Tiguar
Commodore
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- Feb. 2002
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Original erstellt von Fairy
Damit meine ich die Gesundheitsversorung.
Alles klar, alles andere hätte mich auch gewundert!
Original erstellt von Fairy
Jetzt wird gekaempft um Jugendlichen das rauchen abzugewoehnen, is ja super, wer hat das rauchen auf dem Schulhof erst hoffaehig gemacht ? war das noetig sowas einzufuehren ?
Schlechtes Beispiel, finde ich. Ich jedenfalls habe nicht mit dem Rauchen angefangen, weil es eine Raucherecke auf dem Schulhof gab, und habe damit nicht aufgehört, weil sie dann mitten in meiner Oberstufenzeit abgeschafft wurde.
Insgesamt stimme ich Dir aber zu, Vorbeugung ist besser als Nachsorge, und sicherlich auch kostengünstiger.
Original erstellt von Zimtziege
Ein System ist immer nur so gut und leistungsfähig, wie die schwächsten seiner Teilnehmer es sind. Vielleicht ist es das was Tiguar mit der Vollkaskomentalität der Leistungsnehmer meint?
Nö, das meinte ich eigentlich nicht, obwohl da natürlich auch etwas dran ist. Was ich meinte, ist folgendes, mit zwei Aspekten:
1) Sehr viele Menschen haben gar nichts dagegen, daß nahezu jeder Aspekt des täglichen Lebens durch Gesetze, Verordnungen, Erlasse etc. reglementiert wird. Das bedingt natürlich den entsprechenden Regulierungs-Wasserkopf, sprich Bürokratie. Warum ist das so? Weil es letztlich einfacher ist, als sich selbst zwischen möglichen Handlungsalternativen entscheiden zu müssen.
Siehe oben: Für mich wäre es doch viel einfacher, die Schuld für den Beginn meiner Raucherkarriere bei meiner Schule zu suchen, als zuzugeben, daß ich für diesen Mist selbst verantwortlich bin.
2) Der zweite Aspekt geht in das geschilderte Anspruchsdenken, hat aber auch wieder was mit Aspekt 1 zu tun. Ein Beispiel: Ein damaliger Bekannter von mir ist mal beim Einparken völlig blödsinnig gegen einen Pömpel gebrettert, nur weil er einen auf "Joe Cool" gemacht hatte. Aber: "Macht ja nix, habe ja ´ne Vollkasko!" Was hier noch o.K. ist, da er seinen Schaden wegen der Rückstufung bei den Schadensfreiheitsbeträgen letztlich doch selber löhnt, wäre aber bei einer Zwangs- oder Solidarversicherung nicht mehr in Ordnung.
Die ganze Bande der Absahner, Abräumer und Nassauer, die sich den ganzen Leistungskatalog reinziehen, ohne auch nur den Hauch eines schlechten Gewissens zu haben ("Da zahle ich Beiträge für, also steht mir das auch zu!"), muß ja schließlich per Umlage von allen mitfinanziert werden.
Wenn ein System den Anteil der Eigenverantwortung somit auf ein Maß runterdrückt, das eigentlich nur die Wahl zwischen Einzahler oder Schmarotzer übrig bleibt, dann stimmt doch etwas nicht. Abgesehen davon, daß es ein bequemes System ist, und die Wahl eigentlich auch wieder egal ist, denn wer nicht schmarotzt, wird eh für bescheuert gehalten, und wer es tut, na ja, ist halt ein Nassauer, was soll´s.
Das ist das, was ich mit Vollkasko-Mentalität meinte. Man könnte es auch als soziale Hängematte bezeichnen. So lange wir alle davon nicht weg kommen, werden wir uns auch von den damit verbundenen Strukturen nicht trennen können.
Schönen Sonntag, Tiguar