Diskussionsthread: Deutsche Politik

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Den AfD Wähler interessieren solche Fakten nicht. Selbst die aktuellen Mail Leaks werden geleugnet oder ignoriert oder sogar in Teilen „gefeiert“.

Die heutigen Wähler sind weder Protestwähler noch sonst was. Sie wählen AfD aus (teils selbstgewählter) Unwissenheit, sprich Ignoranz, heraus oder genau für das, was die AfD ist.
Diese holst insbesondere nicht mit solchen Fakten ab. Der Rest wäre nicht der Adressat.

Wenn man AfD Wähler mit Fakten erreichen würde, würde die AfD nicht stehen, wo sie steht und ihr Hauptthema, Zuwanderung, würde nicht derart verfangen.
 
Weil man direkt damit kontert, dass man sowieso viel zu viel für diese „unnötige, überbordende, überflüssige, undemokratische, (jadda jadda jadda) EU“ zahlt und wenn denen der reduzierte Beitrag nicht passt, man am besten direkt austritt.

AfD Wähler holt man nicht mit Fakten oder langwährigen Plänen ab. Das muss man auf Meme-Level runterbrechen. Und da hat die USA fliegende Autos, China Roboter-Ringkampf und die EU bekommt die Schraubdeckel nicht mehr von den Flaschen weg…
 
CCIBS schrieb:
Es ändert aber nichts daran, dass ich dieses Einstimmigkeitsprinzip heute nicht mehr so Praktikabel finde.
Es ist aktuell genauso wichtig und richtig wie zur Gründung in dem Zustand wie die EU aktuell ist. Die heutige EU ohne deren Vorgänger zu berücksichtigen. ach lassen wir das. Außer Meinung kommt ja nix. Wenigstens mal ne Aussage aus der ZEit, die das irgendwie verdeutlichen würde. Die ganzen kleinen EU Länder wären niemals einer EU beigetreten ohne dieses Prinzip.
 
Axxid schrieb:
Weil man direkt damit kontert, dass man sowieso viel zu viel für diese „unnötige, überbordende, überflüssige, undemokratische, (jadda jadda jadda) EU“ zahlt und wenn denen der reduzierte Beitrag nicht passt, man am besten direkt austritt.
In der Zwischenzeit habe ich sogar aufgegeben, dass der Brexit abschreckend genug war. Ich bin schon froh, dass die Briten nun einsehen, dass es ein Fehler war und lieber aus eigene Fehler lernen als gar nicht. Toll wäre es trotzdem, wenn man aus den Fehler anderer lernen würde.

Aber ich glaube auch, dass ist eher auch ein "Ich bin dagegen, denn du bist dafür" Sache.
 
Nichts für ungut aber seit wann sind AfD-Wähler dafür bekannt, fundierte und nachgewiesene Zahlen und Rechnungen zu erwarten?
Mit manchem AfD-Wähler zu diskutieren ist wie das bekanntliche Schachspiel mit einer Taube. Du magst zwar recht haben (gewinnen) aber am Ende scheißt dir die Taube aufs Brett und läuft rum als hätte sie gewonnen (recht).
Ich würde sogar noch weiter gehen. Nicht wenigen ist womöglich sogar bewusst, dass als die Versprechungen so garnicht finanzierbar sind - es ist ihnen aber einfach egal weil der Frust über die bisherigen Parteien der letzten 30 Jahre wesentlich größer ist.
 
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Erkekjetter schrieb:
Es ist aktuell genauso wichtig und richtig wie zur Gründung in dem Zustand wie die EU aktuell ist.
Das darfst du ruhig so sehen und ich verstehe auch die Standpunkte, ich halte sie aber zugegeben doch für Naiv.

Da es für dessen Abschaffung aber wohl ebenfalls Einstimmig abgestimmt werden müsste, wird es sowieso nicht so kommen.
 
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Für mich gängelt die EU Bürger durch ihre überbordenden Regularien und hat dazu einen überaus ausgewachsenen Wasserkopf.

Sei es das verbot von Glühbirnen, plastikstrohhalmen, Apple Intelligence, Staubsaugern mit power… jeder kann diese doch harmlosen ärgereien auflisten.
Das die EU aber einen überwachungsstaat aufbauen möchte, das ist für mich unverzeihlich. Deshalb liegt mir auch nichts an der EU
 
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Rote Rose schrieb:
das verbot von Glühbirnen

Leben wir in derselben Realität? Das Verbot von Glühbirnen, gegen die Vorstellung von allen, inklusive mir, war mit das Beste, was uns passieren konnte. Und das zeigt auch sehr schön, warum manchmal Dinge einfach verboten gehören, um ein technisches Plateau verlassen zu können und voran zu kommen.
 
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Nur dass in der Zwischenzeit lebensgefährliche quecksilberlampen unters Volk gebracht wurden und LED Lampen niemals die Schönheit von Glühbirnen erreichen können.

Übrigens haben Glühbirnen früher auch den Raum mit aufgeheizt, der höhere Energieverbrauch ging also nicht verloren. Wenn es damals im Sommer lange hell war hatten wir auch diszipliniert das Licht nicht eingeschaltet und dass man unbenutzte Räume beleuchtet hat gab es auch nicht.

Lauf mal jetzt in der Dunkelheit durch die Straßen. Soviel beleuchtete Zimmer die scheinbar nicht genutzt werden. Klar, da LEDs weniger verbrauchen, lässt man sie eben unnötigerweise eingeschaltet.
 
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Rote Rose schrieb:
und LED Lampen niemals die Schönheit von Glühbirnen erreichen können.
Schönheit ist für mich kein relevantes Argument, vor allen, weil es LED mit der Optik von Glühbirnen gibt.

Rote Rose schrieb:
Übrigens haben Glühbirnen früher auch den Raum mit aufgeheizt, der höhere Energieverbrauch ging also nicht verloren.
Im Sommer und in Übergangszeiten kontraproduktiv und im Winter läuft die Heizung in der Regel sowieso.

Finanziell ist das Ganze dann auch noch sehr ineffizient.
 
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Janush schrieb:
Das Verbot von Glühbirnen, gegen die Vorstellung von allen, inklusive mir, war mit das Beste, was uns passieren konnte.

Tja, nur wurde leider vergessen, eine Mindestlebensdauer vorzuschreiben. Die Dinger werden immer schlechter, die Kerzenlampen einer bekannten Marke verlieren im Rekordtempo Helligkeit.

Und wenn der Staat endlich seine Hausaufgaben gemacht hat, das Stromnetz vollständig auf erneuerbare Energien und Batteriespeicher umzustellen, geht das ganze klar nach hinten los wegen des Elektroschrottbergs.

Genauso die völlig überzogenen Dämmstandards. Wohnungskosten in die Höhe getrieben, und hinterher wäre der höhere Energiebedarf einer angemessenen Dämmung egal, dafür riesige Styropor-Sondermüllberge produziert.
 
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Rote Rose schrieb:
Nur dass in der Zwischenzeit lebensgefährliche quecksilberlampen
Dein früher war alles besser und wir so toll ist ja ein alter Hut. Dieser versuch eines argumentes auf basis anekdotischer Evidenz.

Darüber hinaus setzt du aber auch noch solche Blüten in die Welt.
Als Glühbirnen verboten wurden, gab es LEDs lange als alternative. Niemand hat „Quecksilberlampen“ unters volk gebracht.
Ganz in Gegenteil. Leuchtstoffröhren und hochdruck quecksilberlampen aus strassenbeleuchtungen (das waren nie glühbirnen) werden durch LED ersetzt. Mal wieder ist das Gegenteil von dem, was du behauptest der Fall.
 
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Rote Rose schrieb:
Übrigens haben Glühbirnen früher auch den Raum mit aufgeheizt,
Ja und in unbeheizten Dachböden oder die häufigen Außenlampen haben dann nur eines geheizt - die Umwelt. Also doch völlig unnötiger Energieverbrauch.

Rote Rose schrieb:
Lauf mal jetzt in der Dunkelheit durch die Straßen. Soviel beleuchtete Zimmer die scheinbar nicht genutzt werden. Klar, da LEDs weniger verbrauchen, lässt man sie eben unnötigerweise eingeschaltet.
Muss man durchaus zustimmen, was ich vor allem auffällig finde sind die deutlich häufigeren Außenbeleuchtungen an Häusern, die wirklich die komplette Nach leuchten. Gehwegbeleuchtung, Einfahrt, Fassade. Ist halt zum Designelement für Viele geworden.
Mir persönlich gefällts nicht, wir haben nur eine Bewegungsmelder direkt am Eingang und einen Strahler vor der Garage. Leuchtet jeweils 1min bei Aktivierung und wird zum Glück auch nicht von Passanten auf dem Gehweg aktiviert.
Umrüstung auf LED war und ist eine sehr sinnvolle Sache gewesen.

Anderes Thema das wichtig und richtig ist: Verbot von PFAS innerhalb der nächsten Jahre.
Betrifft u.a. auch das Unternehmen, in dem ich arbeite, da wir Produkte herstellen, die PFAS enthalten. Stellt uns natürlich vor diverse Schwierigkeiten, jedoch sind wir jetzt schon seit fast 2 Jahren dran, Ersatzprodukte zu finden. Grundsätzlich ist das aber ein richtiger Schritt - ja auch wenn das andere Länder außerhalb der EU wieder nicht mitgehen werden und dadurch wieder Vorteile haben. Was das für Folgen hat, sieht man hier ganz gut. U.a. wurde das Zeug schon im Blut der Bewohner nachgewiesen und ist mittlerweile auch als krebserregend eingestuft worden.
Sicherlich nichts mehr, was man gern in seinen Produkten finden möchte.
Ein anderes Beispiel aus der Landwirtschaft: Das Herbizid Atrazin wurde in der EU 2004 verboten aufgrund etlicher Bedenken und Probleme.
Dagegen wird es in den USA weiter verwendet und ist hier auch zugelassen. Und dazu noch in großer Menge.
Neben Atrazin gibt es eine Liste von rund 80 weiteren Substanzen, die das hormonelle System verändern können und in der EU verboten sind.
Die Agrarlobbyorganisation Croplife America schätzt die Einbussen auf vier Milliarden Dollar jährlich, was rund 40 Prozent des transatlantischen Handels mit Agrargütern entspricht. Croplife America setzt sich dafür ein, dass sich die EU bei einem Freihandelsvertrag an das US-amerikanische System anpasst
Und genau hier ist die EU wieder richtig, dass genau solche Produkte nicht eingeführt werden dürfen. Ob sich das allerdings immer verhindern lässt und ob da nicht auch Chargen "aufgemischt" werden (d.h. mit unbelastetem Material gemischt bis es im Gesamten unter dem Grenzwert liegt) kann ich hier nur vermuten.

Wenn du die EU abschaffst hast du das Problem, dass du mit jedem einzelnen Land auch innerhalb von Europa solche Dinge aushandeln musst weil du ja wiederum nicht weißt, was dann z.B. Frankreich importieren würde und dann ggf. an uns weiterverkauft.
 
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Ich denke das man keinen Wähler in einer Diskussion einfach überzeugen kann seine Partei nicht zu wählen. Das ist nicht nur ein Thema einer bestimmten Wählergruppe. Ich denke aber auch, dass gegenseitiges schlecht machen, Beleidigen, Herabwürdigen, Ausgrenzen usw, eher das Gegenteil bewirkt. Das zieht keinen Wähler auf eine andere Seite. Das ist für mich auch schlechter Stil.
 
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Wähler bekommt man, indem man auch das liefert, was man mal versprochen hat und sich auch für die Themen der Wähler kümmert.

Die immer stärker werdenden Parteien Abseits der "politischen" Mitte, sollten für die "Parteien der Mitte" eigentlich ein Zeichen sein, dass sie gerade nicht Liefern. Es hilft bspw. auch nichts, jedes Jahr Millionen und Milliarden für NGOs gegen Rechts auszugeben - die letzten 10 Jahre zeigen, dass das Geld falsch verwendet wurde. Die AfD ist in der Zeit von einer Randerscheinung zu der Partei geworden, die bei fast allen Wahlen auf Bundes- oder Landesebene die meisten Wählerstimmen/-Wählerstimmengewinne auf sich verzeichnen kann.

Die AfD und Linke bekommt man nur wieder klein, wenn die restlichen Parteien die Sorgen der Bürger ernst nehmen und auch ihre Wahlversprechen einhalten und nicht direkt das Gegenteil liefern oder rein gar nichts beschließen.
 
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_killy_ schrieb:
Wähler bekommt man, indem man auch das liefert, was man mal versprochen hat
Da sehe ich dann das Problem, dass die Wahlkämpfe, und ich meine jetzt auch den letzten zur Bundestagswahl, was Wahlversprechen anging, auch Gottlos war. Ich mein jetzt auch vor allem das Wahlversprechen der CDU, keine neue Schulden aufzunehmen, obwohl jeder wusste, dass das in der Gegenwertigen Situation eigentlich nicht durchzusetzten ist. Wahlversprechen wären leichter durchzusetzten, wenn sie auch wirklich realistisch wären. Und mir ist bewusst, dass Realistische Wahlversprechen nicht ganz so spektakulär klingen und sich nicht so gut verkaufen.
_killy_ schrieb:
und sich auch für die Themen der Wähler kümmert.
Das einzige Thema, wo sich alle Parteien einig sind, ist Geld und Kosten. Nur was Prioritäten betrifft, gibt es Unstimmigkeiten. Rente für ältere, oder mehr in Bildung ausgeben. Rentner sind halt eine sehr große Wählergruppe und Schulen auch eher Ländersache.

Das Problem ist nicht unbedingt der Mangel an Willen, sich darum zu kümmern, sondern wie man es löst. Gerade das Thema Erbschaftsteuer zeigt ja, wie weit Vorstellungen auseinander gehen können. Ich bin ja auch für's Kümmern, aber mir ist auch bewusst, warum das nicht so einfach ist, auch wenn es für mich selbst doch so offensichtlich ist, was die Lösung ist (und natürlich am wenigsten Nachteile für mich bringt).
 
Erkekjetter schrieb:
Warum sollte man die Linke wieder klein bekommen? Von der geht keine Gefahr aus....
Eben. Zudem wüsste ich auch nicht, was an politischer Bildung und Arbeit gegen Rechtsextremismus schlecht ist. Man sieht ja, dass dieses Engagement nötig ist. Dieses Engagement ist nicht der Grund, warum die AfD so stark ist.

Aber stimmt schon: Die Unterstützung für die NGO R21 können sie gern einstellen.
 
_killy_ schrieb:
Die AfD und Linke bekommt man nur wieder klein, wenn die restlichen Parteien die Sorgen der Bürger ernst nehmen und auch ihre Wahlversprechen einhalten und nicht direkt das Gegenteil liefern oder rein gar nichts beschließen.
Ich halte eine Rückkehr zu diesem Zustand inzwischen für unrealistisch. Die alte Stabilität von Union und SPD mit einem kleineren Koalitionspartner ist längst Geschichte. Hinzu kommt, dass sich große Teile der Politik offenbar immer weiter von der Lebensrealität der gesellschaftlichen Mitte entfernt haben. Wie soll sich unter diesen Voraussetzungen das frühere Vertrauen wiederherstellen lassen?

Und wie soll jemand Probleme verstehen, deren Ursachen und Folgen weder in seiner eigenen Lebensrealität noch in seinem Umfeld jemals eine Rolle gespielt haben? Vielleicht erklärt das auch, warum Wähler mit abweichenden Ansichten zunehmend beleidigt oder verächtlich gemacht werden. Wer nur die eigene Sichtweise als Wahrheit gelten lässt, betrachtet schließlich jeden Andersdenkenden als Gegner.

Ich befürchte daher, dass die politische Radikalisierung langfristig weiter zunehmen wird, auch wenn es zwischendurch Schwankungen gibt. Hinzu kommen moderne Beschleuniger wie algorithmusgetriebene soziale Medien, wirtschaftliche Unsicherheit und zunehmende politische Resignation. Gleichzeitig geraten gesellschaftliche Grundversprechen, insbesondere die sozialen Sicherungssysteme, durch wirtschaftliche und demografische Entwicklungen immer stärker unter Druck.
 
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