floh667 schrieb:
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Zum Schluss frage ich mich hier also, wieso sollen nicht geimpfte aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden, wenn geimpfte angeblich eine wesentlich niedrigere chance auf einen symptombehafteten verlauf haben? Oder ist das eine Art racheakt dafür, dass geimpfte in den sauren Apfel gebissen haben, während nicht geimpfte ihrer Überzeugung folgten?
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ich hab mich in den fast zwei Jahren bisher nicht einmal testen lassen und war auch nicht einmal krank in irgend einer Form. ...
Mit dem zweiten Teil des Zitats fange ich mal an. Respekt, dann warst du praktisch fast zwei Jahre in keinem Ladenlokal (Freizeit- oder Baumarkt, Elektronikmarkt, etc.), Restaurant und natürlich auch keiner behördlichen Einrichtung (z.B. um einen neuen Personalausweis zu machen).
Oder aber die Ladenbesitzer scherten sich 'nen Furz um Auflagen der Stadt und nahmen potentielle Strafen in Kauf.
Und du wirst wahrscheinlich einen Beruf haben, der ggf. über die Option des Telearbeitsplatzes (Neudeutsch home office) verfügt. Es gibt genug Arbeitgeber, wo man 1x in der Woche so einen Schnelltest auf der Arbeit vornehmen muss.
Soll nicht nach Unfug klingen, aber vielleicht hast du es gehabt, ohne es zu wissen? Die Symptome sind nicht bei jedem gleich. Person a kriegt einen kompletten Kollaps, Person b hat vielleicht zwei, drei Tage Dünnschiss und kann sich nicht erklären, wovon.
Nun zum ersten Teil des Zitats.
Racheakt...puhhh...das ist schon schwere Kost. So eine Wortwahl treibt meiner Meinung nach den Keil noch tiefer.
Man könnte das ganze Spiel auch umdrehen in dem man als geimpfte Person in den Raum wirft: warum müssen wir die ganzen Einschränkungen wie Abstände, Masken, Vorzeigen des Impfausweises oder per CovPass App machen? Nur weil die andere Gruppe es ablehnt oder gar den Virus sogar verleugnet?
Ich als geimpfte Person werde vielleicht nicht komplett erkranken, aber ich kann trotzdem Überträger sein, wenn ich vorher mit infizierten Personen Kontakt hatte.
Ist zwar eine hypothetische Frage, aber du kennst dich selbst am besten. Wenn eine dir liebe Person schwer daran erkrankt, ist das dann für dich "Pech gehabt"?
Je nachdem wie alt du selbst bist und dementsprechend deine Eltern: frag diese doch mal, ob sie die Pockenschutzimpfung erhalten haben. Meine Mutter ist 71 und hat am Arm so diese typische "Narbe", die viele nach der Impfung bildeten. Wir brauchen sie nicht mehr, da unsere Lebensumstände in Deutschland so sind, daß die Pocken so gut wie nie auftreten. Ausgerottet sind die nicht.
Auch wenn es wieder nach Unfug klingt, aber die 20 Millionen Todesopfer der spanischen Grippe hätten bestimmt gerne einen Impfschutz dagegen gehabt.
Wie ich in einem anderen Post zu dem Thema schon schrieb, soll jeder selbst entscheiden. Aber sich als ungeimpfte Person in die "wir sind nun die unterdrückten" Ecke zu stellen ist nicht richtig. Es wird auch den Toten, die an / mit Corona gestorben sind, nicht gerecht.
Wir haben alle mit den Einschränkungen zu leben. Kleinkriege untereinander helfen da nicht weiter, sondern spalten mehr.
@mykoma deine Frau sollte eigentlich auf Grund des Arbeitsplatzes schon "durchgeimpft" sein. Meine Freundin und auch ihr Bruder arbeiten hier in Bonn an der Uniklinik im sogenannten Patientenservice - ist nicht so angenehm, wie es klingt. OP Räume reinigen, Zimmer reinigen, wo Tuberkulose, HIV, Covid-19, etc. auch vorgekommen ist, usw.
Die beiden wurden im Februar und März mit dem Moderna Impfstoff geimpft.