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Deutschland und seine Politiker/Beamte- Wie steht ihr dazu?
- Ersteller Fairy
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Original erstellt von Black Firebird
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Moin Moin,
Hauptsache , ich bin gesund und mein Partner (verbeamtet auf Lebenszeit) hat Arbeit.....hihihihi
Dann wolln wir mal hoffen, das Du gesund bleibst und dein verbeamteter Partner sich nicht irgendwann nen Anderen/Andere sucht, denn nur mit Gesundheit allein kannst nicht deinen Lebensunterhalt bestreiten.
Fairy
Keep cool, Keule!
Hallo, Fairy,
das ist ja wieder ein Rundumschlag!
Krankheit, Überstunden, Angst:
hängen mit allg. drohender Rezession zusammen - ändert nichts an der Tatsache, daß Arbeitnehmer seit den 50ger Jahren mehr Privilegien und Rechte haben als je zuvor. Auch wenn das immer noch verdammt wenige sein mögen, im intern. Vergleich ist es hier GOLD.
Banken, Aktien, Absahner:
klar, die gewinnen immer am Meisten, weiss ich. Hat nix mit Beamten zu tun. Sind zum Teil völlig ungerechtfertigte Bereicherungsmechanismen, jedenfalls vollkommen von eigener Leistung losgelöste...
und jetzt die Lieblinge, die Beamten:
Staatsausgaben für Personal tatsächlich extrem hoch, Verwaltungswasserkopf perspektivisch kaum zu finanzieren, alles bekannt, Beamtenreform kaum zu machen, weilvon Betroffenen nicht gewollt, auch bekannt, trotzdem:
einer moderner Staat kann auf Berufsbeamte in den Kernbereichen Recht, Sicherheit, Bildung und Kommunalverwaltung nicht auskommen. Das ganze Gebilde ist zu komplex. Es kann nicht überall nach Leistung und Output gezahlt werden, sonst sieht es dort in paar Jahren genau so kaputt aus wie in der Wirtschaft. Das ist mir viel zu gefährlich.
Bin geneigt, im Telegrammstil zu schreiben, weil Du solche Breitseiten losläßt. Macht aber nix, gelle? Zimtziege
Hallo, Fairy,
das ist ja wieder ein Rundumschlag!
Krankheit, Überstunden, Angst:
hängen mit allg. drohender Rezession zusammen - ändert nichts an der Tatsache, daß Arbeitnehmer seit den 50ger Jahren mehr Privilegien und Rechte haben als je zuvor. Auch wenn das immer noch verdammt wenige sein mögen, im intern. Vergleich ist es hier GOLD.
Banken, Aktien, Absahner:
klar, die gewinnen immer am Meisten, weiss ich. Hat nix mit Beamten zu tun. Sind zum Teil völlig ungerechtfertigte Bereicherungsmechanismen, jedenfalls vollkommen von eigener Leistung losgelöste...
und jetzt die Lieblinge, die Beamten:
Staatsausgaben für Personal tatsächlich extrem hoch, Verwaltungswasserkopf perspektivisch kaum zu finanzieren, alles bekannt, Beamtenreform kaum zu machen, weilvon Betroffenen nicht gewollt, auch bekannt, trotzdem:
einer moderner Staat kann auf Berufsbeamte in den Kernbereichen Recht, Sicherheit, Bildung und Kommunalverwaltung nicht auskommen. Das ganze Gebilde ist zu komplex. Es kann nicht überall nach Leistung und Output gezahlt werden, sonst sieht es dort in paar Jahren genau so kaputt aus wie in der Wirtschaft. Das ist mir viel zu gefährlich.
Bin geneigt, im Telegrammstil zu schreiben, weil Du solche Breitseiten losläßt. Macht aber nix, gelle? Zimtziege
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Naja, ich werde mal die Bandbreite etwas schmaelern, ich sehe ein, das es sinnlos ist, gegen ein bestehendes System zu opponieren, vielleicht wird es mal reformfaehige Politiker geben, die, diesem Beamtenunwesen ein Ende bereiten und sich auf die Kernaufgabe einer Regierung konzentrieren und zwar zum Wohle des Volkes und nicht zum Wohle der Beamten. Auch wenn Du nicht auf Beamte verzichten kannst oder willst, liegt vielleicht auch daran, das Du auch vorhast Beamtin zu werden
ich fuer meinen Teil kann darauf verzichten, denn ich bin nicht so ein guter Deutscher, dem der Beamtenstaat ueber alles geht, ich traue jedem verantwortungvollem eher Menschen zu, diesen Staat aus der Misere zu holen, als dem eingefahrenem Beamtenkluengel. Das solls gewesen sein, ich habe keine Lust mehr, mich gegen Personen zu wehren, die sich angesprochen fuehlen, es ging mir um ein ueberaltertes, nutzloses, uneffektives und sinnloses System, nicht um einzelnen Personen.Ich denke, es wurde von beiden Seiten, alles gesagt, lassen wir es dabei bewenden.
MfG Fairy
MfG Fairy
Tiguar
Commodore
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- Feb. 2002
- Beiträge
- 4.815
Re: Keep cool, Keule!
Hallo zusammen!
Wollen wir denn nicht mal die Kirche im Dorf lassen und nicht zur allgemeinen Kapitalismuskritik - auch von Dir als Rundumschlag, liebe Zimtziege - übergehen? Vor allem deshalb, weil das zum Glück gescheiterte Gegenmodell, der Sozialismus, alles das, was hier berechtigt an Bürokratie und Wildwuchs kritisiert wird, bei weitem in den Schatten stellt.
Und noch was: Seit wann gewinnen Aktien denn immer? Mein Depot ist jedenfalls deftig im Minus. Und die Rendite für Aktien ist i.d.R. und über längere Zeiträume deshalb höher als bei z.B. einem Sparbuch, weil der Aktionär ein Risiko eingeht, nämlich das des ggf. auch vollständigen Kapitalverlusts.
Und, liebe Zimtziege, es stellt doch hier niemand in Frage, das es für Kernbereiche der staatlichen Aufgabenerfüllung auch notwendigerweise Beamte geben muß. Wie man diese Kernbereiche definiert, ist doch das eigentliche Thema, und ich stimme Fairy da zu, daß man diesen Kernbereich so eng wie möglich eingrenzen sollte.
Auch Du hast natürlich Recht, wenn Du z.B. im öffentlichen Gesundheitswesen auf Menschen verweist, die für einen Hungerlohn Schwerstarbeit leisten. Das hier kritisierte Verwaltungsbeamtentum darf halt mit dem öffentlichen Dienst insgesamt nicht in einen Topf geworfen werden.
Wenn ich mir aber die Öffnungszeiten der hiesigen Gemeindeverwaltung ansehe, die ganzen Kaffeetassenträger da über die Flure schleichen sehe, einfachste Dienstleistungen unendlich lange dauern, und dieses Volk dann auch noch bis zur Halskrause sozial abgesichert ist, dann ballt sich mir halt auch die Faust. So wie da gearbeitet wird, möchte ich mal Urlaub machen.
Alle Beamte, die sich nicht in dieser Versorgungs-Hängematte zurückgelehnt haben und eine anständige Leistung bringen, möchte ich hier auch ausdrücklich von meiner Kritik ausnehmen.
Viele Grüße, Tiguar
Nachtrag: Wann und wo ist denn die Modenschau?
Original erstellt von Zimtziege
Banken, Aktien, Absahner:
klar, die gewinnen immer am Meisten, weiss ich. Hat nix mit Beamten zu tun. Sind zum Teil völlig ungerechtfertigte Bereicherungsmechanismen, jedenfalls vollkommen von eigener Leistung losgelöste...
Hallo zusammen!
Wollen wir denn nicht mal die Kirche im Dorf lassen und nicht zur allgemeinen Kapitalismuskritik - auch von Dir als Rundumschlag, liebe Zimtziege - übergehen? Vor allem deshalb, weil das zum Glück gescheiterte Gegenmodell, der Sozialismus, alles das, was hier berechtigt an Bürokratie und Wildwuchs kritisiert wird, bei weitem in den Schatten stellt.
Und noch was: Seit wann gewinnen Aktien denn immer? Mein Depot ist jedenfalls deftig im Minus. Und die Rendite für Aktien ist i.d.R. und über längere Zeiträume deshalb höher als bei z.B. einem Sparbuch, weil der Aktionär ein Risiko eingeht, nämlich das des ggf. auch vollständigen Kapitalverlusts.
Und, liebe Zimtziege, es stellt doch hier niemand in Frage, das es für Kernbereiche der staatlichen Aufgabenerfüllung auch notwendigerweise Beamte geben muß. Wie man diese Kernbereiche definiert, ist doch das eigentliche Thema, und ich stimme Fairy da zu, daß man diesen Kernbereich so eng wie möglich eingrenzen sollte.
Auch Du hast natürlich Recht, wenn Du z.B. im öffentlichen Gesundheitswesen auf Menschen verweist, die für einen Hungerlohn Schwerstarbeit leisten. Das hier kritisierte Verwaltungsbeamtentum darf halt mit dem öffentlichen Dienst insgesamt nicht in einen Topf geworfen werden.
Wenn ich mir aber die Öffnungszeiten der hiesigen Gemeindeverwaltung ansehe, die ganzen Kaffeetassenträger da über die Flure schleichen sehe, einfachste Dienstleistungen unendlich lange dauern, und dieses Volk dann auch noch bis zur Halskrause sozial abgesichert ist, dann ballt sich mir halt auch die Faust. So wie da gearbeitet wird, möchte ich mal Urlaub machen.
Alle Beamte, die sich nicht in dieser Versorgungs-Hängematte zurückgelehnt haben und eine anständige Leistung bringen, möchte ich hier auch ausdrücklich von meiner Kritik ausnehmen.
Viele Grüße, Tiguar
Nachtrag: Wann und wo ist denn die Modenschau?
Zuletzt bearbeitet:
Eingrenzung der Diskussion
Hallo zusammen,
ich glaube, so weit sind die Positionen gar nicht auseinander.
Schlappenflicker-Beispiele kenne ich auch, habe ja auch gesagt, daß zur Zeit meiner Selbständigkeit das Berufsbeamtentum mich zu Tränen getrieben hat, die zugrundeliegenden Beobachtungen hat Fairy schon alle aufgeführt.
Vielleicht habe ich mich übernommen bei dem Versuch, auf Fairies langes Schreiben einzugehen.
Kapitalismuskritik war nicht beabsichtigt, aber die Phänomene gehören doch in einen größeren Zusmmenhang, oder liege ich da falsch?
Auf jeden Fall wollte ich wirklich niemanden frustrieren, vor allem Fairy nicht. Es würde mir sehr leid tun, wenn der bisher so engagiert geführte Thread jetzt gestört wäre.
So long
Zimtziege
(Wieso meinst Du, Fairy, ich wolle Beamtin werden?
Hallo zusammen,
ich glaube, so weit sind die Positionen gar nicht auseinander.
Schlappenflicker-Beispiele kenne ich auch, habe ja auch gesagt, daß zur Zeit meiner Selbständigkeit das Berufsbeamtentum mich zu Tränen getrieben hat, die zugrundeliegenden Beobachtungen hat Fairy schon alle aufgeführt.
Vielleicht habe ich mich übernommen bei dem Versuch, auf Fairies langes Schreiben einzugehen.
Kapitalismuskritik war nicht beabsichtigt, aber die Phänomene gehören doch in einen größeren Zusmmenhang, oder liege ich da falsch?
Auf jeden Fall wollte ich wirklich niemanden frustrieren, vor allem Fairy nicht. Es würde mir sehr leid tun, wenn der bisher so engagiert geführte Thread jetzt gestört wäre.
So long
Zimtziege
(Wieso meinst Du, Fairy, ich wolle Beamtin werden?
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- Nov. 2001
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- 2.345
Re: Eingrenzung der Diskussion
Du hast mich nicht frustriert, aber der Tread ist doch auf einer anderen Schiene gelaufen, als ich das beabsichtigt habe. Die Antworten waren irgenwie immer dieselben " es gibt auch fleissige Beamte" sicher, das hab ich nie abgestritten und es ging mir auch nie um Personen, sondern ich haette mir eine offene Diskussion gewuenscht, in der jeder sich einbringt und vielleicht auch Verbesserungsvorschlaege macht, eventuell Missstaende aus seinem Dienstbereich (als Beamter anprangert) , war aber wohl zu viel verlangt. Lag aber auch wohl eher daran, wie ich den Tread gefuehrt habe, naja, ein Versuch wars wert
warum nicht, haette doch sein koennen, ist doch nichts Ehrenruehriges
MfG Fairy
Original erstellt von Zimtziege
Auf jeden Fall wollte ich wirklich niemanden frustrieren, vor allem Fairy nicht. Es würde mir sehr leid tun, wenn der bisher so engagiert geführte Thread jetzt gestört wäre.
Du hast mich nicht frustriert, aber der Tread ist doch auf einer anderen Schiene gelaufen, als ich das beabsichtigt habe. Die Antworten waren irgenwie immer dieselben " es gibt auch fleissige Beamte" sicher, das hab ich nie abgestritten und es ging mir auch nie um Personen, sondern ich haette mir eine offene Diskussion gewuenscht, in der jeder sich einbringt und vielleicht auch Verbesserungsvorschlaege macht, eventuell Missstaende aus seinem Dienstbereich (als Beamter anprangert) , war aber wohl zu viel verlangt. Lag aber auch wohl eher daran, wie ich den Tread gefuehrt habe, naja, ein Versuch wars wert
Wieso meinst Du, Fairy, ich wolle Beamtin werden?
warum nicht, haette doch sein koennen, ist doch nichts Ehrenruehriges
MfG Fairy
oh, toll, Verbesserungsvorschläge!
Das find ich jetzt klasse, da laufen meine Aggregate richtig schön warm.
Erstens möchte ich vorschlagen, dass die Postbeamten im Schalterdienst alle eine Schulung bekommen im Umgang mit Kunden: Freundlichkeit, Reklamationsmanagement, zügige Abfertigung im Kassenbereich...
Und: Dienstleistungsmentalität - ich bin für den Kunden da, nicht umgekehrt.
zweitens würde ich flächendeckend Servicecenter einrichten, in denen Bürger die ganzen Angelegenehiten wie Paß, Ummelden, Anträge etc. an einer Stelle und mit Assistenz eines "Betreuers" abwickeln können - das Gerenne von Pontius zu Pilatus ist Zeitdiebstahl.
Drittens würde ich in sämtlichen Dienststellen das japanische KAIZEN-System etablieren. Das heißt, jede Woche trifft sich jede einzelne Abteilung, Arbeitsgruppe, Team oderwie auch immer und jeder kleinste Vorschlag zur Ablaufoptimierung wird besprochen und gegebenenfalls sofort umgesetzt. Das hat Toyota an die Spitze gebracht in den 80ger Jahren und ist nach meiner eigenen Erfahrung eine powervolle Methode, die Intelligenz und Kreativität der Mitarbeiter zu wecken und in einen Prozeß ständiger Optimierung zu kommen.
Hurra, wir verbessern jetzt die Republik!
Schönen Abend miteinander
Zimtziege
Das find ich jetzt klasse, da laufen meine Aggregate richtig schön warm.
Erstens möchte ich vorschlagen, dass die Postbeamten im Schalterdienst alle eine Schulung bekommen im Umgang mit Kunden: Freundlichkeit, Reklamationsmanagement, zügige Abfertigung im Kassenbereich...
Und: Dienstleistungsmentalität - ich bin für den Kunden da, nicht umgekehrt.
zweitens würde ich flächendeckend Servicecenter einrichten, in denen Bürger die ganzen Angelegenehiten wie Paß, Ummelden, Anträge etc. an einer Stelle und mit Assistenz eines "Betreuers" abwickeln können - das Gerenne von Pontius zu Pilatus ist Zeitdiebstahl.
Drittens würde ich in sämtlichen Dienststellen das japanische KAIZEN-System etablieren. Das heißt, jede Woche trifft sich jede einzelne Abteilung, Arbeitsgruppe, Team oderwie auch immer und jeder kleinste Vorschlag zur Ablaufoptimierung wird besprochen und gegebenenfalls sofort umgesetzt. Das hat Toyota an die Spitze gebracht in den 80ger Jahren und ist nach meiner eigenen Erfahrung eine powervolle Methode, die Intelligenz und Kreativität der Mitarbeiter zu wecken und in einen Prozeß ständiger Optimierung zu kommen.
Hurra, wir verbessern jetzt die Republik!
Schönen Abend miteinander
Zimtziege
Tiguar
Commodore
- Registriert
- Feb. 2002
- Beiträge
- 4.815
Hallo!
Tja, Fairy, Dein Unbehagen hinsichtlich der Entwicklung dieses Threads kann ich nachvollziehen. Für mich ging das - überspitzt gesagt - ziemlich stark in die Richtung, alles ist schlecht, und die Beamten sind schuld. Das ist natürlich ziemlich vereinfachend und wird der Sache nicht gerecht. Trotzdem denke ich, daß dieses Thema viel zu interessant und auch zu wichtig ist, um es jetzt an dieser Stelle einschlafen zu lassen.
Vielleicht kann ich ja einen Beitrag leisten, daß das nicht passiert, und fange daher mal mit ein paar persönlichen Erfahrungen an.
Mein Vater war Lehrer, hat sich jetzt vor einiger Zeit vorzeitig pensionieren lassen. Er hatte halt die Gelegenheit dazu, und ganz ehrlich, wär hätte diese Gelegenheit dann nicht wahrgenommen? Mein Vater ist allerdings als beamteter Lehrer an einer Hauptschule jemand gewesen, der nicht in der Hängematte des Beamtentums lag, sondern den Beamtenstatus dankbar mitgenommen und trotzdem ziemlich rangeklotzt hat. Aber gerade dieses Ranklotzen war das Problem, denn seitens der Schulleitung und auch der Schulbehörden wurde es nicht gern gesehen, problematischen Schülern ihre Probleme auch aufzuzeigen, das war ja schlecht für die Statistik. Also gab es beständigen Druck, schlechte Schüler nicht zu fördern, sondern Ihnen mit Gefälligkeitsnoten ein glatte Schullaufbahn zu ermöglichen und sie dann mit brauchbaren Noten, aber völlig unvorbereitet nach 10 Schuljahren auf das wirkliche Leben loszulassen. Einwände meines Vaters, das die Schüler damit nicht in der Lage sind, z.B. eine Lehrstelle anzutreten, wurden mit der Aussage weggewischt, die Firmen müßten dann halt ihre Ansprüche senken ...
Vor einigen Jahren war ich mal für einige Monate in einem Landesministerium hier in NRW tätig. D.h., ich war da, gearbeitet habe ich ziemlich genau eine Woche, insgesamt. Den Rest der Zeit habe ich vertrödelt, Zeitung gelesen, blau gemacht, was auch immer. Der einzige Grund für meine Anwesenheit war der, daß mein Vorgesetzter seine Gruppenstärke halten mußte, an der sich auch seine Besoldung mißt. Ich wurde nicht mal eingearbeitet, da ich nur befristet da war, und ich könnte ja etwas mitbekommen, was ich dann nach außen trage ...
Gemeinsamer Nenner beider Geschichten: Unter dem Schutzmantel des Beamtentums hat sich jeweils eine irreale Scheinwelt herausgebildet. Und hier sollte man ansetzen, durch mehr Fluktuation vielleicht Berufsblindheit vermeiden, und an Beamte die gleichen Maßstäbe anlegen wie an den Rest der arbeitenden Bevölkerung.
Die Leistung eines Lehrers evtl. nicht an den willkürlich verliehenen Noten messen, sondern am Erfolg der Schüler in der anschließenden Berufsausbildung.
Ein Patentrezept habe ich leider nicht, aber das Beamtentum fördert durch hohe Einstiegshürden und dann die Sicherheit, nicht wieder aus dem System herausfliegen zu können, diese Inseln des Schwachsinns.
Viele Grüße, Tiguar
Tja, Fairy, Dein Unbehagen hinsichtlich der Entwicklung dieses Threads kann ich nachvollziehen. Für mich ging das - überspitzt gesagt - ziemlich stark in die Richtung, alles ist schlecht, und die Beamten sind schuld. Das ist natürlich ziemlich vereinfachend und wird der Sache nicht gerecht. Trotzdem denke ich, daß dieses Thema viel zu interessant und auch zu wichtig ist, um es jetzt an dieser Stelle einschlafen zu lassen.
Vielleicht kann ich ja einen Beitrag leisten, daß das nicht passiert, und fange daher mal mit ein paar persönlichen Erfahrungen an.
Mein Vater war Lehrer, hat sich jetzt vor einiger Zeit vorzeitig pensionieren lassen. Er hatte halt die Gelegenheit dazu, und ganz ehrlich, wär hätte diese Gelegenheit dann nicht wahrgenommen? Mein Vater ist allerdings als beamteter Lehrer an einer Hauptschule jemand gewesen, der nicht in der Hängematte des Beamtentums lag, sondern den Beamtenstatus dankbar mitgenommen und trotzdem ziemlich rangeklotzt hat. Aber gerade dieses Ranklotzen war das Problem, denn seitens der Schulleitung und auch der Schulbehörden wurde es nicht gern gesehen, problematischen Schülern ihre Probleme auch aufzuzeigen, das war ja schlecht für die Statistik. Also gab es beständigen Druck, schlechte Schüler nicht zu fördern, sondern Ihnen mit Gefälligkeitsnoten ein glatte Schullaufbahn zu ermöglichen und sie dann mit brauchbaren Noten, aber völlig unvorbereitet nach 10 Schuljahren auf das wirkliche Leben loszulassen. Einwände meines Vaters, das die Schüler damit nicht in der Lage sind, z.B. eine Lehrstelle anzutreten, wurden mit der Aussage weggewischt, die Firmen müßten dann halt ihre Ansprüche senken ...
Vor einigen Jahren war ich mal für einige Monate in einem Landesministerium hier in NRW tätig. D.h., ich war da, gearbeitet habe ich ziemlich genau eine Woche, insgesamt. Den Rest der Zeit habe ich vertrödelt, Zeitung gelesen, blau gemacht, was auch immer. Der einzige Grund für meine Anwesenheit war der, daß mein Vorgesetzter seine Gruppenstärke halten mußte, an der sich auch seine Besoldung mißt. Ich wurde nicht mal eingearbeitet, da ich nur befristet da war, und ich könnte ja etwas mitbekommen, was ich dann nach außen trage ...
Gemeinsamer Nenner beider Geschichten: Unter dem Schutzmantel des Beamtentums hat sich jeweils eine irreale Scheinwelt herausgebildet. Und hier sollte man ansetzen, durch mehr Fluktuation vielleicht Berufsblindheit vermeiden, und an Beamte die gleichen Maßstäbe anlegen wie an den Rest der arbeitenden Bevölkerung.
Die Leistung eines Lehrers evtl. nicht an den willkürlich verliehenen Noten messen, sondern am Erfolg der Schüler in der anschließenden Berufsausbildung.
Ein Patentrezept habe ich leider nicht, aber das Beamtentum fördert durch hohe Einstiegshürden und dann die Sicherheit, nicht wieder aus dem System herausfliegen zu können, diese Inseln des Schwachsinns.
Viele Grüße, Tiguar
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- Nov. 2001
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- 2.345
moin @Tiguar
Tja, dein Post beweist mir mal wieder, das, das System des Beamtentums uneffektiv ist. Natuerlich glaube ich, das dein Vater, sowie auch viele andere Beamte, versuchen einen guten Job zu machen, aber wie man bei deinem Vater sieht, bleibt es in diesem System beim Versuch. Das meinte ich ja mit, ein Staat im Staat, Sie leben in Ihrer eigenen Welt und machen Ihre eigenen Regeln, fern ab von dem, was fuer das Volk erforderlich waere. Das natuerlich jeder das Beamtensein erstrebenswert findet und auch die Privilegien gern in Anspruch nimmt, ist nur rein menschlich, ich wuerde es vielleicht auch tun, Ausserdem ist es ja so, das jemand, der gern Lehrer ist, sich ja auch kaum dagegen wehren kann, verbeamtet zu werden. Aber wie frustrierend muss es fuer einen WIRKLICHEN Lehrer sein, sich in dieses Beamtensystem einzufuegen und sich selbst zu verleugnen, schlimm ist das.
Ich habe auch noch eine kleine Anekdote.
Im zuge der Weiterbildung, waren wir 4 Wochen in einem Bahnwerk, wie ich dort ankam , dachte ich, ich bin in der Steinzeit.Das war Anfang 2000. Die saßen da vor Graumonitoren,die Rechner waren 486 DX 40, ueberall die allseits beliebten Stempel. Zu diesem Zeitpunkt, wurde eine Hardwareupdate vorgenommen, gut das ich da war, so konnte ich das Chaos miterleben. Die Rechner und Drucker wurden angeliefert und standen erstmal in einer Ecke, jeder bestaunte Sie.Leider mussten Sie erstwarten, bis jemand aus Leipzig oder Frankfurt vorbeikam um die Sachen anzuschliessen, das dauerte etwa 2 Wochen. Gut, dann kamen da zwei Leute, die bauten die Rechner auf und vernetzten alles, prima. Nun bekam jeder eine LehrCD in die Hand gedrueckt und konnte sich mit W2k und der neuen Steuerungssoftware auseinander setzen, das nenne ich einarbeiten.Jetzt gab es die ersten Probleme, in dem Hauptbuero waren zwei Schreibtische, an dem Einen saß eine normaler Arbeiter der Bahn, Alter 50, an dem anderen ein Beamter, Alter 40. Der normale Angestellte, kniete sich sofort in die Arbeit um mit dem neuen System zurechtzukommen, der Beamte, das ist kein Witz, saß da, verschraenke die Arme und sagte, solange ich nicht eine Einweisung bekomme, arbeite ich weiter mit dem alten Graumonitor und der alten Software, die kenn ich. Nagut, weiter geht es, auf einmal streikte das ganze System, nix ging mehr, sofort erlahmte jede Bewegung, alle standen ratlos rum, was machen wir nun, sofort wurden Buecher gewaelzt, wer denn nun helfen kann, ein rege 4 Stunden dauernde Diskussion begann, dazu wurde Kaffee und Gebaeck gereicht. Nach einiger Zeit, kam man uberein, das man in Frankfurt anrufen koennte, obwohl man sich da nicht einig war, einige meinten, man gebe sich dadurch eine Bloesse. Zufaellig war ich ja da um was dazuzulernen. Ich sagte, macht mal Platz, schaun wir mal. Was soll ich euch sagen, die Super Xerox Drucker hatten kein Papier, jeder hatte da Druckauftraege abgeschickt und der Spooler war voll und das System hatte sich verabschiedet
Naja, Ihr koennte Euch denken, das habe ich schnell erledigt und alles lief wieder. Seitdem, war ich der Held da
Aber ! seit diesem Zeitpunkt kam ich nicht mehr dazu etwas zu lernen, was auch
das musste sich im ganzem Werk rumgesprchen haben, jedenfalls kamen dauernd Anfragen, ob ich nicht mal vorbeikommen koennte, da laeuft was nicht. Ich bekam einen schicken weissen Dienstwagen, mit rotem DB drauf und machte mich auf, der Problemloeser Nummero 1 zu werden. Mein Arbeitgeber, war auch mit einverstanden, da das ja auch irgendwie was mit Weiterbildung zu tun hatte, zwar nicht fuer mich, aber fuer die Bahn
Im Lagerwesen fuehrte ich ueberhaupt erstmal Computer ein, nachdem ich erstmal immense Aufklaerungsarbeit leisten musste um die Beamten dort zu ueberzeugen, das ein PC doch wesentlich schneller ist, als mit Hand 1000ende Formulare abzustempeln. Das brachte mir natuerlich nicht nur Freunde, den viele der fleissigen Beamtlein bangten nun um Ihren ruhigen Job, aber es war fuer Sie ja kein Problem, es wurden einfach die Pausen verlaengert, somit wurde die, durch den PC eingesparte Zeit, sinnvoll genutzt
Der Beste war der Leiter des Werkes, als ich zu Ihm zitiert wurde und Bericht erstattete und per Kalkulation bewies, das er durch meinen Einsatz ein mehr an freien Kapazitaeten hatte, wiegte Er bedenklich seinen Kopf, gut und schoen sagte Er, machen Sie was Sie wollen, nur will ich hier keinen Aerger, ich moechte hier keinen Vorgang auf meinem Tisch, sonst muss ich das erst mit meiner Vorgesetzten Behoerde klaeren und da hab ich keine Lust zu. Ich entschuldigte mich, das ich seinen Betrieb effektiv und fortschrittlich gemacht hatte und verwies auch auf die immense Ersparnisse in Stempelkissen und Stempeln, wodurch Geld frei wurde,um weitere Modernisierungen durchzufuehren.wurde. Das war aber auch nicht gut von mir, mehr Geld zu haben, bedeutete auch, das Geld zu verwalten, wie das nun vor sich gehen sollte, wusste auch keiner, so das man erst Ruecksprache mit dem Abteilungsleiter des Hauptwerkes nehmen musste.Der wiederum sagte, er habe auch keine Ahnung, was man mit dem erwirtschaften Geld machen koennte, sowas hatte man noch nicht.So ging das nun eine Woche, bis man sich darauf einigen konnte, das Geld zum ausbessern der Bueroraeume zu nutzen.Ich machte den Vorschlag, Schreibtische anzuschaffen, die so angeordnet werden konnten, das, das Tageslicht nicht auf die Monitore viel, warum das nicht gut ist, musste ich erst in einer Sitzung erlaeutern, desweiteren, plaedierte ich auch fuer bequemere Computersitzgelegenheiten, dieser Vorschlag wurde auch sofort mit Begeisterung aufgenommen und umgesetzt
ohne extra nochmal eine Sitzung anzuberaumen.
Naja, dann war meine Zeit des lernens um, das einzigste was ich dort dann gelernt habe, war, nichts ist so anstrengend und uneffektiv, wie das Beamtensystem. Mit den Nerven am Ende ging ich dann in Urlaub, mit dem guten Gefuehl, die Bahn modernisiert zu haben. Und wenn Sie nicht gestorben sind, dann stempeln Sie noch heute
MfG Fairy
Tja, dein Post beweist mir mal wieder, das, das System des Beamtentums uneffektiv ist. Natuerlich glaube ich, das dein Vater, sowie auch viele andere Beamte, versuchen einen guten Job zu machen, aber wie man bei deinem Vater sieht, bleibt es in diesem System beim Versuch. Das meinte ich ja mit, ein Staat im Staat, Sie leben in Ihrer eigenen Welt und machen Ihre eigenen Regeln, fern ab von dem, was fuer das Volk erforderlich waere. Das natuerlich jeder das Beamtensein erstrebenswert findet und auch die Privilegien gern in Anspruch nimmt, ist nur rein menschlich, ich wuerde es vielleicht auch tun, Ausserdem ist es ja so, das jemand, der gern Lehrer ist, sich ja auch kaum dagegen wehren kann, verbeamtet zu werden. Aber wie frustrierend muss es fuer einen WIRKLICHEN Lehrer sein, sich in dieses Beamtensystem einzufuegen und sich selbst zu verleugnen, schlimm ist das.
Ich habe auch noch eine kleine Anekdote.
Im zuge der Weiterbildung, waren wir 4 Wochen in einem Bahnwerk, wie ich dort ankam , dachte ich, ich bin in der Steinzeit.Das war Anfang 2000. Die saßen da vor Graumonitoren,die Rechner waren 486 DX 40, ueberall die allseits beliebten Stempel. Zu diesem Zeitpunkt, wurde eine Hardwareupdate vorgenommen, gut das ich da war, so konnte ich das Chaos miterleben. Die Rechner und Drucker wurden angeliefert und standen erstmal in einer Ecke, jeder bestaunte Sie.Leider mussten Sie erstwarten, bis jemand aus Leipzig oder Frankfurt vorbeikam um die Sachen anzuschliessen, das dauerte etwa 2 Wochen. Gut, dann kamen da zwei Leute, die bauten die Rechner auf und vernetzten alles, prima. Nun bekam jeder eine LehrCD in die Hand gedrueckt und konnte sich mit W2k und der neuen Steuerungssoftware auseinander setzen, das nenne ich einarbeiten.Jetzt gab es die ersten Probleme, in dem Hauptbuero waren zwei Schreibtische, an dem Einen saß eine normaler Arbeiter der Bahn, Alter 50, an dem anderen ein Beamter, Alter 40. Der normale Angestellte, kniete sich sofort in die Arbeit um mit dem neuen System zurechtzukommen, der Beamte, das ist kein Witz, saß da, verschraenke die Arme und sagte, solange ich nicht eine Einweisung bekomme, arbeite ich weiter mit dem alten Graumonitor und der alten Software, die kenn ich. Nagut, weiter geht es, auf einmal streikte das ganze System, nix ging mehr, sofort erlahmte jede Bewegung, alle standen ratlos rum, was machen wir nun, sofort wurden Buecher gewaelzt, wer denn nun helfen kann, ein rege 4 Stunden dauernde Diskussion begann, dazu wurde Kaffee und Gebaeck gereicht. Nach einiger Zeit, kam man uberein, das man in Frankfurt anrufen koennte, obwohl man sich da nicht einig war, einige meinten, man gebe sich dadurch eine Bloesse. Zufaellig war ich ja da um was dazuzulernen. Ich sagte, macht mal Platz, schaun wir mal. Was soll ich euch sagen, die Super Xerox Drucker hatten kein Papier, jeder hatte da Druckauftraege abgeschickt und der Spooler war voll und das System hatte sich verabschiedet
Naja, dann war meine Zeit des lernens um, das einzigste was ich dort dann gelernt habe, war, nichts ist so anstrengend und uneffektiv, wie das Beamtensystem. Mit den Nerven am Ende ging ich dann in Urlaub, mit dem guten Gefuehl, die Bahn modernisiert zu haben. Und wenn Sie nicht gestorben sind, dann stempeln Sie noch heute
MfG Fairy
Modernisierung
Diese letzte Geschichte übertrifft alles, was ich bisher vernommen habe.
Somit kommt jetzt mein 4. Vorschlag:
die Einführung der Kaufmännischen Buchführung und die Ausstattung von Dienststellen mit Etats, die sie eigenverantwortlich zu managen haben - auf Deutsch: Ende der
Kameralistik.
In den Schulen wird dieser Ansatz bereits vorsichtig erprobt.
Ich denke, darüber liesse sich diskutieren.
Zimtziege
Diese letzte Geschichte übertrifft alles, was ich bisher vernommen habe.
Somit kommt jetzt mein 4. Vorschlag:
die Einführung der Kaufmännischen Buchführung und die Ausstattung von Dienststellen mit Etats, die sie eigenverantwortlich zu managen haben - auf Deutsch: Ende der
Kameralistik.
In den Schulen wird dieser Ansatz bereits vorsichtig erprobt.
Ich denke, darüber liesse sich diskutieren.
Zimtziege
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Re: Modernisierung
moin Zimtziege
Soweit ich weiss, gibts eigentlich bei Behoerden die einfache Form der Einnahmen- und Ausgaben-Buchhaltung , also Kameralistik, nicht mehr, aber korrigiere mich wenn ich da falsch liege. Ansonsten bin ich mit deinen Vorschlaegen sehr einverstanden, NUR glaube ich nicht, das die bei unseren Oberen gehoer finden, das bedeutet ja Mehrarbeit, Denken und Organisieren, oweh, sowas willst Du denen zumuten
Schoenen Muttertag noch, Fairy
Original erstellt von Zimtziege
Somit kommt jetzt mein 4. Vorschlag:
die Einführung der Kaufmännischen Buchführung und die Ausstattung von Dienststellen mit Etats, die sie eigenverantwortlich zu managen haben - auf Deutsch: Ende der
Kameralistik.
moin Zimtziege
Soweit ich weiss, gibts eigentlich bei Behoerden die einfache Form der Einnahmen- und Ausgaben-Buchhaltung , also Kameralistik, nicht mehr, aber korrigiere mich wenn ich da falsch liege. Ansonsten bin ich mit deinen Vorschlaegen sehr einverstanden, NUR glaube ich nicht, das die bei unseren Oberen gehoer finden, das bedeutet ja Mehrarbeit, Denken und Organisieren, oweh, sowas willst Du denen zumuten
Schoenen Muttertag noch, Fairy
Tiguar
Commodore
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Moin!
In NRW wird nach meinem Kenntnisstand in der Landesverwaltung weiterhin kameralistisch gebucht, wie das in anderen Bundesländern aussieht, weiß ich nicht.
Aber aus dem gesagten ergibt sich noch ein weiterer Vorschlag: Abschaffung des Verschwendung fördernden Budgetsystems, das die Behörden zwingt, ihre Haushaltsansätze im laufenden Jahr zu verbraten, sofern sie im nächsten Jahr keine Kürzung hinnehmen wollen.
@Fairy: Bei meinem Ausflug in die Beamtenwelt war der durchschnittliche Arbeitsplatz mit einem Wählscheibentelefon ausgerüstet - mitsamt Schloß in der Null, um nicht nach extern telefonieren zu können. Welcome to the 50ties! Ich dachte echt, bin ich jetzt im Zoo oder was ...
Bis später, Tiguar
In NRW wird nach meinem Kenntnisstand in der Landesverwaltung weiterhin kameralistisch gebucht, wie das in anderen Bundesländern aussieht, weiß ich nicht.
Aber aus dem gesagten ergibt sich noch ein weiterer Vorschlag: Abschaffung des Verschwendung fördernden Budgetsystems, das die Behörden zwingt, ihre Haushaltsansätze im laufenden Jahr zu verbraten, sofern sie im nächsten Jahr keine Kürzung hinnehmen wollen.
@Fairy: Bei meinem Ausflug in die Beamtenwelt war der durchschnittliche Arbeitsplatz mit einem Wählscheibentelefon ausgerüstet - mitsamt Schloß in der Null, um nicht nach extern telefonieren zu können. Welcome to the 50ties! Ich dachte echt, bin ich jetzt im Zoo oder was ...
Bis später, Tiguar
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Original erstellt von Tiguar
@Fairy: Bei meinem Ausflug in die Beamtenwelt war der durchschnittliche Arbeitsplatz mit einem Wählscheibentelefon ausgerüstet - mitsamt Schloß in der Null, um nicht nach extern telefonieren zu können. Welcome to the 50ties! Ich dachte echt, bin ich jetzt im Zoo oder was ...
das hat doch was, back to the roots
zum Vorschlag, abschaffen des Budget Systems, klar JA.
MfG Fairy
Kommunikation am Arbeitsplatz
Zuerst mal: danke, Fairy, für die Glückwünsche! Da merke ich richtig, daß ich auch ein sentimentaler Heuler sein kann....
Zur Kameralistik:
In Hessen existiert das System noch und wird erst mal als Feldversuch in ausgesuchten Stadtverwaltungen umgestellt. Auch unsere Kreisverwaltung hat gerade Leute zur Fortbildung delegiert, die das neue Wissen erlernen und später umsetzten sollen.
Diese Budgetierung ist ein Unding, weil sie ja geradezu dazu auffordert, Geld aus dem Fenster zu schmeissen...
Zur Kommunikation am Arbeitsplatz:
Wählscheibentelefone sond ja nicht per se schlecht, bloß weil es heute Geräte mit Mehrfachfunktionen gibt, so denke ich darüber.
Ein nicht zu unterschätzendes Problem ist übrigens die Pflege privater Kontakte vom Arbeitsplatz aus. Arbeitsrechtlich im normalen Berufsleben hätte es erhebliche Konsequenzen, wenn jemand über die Maßen die Komm.-Struktur seines Arbeitgebers nutzt.
Dazu verfolge ich gerade eine sehr aufschlußreiche Artikelserie unsers Arbeitsgerichtspräsidenten. Sein Fazit: Arbeitnehmer unterschätzen völlig die Tragweite ihrer "Verfehlungen". Es ist schlichtweg verboten, "nach Hause zu telefonieren" - es sei denn, im Arbeitsvertrag wurden entsprechende Regelungen getroffen....
DIese Thema leitet über zu Verschwendung und Unterschleif im Allgemeinen. So wie ich es beobachtet hatte, warten die kostenlosen fotokopien aus den Amts- und Schulstuben der Republik anfangs der 8oger-Jahre ein Auftakt zur Vorteilsnahme.
Das finde ich dermaßen eklig, daß ich nicht hinschauen möchte -
jedenfalls gerade jetzt nicht.
Tschüß...
Zuerst mal: danke, Fairy, für die Glückwünsche! Da merke ich richtig, daß ich auch ein sentimentaler Heuler sein kann....
Zur Kameralistik:
In Hessen existiert das System noch und wird erst mal als Feldversuch in ausgesuchten Stadtverwaltungen umgestellt. Auch unsere Kreisverwaltung hat gerade Leute zur Fortbildung delegiert, die das neue Wissen erlernen und später umsetzten sollen.
Diese Budgetierung ist ein Unding, weil sie ja geradezu dazu auffordert, Geld aus dem Fenster zu schmeissen...
Zur Kommunikation am Arbeitsplatz:
Wählscheibentelefone sond ja nicht per se schlecht, bloß weil es heute Geräte mit Mehrfachfunktionen gibt, so denke ich darüber.
Ein nicht zu unterschätzendes Problem ist übrigens die Pflege privater Kontakte vom Arbeitsplatz aus. Arbeitsrechtlich im normalen Berufsleben hätte es erhebliche Konsequenzen, wenn jemand über die Maßen die Komm.-Struktur seines Arbeitgebers nutzt.
Dazu verfolge ich gerade eine sehr aufschlußreiche Artikelserie unsers Arbeitsgerichtspräsidenten. Sein Fazit: Arbeitnehmer unterschätzen völlig die Tragweite ihrer "Verfehlungen". Es ist schlichtweg verboten, "nach Hause zu telefonieren" - es sei denn, im Arbeitsvertrag wurden entsprechende Regelungen getroffen....
DIese Thema leitet über zu Verschwendung und Unterschleif im Allgemeinen. So wie ich es beobachtet hatte, warten die kostenlosen fotokopien aus den Amts- und Schulstuben der Republik anfangs der 8oger-Jahre ein Auftakt zur Vorteilsnahme.
Das finde ich dermaßen eklig, daß ich nicht hinschauen möchte -
jedenfalls gerade jetzt nicht.
Tschüß...
Tiguar
Commodore
- Registriert
- Feb. 2002
- Beiträge
- 4.815
Hallo Zimtziege!
Schon klar, wenigstens gab´s schon Telefone, und es wurde nicht mehr getrommelt. Und durch das Schloß in der Null konnten die Beamten nicht nur nicht nach Hause telefonieren, sie konnten halt überhaupt nicht nach draußen telefonieren.
Aber wen verwalten die denn? Lediglich sich selbst? Stimmt, dann macht das wenigstens Sinn ...
Ciao, Tiguar
Schon klar, wenigstens gab´s schon Telefone, und es wurde nicht mehr getrommelt. Und durch das Schloß in der Null konnten die Beamten nicht nur nicht nach Hause telefonieren, sie konnten halt überhaupt nicht nach draußen telefonieren.
Aber wen verwalten die denn? Lediglich sich selbst? Stimmt, dann macht das wenigstens Sinn ...
Ciao, Tiguar
Zuletzt bearbeitet:
Absurdistan
Das hat was, Tiguar!
Alle diese Beispiele sind wie aus einer Kafka-Geschichte.
Telefon mit Schloß sind ja auch köstlich. Es kann ja nicht überall zugehen wie in einer Autobahnraststätte, nicht wahr, junger Mann?
Stellt euch vor, es geht effizient und keiner weiß, wie....
Das hat was, Tiguar!
Alle diese Beispiele sind wie aus einer Kafka-Geschichte.
Telefon mit Schloß sind ja auch köstlich. Es kann ja nicht überall zugehen wie in einer Autobahnraststätte, nicht wahr, junger Mann?
Stellt euch vor, es geht effizient und keiner weiß, wie....
Motorsense
Lt. Junior Grade
- Registriert
- Juni 2001
- Beiträge
- 509
Also mein fadder is Arzt!!
Der macht zwar mehr, kann aber auch mehr absetzen
!
Ich habs da nich so gut
Der macht zwar mehr, kann aber auch mehr absetzen
Ich habs da nich so gut
- Registriert
- Nov. 2001
- Beiträge
- 2.345
Wieder mal eine Meldung, die mich zum kochen brachte...
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15. Mai 2002
Hajo Hoffmann wegen Untreue verurteilt
25.000 Euro Geldstrafe - Müller fordert Rücktritt
Das Amtsgericht Saarbrücken hat den Saarbrücker Oberbürgermeister Hajo Hoffmann (SPD) wegen Untreue verurteilt. Das Gericht sprach Hoffmann am Mittwoch in zwei der insgesamt drei Anklagepunkte schuldig und verhängte eine Geldstrafe von 200 Tagessätze zu 125 Euro gegen den Politiker, das sind insgesamt 25.000 Euro. In dem Prozess ging es um Bauleistungen an Hoffmanns Privathaus im Wert von rund 29.000 Euro, die über städtische Gesellschaften abgerechnet wurden. Die Richterin betonte, Hoffmann habe vorsätzlich gehandelt. Der OB habe von Anfang an gewusst, dass er für die fraglichen Leistungen keine Rechnung bekommen werde. Zeugenaussagen hätten dies glaubwürdig belegt, hieß es in der Urteilsbegründung. Erlangt der Richterspruch Rechtskraft, gilt Hoffmann als vorbestraft.
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe von insgesamt 33 750 Euro gefordert. Sie sah Hoffmann als Teil eines "korrupten Systems" in der Landeshauptstadt.
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Ist es denn zu fassen, da wird der Typ schuldig gesprochen, und hat noch einen Reibach von 4000 € gemacht. Das allerdreisteste ist aber, das Er keine Veranlassung sieht, seinen Platz als Buergermeister zu raeumen. WARUM wird da nicht mal endlich durchgegriffen, der Kerl muss sich doch totlachen ueber dieses Urteil.
Aber es beweist mir einmal mehr, das dieser Beamtenfilz ausgerottet gehoert. Beamte MUESSEN abgeschafft werden, jeder Verfehlung der NOCH Beamten muss mit sofortigem Verlust aller Pensionsansprueche und sofortiger Entlassung aus dem Beamtendasein geahndet werden. Wer hier noch sagt, wir brauchen Beamte, ist entweder selbst Einer oder laeuft blind durch die Gegend, so kann das nicht weiter gehen. Entschuldigt bitte meine Erregung, aber sowas ist doch zum kotzen.
MfG Fairy
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15. Mai 2002
Hajo Hoffmann wegen Untreue verurteilt
25.000 Euro Geldstrafe - Müller fordert Rücktritt
Das Amtsgericht Saarbrücken hat den Saarbrücker Oberbürgermeister Hajo Hoffmann (SPD) wegen Untreue verurteilt. Das Gericht sprach Hoffmann am Mittwoch in zwei der insgesamt drei Anklagepunkte schuldig und verhängte eine Geldstrafe von 200 Tagessätze zu 125 Euro gegen den Politiker, das sind insgesamt 25.000 Euro. In dem Prozess ging es um Bauleistungen an Hoffmanns Privathaus im Wert von rund 29.000 Euro, die über städtische Gesellschaften abgerechnet wurden. Die Richterin betonte, Hoffmann habe vorsätzlich gehandelt. Der OB habe von Anfang an gewusst, dass er für die fraglichen Leistungen keine Rechnung bekommen werde. Zeugenaussagen hätten dies glaubwürdig belegt, hieß es in der Urteilsbegründung. Erlangt der Richterspruch Rechtskraft, gilt Hoffmann als vorbestraft.
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe von insgesamt 33 750 Euro gefordert. Sie sah Hoffmann als Teil eines "korrupten Systems" in der Landeshauptstadt.
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Ist es denn zu fassen, da wird der Typ schuldig gesprochen, und hat noch einen Reibach von 4000 € gemacht. Das allerdreisteste ist aber, das Er keine Veranlassung sieht, seinen Platz als Buergermeister zu raeumen. WARUM wird da nicht mal endlich durchgegriffen, der Kerl muss sich doch totlachen ueber dieses Urteil.
Aber es beweist mir einmal mehr, das dieser Beamtenfilz ausgerottet gehoert. Beamte MUESSEN abgeschafft werden, jeder Verfehlung der NOCH Beamten muss mit sofortigem Verlust aller Pensionsansprueche und sofortiger Entlassung aus dem Beamtendasein geahndet werden. Wer hier noch sagt, wir brauchen Beamte, ist entweder selbst Einer oder laeuft blind durch die Gegend, so kann das nicht weiter gehen. Entschuldigt bitte meine Erregung, aber sowas ist doch zum kotzen.
MfG Fairy
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