tb4ever schrieb:
Ich hoffe ich kam da heute irgendwie nicht giftig rüber.
Überhaupt nicht. Ich finde, das war ein sehr ruhiger, sachlicher Austausch, wie es sich hier auf CB gehört.
Wir müssen uns halt klar sein, dass es verschiedene Sichtweisen auf das Spiel gibt. Ich denke, ich repräsentiere da ganz gut einen ziemlich großen, eher calusal-lastigen Teil, der sich in der Regel nicht mit extremen Details von Spielmechaniken beschäftigt und es deshalb schwer nachvollziehen kann, wenn sich andere Spieler über kleine Änderungen in diesen Details ärgern.
Tatsächlich würde ich es sogar begrüßen, wenn viele der "Ausnahmen von Ausnahmen" in sowieso schon eher schwer zu durchschauenden Spielmechaniken aus dem Spiel genommen würden. Übermäßige Komplexität kann ein Spiel genauso ungenießbar machen, wie schlechte Balance oder Bugs.
Im Optimalfall reichen eine Handvoll leicht durchschaubarer Mechniken, um ein gutes Spiel umzusetzen, das trotzdem nicht einfach platt und langweilig ist.
Die frühen Teile von Lemmings sind ein gutes Beispiel dafür. 6-7 verschiedene Fähigkeiten um anspruchsvolle Rätsel zu lösen, das war perfekt. All die neuen Spezial-Lemminge, die in späteren Teilen dazu kamen, haben nur sinnlos die Komplexität erhöht, aber nicht den Spielspaß. Ähnlich bei späteren Masters of Orion-Teilen usw.
Aus dem selben Grund habe ich irgendwann auch mit Hearthstone aufgehört. Immer mehr Karten mit immer abgedrehteren, komplizierten Mechaniken und Konter-Mechaniken, haben das Spiel nicht besser gemacht, sondern, zumindest für mich, letztlich ruiniert. Wobei ich schon verstehe, das Blizzard halt immer neue, "interessante" Karten verkaufen muss, um Geld zu verdienen.
Ich hoffe, dass WoWs nicht diesen Weg geht.
Das CV-Rework macht mich da optimistisch, denn es zeigt, dass die Entwickler sich im Klaren darüber sind, dass WoWs im Kern ein spielerisch einfacher, arcardiger Shooter (in langsam) sein soll, und kein möglichst komplexes Strategiespiel. Anspruchsvolle, taktische Herausforderungen ergeben sich von ganz allein, durch die menschlichen Gegenspieler, die die überschaubaren Mechaniken kreativ einsetzen.
Ein großer Vorteil von WoWs gegenüber vielen anderen F2P-Dauerbrennern ist, dass WG einfach immer neue Schiffe nachschieben kann, aus dem unerschöpflichen, historischen Vorrat und auch mal aus obskuren Papierarchiven, und die meist an Geschichte und Technik interessierten Spieler werden sie auch kaufen bzw. erspielen, selbst wenn sie von der Spielweise her schon vorhandenen Schiffen gleichen.
Statt dessen sollte WG sich einfach auf etwas mehr Auswahl konzentrieren, was PvP-Spielmodi angeht, und da tut sich ja auch etwas.