Coronavirus - welche Bedeutung hat das Thema für Euch?

Wirst du dich impfen lassen und welcher Impfstoff wäre dir am liebsten? (2 Stimmen)

  • Nein

    Stimmen: 174 22,6%
  • Ja (Biontech & Pfizer)

    Stimmen: 236 30,6%
  • Ja (Astra Zeneca)

    Stimmen: 10 1,3%
  • Ja (Sputnik V)

    Stimmen: 7 0,9%
  • Ja (Moderna)

    Stimmen: 48 6,2%
  • Ja (Johnson & Johnson)

    Stimmen: 20 2,6%
  • Ja (Impfstoff egal)

    Stimmen: 111 14,4%
  • Anderes (Antwort im Thread)

    Stimmen: 12 1,6%
  • 1. Impfung erfolgt

    Stimmen: 97 12,6%
  • 2. Impfung erfolgt

    Stimmen: 321 41,6%
  • 3. Impfung erfolgt

    Stimmen: 28 3,6%

  • Umfrageteilnehmer
    771
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Es gibt immer solche und solche. Egal ob Kassierer, Polizist oder sonst was. Aber gerade bei der Polizei kommt es auch drauf an wie sich der Bürger verhält.

Ich habe eher die Erfahrung gemacht, das der geneigte Bürger auf alles losgeht und alles in Frage stellt was eine Uniform trägt. Egal ob Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst, usw.

Was du da im Laufe eines Jahres beleidigt, beschimpft wirst..

wenn ich so einen Weltretter im Laden stehen habe, dem es einfach nicht schnell genug geht.

Hat der in Schild rumhängen das er ARzt ist?
 
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Nexatronic schrieb:
Wer will also ein Lob dafür dass ihm so viel von dieser Zeit genommen wird?
Das ist weniger als Lob gemeint, sondern als Anerkennung.
Überleg mal, du arbeitest täglich 2-4h mehr als sonst. Und keiner sagt auch nur irgendetwas, sondern nimmt dies als selbstverständlich hin.
Das ist auch nicht wirklich das Wahre.


brettler schrieb:
Es sind aber nicht nur LKW Fahrer, Kassierer usw. sondern auch ne Menge "Hidden Player".
Das ist mir natürlich bewusst, daher das "etc.".
Dass z.B. an der Lieferkette deutlich mehr hängt ist klar, alles aufzuzählen würde sehr lange dauern.
Ich sage auch nicht erst seit gestern, dass diese Berufe wichtig sind, sondern schon seit längerem, auch vor Corona schon.

brettler schrieb:
Persönlich kann ich das ganze Gerede von "Helden" und "Systemreleveant" nicht mehr hören

Klar ist es etwas zynisch, dass JETZT alle damit anfangen diese Berufsfelder in den Himmel zu loben, aber das bedeutet (für mich persönlich) nicht, dass diese es nicht verdient hätten.
Es geht hier ja um Anerkennung und Dankbarkeit.
Natürlich bin auch auch dir dankbar, dass du weiterhin deinen Job machst, um den Warenfluss aufrechtzuerhalten. :)

brettler schrieb:
Interessiert sich schonst 24/7 keiner für diese Pflegeberufe usw.. Wenn das alles rum ist werden die wieder von der Politik genauso schnell vergessen sein wie zuvor

Das gilt wahrscheinlich wirklich für den Großteil der Bevölkerung, ich persönlich habe einige Freunde und Bekannte in Pflegeberufen und Kindergärten, daher beschäftigt mich das Thema schon etwas länger und ich sage auch nicht erst seit gestern, dass diese Berufe zu wenig Anerkennung (Gesellschaftlich und Finanziell) bekommen.
Die Politik wird das eventuell so machen, aber dann müssen eben wir, also das Volk, für diese Berufsgruppen einstehen.

brettler schrieb:
und es wird wieder auf LKW Fahrer usw. geschimpft.

Auf LKW Fahrer habe ich noch nie geschimpft, ich hab Respekt vor denen.
Ein Cousin von mir ist Fernfahrer, wenn ich höre was er so erzählt, dann ist das wirklich kein erstrebenswerter Beruf, aber einer, ohne den nix laufen würde.

brettler schrieb:
Bitte aufpassen das sind 2 völlig unterschiedliche Sachen.
Das war mir tatsächlich nicht bewusst, hatte bisher noch nichts mit dieser Art von Amt zu tun. Wird natürlich korrigiert.
 
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Wie wärs, wenn man gründsätzlich vor weitgehend vor allen Berufen Respekt hat? Den ich frag mich wie heldenhaft die Müllabfuhr oder die Kassierer/innen so sind, wenn keine Ware mehr da ist bzw. die Fahrzeuge stillstehen mangels Ersatzteilen etc.

So zu tun, dass diese jetzt besonders tapfer/heldenhaft sind, finde ich geht völlig fehl bzw. verschleiert, dass die ganzen Vorlieferanten, die nötig sind, wohl genauso wichtig und damit heldenhaft sind. Und das hört bei der Produktion nicht auf, ohne die "Bürowelt" dahinter gäbe es wiederum keine Rohstoffe, Lohn, etc. Jeder, der derzeit weiterhin arbeitet, tut seinen Teil und das ist nicht heldenhaft sondern deren Aufgabe für welche sie entlohnt werden. Stressig wirds immer für jene, die übrihbleiben und die Ausfälle ersetzen.

Selbiges jetzt bei der "neuen" Idee, Pflegepersonal mehr Geld zukommen zu lassen. Ja müsste man eigentlich. Nur wer bezahlt es dann? Wo glauben die Leute bleiben die Kosten dafür? Wenns dann wieder heißt, die GKV Beiträge müssen angehoben werden, mault wieder jeder rum und schimpft über die Politik. Was will man den? Das eine ist die direkte und unvermeidliche Konsequenz des anderen. Selbiges bei den Kassierern und Co. Kann man den Lohn erhöhen, logisch. Nur werden dann Lebensmittel unweigerlich teurer, den der Supermarkt wird nicht drauflegen...
 
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brettler schrieb:
Hat der in Schild rumhängen das er ARzt ist?
Natürlich sehe ich den Menschen ihren Berufsstand nicht an, aber wenn jemand mit den Wortebn "ich bin Arzt und muss zur Klinik" in den Laden kommt und scheinbar erwartet, dass ich alles stehen und liegen lasse (und z.B. sofort aufhöre, unser BZT zu reinigen, welches täglich ca. 150 mal von verschiedenen Händen begrabbelt wird), dann weiß ich ziemlich sicher, dass ich es da mit einem Arzt zu tun habe.

Und wenn der dann auf eilig tut, und es um nichts weiter geht, als um eine Autowäsche, dann denke ich mir, dass der definitiv ein paar Dinge nicht verstanden hat.
Es geht mir um die Leute, die zwar kein "Wichtig" Schild umhängen haben, sich aber so aufführen, als würde das doch jeder sofort sehen können, dass die Welt untergeht, wenn sie mal 30 Sekunden warten müssen.

Ob die sonst belächelten und nun beklatschten Berufe danach wieder egal sein werden, das haben wir alle in der Hand. Leider wird sich zumindest bei den Kassenkräften, Fahrern, Kommissionierern und so weiter nicht das geringste ändern, denn wenn die auch nur 5c die Stunde mehr bekommen, dann müssen ja alle für ihren Konsum mehr bezahlen ... und das geht natürlich nicht.

matze313 schrieb:
Das ist auch nicht wirklich das Wahre.
In manchen Berufen aber leider trotzdem Standard ... und das sind nicht wirklich gut bezahlte Berufe.

Wieder zum Jobcenter? Ich bin so froh, dieser unmenschlichen Tretmühle nach 6 jahren endlich entkommen zu sein, dass ich momentan noch lieber Schulden mache ... die Menschen, die mir momentan Geld leihen können, machen nämlich einfach weniger Stress als das Jobcenter.

Mein Problem mit dem JC war nie, dass die Bezüge nicht reichten ... es war immer der Umgang mit den "Kunden".
Ich komme auch mit weniger Geld zurecht, als das Jobcentzer zahlt ... aber ich will nicht behandelt werden, wie der letzte Penner.
Ich mache lieber Schulden, als denen nochmal einen Antrag zu schicken ... natürlich muss ich dann halt sehen, wie ich zurecht komme.
 
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brettler schrieb:
Ich finde esimmer noch ein Unding, das man Leute mit Symptomen bei uns nicht testen will, wenn man nicht in einem Riskiogebiet war oder Kontakt mit einem Infizierten hatte.
Ist das immer noch so? Ich dachte das RKI hätte die Empfehlung angepasst?
 
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Mustis schrieb:
Wie wärs, wenn man gründsätzlich vor weitgehend vor allen Berufen Respekt hat?
Da stimme ich dir zu. Ich bin auch jedem Dankbar, von dem ich das Gefühl habe, dass er seinen Job gut macht. Ob das nun der Postbote ist, die Dame an der Kasse, Arzt oder mein Berater bei der Bank. Genauso, dass ich nicht dankbar bin, wenn der Job schlecht gemacht wird.

So zu tun, dass diese jetzt besonders tapfer/heldenhaft sind, finde ich geht völlig fehl bzw. verschleiert, dass die ganzen Vorlieferanten, die nötig sind, wohl genauso wichtig und damit heldenhaft sind. Und das hört bei der Produktion nicht auf, ohne die "Bürowelt" dahinter gäbe es wiederum keine Rohstoffe, Lohn, etc. Jeder, der derzeit weiterhin arbeitet, tut seinen Teil und das ist nicht heldenhaft sondern deren Aufgabe für welche sie entlohnt werden. Stressig wirds immer für jene, die übrihbleiben und die Ausfälle ersetzen.
Da muss ich jetzt differenzieren. Personal an Kassen und besonders Pfleger/innen haben direkten Kontakt zu Personen, welche den Virus haben könnten. Büropersonal kann man isolieren, oder den Kontakt klein halten.

Selbiges jetzt bei der "neuen" Idee, Pflegepersonal mehr Geld zukommen zu lassen. Ja müsste man eigentlich. Nur wer bezahlt es dann? Wo glauben die Leute bleiben die Kosten dafür? Wenns dann wieder heißt, die GKV Beiträge müssen angehoben werden, mault wieder jeder rum und schimpft über die Politik. Was will man den? Das eine ist die direkte und unvermeidliche Konsequenz des anderen. Selbiges bei den Kassierern und Co. Kann man den Lohn erhöhen, logisch. Nur werden dann Lebensmittel unweigerlich teurer, den der Supermarkt wird nicht drauflegen...
Ich glaube kaum etwas anderes beschreibt es besser als das
 
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Mustis schrieb:
Selbiges jetzt bei der "neuen" Idee, Pflegepersonal mehr Geld zukommen zu lassen. Ja müsste man eigentlich. Nur wer bezahlt es dann? Wo glauben die Leute bleiben die Kosten dafür? Wenns dann wieder heißt, die GKV Beiträge müssen angehoben werden, mault wieder jeder rum und schimpft über die Politik. Was will man den? Das eine ist die direkte und unvermeidliche Konsequenz des anderen. Selbiges bei den Kassierern und Co. Kann man den Lohn erhöhen, logisch. Nur werden dann Lebensmittel unweigerlich teurer, den der Supermarkt wird nicht drauflegen...

Du hast damit schon recht, auffällig ist aber, das die Pflegebranche aus einem mir unerfindlichen Grund keine wirkliche gewerkschaftliche Orgnisation hat, die Leute die noch bei Kommunen angestellt sind, laufen über Verdi, die im privaten Bereich, laufen über gar nichts und können auch nicht wirklich richtig streiken, das wird dann gnadenlos von den Arbeitgebern ausgenutzt und kann so nicht wirklich bleiben. Klar muss es am Ende einer Zahlen, aber dann zahle ich lieber ein paar Euros mehr, als das wir irgendwann gar keine motivierten Leute mehr in diesem Beeich haben.
Eine politische Frage ist nach dieser Pandemie sowieso, ob und wie lange ein privater Anteil aufrechterhalten wird, oder ob sich politische Parteien durchsetzen, die die komplette Gesundheitsversorgung in staaatlicher Hand wollen = öffentliche Daseinsvorsorge und wie weit erstreckt sich das dann?!
Die komplette Pflege? Physiotherapien? Krankenhäuser? etc etc....
 
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brettler schrieb:
Ich habe eher die Erfahrung gemacht, das der geneigte Bürger auf alles losgeht und alles in Frage stellt was eine Uniform trägt. Egal ob Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst, usw.

Ich möchte jetzt auch einmal meinen Senf zum Thema dazugeben, lese hier seit Wochen still mit.

Ich persönlich habe bislang nur neutrale oder fragwürdige Begegnungen mit Polizisten gemacht. Die, mit denen ich privat zu tun hatte, waren alle ganz normale Menschen. Die, die ihre Uniform trugen und noch im Alter bei der Verkehrspolizei rumhängen... Nun ja... Da gab es letztens eine interessante Begegnung.

Zurück zum Thema: Wie behämmert ist es, dass aus dem Ausland zurückgeholte Deutsche dicht gedrängt im Flieger sitzen und dann in Frankfurt am Main plötzlich 2m Sicherheitsabstand voneinander halten sollen?
Wenn ich einen Kollegen beim Rewe treffe, dem ich zwangsläufig auf Arbeit näher als 2m komme und dann trotzdem, um den Schein zu wahren, 2m Abstand an der Kasse halte, ist das in Ordnung.

Dass erst Anfang dieser Woche überlegt wurde, jene, die zurückkommen, doch mal zu testen oder in Quarantäne zu schicken...

Dass der Kassierer bei Norma an der Kasse nichts für die Situation kann, mein 2-Euro-Stück ablehnt und mir einen Kuli (aus der Arschkiste) reicht, damit ich meine 1,98 €-Kartenzahlung absegnen kann...

Viele der Maßnahmen tun einfach nur weh im Kopf. Es ist weder Fisch noch Fleisch, nichts Halbes und nichts Ganzes...

Und ja, es ist lächerlich, wie viele Menschen in diesen Zeiten Überstunden ohne Ende schieben und am Ende doch "nur" ihre Arbeit machen. Tauschen möchte ich mit Supermarktkassierern und -kassiererinnen nicht. Da nützen die dollsten Latexhandschuhe einer Kundin nicht, wenn sie alle 10s kräftig in die Hände abhustet.

Dann haben hier einige im Forum (mit Verlaub) nichts Besseres zu tun, als daran zu denken, was die "nach" Corona tun werden: wieder ins Fußballstadion gehen, endlich wieder zu KFC gehen. Aber hey, Ostern muss doch mit der Familie gefeiert werden und so eine Lungenentzündung ist doch harmlos, ne?

In einem gewissen Sinne gönne ich es Boris Johnson, dass er sich den Scheiß eingefangen hat. Ist ja alles nicht so schlimm.

In NYC werden Parks wohl zu Massengräbern (!) umfunktioniert - ist ja alles nicht so schlimm!

Wenn ich daran denke, dass ich Anfang Februar noch plante, übermorgen nach Prag zu fahren - halleluja.

Wobei ich einige gut verstenen kann, dass sie dezent am Rad drehen, wenn sich alle 5 Minuten die Informationslage ändert.


In diesem Sinne: Bleibt gesund, danke fürs Lesen und nehmt euch zurück für jene, die dieses Virus dahinrafft. Danke!
 
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, aber das bedeutet (für mich persönlich) nicht, dass diese es nicht verdient hätten.

Hat ja niemand gesagt...

Auf LKW Fahrer habe ich noch nie geschimpft, ich hab Respekt vor denen.
Ich auch nicht. Ich habe generell "Respekt" vor jedem Beruf. Denn jeder der sein eigenes Geld verdient trägt im Endeffekt dazu bei das alles funktioniert. Aber das die Poltik wieder einzelene Berufe in den Himmel lobt (die Ihnen jahrelang "egal" waren) und das es dazu eine Pandemie braucht ist traurig.

Zudem wird das Ehrenamt auch wieder vergessen. Ich habe in den letzten Wochen schon einiges gemacht, und wir bekommen kein Dank oder Geklatsche am Fenster (will ich auch nicht, da bin ich schon 10 Jahre aus aus dem Alter)

Es läßt auch tief blicken, das Notfallsanitäter nun auch mehr Kompetenzen bekommen (in Sachen Medikamente geben ohne Notarzt) Früher war das immer "böse" und auf "keinen Fall möglich" nun doch..

"ich bin Arzt und muss zur Klinik"

Erzählen kann man viel wenn der Tag lang ist. Bei mir wollte mal ein "Arzt" an einer Unfallstelle durch, weil er angeblich der Unfallchirug im örtlichen Krankenhaus sei und sich schon vorbereiten wollte. Dumm nur, das unser KH keine Polytraumas aufnimmt und der wirkliche Doc als Notzarzt bereits vor Ort war.



Du hast damit schon recht, auffällig ist aber, das die Pflegebranche

In der Pflegebranche arbeiten die meisten nicht wegen des Geldes oder wegen des Ansehens, sondern einfach weil sie helfen möchte. Ne Ex Freundin von mir arbeitet als Dozentin an einer Altenpflegeschule. Und die sieht ständig Leute kommen und gehen die wegen der vielen freien Stellen kommen, und dann wieder gehen wegen Schich tusw.

Alter bei der Verkehrspolizei rumhängen...

Ist man deswegen ein schlechter Polizist oder ist das ein Merkmal für eine schlechte Karriere?
 
matze313 schrieb:
Überleg mal, du arbeitest täglich 2-4h mehr als sonst. Und keiner sagt auch nur irgendetwas, sondern nimmt dies als selbstverständlich hin.

In dieser Gesellschaft ist es ja auch selbstverständlich dass die allermeisten hart arbeiten und im Verhältnis zum vorhandenen Reichtum wenig Zugang zu den materiellen Dingen haben den sie zudem in wenig Freizeit genießen können. Dagegen müsste man auch was sagen, aber doch nicht erst wenn ein Extremfall eintritt, sondern bezogen auf den Normalfall. Was hat man denn davon wenn einem das Aushalten schlechter Zustände anerkannt wird? Eine Besserung der Lebensumstände wäre doch das Mindeste und nicht ein paar nette Worte.
 
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Mustis schrieb:
Selbiges jetzt bei der "neuen" Idee, Pflegepersonal mehr Geld zukommen zu lassen. Ja müsste man eigentlich. Nur wer bezahlt es dann? Wo glauben die Leute bleiben die Kosten dafür? Wenns dann wieder heißt, die GKV Beiträge müssen angehoben werden, mault wieder jeder rum und schimpft über die Politik. Was will man den? Das eine ist die direkte und unvermeidliche Konsequenz des anderen. Selbiges bei den Kassierern und Co. Kann man den Lohn erhöhen, logisch. Nur werden dann Lebensmittel unweigerlich teurer, den der Supermarkt wird nicht drauflegen...
Vor allem kommt da ja noch ein Rattenschwanz hinterher ... wenn du dem einfachen fussvolk 5% mehr zahlst, dann wollen auch die höheren Gehaltsklassen 5% mehr (mindestens) ... und DAS ist der eigentliche Löwenanteil ... der "nicht meckern"-Bonus für die ohnehin gut Verdienenden.

Am unteren Ende gibt es regelmäßig Nullrunden ... aber warte mal ab, wie es abgeht, wenn man mal laut drüber nachdenkt, dass es für die Nächsten 10 Jahre auch bei über 80k Jahresbrutto keine Gehaltserhöhungen mehr geben wird. Da gibts dann innerhalb weniger Tage eine breite Datenbasis, die zeigt, dass ein solcher Schritt zu einem Braindrain führen wird ... die bereits existerende breite Datenbasis zu den Wirkungen von prekären Arbeitsverhältnissen im unteren Einkommensbereich interessert niemanden so richtig.

Aber 17.000 unbesetzte Stellen im Pflegebereich sprechen eigentlich eine mehr als deutliche Sprache ... das sagt, dass unter den aktuellen Konditionen diese Jobs einfach nur unattracktiv sind. Und momentan rächt sich das eben.
Die Schuld dafür kann man keinen Einzelpersonen zuweisen, weil wir uns da eben alle an die eigene Nase fassen müssen ... wer freut sich nicht über Schnäppchen ... und denkt dabei eben nicht darüber nach, dass dafür überall in der Lieferkette Lohndumping stattfindet.
Ich weiß ganz genau, warum meine Tankstelle zu den billigsten hier gehört ... ich sehe es jeden Monat auf meiner Gehaltsabrechnung. Das einzige, was hier zu regelmäßigen Gehaltserhöhungen führt, ist die Anpassung des Mindestlohns. Unsere Lohnbuchhaltung wird von diesen Gesetzen sozusagen "vor sich her getrieben", nur weil der Dachverband eben behaupten können will, dass er über Mindestlohn zahlt (schlappe 1,6% drüber).
 
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Aktuell wird die Pflege auf ein Kammersystem wie bei der Ärtekammer umgestellt, erst auf Landesebene und in Zukunft dann auf Bundesebene, das ist allerdings nichts, was von jetzt auf gleich passiert.
Der Pflegeberuf selbst ist lange durch die Gesetzgebung klein gehalten worden, die das ganze eher dem ärztlichen Sektor untergeordnet hat, darum war es bis vor kurzem auch noch Gang und Gebe, das Ärzte Fachprüfungen abnehmen. Mit der letzten Gesetzesaktualisierung ist das allerdings Geschichte.

Ausnutzen kann man das Allerdings nicht nennen, denn die meisten Pflegekräfte sind bei kirchlichen Trägern angestellt und werden im Grunde nach TVöD bezahlt mit einigen kleineren Boni (kirchliches Zeugs halt). Der Caritas als eine der größten Parteien übernimmt die TVöD im Grunde kurz nach deren Veröffentlichung 1:1 und setzt dem Ganzen dann noch ihren Stempel (Boni) auf und nennt es dann AVR.
Vom Gesetz her müssen die Krankenhäuser selbst eine möglichst neutrale Bilanz führen, alle Überschüsse werden für Investitionen (Umbau/Renovierung, Bonuszahlungen/Weihnachtsgeld, Geräte, usw.) genutzt
Bei privaten Trägern (Asklepios, Helios) sieht das ganze dann schon wieder anders aus, da ist der Kapitalismus sehr ausgeprägt, Gewinnmaximierung steht da an erster Stelle.

Die Frage sollte aber grundsätzlich nicht lauten: Wie bezahlt man systemkritische Berufe besser?
Sondern vielmehr: Wie kann man faire Gehälter für alle Arbeitnehmer gewährleisten?

Das Gehalt in der Pflege ist im direkten Vergleich mit anderen Berufsgruppen nicht so schlecht, für die Aufgaben und die Verantwortung allerdings (zumindest in meinen Augen) zu niedrig.
Im Gegenzug gibt es aber auch viele Berufsgruppen, die für mein Verständnis deutlich zu viel verdienen.
Die Schere zwischen arm und reich wird immer größer und da ist dieses Missverhältnis Schuld daran, wäre die Gier in den oberen Ebenen nicht so groß, könnten auch Kassierer besser bezahlt werden ohne die Preise der Waren zu erhöhen, aber auf seine Prämien möchte dort keiner verzichten, schließlich muss die zweite Doppelgarage für den 3. Benz gebaut werden.
 
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Aber 17.000 unbesetzte Stellen im Pflegebereich sprechen eigentlich eine mehr als deutliche Sprache ... das sagt, dass unter den aktuellen Konditionen diese Jobs einfach nur unattracktiv sind.

An den Konditionen kann man aber leider wenig drehen. Es wird immer Schicht und WE/Nacht/Feiertag gearbeitet werden müssen. Und das ist etwas was viele noch vor der Bezahlung abschreckt. Die Bezahlung ist bereits "gut" da in der Regel der kirchliche TV oder der TVÖD-P. Besser geht immer das ist klar.
 
CCIBS schrieb:
Personal an Kassen und besonders Pfleger/innen haben direkten Kontakt zu Personen, welche den Virus haben könnten.
Ja, das ist ein erhöhtes Risiko, welches im Falle von KAssierer/innen aber auch deutlich gesenkt werden kann, zum beispiel durch ne Trennwand etc. Heldenhaft wirds dadurch nicht. Beim Pfelgepersonal ist es das Berufsrisiko. Gilt für jede andere Krankheit ebenso, da ist Corona jetzt nicht wirklich was neues oder besonderes.

Nicht falsch verstehen, Pfelgepersonal hat mehr Anerkennung verdient. Nur dieses mediale Zelebrieren derzeit, auch durch die Bevölkerung, ist scheinheilig. Der Beruf ist nämlich nicht erst durch Corona mit mehr Risiko und schlehcter Bzehalung bei hoher Arbeitsbelastung "gesegnet" und jeder könnte dafür sorgen, dass dort mehr gezahlt wird. Man will es nicht.

mykoma schrieb:
Im Gegenzug gibt es aber auch viele Berufsgruppen,
Welche sollen das sein? Mir fallen spontan keine ein, zumindest keine, die jetzt im Angestelltendienst wären. Übrigens nru weil Vorstände auf Gehalt verzichten würden, würde das nicht wirklich zu einer Verbesserung der Gehälter der unteren Angestellten führen. Die Summen scheinen zunächst groß zu sein, aber geteilt durch hunderte oder gar tausende Personen bleibt auch nix nennenswertes mehr übrig. Soll nicht heißen, dass grade die obersten Fürhungsebenen nicht dringend sich mal überlegen sollten, ob sie noch nach Maß verdienen, welches sie an ihre eigenen Angestellten anlegen, aber bringen würde das nicht sondelrich viel.
 
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forfuture schrieb:
Corona-Krise in Deutschland: Experten stellen Regierungspolitik in Frage.
Sechs Gesundheitsexperten, darunter zwei ehemalige Mitglieder des Sachverständigenrats der Bundesregierung für das Gesundheitswesen, stellen die radikalen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Deutschland in Frage

Naja, eigentlich ja nicht so ganz. Sie stellen es in Frage ab wann man wieder lockeren kann und nicht vorher darüber reden will bzw. ob die Bewertungsgrundlage passt, weil die Zahlen evtl. nicht passsen, aber die Maßnahmen grundsätzlich erstmal so zu treffen, wird auch in diesem Artikel nicht in Frage gestellt. Erster Absatz und sogar unterstrichen:
Der teilweise Shutdown in Deutschland könne "anfangs in einer unübersichtlichen Situation das richtige Mittel gewesen sein", schreiben unter anderem die Professoren Matthias Schrappe, Gerd Glaeske und Holger Pfaff.
 
Mustis schrieb:
Die Summen scheinen zunächst groß zu sein, aber geteilt durch hunderte oder gar tausende Personen bleibt auch nix nennenswertes mehr übrig. Soll nicht heißen, dass grade die obersten Fürhungsebenen nicht dringend sich mal überlegen sollten, ob sie noch nach Maß verdienen, welches sie an ihre eigenen Angestellten anlegen, aber bringen würde das nicht sondelrich viel.
Natürlich funktioniert diese Rethorik immer ... klar bedeutet es keinen großen Sprung für die unteren Gehaltsklassen, wenn die oberen mal auf ein paar % verzichten.
Es wäre allerdings ein mehr als überfälliges Zeichen, dass man eben so langsam versteht, dass man Krisen nicht immer nur auf den Schultern derer aussitzen sollte, die sich halt nicht gut wehren können.
Freilich funktioniert das ... das weiß man spätestens seit den Experimenten zur erlernten Hilflosigkeit.
 
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brettler schrieb:
An den Konditionen kann man aber leider wenig drehen. Es wird immer Schicht und WE/Nacht/Feiertag gearbeitet werden müssen. Und das ist etwas was viele noch vor der Bezahlung abschreckt. Die Bezahlung ist bereits "gut" da in der Regel der kirchliche TV oder der TVÖD-P. Besser geht immer das ist klar.

Die Bezahlung ist in Ordnung. Meine Mutter verdient >2000 netto mit 75%, ein Freund von mir mit 33jahren hat ebenso >2000 mit seinen schichten. Auf dem Land hier ist das kein Hungerlohn.

Was sich aber ändern muss ist:

in den 90ern hattest du im Altenheim 4 examinierte bzw pfelegehelfer + zivis + azubis auf einer Station mit 30 Betten.
heute hast du mit Glück 2 Examinierte, eher eine und nen Pflegehelfer. Zivis weg. Azubis nur wenn kein Blockunterricht ist.
 
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@SE. , @matze313 und @DerOlf
Der Familienrat hat beschlossen, das mein Onkel am Samstag (für immer) nach Hause kommt. Vielen Dank für eure Anmerkungen, die auch von einigen Familienmitgliedern (vor allem von meinen beiden Cousinen) geteilt werden. Letztendlich haben meine Tante und mein (betroffener) Onkel aber so entschieden. Er will unter diesen Umständen selber unbedingt nach Hause. Und das kann man auch verstehen. Ich tue es zumindest. Aber ganz wohl ist mir natürlich bei dieser Entscheidung auch nicht, da es für die beiden jetzt erstmal heißen wird: Keinen Besuch mehr. Von Niemanden. Naja, zumindest müssen sie sich nicht um Einkäufe kümmern. Das werden ihre beiden Töchter (meine Cousinen) übernehmen und per Videotelefonie (oder wie das heißt) mit ihren Eltern regelmäßig auch sonstigen Kontakt halten. Gerade über die Feiertage.
 
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Ich finde auch, dass die Tarifverträge in der Pflege durchaus angemessen ist. Meine Lebensgefährtin verdient mit 30 Jahren (35 Stunden/Woche) mindestens 2000 € netto monatlich. Mit den Schichten natürlich deutlich drüber. Und ein paar "Erfahrungsstufen" kommen da noch. Über das Geld "jammert" sie nicht.

Viel schlimmer wiegen doch die sonstigen Umstände im Beruf. Der Pflegeschlüssel/die Personalsituation muss verbessert werden. Und da dreht sich der Kreis. Aber ich wage mal zu bezweifeln, dass man den Job mit mehr Geld soviel attraktiver macht.

Diese ganze Situation über den "Pflegenotstand" ist zwar angebracht, aber sicherlich auch keine gute Werbung für den Job. Teufelskreis?
 
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