Deutschland und seine Politiker/Beamte- Wie steht ihr dazu?

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
sprachlos

...bin ich auch angesichts der Tatsache, daß die Richterin noch nicht mal darauf hin geurteilt hat, die veruntreuten Steuergelder völlig zurück zu holen.
Langsam frage ich mich ernsthaft, ob bestimmte Berufstätigkeiten im Umkehrschluß die Charaktereigenschaften von Menschen verändern??? Oder muß man schon eine Voreinstellung haben, um lebenslang Beamter werden zu wollen???
Auf jeden Fall entwickeln sich Denk- und Handlungsweisen, die jeden Pommesbudenbesitzer in den Ruin treiben würden, sehr überspitzt formuliert. (Bitte erklärt mir jetzt nicht, daß es auch unter Pommesbudenbesitzern...usw. - ich will darauf hinaus, daß es in Jobs mit integrierter Eigenverantwortung unmöglich ist, zu solchen Hochformen von allgemeinschädlicher Dekadenz aufzulaufen.)
Tschüß!
 
Es faellt mir wirklich immer schwerer, Emotionslos und Sachlich zu bleiben, ob dieser mafioesen Strukturen. Was mich aber noch mehr aufregt, das diese Faelle, davon gibt es sicher tausende, einfach in der Schublade verschwinden. Wo sind da Kontrollgremien ? Der Schreihals Steuerzahlerbund haelt sich dezent aus solchen Sachen raus, obwohl es Steuergelder sind, die Sich diese Beamtenpfeffersaecke einverleiben. Wie kann man es einrichten, das ein Kontrollorgan geschaffen wird, das weder aus Beamten oder angeschlossenen Behoerden besteht. Es muesste in jeder Stadt eine Aufsichtsbehoerde, bestehend aus etwa 3 vereidigten Fachleuten, so wie beim Schoeffengericht, vorhanden sein, deren einzigste Aufgabe darin besteht, Beamte in Ihren Aemtern zu kontrollieren. Genehmigungsverfahren, Baugenehmigungen und Vergabe von Bauauftraegen duerften erst genehmigt werden, nachdem das Gremium die Lauterkeit der Vergabe festgestellt haben. Dieses Gremium, duerfte auch nicht aus drei festgelegten Personen bestehen, sondern wie bei einem Schoeffengericht, willkuerlich gewaelt werden, etwa im Jahresrythmus. Ausser einer Aufwandsentschaedigung in angemessener Hoehe, fuer entgangen Leistungen, (etwa bei einem Berufsttaetigen der Lohn) duerfte keine Bezahlung erfolgen. Der in dem Gremium taetige, muesste eine Freistellung seines Betriebes erhalten und eine Granatie auf seinen Arbeistplatz, so wie beim Schwangerschaftsurlaub. Dieses Gremium muesste uebergeordnete Rechte bekommen, um immer und ueberall, einsicht in saemtliche Behoerdenvorgaenge zu erhalten, ohne um Genehmigung zu fragen. Beamte muessten bei bewiesenen Verfehlungen, mit sofortiger Entlassung aus dem Beamtenstatus zu rechnen haben, desweiteren ein Anspruch auf die Pension entfaellt. Als Ersatz der Pension, wird eine Rente bei Renteneintritt gezahlt, die in etwa dem, eines Normalverdieners entspricht.Desweiteren ein Verbot, jemals noch in einer Politischen Vereinigung taetig zu werden.

Ich weiss, das ist Utopisch, aber so stelle ich es mir vor, alles andere, so wie Selbstkontrolle usw. ist sinnlos.

Ich habe grad gestern einen Bericht aus den USA gesehen, da hat ein Polizeibeamter einen Diebstahl begangen, etwa 3 Monate vor seiner Pensionierung, seine Pension wurde ersatzlos gestrichen, nachdem seine Schuld durch ein Gericht festgestellt wurde.

Jetzt habe ich glaub ich genug Stoff fuer eine weitere Diskussion gegeben ;)

MfG Fairy
 
Neuer Diskussionsstoff

Ja, hast Du, Fairy.
Zu dem Beispiel aus den USA möchte ich anmerken, daß dort ein sehr viel konservativeres Wertesysstem das allgemeine Leben im Alltag bestimmt, als wir durch die Medien, speziell Hollywood, vorgespielt bekommen.
Die Kontrolle von Politik und Verwaltung ist sicher auch deshalb viel engmaschiger als bei uns, weil bei Amerikanern und Engländern die Grundregeln der Demokratie und das Verständnis des Common Sense viel tiefer im Bewußtsein verankert sind.
Das sind zwei mächtige Strömungen.
Bei uns herrschte doch bis vor gar nicht langer Zeit noch der sprichwörtliche Untertanen-Geist, eine Form von Autoritätshörigkeit, und das gepaart mit laxer öffentlicher Moral....
Deine Vorschläge zur besseren Kontrolle knüpfen an der alten Kiste an: strenge Aufsicht alleine stellt sicher, daß eine Regel eingehalten wird - das ist zutiefst autoritär gedacht (ich verwenden den Begriff nicht als Schimpfwort, sondern als Erklärungsversuch.)
Ich bin sicher, daß eine gute Aufsicht und die Androhung von Bestrafung weiterhelfen würden.
Es wäre auch schon gut, wenn eine effiziente undvor allem zeitnahe Offenlegung der Haushalte erfolgte, und die engagierte Bürgerschaft eine Kontrollinstanz einsetzen könnte.
Schrecklich ist es, daß bei uns diese Vergehen keine Konsequenzen habe: das fängt bei den Wiederinstallierten Nazigrößen an und hört beim Saarbrücker Bürgermeister noch lange nicht auf. ich bin auch für Entfernung aus öffentlichen Ämtern!
Aber diese Haltung ist so unpopulär, daß sie schon gleich wieder als rechtspopulistisch abgetan werden könnte.
.
 
Re: Neuer Diskussionsstoff

Original erstellt von Zimtziege
Aufsicht alleine stellt sicher, daß eine Regel eingehalten wird - das ist zutiefst autoritär gedacht

Durchaus richtig, manchmal sind alte Regeln nicht unbedingt schlecht, nur weil Sie alt sind. Wenn das System der Selbstkontrolle versagt, muss das System der Kontrolle her, wie soll es denn anders gehen.



Es wäre auch schon gut, wenn eine effiziente undvor allem zeitnahe Offenlegung der Haushalte erfolgte

Tja, da liegt der Hase ja im Pfeffer, den diejenigen, die, die Verbrechen am Volk (ich nenn das mal so) begehen, sind auch DIE, die fuer die Offenlegung zustaendig sind. ( wie sagt man so schoen, eine Kraehe hackt der anderen kein Auge aus)


das fängt bei den Wiederinstallierten Nazigrößen an.

Naja, das koennen wir langsam vergessen, den von Denen lebt bald wirklich keiner mehr ;)

MfG Fairy
 
wenn Krähen krähen lachen Krähen Krähen aus? .

Die alte Nazisache sollte nur ein Beispiel sein, wie fest verankert dieses Denken sitzt.
Ich hatte weiter oben auch mal für mehr Preussen plädiert, und gemeint war damit ebenfalls eine strikte Dienstauffassung und eine bessere Kontrolle.
Allerdings sehe ich noch nicht, daß sich spürbar was verändert. Nur ganz zaghaft, aber dieser Ruck, den Roman Herzog eingefordert hatte, den sehe ich nicht.
Falls Du ab und zu mal die ZEIT liest: der Unternehmensberater Roland Berger macht gerade Vorschläge zum Umbau Deutschlands. Dort wird auch für mehr Effizienz in der Verwaltung und eine Teilprivatisierung der Infrastruktur plädiert - alleine unter Wettbewerbsgesichtspunkten, versteht sich...
Ob man die fehlende Kontrolle wirklich Bürgergremien übertragen könnte? Runden Tischen? Oder besser die Landesrechnungshöfe personell aufstockt?
Manchmal habe ich auch das Gefühl, außer einigen Leuten die für sich selbst andere Maßstäbe haben regt sich sowieso niemand mehr auf. Es sind einfach zu viele, die auch Nutznießer sind..????
 
Re: wenn Krähen krähen lachen Krähen Krähen aus? .

Original erstellt von Zimtziege
Falls Du ab und zu mal die ZEIT liest

Hab ich leider keine ZEIT fuer (Wortspiel) ;)



der Unternehmensberater Roland Berger macht gerade Vorschläge zum Umbau Deutschlands. Dort wird auch für mehr Effizienz in der Verwaltung und eine Teilprivatisierung der Infrastruktur plädiert - alleine unter Wettbewerbsgesichtspunkten, versteht sich...

Den Mann kenne ich, aber seine Ideen verursachen mir eher Magendruecken. Zur Zeit werden bei uns grad die Krankenhaeuser privatisiert,alleine unter Wettbewerbsgesichtspunkten, versteht sich..ich denke mal, das Es mit einschneidenden Massnahmen fuer Patienten und Angestellte einher geht.Privatisierung ja, aber nich im Gesundheitswesen unter Wettbewerbsgesichtspunkten, aber das ist ein anderes Thema.


Ob man die fehlende Kontrolle wirklich Bürgergremien übertragen könnte? Runden Tischen?

Naja, an Runde Tische aus DDR Zeiten, dachte ich eigentlich eher nicht ;), sondern an eine Institution in der Behoerde, sowas wie die Polizei in der Polizei, die nur dazu da ist, Verfehlungen im Dienst nachzugehen,es gab auch einen Namen dafuer, ist mir leider entfallen.



Oder besser die Landesrechnungshöfe personell aufstockt?

Das nenn ich, den Bock zum Gaertner machen..den der Rechnungshof ist ja wohl die sinnloseste Behoerde die es gibt, da Sie keinerlei Machtbefugnisse besitzt, Sie kann zwar Missstaende anprangern, das wird auch zur Kenntnis genommen, aber damit hat es sich auch.


Es sind einfach zu viele, die auch Nutznießer sind..????

Sicher, in Beamtenkreisen schon, klar, aber ich glaube kaum, das Otto Normalverbraucher in irgendeiner Weise Vorteile davon hat.

MfG Fairy
 
@ Fairy,

Naja, an Runde Tische aus DDR Zeiten, dachte ich eigentlich eher nicht , sondern an eine Institution in der Behoerde, sowas wie die Polizei in der Polizei, die nur dazu da ist, Verfehlungen im Dienst nachzugehen,es gab auch einen Namen dafuer, ist mir leider entfallen.

In HH heißt diese Dienstelle DIE (Dezernat interne Ermittlungen)
Ist für sämtliche Behörden zuständig, selbstverständlich mit Anbindung Polizei.

Gruß

Olly 3052
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: longi
Original erstellt von olly3052
In HH heißt diese Dienstelle DIE (Dezernat interne Ermittlungen)
Ist für sämtliche Behörden zuständig, selbstverständlich mit Anbindung Polizei.

genau, das meinte ich, danke @olly :)

MfG Fairy
 
Neue Meldung

An der vielbefahrenen B252 hat man einen Fluß reguliert, um Hochwasserstände an den flußaufwärts gelegenen Wiesen zu vermeiden.
Nicht beplant war, daß das Wasser sich nicht an den neuen Verlauf, eine eigens gebaggerte Schleife , halten würde. Sie wurde genau am falschen Ufer gebaggert, wo die Kräfte extrem gegen den Hang prallen. Nach und nach frißt sich das Wasser bis an die Straße, reißt alles mit, schwemmt Müll und Dreck an und es entsteht eine Art künstliches Wadi.
Ein privates Planungsbüro, mit Geographen und Ingenieuren, hätte keine Chance mehr nach dieser Fehlleistung. Dazu war die ganze Sache noch riesig aufwändig, 6 Wochen schwerste Baumaschinen auf der Straße am Rummanövrieren, totaler Verkehrsstau, und Matsch ohne Ende im Frühjahr.
Und jezt? Es war die untere Naturschutzbehörde und das Straßenbauamt, man kann nur den Kopf schütteln über so viel Unverstand - früher haben wir in der Schule in Geographie was von Prallhang und von Gleithang gelernt, aber diese Fachleute haben das offensichtlich nicht gewußt.
Das sind jetzt zwar keine Sachargumente gegen das Beamtentum, aber es zeigt, was alles so möglich ist bei uns....
 
Re: Neue Meldung

Original erstellt von Zimtziege
Das sind jetzt zwar keine Sachargumente gegen das Beamtentum, aber es zeigt, was alles so möglich ist bei uns....

Als Gegenargument zum Sinn des Beamtentums, dennoch sehr brauchbar, denn es beweist doch, welche Inkompetenz in den Behoerden vorhanden ist. Auch das ist ein Fall von Steuergeldverschwendung und Umweltzerstoerung, aber aller Wahrscheinlichkeit nach, sitzen die Verantwortlichen wohl immer noch auf Ihren Stammplaetzen, Konsequenzen hat aus dem unfaehigem Handeln, wie immer nur der Buerger zu tragen, die Pfeffersaecke sind aussen vor.

MfG Fairy
 
Ich habe die Debatte die Ganze Zeit verfolgt.
Sehr liebenswert finde ich, wie St. Fairy unermüdlich seinen Kreuzzug führt (;)) und wie ihr euch hier den Ball zuspielt.
Aber ich fürchte, gegen derart zementierte Strukturen kann man nur mit schwerem Gerät vorgehen. Meiner Einschätzung nach ist das Beamtentum nicht zu stürzen (und auch nicht zu kurieren), ohne daß man eine handfeste Revolution anzettelt.
Realistisch ist das auch nicht, hierzulande bekommen ja die meisten Leute den Hintern nicht mal vom Sofa hoch.
Das ist auch ein Grund für die Dreistigkeit mancher Beamten. Echte Opposition gegen die Verwaltungsstrukturen fehlt und das Wenige, was es gibt, wird als neidmotivierte Unzufriedenheit abgetan.
 
Re: Neue Meldung

Original erstellt von Zimtziege
Das sind jetzt zwar keine Sachargumente gegen das Beamtentum, aber es zeigt, was alles so möglich ist bei uns....

Doch, sind sie, und zwar auf der sehr tiefen, grundsätzlichen Ebene des Beamtentums in der heutigen Ausprägung: Der völligen Trennung des eigenen Handelns von der Verantwortung für dieses Handeln.

Ciao, Tiguar
 
Zuletzt bearbeitet:
Original erstellt von Lord Kwuteg
Ich habe die Debatte die Ganze Zeit verfolgt.

Das freut mich aber, dachte schon Zimtziege,Tiguar und meine Wenigkeit sind einsamen Rufer in der Wueste ;)

Sehr liebenswert finde ich, wie St. Fairy unermüdlich seinen Kreuzzug führt (;))

Oje, jetzt hat meine Unheiligkeit sogar noch ein St. verpasst bekommen ;)

Aber ich fürchte, gegen derart zementierte Strukturen kann man nur mit schwerem Gerät vorgehen. Meiner Einschätzung nach ist das Beamtentum nicht zu stürzen (und auch nicht zu kurieren), ohne daß man eine handfeste Revolution anzettelt.

Sehr richtig, deshalb sind wir ja grad dabei, eben SOLCHES Anzuzetteln, da buergt mein Nick fuer Revolutionsqualitaet :D
Ich denke mal, alles faengt klein an, aus Ideen werden manchmal handfeste Plaene, warum den Mut verlieren, ich glaube an den Menschen und das er in der Lage ist, etwas zu veraendern, auch wenns ewig lange dauert. Wenn der Tread nur den Zweck erfuellt, sich seine Wut und Ohnmacht von der Seele zu schreiben,finde ich es schon positiv...

*Am Anfang stand das Chaos*

in diesem Sinne, frohe Pfingsten , St. Fairy ;)
 
Revolution???

guten Tag zusammen!
Revolution in Deutschland - das ist undenkbar!
Ich halte dafür, daß die Veränderungen durch finanzielles Ausbluten zumindest der Kommunen erzwungen werden. Dabei hoffe ich, daß die Versorgung der Bürger und die Demokratisierung der Gesellschaft nicht verschütt gehen.
Beispiele schlankerer Verwaltungen gibt es mit Heidelberg und Freiburg, klingt beides vielversprechend.
Und ich glaube auch, daß die Veränderungen viel schneller kommen werden, als wir hier im Thread vermuten. Schließlich sind diese ganzen Skandale und veröffentlichten Korruptionen ja wie Reinigungsbäder, oder bin ich mal wieder zu sehr Samtziege?
Jedenfalls ist Pfingsten das Fest der Flammenden Rede, die von ALLEN verstanden wird, also in diesem Sinne:
Schöne Pfingsttage, St. Fairy und seine Ritter....
"Ich weiß, daß es nicht so bleiben kann ,wie es ist.
Wie es wird, wenn sich etwas ändert, weiß ich nicht."
nach C. Lichtenberg
 
Re: Revolution???

Original erstellt von Zimtziege
Revolution in Deutschland - das ist undenkbar!

Genau! Dazu müßte man ja den Rasen betreten! :D Frei nach Brecht, glaube ich. Aber das mit der "Samtziege" ist gar nicht schlecht, ich setze da auch eher auf Evolution - bedingt durch die geschilderten Notwendigkeiten wie knappe Kassen und natürlich auch den Unmut der Menschen muß sich schließlich zwangsläufig einiges ändern, auch wenn ich mich jetzt vielleicht als zu optimistisch oute.

Erste zarte positive Ansätze sind jedenfalls vereinzelt schon da. Ganz wichtig aber: der Kreuzzug des St. Fairy darf nicht zum Kreuzzug des St. Florian werden! Wenn sich was ändern soll, wird es nicht zu vermeiden sein, daß es an der einen oder anderen Stelle auch mal kneift und weh tut.

Ich habe das an anderer Stelle schon mal gesagt: Unsere bürokratische Bevormundung ist ja letztendlich auch durch unsere Vollkaskomentalität gefördert worden, oder auch andersrum, egal. Beide gehen jedenfalls Seite an Seite.

Ciao, Tiguar
 
Vollkasko-Mentalität

Hi, alle zusammen!
Als ich über die anstehenden Strukturveränderungen im Gesundheitssystem nachdachte, bin ich zu einer ähnlichen Meinung wie Tiguar (ist übrigens ein süßer Name und KEIN bißchen lächerlich!) gekommen.
Es wird einschneidende Veränderungen geben, und es wird eine gehörige Portion Mut zur eigenen Verantwortung dazu gehören, diese Veränderungen als eine Chance zu begreifen.
Für mich ist das Gesundheitssystem z.B. ein echtes Krankheitssystem, und ich verwende sehr viel Wissen und Bemühen daran, nicht in die sogenannte internistische Falle zu gelangen.
Meine Krankenkassenbeiträge waren ganz enorm hoch, und wer war wegen jedem Zipperlein krank geschrieben und nicht an der Arbeit? Unsere lieben Freunde, die diesem Thread seinen Namen gegeben haben!
Evolutionäres Denken ist nicht schlecht, zumindest versucht man damit den kreativen Dreh zum Besseren zu finden.
Tschüß!
Zimtziege
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Vollkasko-Mentalität

Original erstellt von Zimtziege
Es wird einschneidende Veränderungen geben, und es wird eine gehörige Portion Mut zur eigenen Verantwortung dazu gehören, diese Veränderungen als eine Chance zu begreifen.

Tja, leider ist es nicht nur Mut, der dazu gehoert, sondern auch viel Geld, was bei vielen Menschen, in der heutigen Zeit eben nicht reichlich vorhanden ist. Was ist mit Denen ? den Mut haetten Sie schon. Wer viel Geld hat, soll auch viel bezahlen, ist doch alles ganz einfach und wer weniger hat, muss auch weniger bezahlen, oder garnichts, das nenn ich Sozial. Wenn ich das Jammern und Klagen der Krankenkassen hoehre und mir gleichzeitig deren Palaeste anschaue, bekomm ich ne Krise. Eigene Verantwortung ist ok, soweit es dem Einzelnem moeglich ist, aber sowas muss auch von unseren Staatsdienern vorgelebt werden. Das einzigste was in Deutschland unter dem Deckmantel Reform passiert, ist staendiger Sozialabbau, es ist gewollt, eine zwei Klassengesellschaft zu schaffen, da sind fuer Die, die nicht zur privilegierten Klasse gehoeren, keine Chancen die Sie wahrnehmen koennen. Einschneidende Veraenderungen treffen IMMER die Aermsten, so ist das. Wenn mir monatlich von 1000 €, 500 € weggenommen werden, ist das wohl spuerbarer, als wenn mir von 5000 €, 500 € weggenommen werden, frag mal was eine Verkaeuferin verdient und was Sie sich nebenbei noch fuer Versicherungen leisten kann, um Ihre Gesundheit zu erhalten. Schaffen wir die Ueberversorgung der Beamten ab, das 13 Monatsgehalt fuer Beamtenpensionaere, das hoehere Kindergeld fuer Beamte usw. dann bleibt genug Geld im Staatshaushalt um allen Menschen eine anstaendige Versorgung zu gewaehrleisten.

MfG Fairy
 
Re: Re: Vollkasko-Mentalität

Original erstellt von Fairy
Das einzigste was in Deutschland unter dem Deckmantel Reform passiert, ist staendiger Sozialabbau, es ist gewollt, eine zwei Klassengesellschaft zu schaffen, da sind fuer Die, die nicht zur privilegierten Klasse gehoeren, keine Chancen die Sie wahrnehmen koennen.

Das ist richtig, allerdings nur unter den Scheinreformen der jüngeren Vergangenheit, wo letztlich der Mut gefehlt hat, grundlegende Reformen vorzunehmen. Frei nach dem Motto: Bade mich, aber mach mich nicht naß!

(...) dann bleibt genug Geld im Staatshaushalt um allen Menschen eine anstaendige Versorgung zu gewaehrleisten.

Grundsatzfrage: Wer ist für die Versorgung verantwortlich, jeder und jede einzelne für sich selbst oder der Staat? Im ersten Fall stimme ich Dir zu, dann muß durch weniger Staatsaufgaben weniger durch Steuern abgegriffen werden, und alle haben was davon. Und daß zur Finanzierung der verbleibenden staatlichen Grundaufgaben progressiv höhere Einkommen stärker belastet werden als niedrigere, ist wohl Grundkonsens.

Falls Dir aber eine komplette Staatsversorgung eines jeden einzelnen vorschweben sollte, dann sind wir letztlich alle Beamte (oder ein Ersatzbegriff dafür). Und verwaltet werden muß ein derartiges Sozialmonstrum so oder so, von Beamten oder Angestellten, mit allen Mißbrauchsmöglichkeiten, aller Ineffizienz, allem Schrott, den wir doch eigentlich hier beklagen.

Warum ist denn z.B. die private Krankenversicherung - natürlich ab einer gewissen Einkommensgrenze, die aber unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt - billiger als die soziale? Weil sie in der Konkurrenz des Marktes die gröbsten Mißstände selbst bekämpft. Und was bei besseren Leistungen billiger ist, das ist für mich im engeren Sinn des Wortes sozial.

Die Konkurrenz der gesetzlichen Krankenkassen, die genau aus diesem Grunde eingeführt wurde, hat man ja gerade erst de facto abgeschafft, aus sozialen Gründen, wie man seitens der Bundesregierung sagte ...

Ciao, Tiguar
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Re: Re: Vollkasko-Mentalität

Original erstellt von Tiguar
Falls Dir aber eine komplette Staatsversorgung eines jeden einzelnen vorschweben sollte

Damit meine ich die Gesundheitsversorgung.

1. Beispiel:

Die Augenkrankheit, der gruene Star, wird Dir sicher was sagen, also, frueher wurde eine Vorsorge von der Kasse bezahlt, das ist nicht mehr der Fall, der Grund ist unerfindlich. Den bei einer Frueherkennung, ist der finanzielle Aufwand, zur gesundheitlichen Wiederherstellung minimal, im Gegensatz zu einer Behandlung, nach Ausbruch der Krankheit.

2. Beispiel:

Volkskrankheit Bandscheibenschaden, bezahlt wird von der Krankenkasse nur die herkoemmliche Operation, Aufschneiden, min. 14 Tage Krankenhausaufenthalt, Therapeutische Massnahmen um wieder gehen zu lernen usw., andere Therapieform, Laser, Dauer, 1 h, Krankenhausaufenthalt 1 Tag oder garnicht. Das sind die Sachen die ich meine. Es macht keinen Sinn, im Gesundheitswesen kurzfristig zu sparen und hinterher, Millionen, Mehrausgaben zu haben.Aber das gibt es auch nur in Deutschland, man schaue sich das Gesundheitswesen in den Skandinavischen Laendern an, die Politiker sollten sich nicht Ihre Erkenntnisse in den USA holen, sondern dort.

Deshalb ist eine Komplettversorgung im Gesundheistwesen, fuer den Staat wesentlich billiger als hinterher, Milliarden nachschieben zu muessen, weil die Menschen immer kranker werden.Das ist nicht nur meine Meinung, sondern das wurde auch vom Internationalem Aerzte/Gesundheitskongress angeprangert.
Der Staat ist Hauptbeteiligter bei der allgemeinen Verschlechterung, der Volksgesundheit.

Beispiel:
Jetzt wird gekaempft um Jugendlichen das rauchen abzugewoehnen, is ja super, wer hat das rauchen auf dem Schulhof erst hoffaehig gemacht ? war das noetig sowas einzufuehren ? der Beisspiele gibt es viele und ich sehe nicht ein, das der Buerger fuer staatliche Fehlentscheidungen zahlen soll. Nochmal, der Staat hat genug Geld, Einsparmoeglichkeiten gibt es genug, auch ohne den Steuerzahler weiter zu belasten, anfangen sollten Sie, wie ich schon sagte, beim Beamtenkluengel. Der Irrglaube herrscht vor, wenn man nicht genug zahlt, wandern die guten Leute in die freie Wirtschaft ab, dem ist nicht so. Gute Leute sind nicht knallharte Reformer, sondern engagierte Leute, die lieber etwas weniger verdienen, aber sich fuer den Staat engagieren, denen nicht das Geld im Vordergrund steht, sondern das Interesse, dem Deutschen Staat zu dienen und zu Wohlstand und Zufriedenheit beizutragen. Solche Leute sind fuer mich gute Leute, nur werden Die in Deutschland keine Chance bekommen, rate mal warum nicht.

MfG Fairy
 
Fachwissen gefragt!

Moin zusammen,
wenn das Gespräch sich enger an Beitragsbemessungsgrenzen und die Höhe von Selbstbeteiligungen heran bewegt, muß ich leider passen!
Auf der Ebene von Einzelbeispielen könnte ich mithalten, allerdings glaube ich, daß Einzelbeispiele den Blick auf das Machbare auch verengen können. (Der Stammtisch arbeitet nur mit Einzelfällen!)
Ich stimme Fairy zu, daß es sogenannte Liberalisierungen gibt, deren Sinn und NUtzen völlig unverständlich sind: Raucherecken auf dem Schulhof. Ich füge noch hinzu: Wegfall der Unterrichtsfächer Gesundheitslehre, Kinderpflege, Hauswirtschaft und Kochen und Werken, die vor langen Jahren Allgemeingut für sämtliche Jungs und Mädels in der Grundschule waren. Heute heißt das Kreativwerkstatt, und die Kinder wisen nicht mehr, wie ein Messingbürstchen aussieht....
Zur Gesundheit, einem meiner Lieblingsthemen, möchte ich unbedingt auf die Aussaugung des Systems durch Leistungsbezieher hinweisen. Der blöde Spruch von wegen "morgens Fango, abends Tango" drückt doch auch aus, daß ein gut ausgestattetes Gesundheitswesen, und genau das hatten wir ja mal, kein Selbstbedienungsladen der Leistungsnehmer sein kann. Wieviele Goldkronen das AA und das Sozialamt bezahlt haben, weil ihre Träger clever waren, möchte ich nicht wissen. Und der berühmte grippale Effekt nach Malllorca - sind doch Erscheiningen, bei denen geht mir das Messer in der Tasche auf. Obwohl es jetzt ganz populistisch wird muß ich es hier mal loswerden:
die Zusatzleistungen für die neuen Länder waren kaum zu schaffen, und der durch Krankheit verlängerte Anatolienurlaub hat auch nicht nur Freude hervorgerufen...
Ein System ist immer nur so gut und leistungsfähig, wie die schwächsten seiner Teilnehmer es sind. Vielleicht ist es das was Tiguar mit der Vollkaskomentalität der Leistungsnehmer meint?
Skandinavien? ich las gerade, daß auch dort die Rundumversorgung zurückgefahren wird, weil nicht mehr für alle bezahlbar.
Einen Gedanken möchte ich noch einbringen:
Die Leistungskataloge der Krankenkassen sehen überhaupt keine Kostenerstattung vor für die Anwendung sogenannter Sanfter Medizin, der ich seit Jahrzehnten anhänge. Ich hatte und habe meine Therapeuten immer selbst zu zahlen, und auch meine Arzneien häufig dazu - wenn ich denn je krank war.
Da ist England ganz vorne: die haben Therapiefreiheit und Homöopathie ist erstattungsfähig.
Soweit erst mal.
Zimtziege
 
Zuletzt bearbeitet:
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben