Die Frage war, wie Unternehmen das handhaben (sollten), nicht die ausnahmsweise relativ eindeutige Rechtslage zu klären. Aus Datenschutzsicht handelt JEDER private WhatsApp-Nutzer deliktisch, wenn er von seinen sämtlichen Kontakten kein Einverständnis zur Datenübermittlung an Facebook hat.
Das ist ja der Witz, dass ich selbst gar kein Konto bei irgendeinem asozialen Netzwerk benötige, um bekannt zu sein, weil andere Leute schon meine Daten x-fach hochgeladen und mich auf ihren "privaten" Fotos "identifiziert" haben.
Auf BYOD-Geräten kann man natürlich gar nichts untersagen, die Geräte gehören den Leuten, nicht den Unternehmen. Hier gilt es technische Maßnahmen zu treffen, was möglich ist. Letztlich handelt es sich dabei immer um irgendeine Art von mehr oder weniger transparentem Container.
Auf Company-Owned-Geräten kann man natürlich alles mögliche "aufschreiben und untersagen". Wer jedoch die geeigneten und existierenden "technisch möglichen Maßnahmen zur Durchsetzung" unterlässt, ist damit nicht aus der Haftung.
Zur technischen Umsetzung ist ein EMM/MDM/UEM praktisch unerlässlich. Ob man dafür SecurePIM, MobileIron, Workspace One (AirWatch), Sophos Mobile Connect, Intune etc. nutzt ist erstmal nachgelagert.
Will man die Akzeptanz der Nutzer haben, sollte man schon einen Weg gehen, der nicht übermäßig gängelt. Etwas anstrengend ist dabei, dass der Aufwand für so ein Thema unabhängig davon ist, ob ich 100, 1000, 10000 oder 100.000 Geräte verwalten will. Da kann man die Kuh schon ganz schön fliegen jenseits von Email und Kontakten, Active-Sync-Proxy, Per-App-VPN, SSO, Zugriff auf unternehmensinterne Ressourcen von File-Shares über Sharepoint bis zu OneDrive.
Bei dem Thema geht es also nicht nur darum die Anwender zu beschränken, sondern einiges an Unternehmenszugriffen zu ermöglichen selbst auf "Privatgeräten" und die Compliance trotzdem gewährleisten. Ohne mit zwei Geräte rumlaufen zu müssen. Gerade weil man mit WorkspaceOne heute neben Mobilgeräten auch Windows-Clients (eigentlich so ziemliche alles) verwalten und vom SCCM migrieren kann, ist das ein sehr spannendes Umfeld.
Natürlich gibt es in der Praxis ISO 27001+ zertifizierte Unternehmen, deren Mitarbeiter ungehemmt Firmendaten mit WhatsApp in die Cloud pusten...mutmaßlich die Mehrzahl. Das macht es aber nicht "richtig".