Damien White schrieb:
Georgia funktioniert, weil sie mit die größten Kannonen auf Tier IX besitzt und so ziemlich jedes Schiff ignoriert, das ihr die Nase zeigt. Insbesondere gegen Tier 7.
Georgia würde auch mit Iowa-Kanonen funktionieren. Die Stärke der Georgia liegt in ihrer Flexibilität durch all das, was WG ihr noch zusätzlich gegeben hat. Das Schiff ist dank Speedboost schneller als viele andere BBs der gleichen oder höheren Stufe, wodurch Flankieren oder Flüchten kein Problem sind. Die kurze Reload-Zeit und die Secondaries machen es hinsichtlich ihrer Bewaffnung flexbiel, das Kaliber der Kanonen ist da aber bei der Spielweise der Georgia mMn egal, maximal ein netter Bonus. Dazu hat das Schiff eben eine Schlachtschiff-Panzerung. Das Ding vereint Kreuzer und BB in einem, besser als die großen Kreuzer selbst.
Darum funktioniert die Georgia, weil sie quasi eine Art eierlegende Wollmilchsau ist. Sie hat alles, was man braucht, nirgendswo zu extrem stark, aber sie hat auch mit Blick auf das momentane Gameplay nirgends wirklich Schwächen.
Anders sieht es bei den deutschen BBs aus. Die König/Kaiser funktionieren auf ihren Stufen und auch eins höher noch recht gut weil viele Schiffe dieser Stufen sie nicht outrangen, sie nicht schneller sind und die Panzerung gegen die Kaliber/Geschosse noch wirkt. Ab der Gneisenau sieht das anders aus. Die meisten Schiffe auf T7+ sind genauso schnell wie die Gneisenau, das Kaliber und der Schaden ist jedoch größer, hier treten erste HE DPM Schleudern auf, die Gneisenau funktioniert dann mMn nur noch maximal auf ihrer Stufe, aber nicht mehr aufwärts. Gleiches gilt bei der Bismark. Die Panzerung nützt nicht mehr so viel weil schlicht die Mobilität eingeschränkt ist, gleichzeitig wirken die ungenauen Waffen eben negativ weil man gar nicht schnell genug ran kommt um sie präzise nutzen zu können.
Genauso ist es auch der Scharnhorst ergangen. Auch deren Panzerung und Bewaffnung sind im Anblick von T7+ Schiffen einfach nichts mehr wert, brawlen kann das Schiff trotz schnellerer Feuerrate auch nicht, weil sie meist nicht einmal an den Gegner nah genug ran kommt da alle Schiffe gleich schnell oder schneller sind. Wenn ich mit einem T7 Schiff auf eine Scharnhorst treffe, dann kite ich einfach davon, die 283er können den meisten angewinkelten Kreuzern und BBs auf T7 nichts anhaben während man die Scharnhorst einfach abfackelt.
Die Feuergeschwindigkeit zu erhöhen bei den deutschen Schiffen würde nur eines bedeuten: mehr Kugeln, mehr Chancen etwas Schaden zu machen. Das allgemeien Brawling-Prinzip der deutschen BBs (dick, fett, auf dem Papier gute Panzerung aber langsam und recht unbeweglich) ist einfach durch die HE Schleudern, durch schnellere, beweglichere Schiffe unterwandert wurden. Daran würden auch mMn schnellere oder üräzisere Geschütze nichts ändern, im Gegenteil, man würde dann die Schiffe einfach auf Reichweite spielen wie die meisten anderen BBs auch. Dann wäre die Panzerung wieder nützlich und die Größe und Unbeweglichkeit gar nicht so das Problem, siehe warum auch die Musashi/Yamato funktionieren: man kann beide gut auf Reichweite mit dem Bug voran spielen und muss nur auf die Flanken achten. Dadurch ist auch die Zita der Yamato/Musashi nicht das Problem. Gleiches bei den russischen BBs.
Kurz: die deutschen BBs haben einfach das gleiche Problem wie die deutschen schweren Panzer in WoT bis zum Panzerungsbuff. Sie sind zu unbeweglich und ihre auf dem Papier tolle Panzerung ist angesichts der Feuerkraft auf Reichweite durch anderer Schiffe nichts wert.
Damien White schrieb:
Wenn das ein anzustrebender "Standard" ist, dann können wir gleich einpacken.
Das Problem: ohne dass ein Premium-Schiff besser ist oder wenigstens ein anderes Gameplay bietet interessiert es die Mehrheit der Community nicht.
Wäre die Georgia ohne den "Ol' Bag of Gimmicks", wie es LittleWhiteMouse so schön genannt hat, gekommen, dann wäre das Schiff schlicht und einfach die Conqueror 456mm Version der Iowa. Sicher brauchbar aber spielerisch öde und daher von keinerlei Interesse.
Siehe auch die Thunderer. Gäbe es das Schiff nicht quasi schon in Form der Legendary-Module 456mm Conqueror, dann wäre wenigstens vom Gameplay her noch Interesse da. So ist es aber letztlich eine schlechtere Version einer schlechteren Version der Conqueror (obwohl ich viel Spaß mit den 456ern hatte, aber sie sind auf Dauer nicht flexibel genug).
Die Ohio dagegen ist einfach so gut und toll weil sie einfach vollgestopft wurde, wie die Georgia, mit allerlei Gimmicks damit sie sich von der ohnehin schon recht guten Montana abhebt und quasi "mehr" Spielspaß bietet.
tb4ever schrieb:
Und was heißt anzustrebender Standard. Das ist eben schwierig zu verallgemeinern. Manche Spieler stören sich nicht an einer Premium Kopie eines existierenden Schiffes (z.B. Warspite und QE). Andere hätten gerne ein besonderes Gimmick (z.B. Atlanta). Wieder andere möchten ein Schiff, dass einfach nur nicht stärker ist als das Silber Schiff (z.B. Krasny Krim). Und wieder andere möchten ein Schiff, dass eher stärker ist (egal ob Gimmick oder nicht), weil warum sollte man sonst Geld ausgeben (z.B. T-61).
Aye, da gibs unterschiedliche Gruppen, aber die Mehrheit dürfte einfach aus letzteren Leuten bestehen. Merkt man stets an den Kommentaren zu kommenden Premiums. Wozu kaufen wenn es halt nicht besser ist?
tb4ever schrieb:
WG hat sich in teilen selbst in diese Ecke maneuveriert.
MMn passiert das aber bei allen Online-Games, weil man schlicht als Entwickler schnell dazu verleitet wird bzw. aus finanziellen Aspekten heraus das Meta-Gameplay zu unterstützen und das dabei eben fördert. WoT ist da ein schönes Beispiel. Es wurde immer schneller, Panzerung immer weniger wert weil immer mehr Pen, immer höherer Schaden, schnellere Geschütze usw. Weil sonst hatte ja keiner Interesse an neuen Fahrzeugen, gleichzeitig entwickelte sich dadurch aber eine "Vorherrschaft" von schnellen Medium-Tanks, die WG nur durch Korridor-Maps halbwegs in den Griff bekommen wollte.
In WoWS haben wir eine ähnliche Entwicklung hin zu immer mehr DPM, immer mehr Mobilität, gleichzeitig aber auch auf den Karten relativ viel Deckung, weil die mobilen DPM Schiffe halt meist keine Panzerung haben und ohne so etwas eben "schwach" sind.
Wie du ja selbst sagst bezüglich der Colbert. Da hat sich WG nun verrant und wer weiß wie sie da rauskommen wollen.
tb4ever schrieb:
An der Georgia empfand ich als spaßig, dass sie Fehler verzeiht. Irgendwo mal zu schnell reingerauscht? Kein Problem, speedboost und kurzer Heal und raus da. Oder Krezuer jagen, geht auch gut. Soll die Siggi mehr da hin? Dann ... naja ... Speedboost? Aber selbst dann verzeiht sie noch nicht so viele Fehler wie die George.
Ja, wie ich schrieb: die Georgia ist einfach eine eierlegende Wollmilchsau bringt aber gerade dadurch die Großen Kreuzer in Bedrängnis was Balancing angeht. Hätte die Kronsthadt kein Radar, dann würde ich die Georgia bevorzugen. Würde man die Azuma/Yoshino nicht mit ihrer HE so gut auf Reichweite spielen können, dann würde ich die Georgia bevorzugen. Hätte die Alaska nicht noch Radar und ihre Fähigkeit über Inseln halbwegs zu feuern, dann würde man auch die Georgia bevorzugen, wobei diese ja schon mMn die stärkste Konkurrenz zur Alaska ist.
Was soll man also bei der Siegfried machen? Mehr und schneller feuernde Geschütze? Wird das Schiff einfach auf Reichweite gespielt, wozu nahe ran, selbst wenn die Geschütze dann unpräziser wären? Und schneller feuernd als die bisherigen großen Kreuzer geht auch nicht, dann würde man diese wieder obsolet machen.
Mehr Panzerung? Würde das Überleben etwas verbessern, aber beim Gameplay kaum etwas ändern denn übermäßig Schnell ist sie ja immer noch nicht.
Letztlich bleibt auch nur der Sack der Wunder, dadurch dürfte sie sich besser spielen, aber fördert halt weiter den Powercreep und sie wäre wohl nirgends besser als die Georgia. WG müsste da eher beim allgemeinen Gameplay ansetzen, damit DPM nicht mehr so viel Wert ist (darunter leidet ja eben auch die Hipper) und Panzerung allgemein wieder nützlicher wird. Das dürfte sich aber erst mit der IFHE Änderung zeigen und ist dann mMn auch erstmal nur ein kleiner Schritt.
Ich persönlich schätze aber, dass ich mit der Siegfried Spaß hätte. Sie wirkt vom Gameplay her schlicht wie eine Hipper. Im momentanen Meta nicht das dollste Schiff aber für mich spaßig genug.
tb4ever schrieb:
Dann kann man wirklich ein "Frontschwein" aus ihr machen. Ähnlich der Hindenburg.
Naja eher ehemals wie die Hindenburg. Durch die vielen HE Schiffe, starken AP Geschütze der BBs, Reichweite der Schiffe und Geschwindigkeit kann man sie mMn auch nicht mehr so gut im Nahkampf spielen wie früher. Darum liegt sie bei mir auf Eis und wird nur noch selten ausgefahren und meist muss man auf Reichweite bleiben und... die DPM mit der mMn guten HE nutzen. Erst in späteren Matchphasen kann man vllt. die "Panzerung" der Hindenburg ausspielen. Zumindest im Random, Ranked und Co. sind ja noch eine andere Geschichte.
Achja: heute ein Match gehabt, dass wieder zeigt wie sinnfrei das ganze Karma-System ist.
Wie man sieht im Spoiler: ich war mit der Conqueror unterwegs, recht ausgewogene Mischung aus HE und AP, moderat guter Schaden, für mich recht viele Kills und okay Erfahrung (leider waren die Gegner alle relativ weit weg, außer die Stalingrad, auf der Flanke, über die ich gefahren bin, daher keinerlei Möglichkeit DDs zu bekämpfen oder andersweitig Team-dienlich zu spielen).
Der Teamschaden kam weil die Worcester in mich reinrammte als ich an einer Insel stoppte da Torpedos durch die Charles zu vermuten waren (der Spieler in der Charles hat auch recht gut gespielt, wie man an seinen XP trotz Niederlage sehen kann).
Die Karma-Abwertung dürfte aber nicht durch die Worcester gekommen sein, da der sich selber entschuldigte, sondern durch die Stalingrad (die ich per AP versenkte da sie zu weit vorgefahren und die Seite zeigte) und durch die Lenin, die im Chat einen entsprechenden Kommentar abgelassen hat, weil ich von ihr wegkitete und eben auf die HE gegen ihr Bug-Voran-Manöver setzte.
Das zeigt einfach wie sinnfrei das Karma-System ist wenn relativ gute Spieler durch den Unmut anderer Spieler abgewertet werden (hatte auch schon mehrfach den Fall, dass Team-Mitglieder über andere Mitglieder beschwerten obwohl diese durch ihr Carry-Gameplay uns zum Sieg verhalfen).
Das wäre soweit kein Problem, wenn eben nicht doch das ganze irgendwie die Spieler frustrieren würde. Ich selbst ignoriere mein eigenes Karma immer, nur heute war mir das direkt aufgefallen nach dem Match und da ich die letzten Tage auf den Beitrag im Forum verfolgt habe über Nutzen und Unnutzen von Karma, dachte ich mir schon dass da irgendwie was dran ist.
WG sollte daher das Karma einfach wieder wegmachen, das regt die Community scheinbar mehr auf als das es etwas nützt.