt. Dazu gehören z.B. die Maschinenrichtlinie, die Niederspannungsrichtlinie, ATEX Richtlinie, usw.

Findet man sein Produkt in den Richtlinien wieder, dann muss diese Richtlinie eingesehen werden, um zu wissen, was diese Richtlinie fordert. Es gibt Richtlinien, wie die Maschinenrichtlinie, die schon einiges fordern und es gibt andere Richtlinien, wie die Niederspannungsrichtlinie, die da weniger fordernd sind.

Je nach Richtlinie, geht es mal um das Thema Sicherheit, mal geht um das Thema Qualität, mal geht es um das Thema Umwelt. Das hängt von der Richtlinie ab.

Beim Thema PC nennt die KI folgende relevante EU Richtlinien:

  • Niederspannungsrichtlinie (2014/35/EU): Elektrische Sicherheit von Betriebsmitteln (z. B. Netzteile).
  • EMV-Richtlinie (2014/30/EU): Elektromagnetische Verträglichkeit (Störaussendung und Störfestigkeit).
  • Funkanlagenrichtlinie (2014/53/EU - RED): Falls der PC integriertes WLAN oder Bluetooth besitzt.
  • RoHS-Richtlinie (2011/65/EU): Beschränkung gefährlicher Stoffe in Elektrogeräten
Bei der Niederspannungsrichtlinie geht es darum, dass vom elektrischen Strom keine Gefahren ausgehen. Bei der EMV Richtlinie geht es darum, dass das elektrische Gerät weder störende Signale aussendet, noch durch externe Signale gestört wird. Die Funkanlagenrichtlinie ist mir jetzt nicht so geläufig – da muss ich passen. Bei der RoHS Richtlinie geht es darum, dass z. B. Beim Lötzinn ein Blei verwendet wird.

Wenn man nun seine EU Richtlinien identifiziert hat, dann sehen wie weiteren Aufgaben wie folgt aus:

  • Für den PC eine Risikobeurteilung erstellen. Ist der PC sicher oder nicht? Diese würde im Sinne der Niederspannungsrichtlinie erfolgen. Wie schon geschrieben, sind die Anforderungen bescheiden. Hier muss man andere Regelwerke nach konkreten sicherheitstechnischen Vorgaben durchforsten, z. B. das VDE Regelwerk
  • Für das Gerät eine Betriebsanleitung/Bedienungsanleitung zu erstellen. Hierzu wird gerne auf die DIN EN 82079 zurück gegriffen.
  • Die technische Dokumentation für jede verbaute Komponente ist zu sammelt und intern zu speichern. D.h., z. B. Für eine SSD … CE-Erklärung, Bedienungsanleitung, etc.
  • Es ist eine CE-Konformitätserklärung zu erstellen. Darin ist vermerkt, dass das Produkt die Anforderungen der o.g. EU Richtlinien und ggf. auch des VDE Regelwerkes (inkl. Normennennung!) einhält. Die CE Konformitätserklärung (auch CE Erklärung) muss dann vom Aussteller unterschrieben werden. Eine Falsch-Ausstellung wird mit einem Bußgeld geahndet. Zum Teil bis 100.000 €.
  • Und final: auf dem Gerät ein CE Kennzeichen anbringen.

Es gibt Produkte, z. B. bestimme Maschinen, Druckbehälter und Co, da muss man eine notifizierte Stelle einschalten - z. B. TÜV, DEKRA und Co. Diese begleiten diesen CE Prozess bei besonders gefährlichen "Produkten". Bei allen anderen Produkten, und da würde ich den PC dazu zählen, kann man das Thema CE in Eigenregie durchführen.

Hoffe, das hilft etwas.

Gruss, Horst.
 
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Ich habe allerdings noch bei keinem (gewerblich) "selbstgebauten" Rechner von kleinen Läden irgendeine CE-Konformitätsbescheinigung gesehen.
 
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Dann haben die unzulässigerweise als Hersteller ein Gerät ohne CE in Verkehr gebracht.

Die größte Herausforderung wird EMV sein, da das nur messtechnisch im Zusammenspiel aller Komponenten nachweisbar ist.

Bei Niederspannung bist du eigentlich auf der sicheren Seite wenn du ein gutes Netzteil mit CE verwendest und das Gehäuse keinen Zugang zu spannungsführenden Teilen erlaubt. So meine persönliche Einschätzung

Rohs und Reach müssen schon die Importeure in die EU sicher stellen. Musst du zwar eigentlich von denen bestätigen lassen, aber das ist eher Formsache denn ein echtes Risiko.
 
Ich würde auch erstmal klein Anfangen und mal beim Supermarkt eine kleine Anzeige schreiben und erstmal Vor-Ort-PC-Hilfe anbieten. Da sind viele Dankbar. Oft haben die Leute das erät gekauft und du musst vielleicht nur noch Zubehör Verkaufen wie Externe Festplatte für Backups und Co.

PC bauen in der heutigen Zeit? Sehe ich sehr schwierig.

Aber hab nur Mut zur Selbstständigkeit, aber bedenke noch etwas dein Vorhaben, gerade bei den aktuellen Hardware Preisen.
Und braucht es wirklich einen eigenen Shop? Eine Webseite mit deinen Dienstleistungen und bei Bedarf aus der Hinterhand was Fertiges und gut ist.

Heute kauft ja kaum noch jemand einen festen PC, zumindest der 08/15 Mensch, eher Laptops und Tablets.
 
@TorenAltair

Als Ergänzung:

Das kann man auch logisch ableiten.

Wie soll jemand der aus Einzelkomponenten einen individuellen PC zusammenbaut auch noch ein Prüfzertifikat für 1500,00 € erstellen lassen.

Wichtig ist, dass die verwendeten Teile ggf. eine CE-Zertifizierung haben.

Der TE hat sich da (noch) nicht richtig informiert.

Zudem ist er beim Zusammenbau nicht "Hersteller" der Komponenten.

Nachtrag: Vielleicht geht man gedanklich mal einen Umweg ... bestimmte Teile in einem KFZ erfordern eine CE-Kennzeichnung, aber nicht das ganze KFZ.
Ergänzung ()

Man muss sich auch Gedanken um die Marge beim Einkauf machen.
Die IT oder Elektrobranche ist so weit zusammengeschrumpft, dass man als Neueinsteiger keinen Fuß auf den Boden bekommt. üblich sind 3-7 %. Wenn Marktplätze schon 6-7 % nehmen, kann man sich ausmalen, was bei Neuware übrig bleibt. Dazu kommt noch die eigene Kalkulation um zum einkaufspreis etwas dazu zu verdienen. Also mindestens 25 %, Damit deckt man dann aber nur den Anteil der verrechneten MwSt. und Verkaufsprovision.

Den Shop müsste man auch selbst erstellen.
Lieferketten aufbauen und dabei, gerade in der aktuellen Zeit auch Bonität aufweisen können. Also alles kein "Taschengeldstart".

Man muss sich nur die Ketten anschauen, die in den letzten Jahren aufgehört haben oder das Geschäft reduziert haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
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tim_509 schrieb:
Ich versuche auch die Teile, wo es preislich zu keinen großen Unterschied führt auf Plattformen für Privatkunden zu kaufen, da ich dort auch auf die Teile Garantie bekomme.
Was machst wenn du Netto an B2B verkaufst? Müsstest du ja jedes mal die Mehrwertsteuer vorstrecken.
Ganz zu schweigen von der Steuererklärung :D

Der Laden wird nach 2-3 Monaten nicht mehr laufen.
 
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TomTDooley schrieb:
Zudem ist er beim Zusammenbau nicht "Hersteller" der Komponenten.
Aber Hersteller des Gerätes, das er in Verkehr bringt. Die Rechtslage ist da eigentlich eindeutig.
 
@Micha-

Bist Du auch bei bei Stiftung EAR registriert?
Er ist immer noch kein "Hersteller".

Es gibt 3 Begriffe: "Hersteller", "Produzent" oder "Importeur"

Hersteller = Das Unternehmen selbst
Produzent = Jemand der im Auftrag fertigt
Importeur = Jemand der erstmalig die Ware über eine EU-Grenze einführt.

Nachtrag: Ich bin ja selbst bei der Stiftung Ear registriert (und weiteren), Wenn ich für jeden Endkunden eine Einzelabnahme von seinem PC machen müsste, wer würde dann die 1500,00 € bezahlen?

Könnte das ja mal versuchen um extra Geld zu kassieren. :D
 
Zuletzt bearbeitet:
EAR ist nicht CE. Das heißt beide können unterschiedliche Definition von "Hersteller" haben.
Ergänzung ()

Andersrum gefragt : Wer kann die EMV sicherstellen, wenn du eine Kiste aus Komponenten zusammenstellst? Richtig, nur du.
 
@Micha-

Bei der Einordnung hilft die Stiftung EAR per Telefonanfrage weiter.

a.) Er benötigt eine Registrierung für das "Innverkehrbringen von Elektrogeräten"
b.) dann benötigt er Aufkleber mit seinem Firmennamen, seiner WEEE-Nummer und ein CE-Kennzeichen drauf.
c.) Es ist vollkommen ausreichend wenn er in seiner Konformätserklärung angibt, dass er nur mit CE gekennzeichnete Geräte, nach Herstellerangaben verbaut hat (am besten von einem Anwalt erstellen lassen)

---Off-Topic---

Nachtrag:

Was man auf keinen Fall machen sollte (eine Fremde WEEE-Nr in seinem Impressum angeben, nur weil man nur Produkte der Marke XYZ verkauft, welche eine WEEE-Nummer hat (das mögen die bei Stiftung EAR auch nicht)) Im dem Fall gilt man als "Vertreiber" mit eigener WEEE-Nummer. (gesonderte Registrierung)
 
Zuletzt bearbeitet:
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für einen solchen Fall "Auftragszusammenbau von PC Komponenten (mit jeweils existierender CE Konformität)" wird offiziell eine CE etc erwartet aber nicht gelebt!

ist ein juristischer Graubereich und solange keine eigene elektrische Modifikation passiert, wird hier niemand CE etc durchführen.


Nebeninformation:
man kann CE, Gefährdungsanalyse, EMV etc sehr ausführlich (und vermeintlich wasserdicht & sicher) und damit sehr teuer machen, aber meine Lebenserfahrung zeigte das etliche unserer Lieferanten all diese Dokumente auch recht einfach halten können (und rechts-konform bleiben) und dadurch die Kosten im Rahmen hält.
CE für Prüfplätze (AC, DC, Pneumatik, Zukaufteile) habe ich selbst (mit Support) durchgeführt. Ist Aufwand aber letztendlich auch kein Hexenwerk
 
Zuletzt bearbeitet:
@ShutdownButton

Danke für Deine Ergänzung.
Nun hoffen wir, dass der TE daraus (und anderen Beiträgen) seine Rückschlüsse ableiten kann.
 
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Kommt mir ziemlich deutsch vor, ein junger Mensch möchte sich was aufbauen und alle raten direkt nur davon ab facepalm.

Es gibt sicher einen Weg wie er sich ein kleines Geschäft mit PCs und IT_Dienstleistungen aufbauen kann. Sonst kann ich nix beitragen außer viel Erfolg zu wünschen, das klappt schon ;).

Ich könnte selbst mit Freunden, Bekannten und deren Bekannten usw (Mund zu Mund Propaganda halt) locker eine gute Nebeneinkommensquelle haben und auch da kämen immer wieder HW Bestellungen / PC Bau zusammen, ich mache es aber nur für gute Freunde weil ich da sonst zu wenig Bock drauf habe.

Die Leute sind meiner Erfahrung nach heilfroh wenn sie jmd vertrauenswürdiges haben den sie direkt anrufen/schreiben können und einfach eine ordentlich Kiste ohne Haken bekommen und zahlen dafür gerne etwas, diesen "Markt" sollte man auch nicht unterschätzen.

Der TE scheint ja eh schon raus zu sein nach dem ganzen negativen Gesabbel hier
 
Golden_ schrieb:
Ich könnte selbst mit Freunden, Bekannten und deren Bekannten usw (Mund zu Mund Propaganda halt) locker eine gute Nebeneinkommensquelle haben und auch da kämen immer wieder HW Bestellungen / PC Bau zusammen, ich mache es aber nur für gute Freunde weil ich da sonst zu wenig Bock drauf habe.
sagt der erwachsene mensch mit fester einkommensquelle und etwas finanziellem polster?
 
@Golden_

Wir kennen seinen finanziellen Rückraum nicht, aber das FA ordnet ihn nach seiner Tätigkeit ein.
Bei den aktuellen Preisen, schätzen die dann auch immer zu ihren Gunsten. Die Vorsteuer muss ersteinmal zur Verfügung stehen.

Ansonsten würde ich auch "klein" anfangen und bei Nachfrage ausbauen, wobei man heutzutage nur noch "ein Karpfen mehr im Teich ist"
 
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