......sowie eine ausgeprägte Feindlichkeit zu Deutschland. Nach denen sind wir an allem Übel in Frankreich schuld und sie scheuen nicht vor abstrusen Behauptungen zurück.Nazrael schrieb:Die aussichtsreichsten Kandidaten an den Rändern, Le Pen und Melenchon, teilen trotz erheblicher ideologischer Unterschiede mehr, als man zunächst vermuten könnte: eine ausgeprägte Ablehnung der bisherigen europäischen Integration, grundlegende Vorbehalte gegenüber der NATO bis hin zur vollständigen Ablehnung sowie außenpolitische Positionen
Le Pen versucht seit jeher französische Politiker zu Untergebenen der deutschen Hegemonie zu stilisieren. Zum „Verwaltungsleiter der Provinz Frankreich“ unter deutscher Herrschaft erklärte sie 2015 Präsident François Hollande. Auch im Wahlkampf 2017 bekräftigte sie, dass eine Frau die französischen Wahlen gewinnen werde – sie oder Angela Merkel. Und 2022, „Sentimentalität, Altruismus und Feigheit“ definieren Macrons Verhältnis zu Deutschland. Der Präsident verstehe nicht, dass Deutschland in der NATO, in der EU und eigentlich überall derselben Strategie folge: „Erst teilnehmen, dann die Oberhand gewinnen und zuletzt führen.“ Die deutsch-französische Partnerschaft habe „nichts als Ernüchterung, Verrat und Verlassenheit“ gebracht.
Deutschland habe Europa seine „islamistische Migrationspolitik“ aufgezwungen, dazu kämen eine linke Energiepolitik und eine Exportindustrie, die die französische Industrie zerstöre. Auf verteidigungspolitischer Ebene könne man Deutschland nicht vertrauen, denn seine transatlantische Beziehung und die mitteleuropäische Lage machten es zu einem illoyalen Partner. Obendrein sei der deutsche Wohlstand nur ein Produkt beständiger Exportüberschüsse, die Deutschland durch seine europäische Hegemonie über den Binnenmarkt und die gemeinsame Währung absichere.
Melenchon:
Deutschland verkörpere den Irrweg des EU-Kapitalismus, der französische Arbeiter für deutschen Reichtum schuften lasse. Als Angela Merkel 2014 Europa zu finanzpolitischer Stabilität riet, meinte er sie solle ihr „Maul halten“. Die Lobhudelei der deutsch-französischen Freundschaft würde die „Annexion Ostdeutschlands und ihre verheerenden Folgen für Frankreich“ ausblenden.
Er hat sogar ein Buch geschrieben mit dem Titel "Bismarcks Hering - das deutsche Gift".
Darin gibt es keinen Élysée-Vertrag, keinen Handschlag von Verdun, sondern eine Kontinuitätslinie von Bismarck bis Merkel: Deutschland ziele darauf ab, Frankreich zu zerstören. Über die Europäische Union habe Deutschland längst die Kontrolle über Mittel- und Osteuropa erlangt und Westeuropa durch seine Exportindustrie unterworfen. Selbst die christlichen Wurzeln Europas, seien insgeheim ein deutsches Projekt.
Das ist kein politisches Kalkül mehr, das ist Hass!