Diskussionsthread: Deutsche Politik

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Zur geplanten Einführung der Zuckersteuer kann man wieder nur den Kopf schütteln!
Obwohl unionsintern höchst umstritten wird sie natürlich trotzdem eingeführt.
Man könnte fast meinen die Süssmäuler müssen nun in Klingbeils Haus die Ausfälle der Mineralölsteuer kompensieren. Schön verpackt in Förderung der Volksgesundheit.
Keine Ahnung ob da irgendwer glaubt, dass das die Popularität der Bundesregierung befördert.

Das Geschrei von Seiten der Union hätte ich hören wollen wenn das (typischerweise) von den Grünen gekommen wäre.
 
@mo schrieb:
Zur geplanten Einführung der Zuckersteuer kann man wieder nur den Kopf schütteln!
Ich finde gut, dass in Deutshcland die Fettleibigkeit angegangen wird. Denn Diese wird auch in D immer mehr zu einem Problem, welches unnötigerweise Kosten verursacht, die die meisten Menschen vermeiden könnten. Solange man diese Kalorien wieder abbauen kann, läuft es noch (aus eigener Erfahrung). Wenn man aber das genau nicht mehr tut (Fahrradfahren zur Arbeit eingestellt), dann gehts schnell in die Reserven. Trend erkannt und jetzt gibt es halt überwiegend Wasser statt Cola oder Mezzo Mix. Mein Wohlstandsbauch hat es mir nicht gedankt und er ist wieder gegangen.
 
Die Zuckersteuer ist vom Grunde her eine sehr gute Idee und einige der wenigen guten Ansätze dieser Regierung. Und die "Volksgesundheit" ist da definitiv nicht nur vorgeschobener Grund. Wohin der unregulierte Einsatz von Fructose/Glucose in Lebensmitteln führt, sieht man in den USA. Das beide Stoffe vom menschlichem Stoffwechsel quasi umgehend in Fett umgewandelt werden, ist kein Geheimnis. Ebenso, dass die Wirtschaft liebend gern diesen billigen Süßstoff in Form vom besonders schlechten Fructose-Glucose Sirup einsetzt, vor allem wenn er unreguliert erfolgt und die tatsächlichen Kosten dieser Stoffe mal wieder nicht eingepreist werden. Das erhöhte Risiko der Fettleber basierend darauf ist inzwischen ziemlich gut untersucht.
 
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Ich kenne jetzt nicht jedes Detail bezüglich der Zuckersteuer, wobei es vorab Kuriositäten gab, dass Süßstoffgetränke auch davon betroffen seien, alkoholische aber Getränke nicht. Ersteres ist glaub nun draußen, zweiteres aber auch weiterhin.

Aber an finde ich eine Zuckersteuer sinnvoll und im Grunde ist dies das erste positive in letzter Zeit, was ich von der Regierung gehört habe.
 
Nur am Rande: Glucose wird nicht wie Fructose (oder eher nur überschüssige Fructose) direkt in Fett umgewandelt.

Die Steuer sollte eigentlich als Abgabe kommen, da werden die Einnahmen wohl woanders landen. Ich finde sie trotzdem richtig aber viel zu niedrig und die Ausnahmen und Verwässerungen sind auch quatsch.
 
Erkekjetter schrieb:
Sie lügt dabei schlicht und ergreifend. Sie kann keine Menschen mit Duldung einfach abschieben und sie kann nicht einfach die Duldung streichen.
Richtig. Ich habe ja damit ja auch nie gesagt, dass das alles so stimmt, was sie da von sich geben. Aber einfache Worte und vermeintlich simple Lösungen hören die Leute eben gerne. Ist ihnen einfach lieber als immer nur ein "Können wir so nicht machen" oder ist wegen Grundgesetz oder dem noch größeren Feindbild EU nicht umsetzbar.
Erkekjetter schrieb:
Ebenso, dass die Wirtschaft liebend gern diesen billigen Süßstoff in Form vom besonders schlechten Fructose-Glucose Sirup einsetzt, vor allem wenn er unreguliert erfolgt und die tatsächlichen Kosten dieser Stoffe mal wieder nicht eingepreist werden.
Wobei ich es aber ziemlich bescheiden finde, dass künstliche Süßungsmittel von der Steuer ausgenommen werden. Also werden vermutlich zu Zukunft statt Zucker eben künstliche Stoffe zum Einsatz kommen. Ob das gesundheitlich dann besser ist, halte ich zumindest für zweifelhaft.
Ich persönlich finde Getränke mit künstlichen Süßungsmitteln einfach ekelhaft. Für mich leider keine Alternative. Immerhin werden zumindest Fruchtsäfte ausgenommen.

Btw:
Die Erhöhung der Alkoholsteuer wird für die am häufigsten konsumierten Getränke garnicht angewendet:
  • Bier: ca. 88 Liter pro Kopf im Jahr
  • Wein: ca. 19 Liter pro Kopf im Jahr
  • Spirituosen: ca. 5 Liter pro Kopf im Jahr
Bier und (stiller) Wein sind davon ausgenommen.
Muss man das verstehen? Allein in DE gibt es mehr als 2 Mio. Menschen mit Alkoholsucht. Und ich glaube nicht, dass die alle nur mit Korn und Wodka unterwegs waren/sind.
Insgesamt fast 10 Mio zeigen ein riskantes Trinkverhalten.
Da möchte man schon im Rahmen der Zuckersteuer ein gesünderes Leben zu forcieren, nimmt dann aber beim Alkohol Bier und Wein raus damit es schön billig bleibt? Klingt für mich nach Lobbyknicks vor den Bier- und Weinproduzenten. Gejammert wird da ja ohnehin schon genug.
 
Zur Zuckersteuer habe ich nur eines an die Bundesregierung zu sagen: Führt endlich eine Vermögenssteuer für die Überreichen ein und/oder eine Übergewinnsteuer für die Unternehmen, die gerade besonders von Krisen (z. B. der Energiekrise) finanziell profitieren. So schließt man Haushaltslücken. Und nicht indem man das Leben für die Allgemeinheit noch teurer macht. Unsere Binnenwirtschaft ist eh schon sehr schwach.
 
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Discovery_1 schrieb:
Wie sind Überreiche definiert, ab wann ist man Überreich und welches Steuermodell schwebt dir da so vor?
Discovery_1 schrieb:
Übergewinnsteuer für die Unternehmen
Ab wann sind Firmengewinne Übergewinne? Ist das irgendwo hart/juristisch definiert oder wäre das ein Wackelpudding an Gesetz, welches ausgelegt werden müsste (was der BGH liebt....)?

Nein, meine Hoffngungen liegen bei BVerfG und der Erbschaftssteuer. Viele Experten erwarten dort eine masive Verschärfung, ich würde sie begrüßen. Damit kann der Staat mit Sicherheit einige Milliarden im Jahr neu beschaffen/abschöpfen.
 
Discovery_1 schrieb:
Führt endlich eine Vermögenssteuer für die Überreichen ein und/oder eine Übergewinnsteuer für die Unternehmen
Das eine hat absolut nichts mit dem anderen zu tun. Die Zuckersteuer soll eine klassische Lenkungssteuer sein (wenn auch nicht wirklich gut gemacht). Ja, das wird entsprechende Produkte (hoffentlich) teurer machen – aufgrund eines Rohstoffs, der heute wohl nicht mehr als "Nahrungsmittel" zugelassen werden würde.

Aber verständlich ist es natürlich, dass Menschen, die abhängig gemacht wurden, diesen Schritt falsch finden. Genau wie diejenigen, bei denen die Nikotin-Lobby Erfolg hatte. Gar nicht auszudenken, wie die Reaktionen bei Fleisch ausfallen würden.
 
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