Duales Studium bei einem Automobilkonzern

MaveL88

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Zu meiner Situation:

Ich habe dieses Jahr mein (Wirtschafts-) Abitur mit 1,8 abgeschlossen. Momentan leiste ich meinen Zivildienst ab und werde voraussichtlich im April fertig sein. Ganz klar für mich ist, dass ich nach dem Zividienst studieren möchte und das in die Richtung Wirtschaft (BWL).

Deshalb habe ich mich dieses Jahr bereits für das WS BWL in Münster beworben, weil diese Uni mein absoluter Favorit ist/war. Leider wurde ich nicht genommmen. Nächstes Jahr werde ich es auf jedenfall wieder versuchen, aber der Umstand der Absage hat mir klar gemacht, dass ich mir auch Alternativen überlegen muss.

Heute bin ich deshalb auf den Gedanken gekommen, dass vll ein duales Studium was für mich wäre. Bisher hab ich mir allerdings gedacht, dass ein Studium ohnehin schon anstrengend/ schwer ist und ich dann nicht unbedingt die Doppelbelastung eines dualen Studiums brauche.

Aber ich finde inzwischen den Gedanken eines dualen Studiums in einem Automobilkonzern sehr interessant. Automobile sind eine Leidenschaft von mir und gekoppelt mit einem betriebswirtschaftlichen Studium klingt es sehr verlockend.
Allerdings mache ich mir ein wenig Sorgen darüber, dass ein duales Studium nicht den selben guten Ruf hat wie ein Universitäts Studium.
Es klingt vll jetzt ein bisschen naiv und blöd, aber ich will doch schon ein wenig die Karriereleiter empor klettern und höhere Positionen beleiden und gutes Geld verdienen wenn ich dann mal im Beruf bin.

Um dafür die nötigen Voraussetzungen zu schaffen habe ich eigentlich ein Masterabschluss in Münster angestrebt, aber da leider viel zu viele BWL studieren ist dieses Jahr mir der NC zum Verhängnis geworden und ich hätte mir keine Gedanken über Alternativen machen müssen.

Nach diesem ellenlangen Text meine ersten konkreten Fragen.

1. Finde ich nach dem dualen Studium ein ebenso guten (interessante, gut bezahlten usw) Job wie mit einem Masterabschluss einer Uni (z.B. Münster)?
2. Wenn es hier Leute gibt mit Erfahrung bezüglich eines dualen Studiums, habt ihr euren Schritt bereut, dass ihr euch nicht für ein "normales" Uni Studium entschieden habt?
3. Ich schätze meine Freizeit sehr, aber wenn was getan werden muss für Schule/Studium oder ähnliches packe ich die Sache an und erledige es gewissenhaft. Reicht diese Einstellung um den Druck eines dualen Studiums gerecht zu werden?
4. Ist vll sogar jmd hier der in der Automobilbranche eine duales Studium macht (Erfahrungen?)


So genug vorerst, mir werden sicherlich noch einige Fragen während der hoffentlich entstehenden Konversation einfallen.

Vielen Dank bereits im Voraus & liebe Grüße
 
Ich studiere Elektotechnik an einer Uni. Und ich finde das schon stressig genug. Bzw. man muss schon einiges machen!
Stell dir einfach vor du schreibst eine Klausur, die einer Abi Klausur entspricht - sagen wir Mathe oder Physik.
Und von dieser Sorte Klausur schreibst du dann halt 5 in ein paar Wochen und die werden mit der Zeit eigentlich nicht einfacher ;) Naja ein paar schon... dafür gibt's andere, die noch schwieriger sind.

Und das Ganze dual? Das stell' ich mir in der Tat recht hart vor!
Für mich wäre das nichts.

Aber ! Ich spreche ja auch von mir. Also probier's aus. Wenn's dir nicht gefällt kannst du nach 2 Semstern immer noch wechseln. Allzu viel Zeit hast du nicht verloren und du bist um eine Erfahrung reicher.

Mehr kann dir hier wohl keiner raten.

PS. Kümmer dich nicht um den Ruf. Wichtig ist, was am Ende dabei raus kommt!
 
MaveL88 schrieb:
Es klingt vll jetzt ein bisschen naiv und blöd, aber ich will doch schon ein wenig die Karriereleiter empor klettern und höhere Positionen beleiden und gutes Geld verdienen wenn ich dann mal im Beruf bin.
Hallo,

warum soll dieser Gedanke naiv und blöd sein?

Denn ist es nicht genau das, was man durch ein Studium erreichen möchte?
Ja, was anderen ganz verwehrt bleibt, weil einfach die Grundstruktur, nämlich ein Studium, fehlt?

Könnte ich heute wählen, dann würde ich ein duales Studium vorziehen, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass es von Vorteil ist, wenn man schon "Praxis" vorweisen kann.
 
Könnte ich heute wählen, dann würde ich ein duales Studium vorziehen, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass es von Vorteil ist, wenn man schon "Praxis" vorweisen kann.
Das ist genau meine Meinung. Praxis ist enorm Wichtig, denn kein Betrieb sucht unerfahrene Leute.
Ich mache im Moment eine Lehre mit Berufsbegleitender Matura, nach der Lehrzeit möchte ich Elektrotechnik an einer Fachhochschule studieren. Die Berufsmatura gibt es so glaube ich nur in der Schweiz.
Aber auch hier gillt, Praxisbezug ist enorm wichtig. Als Beispiel: Was kannst du machen wenn du studiert hast, aber keine Ahnung von praktischer Arbeit, usw. hast. Wie willst du dann eine Abteilung leiten?
 
Der Praxisbezug finde ich auch sehr gut, 1. kann ich dann das theoretisch gelernte druch die Praxis vertiefen und 2. ich hoffe, dass ich auch an der Praxis Spaß habe.


Aber die Zwiespalt zwischen dualen Studium & Universitätsstudium bleibt :/
 
Wenn BWL so überlaufen ist und der NC dir zu schaffen macht, wäre evtl. Wirtschaftsinformatik was für dich? Bist ja immerhin hier angemeldet und von daher denke ich mal hast ja doch ein paar Computer Kenntnisse, und was ich so von Studikollegen erfahren hab die bei mir an der FH Wirtschaftsinfo studieren, ist das nach dem Grundstudium eh zu 80% BWL.

Zum Thema duales Studium: Sicherlich sehr anstrengend, da du in den "Semesterferien" sofort wieder in der Firma arbeitest und die Freizeit dann recht knapp ausfallen wird. So ist das bei Kollegen von mir die von Siemens "unterstützt" werden. Wenn dir Praxiserfahrung wichtig ist: Studiewr doch an einer Fachhochschule, dort hast du 1-2 komplette Praxissemester im Studium die sich hervorragend eignen Kontakte zu Firmen zu knüpfen ohne dass du dich vorab festlegen musst.
 
Ich will eigentlich schon den höchst möglichen/den angesehensten Bildungsabschluss machen, damit mir alle Türen offen stehen (abgesehen vom Doktortitel). Das ist ja einer meiner zentralen Fragen, ob das auch durch ein duales Studium möglich ist oder bei meinem Ambitionen ehr das typische Unistudium besser ist. :/
 
Hallo,

ich behaupte, durch ein duales Studium sogar besser möglich.
Noch dazu, wenn es eine angesehene Firma mit internationalen Geschäftsverbindungen ist.
 
Naja, das kann man nich sagen.
Aber da fällt mir ein.

Hier an der TU Braunschweig kannst du Elektrotechnik in Verbund mit einer Ausbildung bei VW sudieren. Sprich du arbeitest in den Semesterferien bei VW und studierst "nebenbei" ET an der Uni.
Das ist auch ein duales Studienprogramm - nur eben an einer Uni.

Eh ist natürlich keine BWL. Aber BWL ist ja auch wirklich nicht gerade fordernd :D
 
Außerdem, warum willst du dich so früh spezialisieren?
Studiere doch erstmal allgemein BWL bis zum Bachelor. Also 6 Semester.

In die Richtung Automobilwirtschaft kannst du im Master immer noch gehen. Und du hast noch alle Optionen offen, sollte dich auf einmal die A. Industrie nicht mehr interessieren (was ja schon einigen im Studium passiert sein soll).

Oder du machst in der Tat ein Wirtschafts.Ing. Studium. Das verbindet Technik und BWL und ist z.Zt. sehr gefragt.
Maschbau oder ET oder ganz allgemein wie in Karlsruhe.

In München gibt's was, das heißt "TUM BWL." Das ist quasi 70% BWL und 30% Technik. Auch nicht uninteressant.

Aber wie gesagt: Fang erstmal allgemein an und dann sieh weiter.
 
Ich kenne jemanden, der macht sowas. Und die ist ein Trottel, wirklich. Hat ein relativ gutes Abitur hingelegt, aber mit der richtigen Kurs-Wahl, ihr wisst schon...
Wie auch immer, der Stoff ist ziemlich oberflächlich. Keine Herleitungen, nicht sehr umfangreich und dank des Bachelorwesens wird man da durchgeprügelt, als wenn es kein morgen gäbe. Sie ist zufrieden, aber ich schätze sie, sie macht nur 60% von dem, was ich mache.

Die Jobchancen sind anfangs sehr gut, weil du durch deine Praixserfahrung im Unternehmen enorme Vorteile gegenüber deinen Konkurrenten von der Uni hast. Später wird sich das aber umkehren. Es gibt klare Konvergenzen zwischen dem Bildungsabschluss und dem späteren Karriereverlauf, beim Einstiegsgehalt, in Sachen BWL zumindest, eher nicht. Hier haben die meisten Unternehmen klare Von-Bis-Regelungen und wenig Spielraum, die High-Potentials mal ausgenommen, für die gibt es schon ganz am Anfang höhere Boni.

Du willst den höchstmöglichen Bildungsabschluss, ok. Dann geh nicht an irgendeine Uni, sondern Mannheim. Vielleicht wird man da mit 1,8 auch schon nach 2 Wartesemestern genommen. Sammel Geld um später noch einen MBA draufzusatteln, vielleicht noch einen Doktor - auch wenn du das jetzt noch nicht willst.
 
Ich mache derzeit ein duales Studium bei einem großen Automobikonzern (Fachrichtung Wirtschaftswissenschaften).
Meiner Meinung nach wird die Arbeitsbelastung häufig überschätzt. KLar ist es nervig, nicht einfach mal semesterferien zu haben, aber insgesam überarbeitet man sich nicht.
was man sich allerdings bewusst machen muss: der immer groß gefeierte theorie-praxis-bezug existiert eigentlich nicht. ich für meinen teil muss größtenteils irgendwelche excel-tabellen erstellen oder ppt-charts basteln, das hat eher weniger mit den uni-stoff zu tun.
Was Berufsaussichten angeht, kann ich leider noch nicht allzuviel sagen.

Insgesamt habe ich die Entscheidung allerdings bisher nicht bereut.
 
kaigue schrieb:
Naja, das kann man nich sagen.
Hallo,

doch, das kann man gut.

Denn es ist ein Unterschied, ob Du für Otto Heinrich, dem freundlichen Familienbetrieb für Häkeldeckchen, arbeitest oder für eine Wir haben 30 Niederlassungen in Europa GmbH & Co. KG.

In beiden Betrieben gibt es aufsteigende Führungspositionen. Aber welcher Werdegang sieht wohl besser aus?
 
Ein großes Manko am dualen Studium ist für mich persönlich, dass fehlen des typischen Studentenleben. Außerdem hab ich echt die Befürchtung, dass so ein duales Studium noch nicht den selben Ruf genießt wie ein Uni Abschluss (Bachelor). Ich kenn noch meine eigenen Worte vonwegen:"Pff, als wenn ich auf ne Fachhochschule gehe, wenn dann Uni. Alles andere ist doch lari-fari" :(
 
Also ich würde nicht sagen, dass es so ist. Im Prinzip kannst ja an der FH den gleichen Abschluss erwerben wie an der Uni (wenn ich mich nicht irre). Ich werd wohl im Fernstudium neben meiner Arbeit den Bachelor of Arts oder den Bachelor of Law bei der Europäischen Fernhochschule Hamburg machen. Ich würd mal sagen so ein Duales Studium ist schon ziemlich anstengend und auch vilt. hart, aber ich denke es zahlt sich aus.

Ich würd mir darüber nur wenig gedanken machen ob es angesehener ist an der Uni ein Vollstudium zu machen oder nicht.
 
Ich will dir ja nicht den Wind aus den Segeln nehmen, aber ein duales Studium bei nem Automobilkonzern mit nem Abi Schnitt von 1,8 wird ziemlich schwer. Also darauf würd ich mich nicht verlassen.

Ich selber mache auch ein BA-Studium (bzw. DH Studium), und bei mir im Kurs sind auch die Studenten, die bei Porsche arbeiten. Bei denen hatte der schlechteste Student einen ABI Schnitt von 1,3. Alle haben es bei AUDI, Mercedes und Co. nicht in die nähere Auswahl geschafft, weshalb sie dann schlussendlich bei Porsche gelandet sind.
 
Mavel, ich glaub du hast falsche Vorstellungen von einem "typischen Studentenleben". Wenn du damit eine 50-Stunden-Woche meinst, Prüfungsselektierung und Streß ohne Ende - korrekt. Der Anteil der Studenten in psychologischer Betreuung ist schon vor der Bologna-Reform gestiegen und wenn du zu den Glücklichen gezählt hast, die für das Abitur viel weniger machen mussten als die anderen, dann wird sich das jetzt ändern.
Entweder das bleibt so und du bist unterfordert (oder solltest dir etwas besseres suchen), oder du spritzst die Ellenbogen und versuchst dich durchzubeißen, wie alle anderen auch. Natürlich kannst du auch den Klassiker machen und Wochenende saufen und feiern und werktags in der Mensa abhängen. Aber ob du jetzt für eine Firma arbeitest oder als Student solo in deiner Bude hockst, macht keinen Unterschied. Du hast in jedem Fall deine eigene Wohnung, machst zum ersten Mal die Wäsche und suchst die beste Haftpflichtversicherung raus. Das ist typisch.

Die meisten machen das duale Programm wegen dem Geld, so einfach ist das. Und die Unternehmen bieten das an, weil sie günstig an Arbeitskräfte kommen wollen und schon einen Eindruck von potentiellen, zukünftigen AN bekommen können. Du verzichtest bewusst auf die eigene Bildung zugunsten des Bankkontos und anfangs besser Jobchancen, wie oben schon erwähnt.

Ja, unbewusst oder bewusst ist die Uni-Abschluss noch der angesehenste, auch wenn die Unterschiede zwischen FH und Uni überbewertet werden. Aber wie heißt es so schön in der BWL: Wenn der Kunde meint, es gäbe zwischen den identischen Produkten A und B einen Unterschied, dann ist da gefälligst auch ein Unterschied.
 
@Odium:


Das ist Quatsch. Ich selber mache zwar ein berufsbegleitendes und kein duales Studium, aber der Vorteil liegt ganz einfach darin, dass Ausbildung und Studium parallel laufen, was dazu führt schneller Berufserfahrung zu sammeln, was sehr oft mehr wert ist als eine gute Note im Studium.

Der Stoff ist bei mir genau der gleiche wie an anderen Hochschulen auch. Auch die Menge ist die selbe.
Zitat eines Dozenten: " Wenn ihr denkt, ihr bekommt weniger Themen in der Prüfung als Vollzeitstudenten, dann könnt ihr zu Hause bleiben."

Außerdem ist Vitamin B wichtiger als ein Studium an einer renomierten Hochschule.
 
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