Dell Inspiron 16 Plus (7620) extrem langsamer Boot (140s) – Intel VMD / RST als Ursache?

Ro155

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Hallo zusammen,

bei meinem Dell Inspiron 16 Plus 7620 (i7-12700H, 32 GB RAM, 1 TB NVMe, Windows 11 Home) ist der Bootvorgang seit einigen Wochen extrem langsam geworden. Das Gerät ist ca. 3–4 Jahre alt und lief bisher absolut unauffällig. Was genau zu dem Zeitpunkt verändert wurde weiß ich nicht so recht leider ...

Symptome:
  • Dell-Logo bleibt teilweise ungewöhnlich lange stehen
  • Danach dauert es sehr lange bis zum Windows-Login
  • Gesamte Bootzeit laut Eventlog ca. 140 Sekunden
  • Nach Login wirkt das System noch eine Zeit lang träge (Systray kommt verzögert, Explorer „denkt“)
Im Diagnostics-Performance-Log (Event 100) fallen besonders hohe Zeiten auf, u. a. für:
  • BootSmssInitTime (~30 s)
  • BootExplorerInitTime (~39 s)
  • BootUserProfileProcessing (~25 s)
Das erscheint mir für ein NVMe-System deutlich zu hoch.

Was ich bereits geprüft habe:
  • Autostart-Einträge habe ich schon teilweise optimiert und aufgeräumt, aber es ist ja auch bereits VOR Windows Login...
  • SSD laut CrystalDiskInfo in gutem Zustand (83 %, keine Media/Data Errors, ~42 °C)
  • CrystalDiskMark unauffällig, könnte Screenshot hochladen bei Bedarf
  • TRIM aktiv (DisableDeleteNotify = 0)
  • ca. 96 GB frei auf C:
  • SysMain aktiv, Prefetch aktiv
  • sfc /scannow und DISM ohne Fehler
  • BIOS aktuell (1.34.0)
  • Alle Windows-Updates installiert
  • Über Dell Command Update sind alle Treiber/Firmware laut Tool aktuell
  • Keine besonderen Management Tools installiert, nur das "normale" Intel Zeug und eben nur Dell Command Update
  • Keine Auffälligkeiten bei Lüfter, Temperaturen oder CPU-Takt
Verbaut ist nur eine einzelne NVMe-SSD, kein RAID, keine zweite Platte.
Im BIOS ist jedoch standardmäßig:

SATA/NVMe Operation = RAID On
Im Geräte-Manager tauchen u. a. auf:
  • Intel RST VMD Controller
  • iaStorVD.sys
.... obwohl faktisch kein RAID genutzt wird.

Nach technischer Analyse (u. a. mit Unterstützung durch KI) vermute ich, dass der VMD/RST-Treiber den Bootpfad verzögert – insbesondere, da nur eine einzelne SSD vorhanden ist und kein RAID-Bedarf besteht.

Meine Frage:
Kann ich bei einem Einzel-SSD-System im BIOS einfach von
RAID On → AHCI/NVMe wechseln und damit Intel VMD deaktivieren?

Oder muss Windows vorher gezielt vorbereitet werden (z. B. über abgesicherten Modus oder Treiberanpassung), um keinen INACCESSIBLE_BOOT_DEVICE-Fehler zu riskieren?

Mir ist wichtig, das Risiko möglichst gering zu halten – das Gerät ist produktiv im Einsatz.

Vielen Dank Euch vorab! :)
 
Ro155 schrieb:
Was genau zu dem Zeitpunkt verändert wurde weiß ich nicht so recht leider
Hast du mal in die Windows Update Übersicht geschaut, was zuletzt so installiert wurde und ob etwas hiervon zu dem Zeitpunkt passt, ab dem es langsam wurde? Evtl. kannst du ein solches Update deinstallieren.
 
Vielen Dank für die Idee, interessante Punkt.
Habe gerade mal reingeschaut, gibt es da aus deiner Sicht etwas auffälliges?

1771920585995.png



Das "Problem" ist, dass ich leider kein wirkliches Gefühl habe, ab wann es überhaupt langsam geworden ist ... :(
 
Guck nochmal ins Bios, da gibt es noch eine Einstellung zum Boot generell (fast, thorough, minimal).
Und wie du richtig erkannt hast, sollte die Einstellung für die SSD einfach auf AHCI stehen.
Ich habe hier gerade auf einem Latitude7290 für dich getestet: von AHCI auf Intel RST RAID umgestellt und der Weg bootet ohne Fehlermeldung.
Steht die SSD auf Boot Priority#1 ? Nicht das er elendig lange auf NIC Ipv4, Ipv6, USB usw wartet
 
Von AHCI auf Intel RST? :o Danke für den Test, sehr spannend! Ich laß irgendwo im Netz, dass diese RIchtung wohl sowieso nicht so leicht gehen soll... Hmmmmm

Hier mal einige Bilder aus dem BIOS:

20260224_105352.jpg20260224_105323.jpg20260224_105208.jpg20260224_105147.jpg20260224_105138.jpg
 
Ro155 schrieb:
Ich laß irgendwo im Netz, dass diese RIchtung wohl sowieso nicht so leicht gehen soll.
Er gibt auch beim Umstellen in der Tat die Warnung aus, dass danach der Boot nicht mehr funktionieren könnte.
Den Network Boot würde ich deaktivieren, der ist z.b. für PXE da damit man den Rechner übers Netzwerk installieren kann.
Ansonsten sehen die Einstellungen okay aus.
 
Danke, habe es deaktiviert, trotzdem ist es noch ziemlich langsam... Alles etwas seltsam.

Das mit Raid On -> AHCI werde ich mir mal überlegen...
ist das reversibel? Eigentlich ja schon oder?


Wenn Windows nicht mehr booted und einen BSOD anzeigt, müsste eine Zurückstellung auf Raid und damit Intel RST problemfrei möglich sein....?
 
Ja, das Notebook startet ja zuerst Bios (wo du immer reinkommst) und schaut dann was es booten soll bzw. kann.
 
@Ro155
Irgendwie tippe ich in Richtung NVMe - kam der Fehler quasi von heute auf morgen?
 
@nobby_a Danke Dir - leider weiß ich nicht mehr genau, wann es begonnen hat :( Vermutlich hatte ich lange kein Auge drauf und irgendwann ist es mir dann aufgefallen.

Meinst die NVMe hat nen Knacks, oder meinst Du analog zu meiner Hypothese evtl ne Treiberproblematik? Weil ich ja Intel RST im Raid ON Mode verwende...
 
Wie würde man das am ehesten Testen können?

EDIT: SMART und Benchmark Screenshots:

1771933430261.png



1771933616229.png
 
Zuletzt bearbeitet:
Z.B. ein Backup-Image ziehen und Windows neu aufsetzen. Ich benutze zur Image-Erstellung die kostenlose, recht schnelle und zuverlässige Hasleo Backup Suite Free.
 
Intel RST -> AHCI denkst Du macht keinen Sinn zu versuchen / zu riskieren?
Mit Treiber rumzufriemeln ist ja immer so eine Sache :D
 
Das ist im ersten Schritt wie gesagt nur eine Bios Option die du wieder zurückstellen kannst wenn es nicht bootet (bzw. funktioniert).

Ab einem gewissen Punkt musst du dir dann die Frage stellen wie lange du noch an dem Problem rumdoktern/fachsimpeln willst oder einfach Daten sichern und neuinstallieren...
 
Ro155 schrieb:
bei meinem Dell Inspiron 16 Plus 7620 (i7-12700H, 32 GB RAM, 1 TB NVMe, Windows 11 Home) ist der Bootvorgang seit einigen Wochen extrem langsam geworden.

Symptome:
  • Dell-Logo bleibt teilweise ungewöhnlich lange stehen
  • Danach dauert es sehr lange bis zum Windows-Login
  • Gesamte Bootzeit laut Eventlog ca. 140 Sekunden
  • Nach Login wirkt das System noch eine Zeit lang träge (Systray kommt verzögert, Explorer „denkt“)
Im Diagnostics-Performance-Log (Event 100) fallen besonders hohe Zeiten auf, u. a. für:
  • BootSmssInitTime (~30 s)
  • BootExplorerInitTime (~39 s)
  • BootUserProfileProcessing (~25 s)

zeichne einen Bootvorgang mit dem Windows Performance Toolkit auf und analysiere die ETL Datei.

Wenn du die Analyse nicht schaffst, lad die gepackte Datei hoch. Ich schau mal drüber.
 
@IDontWantAName VIelen Dank Dir! Schicke dir die Datei als LInk per PN :)
Leider bekomme ich folgendes beim Versuch, sie zu öffnen:

1771942170750.png


Weiß nicht, ob das nur ein spezifisches Problem bei mir ist und das bei dir klappt?
Sehe beim STart der Messung nirgends, dass man diese Parameter irgendwo einstellen könnte?
 
Zuletzt bearbeitet:
Mann kann die Meldung mit Ja ignorieren. Dann wird sie geladen.

Wenn du auf Profiles->Apply->Browse Catalog klickst und dort die Datei FullBoot.Boot.wpaProfile auswählst siehst du die Übersicht vom Bootvorgang:

1771948045130.png


1771948078335.png


1771948109848.png


Das Starten der Geräte geht alles immer ganz fix, bis zu dem SessionInit kommen.

In den generic Events sieht man die 10s bei SerializeBoot

1771948355652.png


Das SerializeBoot wartet auf PnpSystemDeviceEnumerationComplete, also das alle Geräte aufgelistet und gestartet sind.

1771950948644.png


Also mal schauen was da passiert.

Ziehe den Graph CPU Usage (precise) in eine neue Analyse-Ansicht. Und oben im Header ziehst die Count an erster Stelle nach der gelben Linie und danach Waits (us) und klickst dort drauf zum Sortieren was am längsten dauert. Nun suchen wir nach etwas mit wenig Count, was aber lange dauert also großes Waits hat. Und da sehe ich einen GPIO Treiber der 1 Aufruf hat der 12s dauert auf ein Device wartet bis es läuft.

1771948471201.png


Dann sehe ich wieder die 12 beim Start von Geräten:

1771948666604.png


Und dann sehe ich 9s für den nVIDIA Treiber (nvlddmkm.sys) zum Start:

1771948803545.png


Hast du zufällig einen neuen nVIDIA Treiber für deine NVIDIA GeForce RTX 3060 Laptop GPU installiert und wurde das dann langsamer? Du nutzt den Treiber 32.0.15.8195, also 581.95. Probiere mal einen neuen Treiber oder einen älteren. Wenn Dell keine andere Treiber hat mal die generischen Treiber von nVIDIA probieren. Wenn es der Laptop hergibt, einfach mal die Geforce deaktiveren und nur die iGPU nutzen und schauen ob der Boot schneller geht.

Sonst rödelt beim Starten noch der Intel Treiberupdater rum und sucht nach allen Treiberversionen. Nutzt du die Geräteverschlüsselung (Mini Bitlocker) von Windows? Ist ab 24H2 eigentlich on, wenn am ndas nicht abschaltet. Der Windows Treiber dafür (fvevol.sys) rödelt auch rum:

Line #ProcessStackCountWeight (in view) (ms)TimeStamp (s)% Weight
9| | | | | |- fvevol.sys!FveCryptoWorker49194.931,5112000,14
10| | | | | | |- fvevol.sys!FveIoCryptoWorker47254.736,5549000,13
11| | | | | | | |- fvevol.sys!ReadDecrypt34333.435,9365000,09

Das ist so der erste Blick. Schau mal in Richtung nVIDIA GPU.

Dann sind noch kleine Dinge wie Startmenülayout, PreShellTasks (was auch immer der Explorer da macht) etc dauert etwas:

1771954478838.png


Nach dem Desktop rödelt Windows für 16s die Autostartprogramme

1771954360209.png



Also miste den Autostart aus und kucke wegen der Geforce.
 
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